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Umgang mit dem Tod: Die fünf Sterbephasen nach Kübler-Ross

Ob bereits im Pflegepraktikum, während der Famulatur, im PJ oder in der Assistenzzeit, irgendwann treffen alle Medizinstudierenden auf ihre ersten Patient*innen, die sterben werden. Der Umgang mit dem Tod gehört zu den unangenehmsten Seiten des ärztlichen Berufs, eine Vorbereitung auf ihn ist kaum möglich. Die von Elisabeth Kübler-Ross entwickelten Sterbephasen können helfen, das Verhalten sterbender Patient*innen besser zu verstehen und den Umgang mit ihnen zu erleichtern. Die einzelnen Phasen sind das Nicht-wahrhaben-wollen, die Wut, das Verhandeln, die Depression und die Akzeptanz. Weil das Thema Tod und Sterben so wichtig ist, gehört es bereits im Medizinstudium dazu, darüber zu sprechen.

Aktualisiert: Aug 11, 2022

Überblick

Das Modell der fünf Sterbephasen erschien erstmals 1969 in dem von der Schweizer Psychologin Elisabeth Kübler-Ross veröffentlichten Buch „On Death and Dying“ und ist bis heute für Medizinstudierende der erste Einstieg in die Thematik Tod und Sterben. In Deutschland erschien die Publikation 1971 unter dem Titel „Interviews mit Sterbenden“. Elisabeth Kübler-Ross beschrieb den sterbenden Menschen auf eine bis dato unbekannte Weise, der den Kontakt zwischen Ärzt*in und Patient*in in den letzten Zügen des Lebens bis heute erleichtern sollte.

Die fünf Sterbephasen nach Kübler-Ross:

  • Nicht-wahrhaben-wollen
  • Zorn
  • Verhandeln
  • Depression
  • Akzeptanz

Nach Elisabeth Kübler-Ross sind die Sterbephasen zwar nummeriert, der Verlauf während des Sterbens ist jedoch von Patient*in zu Patient*in unterschiedlich. Je nach Mensch können die Phasen kürzer oder länger sein, in einer anderen Reihenfolge verlaufen, einzelne Phasen auslassen, eine beziehungsweise mehrere wiederholt werden oder gleichzeitig ablaufen. Die Sterbephasen durchlaufen zudem nicht nur die sterbenden Patient*innen, sie sind zum Teil auch bei deren Angehörigen zu beobachten, weshalb die Vermittlung beider Parteien, die sich in unterschiedlichen Phasen befinden, durch Ärzt*innen vonnöten sein kann.

Phase 1: Nicht-wahrhaben-wollen

Auf die Nachricht über den bevorstehenden Tod reagieren viele Patient*innen zunächst mit Verdrängung als Folge des Schocks. Bis zur Akzeptanz des nahenden Endes ist es noch ein großer Schritt. Oftmals werden weitere Ärzt*innen aufgesucht, in der Hoffnung auf eine andere Diagnose. Im Umgang mit Patient*innen, die sich in dieser Phase befinden, sollten folgende Aspekte beachtet werden:

  • Zweifeln Sie nicht an Ihren Fähigkeiten. Das Einholen von Zweitmeinungen zeigt, dass die Patient*innen alles versuchen, um dem Tod zu entkommen.
  • Keine Unterstützung des verdrängenden Verhaltens der Betroffenen
  • Empathischer Umgang mit den Patient*innen
  • Verständliche Aufklärung der Patient*innen über ihre Situation
  • Unterstützung anbieten
Häufigste Todesursachen 2015

Häufigste Todesursachen in Deutschland 2015

Bild: “Häufigste Todesursachen 2015” von Statistisches Bundesamt.

Phase 2: Wut

Zorn, Wut oder Ärger sind Emotionen, die in der Verarbeitung einer infausten Prognose ganz natürlich sind. Patient*innen reagieren häufig auch mit Schuldzuweisungen. Das kann für behandelnde Ärzt*innen eine große Belastung darstellen.

  • Lassen Sie sich nicht provozieren. Verstehen sie das Verhalten der Patient*innen nicht als persönlichen Angriff.
  • Wiederholte und wahrheitsgemäße Aufklärungen, um bei Betroffenen das Verständnis für ihre Situation zu fördern.
  • Aufzeigen weiterer möglicher Behandlungsstrategien
  • Einschalten von Psycholog*innen und der Seelsorge

Phase 3: Verhandeln

Diese Phase verläuft, der Erfahrung von Kübler-Ross nach, in der Regel nur kurz und flüchtig ab:

  • Patient*innen verhandeln mit den Ärzt*innen.
  • Kooperatives Verhalten im Zuge der palliativen Therapie
  • Häufig vermehrte oder neue Zuwendung zur Religion

Das Eingreifen in das Verhalten der Patient*innen ist nicht notwendig, außer die Hoffnungen werden unrealistisch, dann müssen Betroffene erneut über ihre Situation aufgeklärt werden.

Phase 4: Depression

Die depressive Phase richtet sich in ihrer Trauer sowohl an die Vergangenheit als auch die Zukunft. Patient*innen trauern über verpasste Chancen und Gelegenheiten oder schöne Erlebnisse, aber auch über bevorstehende Ereignisse, die sie nicht mehr miterleben werden. Die Depression ist meistens der letzte Schritt bevor die Sterbenden ihren Tod akzeptieren, weshalb Behandlungen abgebrochen werden oder Patient*innen das Krankenhaus verlassen möchten, selbst wenn das ärztliche Personal noch nicht dazu rät. Für diese Phase ist Folgendes wichtig:

  • Signalisierung von Gesprächsbereitschaft
  • Beachtung des Informationsbedarfs des sterbenden Menschen und der Angehörigen, z. B. Patientenverfügung, Testament etc.
  • Zögern Sie selbst nicht, sich in der eigenen Trauerarbeit Unterstützung zu suchen, bspw. bei Kolleg*innen oder in einer Balint-Gruppe.

Phase 5: Akzeptanz

Haben Patient*innen ihren Tod akzeptiert, sollten alle unnötigen Maßnahmen eingeschränkt werden, da sich Sterbende in dieser Phase gerne zurückziehen, sowohl von Ärzt*innen als auch von Angehörigen. Letztere sind es dann eher, die auf Sie zukommen werden, weil Gesprächsbedarf besteht. Patient*innen wünschen sich in dieser Phase meistens nur noch Ruhe, weshalb Besuche und Gänge ins Zimmer von Ärzt*innen, Angehörigen und Pflegenden auf ein Minimum beschränkt werden sollten.

Jedes Sterben verläuft individuell

Medizinstudierende, die die ersten Male auf Sterbende treffen, setzen sich vielleicht das erste Mal in ihrem Leben mit dem Thema Tod und Sterben auseinander. Deshalb ist es wichtig, auch selbst das Gespräch zu suchen, um die eigenen Gefühle zu verarbeiten. Das Studium ist eine sehr gute Gelegenheit, um intensiv am Tod teilnehmen zu können, auch als Vorbereitung für das spätere Berufsleben. Patient*innen haben in diesem letzten Abschnitt des Lebens besonders empathische Ärzt*innen nötig, die aufmerksam und sensibel auf ihre Bedürfnisse eingehen können.

Nicht immer haben Medizinstudierenden die Chance, Patient*innen beim Sterben zu begleiten. Oftmals sind es nur ein oder zwei Phasen, die miterlebt werden können, bevor Betroffene auf die Onkologie, Palliativstation, ins Hospiz oder nach Hause gehen. Dennoch erfordert jede Phase eine individuelle Betrachtungsweise und viel Empathie.

Quellen

  1. Kübler-Ross: Interviews mit Sterbenden. Verlag Herder GmbH, Freiburg im Breisgau 2018 (Neuausgabe der erw. Ausgabe 2009) Deutsche Übersetzung: © 1971 Kreuz Verlag
  2. Gerhard, Christoph: Praxiswissen Palliativmedizin (2015). Thieme Verlag. DOI: 10.1055/b-0034-101630

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Yasmin Kardi ist zertifizierter Scrum Master, Product Owner und Agile Coach und berät neben ihrer Rolle als Product Owner Teams und das höhere Management zu den Themen agile Methoden, Design Thinking, OKR, Scrum, hybrides Projektmanagement und Change Management.. Zu ihrer Kernkompetenz gehört es u.a. internationale Projekte auszusteuern, die sich vor allem auf Produkt-, Business Model Innovation und dem Aufbau von Sales-Strategien fokussieren.

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Frank Eilers ist Keynote Speaker zu den Zukunftsthemen Digitale Transformation, Künstliche Intelligenz und die Zukunft der Arbeit. Er betreibt seit mehreren Jahren den Podcast „Arbeitsphilosophen“ und übersetzt komplexe Zukunftsthemen für ein breites Publikum. Als ehemaliger Stand-up Comedian bringt Eilers eine ordentliche Portion Humor und Lockerheit mit. 2017 wurde er für seine Arbeit mit dem Coaching Award ausgezeichnet.

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Sobair Barak hat einen Masterabschluss in Wirtschaftsingenieurwesen absolviert und hat sich anschließend an der Harvard Business School weitergebildet. Heute ist er in einer Management-Position tätig und hat bereits diverse berufliche Auszeichnungen erhalten. Es ist seine persönliche Mission, in seinen Kursen besonders praxisrelevantes Wissen zu vermitteln, welches im täglichen Arbeits- und Geschäftsalltag von Nutzen ist.

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Wolfgang A. Erharter ist Managementtrainer, Organisationsberater, Musiker und Buchautor. Er begleitet seit über 15 Jahren Unternehmen, Führungskräfte und Start-ups. Daneben hält er Vorträge auf Kongressen und Vorlesungen in MBA-Programmen. 2012 ist sein Buch „Kreativität gibt es nicht“ erschienen, in dem er mit gängigen Mythen aufräumt und seine „Logik des Schaffens“ darlegt. Seine Vorträge gestaltet er musikalisch mit seiner Geige.

Comenius-Award 2019

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Dr. Frank Stummer ist Gründer und CEO der Digital Forensics GmbH und seit vielen Jahren insbesondere im Bereich der forensischen Netzwerkverkehrsanalyse tätig. Er ist Mitgründer mehrerer Unternehmen im Hochtechnologiebereich, u.a. der ipoque GmbH und der Adyton Systems AG, die beide von einem Konzern akquiriert wurden, sowie der Rhebo GmbH, einem Unternehmen für IT-Sicherheit und Netzwerküberwachung im Bereich Industrie 4.0 und IoT. Zuvor arbeitete er als Unternehmensberater für internationale Großkonzerne. Frank Stummer studierte Betriebswirtschaft an der TU Bergakademie Freiberg und promovierte am Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung in Karlsruhe.

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Simon Veiser beschäftigt sich seit 2010 nicht nur theoretisch mit IT Service Management und ITIL, sondern auch als leidenschaftlicher Berater und Trainer. In unterschiedlichsten Projekten definierte, implementierte und optimierte er erfolgreiche IT Service Management Systeme. Dabei unterstützte er das organisatorische Change Management als zentralen Erfolgsfaktor in IT-Projekten. Simon Veiser ist ausgebildeter Trainer (CompTIA CTT+) und absolvierte die Zertifizierungen zum ITIL v3 Expert und ITIL 4 Managing Professional.

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Alexander Plath

Alexander Plath ist seit über 30 Jahren im Verkauf und Vertrieb aktiv und hat in dieser Zeit alle Stationen vom Verkäufer bis zum Direktor Vertrieb Ausland und Mediensprecher eines multinationalen Unternehmens durchlaufen. Seit mehr als 20 Jahren coacht er Führungskräfte und Verkäufer*innen und ist ein gefragter Trainer und Referent im In- und Ausland, der vor allem mit hoher Praxisnähe, Humor und Begeisterung überzeugt.

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