Die Änderung der Ärztliche Approbationsordnung (ÄAppO) eröffnet neue Möglichkeiten bei der Wahl des PJ- Lehrkrankenhauses. Medizinstudenten können ihre PJ-Stelle frei wählen und dabei an ihrer Heimat-Universität immatrikuliert bleiben. Die neue Wahlfreiheit bietet Chancen, erschwert unter Umständen aber auch die Entscheidung. Damit die Wahl nicht zur Qual wird, geben wir Ihnen 5 wichtige Entscheidungshilfen an die Hand.
Tipp: Keine Lust zu lesen? Dann starten Sie doch einfach kostenlos unseren Hammerexamen Online-Repetitorium.

pjstelle

Bild: “Doação de sangue – Hospital do Subúrbio” von Fotos GOVBA. Lizenz: CC BY 2.0


1. Groß und oho oder klein aber fein?

Ein wichtiges Kriterium ist die Größe des Ausbildungshauses. Muss es unbedingt ein Universitätsklinikum sein oder kommt auch ein Haus der Basisversorgung in Betracht? Diese Frage sollten Sie sich unbedingt stellen, bevor Sie sich auf die Suche begeben.

Große Häuser wie Universitätskliniken bieten ein großes Spektrum an Erkrankungsbildern und Therapieoptionen. Sie eröffnen meist jedoch nur einen eingeschränkten Einblick in ein Fachgebiet, da es aufgrund der hohen Subspezialisierung eine Vielzahl verschiedene Fachabteilungen gibt, die nicht alle im Einzelnen durchlaufen werden können. Die Betreuung erfolgt gewöhnlich durch Assistenzärzte und wird zuweilen als unpersönlich empfunden.

Kleine Krankenhäuser haben dagegen ein kleineres Behandlungsspektrum, können aber häufig durch eine bessere Betreuungssituation punkten. Nicht selten sind die Hierarchien flach und auch die Chef- und Oberärzte in die Ausbildung mit eingebunden.

Tipp: Wenn Sie bei Ihrer Wahl ein konkretes Fachgebiet im Blick haben, das ausschließlich an spezialisierten Zentren angeboten wird (z.B. Rheumatologie, Neurochirurgie, Rechtsmedizin), bieten sich Unikliniken und Häuser der Maximalversorgung als Lehrkrankenhäuser an. Legen Sie hingegen viel Wert auf persönliche Betreuung und Anleitung, könnte ein kleines Haus das Richtige für Sie sein.

2. Nur ein Praktikum oder doch mehr?

Verbunden mit der Wahl des Hauses ist auch die Frage: Bin ich an meinem Lehrkrankenhaus als zukünftiger Arbeitsstelle interessiert? Immerhin ist Ihre Arbeit als PJler/in Ihre persönliche Visitenkarte, mit der Sie sich einem potentiellen Arbeitgeber vorstellen. Nicht selten ergibt sich aus einer überzeugenden Performance die Möglichkeit eines Anstellungsverhältnisses, wobei Ihre Abschlussnote von untergeordneter Bedeutung ist.

Tipp: Wählen Sie Ihr Lehrkrankenhaus auch nach dem Gesichtspunkt aus, ob Sie es sich als späteren Arbeitgeber vorstellen können.

3. Erfahrungsberichte als Entscheidungsgrundlage

Häufig fällt die Entscheidung für ein Lehrkrankenhaus aufgrund von Vorerfahrungen, die man im Rahmen von Famulaturen gesammelt hat. Im besten Falle haben Sie während Ihres Studiums bereits mehrere Krankenhäuser von innen kennengelernt. Lassen Sie daher Ihre Erlebnisse Revue passieren und stellen Sie sich die Frage, ob Sie sich anhand Ihrer Erfahrungen konkret für eines dieser Häuser entscheiden würden. Fragen Sie auch Ihre Kommilitonen und Studenten höherer Semester nach ihren Erfahrungen. Gute wie auch schlechte Erlebnisse sprechen sich zumeist ziemlich schnell herum und können eine wichtige Entscheidungshilfe geben.

Tipp: Wenn Sie sich noch nicht im PJ befinden: Nutzen Sie die Möglichkeit der Famulaturen, um sich einen Überblick über verschiedene Häuser zu verschaffen.

4. Recherchieren Sie im Internet

Insbesondere dann, wenn man das PJ dazu nutzen möchte den Wohnort zu wechseln, bietet das Internet Hilfen zur Wahl des richtigen Lehrkrankenhauses an. Die Internetplattform www.pj-ranking.de enthält über 14.000 Bewertungen und Erfahrungsberichte von PJ- Studierenden über Lehrkrankenhäuser im In- und Ausland. Darüber hinaus bieten Foren der Fachschaften die Möglichkeit mit PJ- Studierenden in Kontakt zu kommen.

5. Bezahlung nicht außer Acht lassen

Nicht zuletzt ist die Wahl der richtigen PJ- Stelle auch eine Frage der Bezahlung. Die nach aktueller ÄAppO maximal zulässige Aufwandsentschädigung beträgt derzeit 597€ (Stand: September 2014). Doch nicht alle Universitäten, inklusive der ihnen angeschlossenen Lehrkrankenhäuser, zahlen diesen Satz. Um sich finanzielle Vorteile zu verschaffen kann es daher sinnvoll sein, das PJ an einem Lehrkrankenhaus einer anderen Universität zu absolvieren. Informieren Sie sich ggf. auch über mögliche Zusatzleistungen der Häuser wie z.B. Unterbringung, kostenfreies Mittagessen und das Stellen der Dienstkleidung. Scheuen Sie sich diesbezüglich nicht, den PJ- Beauftragten der in Betracht kommenden Häuser zu kontaktieren. Kontaktinformationen finden sich meist auf den Websites der Lehrkrankenhäuser.

Tipp: Scheuen Sie nicht die persönliche Kontaktaufnahme zu den PJ- Beauftragten der in Frage kommenden Lehrkrankenhäuser.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *