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Asthma bronchiale

Das Asthma bronchiale ist eine chronische entzündliche Atemwegserkrankung, die durch bronchiale Hyperreagibilität und eine obstruktive Ventilationsstörung gekennzeichnet ist. Es wird angenommen, dass die Krankheit aus dem komplexen Zusammenspiel von Wirts- und Umweltfaktoren, die die Krankheitsprädisposition erhöhen, entsteht, wobei eine chronische Entzündung zu den Symptomen und strukturelle Veränderungen der Atemwege führt. Die Patienten stellen sich typischerweise mit Giemen, exspiratorischem Stridor, Husten und Dyspnoe vor. Die Diagnose wird durch einen Lungenfunktionstest bestätigt, der eine reversible obstruktive Ventilationsstörung zeigt. Die Behandlung umfasst je nach Krankheitsschwere Bronchodilatatoren zur Therapie der Obstruktion und inhalative Kortikosteroide zur antiinflammatorischen Therapie. Für schweres therapierefraktäres Asthma gibt es auch spezifische Biologicals, die auf spezifische Entzündungsmediatoren wirken.

Aktualisiert: Aug 18, 2022

Definition und Epidemiologie

Definition

Asthma bronchiale ist eine chronisch-entzündliche Atemwegserkrankung:

  • Beteiligung vieler Zellen und Zellbestandteile (Mastzellen, Eosinophile, Neutrophile, T-Lymphozyten, Makrophagen und Epithelzellen)
  • Gekennzeichnet durch rezidivierende Episoden von Husten, Giemen, Atemnot und Engegefühl in der Brust
  • Assoziiert mit anfallsweise auftretender Atemwegsobstruktion, die oft reversibel ist (spontan oder unter Therapie)

Epidemiologie

  • Betrifft etwa 5 %-6 % der Erwachsenen und 4 %-5 % der Kinder und Jugendlichen in Deutschland
  • Häufigste chronische Erkrankung des Kindesalters
  • In der Kindheit sind Jungen häufiger betroffen als Mädchen. Im Erwachsenenalter ist es umgekehrt und Frauen sind häufiger betroffen als Männer.
  • Kindliches Asthma kann sich in 40 % der Fälle bis zum Erwachsenenalter zurückbilden.

Ätiologie

Prädisponierende Faktoren für Asthma

  • Patientenbezogene Risikofaktoren:
    • Genetische Veranlagung
      • Studien zeigen eine familiäre Häufung.
      • Die Beteiligung mehrerer Gene und Umweltfaktoren erschweren genetische Studien.
    • Atopie
      • Genetische Veranlagung zur Produktion von Immunglobulin E (IgE) Antikörpern bei Allergenexposition
      • Starker Risikofaktor für Asthma
    • Perinatale Faktoren (erhöhtes Asthmarisiko)
      • Frühgeburtlichkeit
      • Einschränkung der Lungenfunktion im Neugeborenen- oder frühen Kindesalter
    • Geschlecht
      • Asthma tritt vor der Pubertät häufiger bei Jungen auf.
      • Im Erwachsenenalter kehrt sich dieses Verhältnis um, sodass Frauen stärker betroffen sind
    • Übergewicht: ↑ Asthmarisiko
  • Mütterliche Faktoren
    • Reduziertes Asthmarisiko:
      • Steigendes mütterliches Geburtsalter (> 30 Jahre)
      • Stillen: ↓ Giemen in den ersten 2 Lebensjahren
    • Erhöhtes Asthmarisiko:
      • Ernährung der Mutter: wenig Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren
      • Schlecht kontrolliertes mütterliches Asthma
      • Rauchen der Mutter während der Schwangerschaft
  • Umweltfaktoren
    • Atemwegsinfektionen im frühen Kindesalter:
      • 40 % entwickeln später im Leben Asthma.
      • Häufig assoziiert mit RSV- oder Rhinovirusinfektionen
    • Luftverschmutzung: Wohnen in der Nähe einer Hauptverkehrsstraße und ↑ Belastung mit Stickstoffdioxid → ↑ Asthma
    • Rauchen (einschließlich Passivrauchen)
    • Berufliche Exposition (Rauchgase, Pestizide, industrielle Arbeitsstoffe)
    • Allergene (Pilze, Hausstaubmilben)
    • Frühe Exposition gegenüber Haustierallergenen:
      • Unterschiedliche Ergebnisse
      • Schützt durch Verringerung der Sensibilisierung gegenüber Haustierallergenen
      • Bei einigen entwickelt sich Asthma, möglicherweise beeinflusst durch andere Umwelteinflüsse (Tabakrauch, Umweltverschmutzung).

Mögliche Auslöser einer Exazerbation

Bei bestehendem Asthma können verschiedene Auslöser die Symptome verschlimmern. Dazu gehören die folgenden:

  • Umwelteinflüsse und Medikamente:
    • Allergene
    • Kalte Luft
    • Farben und Dämpfe
    • Reizgase
    • Luftverschmutzung
    • Medikamente (Betablocker und Acetylsalicylsäure)
  • Endokrinologische Faktoren:
    • Prämenstruelle Hormone
    • Thyreotoxikose
    • Hypothyreose
  • Tätigkeit und psychologische Faktoren:
    • Anstrengung
    • Hyperventilation
    • Betonen
  • Andere Auslöser:
    • Infektionen der oberen Atemwege
    • Gastroösophagealer Reflux

Pathophysiologie

Überwiegende Entzündungsreaktion

  • Anfängliche Exposition gegenüber Antigen:
    • Fördert die Differenzierung naiver T-Zellen zu Typ-2-T-Helfer-Zellen (TH2-Zellen)
  • Gefolgt von der Produktion von IgE-Antikörpern, die an Mastzellen und Basophile binden
  • Frühphase: inhalatives Antigen (präsentiert durch dendritische Zellen): IgE-vermittelte Mastzelldegranulation (Frühreaktion) → Freisetzung von Mediatorstoffen (Prostaglandin D₂, Histamin, Leukotriene) → Kontraktion der glatten Atemwegsmuskulatur → Endobronchiale Obstruktion
  • Spätphase: Rekrutierung von Entzündungszellen: TH2-Zellen → Produktion von Mediatorstoffen und Zytokinen
    • IL-5: ↑ Differenzierung von Eosinophilen (die in die Lunge wandern)
    • IL-3, IL-4 und Granulozyten-Makrophagen-Kolonie-stimulierender Faktor (GM-CSF) verlängern das Überleben von Eosinophilen.
    • IL-4 hilft auch bei der T-Zell-Differenzierung und IgE-Produktion.
    • IL-13 fördert die Schleimproduktion und das Remodeling der Atemwege.
    • Eosinophile erhöhen die Freisetzung von Entzündungsmediatoren.
  • Auswirkungen:
    • Zelluläre Reaktion → Bronchiale Entzündung
    • Kontraktion der glatten Atemwegsmuskulatur und Schleimhautödeme mit gesteigerter Schleimproduktion → Endobronchiale Obstruktion
    • Gesteigerte Histaminproduktion und Empfindlichkeit der Nervenfasern mit übertriebener Atemwegsverengung → Bronchiale Hyperreaktivität
    • Strukturelle Veränderungen (Hyperplasie und Hypertrophie der glatten Muskulatur, vermehrte extrazelluläre Matrix) beeinträchtigen die Reversibilität der Obstruktion → Remodeling der Atemwege

Anderer Mechanismus

  • Nicht-eosinophil
  • Keine TH2-Zellen involviert
  • Umweltfaktoren (Luftverschmutzung, Rauchen, Infektionen, Allergene) → provozieren TH1- und TH17-Zellantworten → neutrophile Entzündung und Hyperreaktivität der Atemwege
  • Neutrophile Entzündung:
    • Hohe Neutrophilenzahl im Sputum
    • Assoziiert mit schweren Asthma-Exazerbationen
    • Oft schwer zu behandeln und weniger Ansprechen auf Glukokortikoide

Heterogenität von Asthma

  • Einteilung des Asthma bronchiale nach Auslösern und Ätiologie:
    • Allergisches bzw. extrinsisches Asthma
      • Typischerweise Beginn in der Kindheit
      • Ausgelöst durch Umweltallergene
    • Nicht-allergisches bzw. intrinsisches Asthma
      • Beginn im Erwachsenenalter
      • Verschiedene Auslöser: Infektionen, körperliche Belastung, Medikamenten-induziert
  • Es wird angenommen, dass es weitere Phänotypen gibt, wobei die Einteilung auf dem zugrunde liegenden Pathomechanismus beruht.
    • TH2-vermittelte Entzündung: assoziiert mit Eosinophilie und Ansprechen auf Glukokortikoide
    • Nicht TH2-vermittelt: keine Eosinophilie, mit Neutrophilen im Sputum (oder normalen Eosinophilen und Neutrophilen) und keinem Ansprechen auf Glukokortikoide
  • Schlussfolgerung: Behandlungsmöglichkeiten sind verfügbar und werden auf der Grundlage der Pathophysiologie entwickelt.

Klinik

Symptome

  • Rezidivierenders Auftreten von exspiratorischem Stridor/Giemen
  • Dyspnoe: Engegefühl in der Brust
  • Husten:
    • Trocken oder produktiver Husten mit Auswurf
    • Verschlimmerung nachts und in den frühen Morgenstunden
  • Episodisch, kann spontan oder mit Behandlung abklingen
  • Symptome treten mit charakteristischen Auslösern (z. B. Allergene, kalte Luft) auf.

Klinische Zeichen

  • Asymptomatisch, wenn unter Kontrolle
  • Wenn symptomatisch:
    • Tachypnoe, Tachykardie
    • Exspiratorischer Stridor und Giemen
    • Verlängertes Exspirium

Klassifizierung des Asthma bronchiale nach Klinik unter Therapie

Tabelle: Asthmakontrolle bei Erwachsenen
Grad der Asthmakontrolle bei Erwachsenen Gut kontrolliert Teilweise kontrolliert Unkontrolliert
Symptomkriterien (Beurteilung der letzten 4 Wochen)
  • Auftreten von Symptomen > 2x/Woche
  • Asthma-bedingtes nächtliches Erwachen
  • Anwendung der Bedarfsmedikation > 2x/Woche
  • Einschränkung der Aktivität
Keine Kriterien erfüllt 1–2 erfüllt 3–4 erfüllt
Risikoeinschätzung für zukünftige Verschlechterung des Erkrankung
  • Hinweise auf Atemwegsobstruktionen in der Lungenfunktionsdiagnostik
  • Häufigkeit der Exazerbationen

Achtung: Für das 3. Kriterium existieren noch 2 Ausnahmen

  • Die Einnahme der Bedarfsmedikation bei sportlicher Aktivität zählt nicht.
  • Bei Patient*innen in der 2. Behandlungsstufe, die lediglich die Bedarfsmedikation aus inhalativem Corticosteroid + Formoterol nutzen, gilt das Kriterium als erfüllt, wenn die Bedarfsmedikation > 4x/Woche eingesetzt wird.

Diagnostik

Klinischer Befund

  • Rezidivierende Episoden von Atemwegsobstruktion oder bronchialer Hyperreaktivität sind vorhanden.
  • Die Atemwegsobstruktion ist zumindest teilweise reversibel.
  • Differenzialdiagnosen sind ausgeschlossen.

Lungenfunktionsuntersuchungen

  • Spirometrie:
    • Maximale Inspiration gefolgt von einer maximal forcierten Exspiration (mindestens 6 Sekunden)
    • Mittel:
      • FEV1 (Forciertes Exspirationsvolumen in einer Sekunde)
      • FVC (Forcierte Vitalkapazität oder das maximale Volumen, das bei maximal forcierter Anstrengung ausgeatmet wird)
    • ↓ FEV1 und FEV1/FVC-Verhältnis (Tiffeneau-Index) < 0,70 (weist auf eine Atemwegsobstruktion hin)
  • Bronchospasmolysetest:
    • Inhalative Applikation eines Bronchodilatators (z. B. Salbutamol), dann erneute Kontrolle der Spirometrie nach 15 Minuten
    • Erhöhung der FEV1 um > 12 % und > 200 ml (Reversibilität der Obstruktion durch Bronchodilatatoren)
  • Peak-Flow-Messung (PEF):
    • Maximale Einatmung, dann schnelle kräftige Ausatmung (< 2 Sekunden) in den Peak-Flow-Meter
    • Vergleich der Ergebnisse mit Normwerten (basierend auf Größe und Alter)
    • Auch als Messmethode für einen Bronchospasmolysetest möglich
    • Wird eher zur Überwachung als Patientenselbstmessung und kaum zur Diagnosestellung verwendet
  • Provokationstests:
    • Durch einen Reiz (pharmakologisch (z. B. Metacholin), Kaltluft oder körperliche Belastung) wird versucht, eine Bronchokonstriktion zu provozieren.
    • Je nach Test deutet ein Abfall der FEV1 um > 10 % bis > 20 % auf eine bronchiale Hyperreaktivität hin.

Fraktion des ausgeatmeten Stickstoffs (FeNO)

  • Stickstoffmonoxid gemessen in der Ausatemluft des Patienten
  • Zugrunde liegende Theorie: Bei eosinophile Atemwegsentzündung ↑ Menge der ausgeatmeten Stickoxid-Fraktion (Gegenstand aktueller Forschung)
  • ↑ FeNO:
    • Zeigt eine eosinophile Atemwegsentzündung an
    • Hinweis auf besseres Ansprechen auf inhalative Glukokortikoide
  • Einschränkungen:
    • Anwendung in der Primärdiagnostik Gegenstand aktueller Forschung, daher bisher keine Empfehlung in den Leitlinien
    • Asthma ist nicht immer auf eine eosinophile Atemwegsentzündung zurückzuführen.
    • Niedrige FeNO: bedingt kein Auslassen der Glukokortikoide in der Therapie (da es sogar bei leichtem Asthma Vorteile bietet)
    • Beeinflussung durch Rauchen, Atopie, Alter und Geschlecht

Röntgen Thorax

  • Ermöglicht Ausschluss andere Diagnosen (Pneumothorax oder Pneumonie bei akuter Exazerbation)
  • Unauffällig bei leichtem Asthma
  • Kann bei schwerem Asthma eine Überblähung zeigen (abgeflachtes Zwerchfell, verbreiterte Interkostalräume)
  • Indiziert bei Asthma mit atypischen Symptomen (Fieber, Knistern, Hypoxämie)

Andere Untersuchungsverfahren

  • Kein Laborparameter kann die Diagnose eines Asthma bronchiale bestätigen.
  • Großes Blutbild: kann Eosinophilie zeigen (Hinweis auf allergisches Asthma)
  • IgE-Spiegel:
    • möglicher Hinweis auf allergische Genese oder bei sehr hohen Werten auf andere Differenzialdiagnosen
    • Wenn eine Therapie mit Anti-IgE-Antikörpern in Betracht gezogen wird
  • Allergietests: können allergische Auslöser bestimmen und so eine Allergenvermeidung ermöglichen
  • Alpha-1-Antitrypsin: erkennt Alpha-1-Antitrypsin-Mangel als mögliche Differenzialdiagnose
  • Schweißtest:
    • Bei Kindern mit chronischen Atemwegssymptomen zum Ausschluss einer Mukoviszidose
  • Arterielle Blutgasanalyse:
    • Im schweren Asthmaanfall zur Beurteilung der respiratorischen Situation
    • Anfangsbefunde: Hypoxie, Hypokapnie (durch Hyperventilation), ↑ pH (respiratorische Alkalose)
    • Ateminsuffizienz: Hypoxie, Hyperkapnie, ↓ pH (respiratorische Azidose)
Asthma-Flowvolumen

Fluss-Volumen-Kurve (blaue Linie) bei obstruktiver Ventilationsstörung mit reduziertem Peak-Flow (ca. 4 l/s) und Lungenüberblähung (ca. 4 l Residualvolumen und > 8 L nach maximaler Inspiration). Zum Vergleich sind eine normale Kurve (grüne Linie) und eine Kurve bei restriktiver Ventilationsstörung (rote Linie) dargestellt.

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Therapie

Konservative Therapie

  • Patient*innenschulung:
    • Richtige Inhalationstechnik bei Verwendung des Asthmasprays
    • Festhalten des Asthma-Aktionsplans (Patient*innen-bezogene Therapie- und Notfallmaßnahmen)
    • Selbstmessung (Peak-Flow)
    • Atemschulung
  • Ziele:
    • Symptomkontrolle und Vermeidung auslösender Faktoren
    • Reduktion zukünftiger Risiken und Komplikationen
  • Rauchentwöhnung
  • Jährliche Grippeimpfung und Impfung gegen Pneumokokken

Pharmakologische und invasive Therapie

  • Reliever (symptomatische Therapie):
    • Kurzwirksame β2-Sympathomimetika (Englisches Akronym: SABA): bei akutem Asthmaanfall oder prophylaktisch bei Anstrengungsasthma, z.B. Salbutamol, Fenoterol
    • Lang wirksame β2-Sympathomimetika (Englisches Akronym: LABA): nur in Kombination mit inhalativen Kortikosteroiden; schneller Wirkeintritt bei Formoterol ermöglicht Verwendung bei akuten Symptomen, weiteres Beispiel ist Salmeterol
    • Langwirksame Anticholinergika (Englisches Akronym: LAMA): Bronchodilatator, als mögliches Kombinationspräparat bei therapieresistentem Asthma, z.B. Tiotropiumbromid
  • Controller:
    • Inhalative Kortikosteroide (ICS): die wirksamsten entzündungshemmenden Medikamente in der Asthmatherapie, z.B. Fluticason und Budesonid
    • Systemische Kortikosteroide:
      • befristete orale Steroidtherapie bei Exazerbation möglich
      • Große Bedeutung im Status asthmaticus
    • Leukotrien-Rezeptor-Antagonisten (LTRA), Montelukast:
      • Zweitbesten antiinflammatorischen Medikamente
  • Monoklonale Antikörper:
    • IgE-Antagonist: Omalizumab
    • IL-5-Antagonist: Mepolizumab, Reslizumab
    • IL-5-Rezeptor-Antagonist: Benralizumab
    • IL-4-Rezeptor-Antagonist: Dupilumab

Notfalltherapie des akuten Asthmaanfalls

  • Therapieziel: 93 % – 95 % Sauerstoffsättigung (Erwachsene)
  • Inhalative Therapie:
    • 2-4 Hübe SABA, ggf. nach 10-15 Minuten wiederholen
    • Ipratropiumbromid, wenn kein Ansprechen auf SABA
  • Intravenöse Medikamente:
    • Kortikosteroide:
      • Alternativ auch orale Gabe
      • Bei jedem Anfall indiziert
      • Dosierung abhängig vom Schweregrad
    • Magnesiumsulfat:
      • Bei Nichtansprechen auf initiale Therapie ggf. Gabe im Krankenhaus
  • Endotracheale Intubation und maschinelle Beatmung bei drohendem respiratorischen Versagen:
  • Nach Stabilisierung mit Abklingen der Symptome und verbesserter Peak-Flow-Messung Entlassung erwägen

Therapie-Leitlinien

Nationale Versorgungsleitlinie Asthma

  • Aktualisiert 2020
  • Einstufung erfolgt auf Grundlage der Krankheitsschwere und Grad der Asthmakontrolle unter Therapie
    • Bei teilweise kontrolliertem Asthma Beginn mit initialer Therapie in Stufe 2
    • Bei unkontrolliertem Asthma Beginn mit initialer Therapie in Stufe 3
    • Stufensteigerung bei schlechter Symptomkontrolle
    • Stufendeeskalation bei guter Symptomkontrolle über mindestens 3 Monate
  • Aufteilung in Bedarfstherapie und Dauertherapie:
    • Bedarfsmedikation: SABA oder Fixkombination Formoterol mit ICS
    • Dauermedikation:
      • Größter Stellenwert: ICS ab Stufe 2 und LABA ab Stufe 3
Tabelle: Stufentherapie des Asthma bronchiale
Stufenschema Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Stufe 4 Stufe 5
Dauermedikation Keine ICS niedrigdosiert
oder
keine
ICS niedrigdosiert + LABA
oder
ICS mitteldosiert
  • ICS mittel- bis hochdosiert + LABA
  • ggf. + LAMA
  • ICS Höchstdosis + LABA + LAMA
  • Erwägung durch erfahrene Pulmologen:
    • Anti-IgE
    • Anti-IL4R
    • Anti-IL5
    • Anti-IL5R
Alternative ICS niedrigdosiert LTRA ICS niedrigdosiert + LAMA
oder
+ LTRA
ICS mittel- bis hochdosiert + LABA + LTRA
oder
ICS mittel- bis hochdosiert + LAMA
Orale Corticosteroide
Bedarfsmedikation ICS + Formoterol (in Stufe 1 und 2 Off-Label) oder SABA
Quelle: Nationale Versorgungs-Leitlinie: Asthma. Langfassung. 4.Auflage. 2020 Version 1. AWMF-Register-Nr.: nvl-002

Differenzialdiagnosen

  • Obstruktion der oberen Atemwege durch Tumor oder Kehlkopfödem: Verursacht eher Stridor als Giemen. Die Fluss-Volumen-Kurve zeigt eine Limitation des Flusses sowohl in der Inspirations- als auch in der Exspirationsphase. Diagnosestellung erfolgt mittels Bronchoskopie.
  • Fremdkörperaspiration: Zeigt inspiratorischen oder exspiratorischen Stridor je nach Lokalisation. Röntgenthorax kann unauffällig sein oder eine einseitige Überblähung oder Atelektase zeigen. Die Bronchoskopie dient der Diagnose und Therapie (Fremdkörperentfernung).
  • Linksherzinsuffizienz: Lungenödem mit feuchten Rasselgeräuschen durch Rückwärtsversagen. Anamnese, körperliche Untersuchung mit Röntgen Thorax, Echokardiogramm und EKG helfen, eine Herzinsuffizienz zu diagnostizieren.
  • Stimmbanddysfunktion: Zeigt sich mit Stridor, Husten und Dyspnoe. Die Spirometrie würde eine abgeflachte inspiratorische Flusskurve zeigen, was auf eine extrathorakale Obstruktion hinweist. Zur Diagnose wird die Laryngoskopie empfohlen.
  • Eosinophile Granulomatose mit Polyangiitis: Kann sich durch Husten und Giemen äußern, ähnlich dem Asthma bronchiale, spricht jedoch nicht auf die übliche Asthmatherapie an. Zusätzlich zeigen sich Symptome einer peripheren Vaskulitis.
  • Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD): Manifestiert sich mit Atemnot, Husten und Giemen. Oft mit Rauchen assoziiert. Der Lungenfunktionstest zeigt eine obstruktive Ventilationsstörung, die allerdings keine Reversibilität zeigt. Bei Ausbildung eines Emphysems als Unterform zeigt sich zudem eine verringerte Diffusionskapazität der Lunge für Kohlenmonoxid (DLCO).

Quellen

  1. Barnes P.J. (2018). Asthma. Jameson J, & Fauci A.S., & Kasper D.L., & Hauser S.L., & Longo D.L., & Loscalzo J. (Eds.), Harrison’s Principles of Internal Medicine, 20e. McGraw-Hill. 
  2. Bell, M., Busse, W. (2015). The biology of asthma. Grippi, M., Elias, J., Fishman, J., Kotloff, R., Pack, A., Senior, R., Siegel, M. Fishman’s Pulmonary Diseases and disorders (5th Ed). McGraw-Hill.
  3. Carr, T., Zeki, A., Kraft, M. (2018). Eosinophilic and Noneosinophilic Asthma. Am J Respir Crit Care Med 197 (1): 22–37. https://www.atsjournals.org/doi/pdf/10.1164/rccm.201611-2232PP
  4. Esteban-Gorgojo, I., Antolin-Amerigo, D., Dominguez-Ortega, J., Quirce, S. (2018). Non-eosinophilic asthma: current perspectives. J Asthma Allergy. 11: 267–281. doi: 10.2147/JAA.S153097
  5. Fanta, C., Wood, R., Bochner, B., Hollingsworth, H., TePas, E. (Eds.). (2020). An overview of asthma management. UpToDate. Zugriff am 28. Oktober 2020, from https://www.uptodate.com/contents/an-overview-of-asthma-management
  6. Fanta, C., Barnes, P., Bochner, B., Hollingsworth H. (2020). Asthma in adolescents and adults: Evaluation and diagnosis. UpToDateZugriff am 7. September 2020, from https://www.uptodate.com/contents/asthma-in-adolescents-and-adults-evaluation-and-diagnosis
  7. Kuruvilla, M., Eun-Hyung Lee, F.,  Lee, G. (2019). Understanding asthma phenotypes, endotypes and mechanisms of disease. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6411459/
  8. National Asthma Education and Prevention Program: Expert Panel Report III: Guidelines for the diagnosis and management of asthma. Bethesda, MD. National Heart, Lung, and Blood Institute, 2007. (NIH publication no. 08-4051). www.nhlbi.nih.gov/guidelines/asthma/asthgdln.htm
  9. Global Initiative for Asthma. Global Strategy for Asthma Management and Prevention. (2020). Zugriff am 28. Oktober 2020 from www.ginasthma.org
  10. Morris, M., Pearson, D., Mosenifar, Z. (Ed.). (2019) Asthma. MedscapeZugriff am 6. September 2020, from https://emedicine.medscape.com/article/296301-overview
  11. Sinyor, B., Perez, L. (2020) Pathophysiology of Asthma. StatPearls. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK551579
  12. Sze, E., Bhalla, A., Nair, P. (2019). Mechanisms and therapeutic strategies for Non-T2 asthma. European Journal of Allergy and Clinical Immunology. https://doi.org/10.1111/all.13985
  13. Programm für Nationale Versorgungsleitlinien (2020) “Nationale Versorgungsleitlinie Asthma” https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/nvl-002.html (Zugriff am 29.03.2022)
  14. Herold, G. (2021). Innere Medizin. (S. 359-371)

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Yasmin Kardi

Yasmin Kardi ist zertifizierter Scrum Master, Product Owner und Agile Coach und berät neben ihrer Rolle als Product Owner Teams und das höhere Management zu den Themen agile Methoden, Design Thinking, OKR, Scrum, hybrides Projektmanagement und Change Management.. Zu ihrer Kernkompetenz gehört es u.a. internationale Projekte auszusteuern, die sich vor allem auf Produkt-, Business Model Innovation und dem Aufbau von Sales-Strategien fokussieren.

Frank Eilers

Frank Eilers ist Keynote Speaker zu den Zukunftsthemen Digitale Transformation, Künstliche Intelligenz und die Zukunft der Arbeit. Er betreibt seit mehreren Jahren den Podcast „Arbeitsphilosophen“ und übersetzt komplexe Zukunftsthemen für ein breites Publikum. Als ehemaliger Stand-up Comedian bringt Eilers eine ordentliche Portion Humor und Lockerheit mit. 2017 wurde er für seine Arbeit mit dem Coaching Award ausgezeichnet.

Sobair Barak

Sobair Barak hat einen Masterabschluss in Wirtschaftsingenieurwesen absolviert und hat sich anschließend an der Harvard Business School weitergebildet. Heute ist er in einer Management-Position tätig und hat bereits diverse berufliche Auszeichnungen erhalten. Es ist seine persönliche Mission, in seinen Kursen besonders praxisrelevantes Wissen zu vermitteln, welches im täglichen Arbeits- und Geschäftsalltag von Nutzen ist.

Wolfgang A. Erharter

Wolfgang A. Erharter ist Managementtrainer, Organisationsberater, Musiker und Buchautor. Er begleitet seit über 15 Jahren Unternehmen, Führungskräfte und Start-ups. Daneben hält er Vorträge auf Kongressen und Vorlesungen in MBA-Programmen. 2012 ist sein Buch „Kreativität gibt es nicht“ erschienen, in dem er mit gängigen Mythen aufräumt und seine „Logik des Schaffens“ darlegt. Seine Vorträge gestaltet er musikalisch mit seiner Geige.

Comenius-Award 2019

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Dr. Frank Stummer

Dr. Frank Stummer ist Gründer und CEO der Digital Forensics GmbH und seit vielen Jahren insbesondere im Bereich der forensischen Netzwerkverkehrsanalyse tätig. Er ist Mitgründer mehrerer Unternehmen im Hochtechnologiebereich, u.a. der ipoque GmbH und der Adyton Systems AG, die beide von einem Konzern akquiriert wurden, sowie der Rhebo GmbH, einem Unternehmen für IT-Sicherheit und Netzwerküberwachung im Bereich Industrie 4.0 und IoT. Zuvor arbeitete er als Unternehmensberater für internationale Großkonzerne. Frank Stummer studierte Betriebswirtschaft an der TU Bergakademie Freiberg und promovierte am Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung in Karlsruhe.

Simon Veiser

Simon Veiser beschäftigt sich seit 2010 nicht nur theoretisch mit IT Service Management und ITIL, sondern auch als leidenschaftlicher Berater und Trainer. In unterschiedlichsten Projekten definierte, implementierte und optimierte er erfolgreiche IT Service Management Systeme. Dabei unterstützte er das organisatorische Change Management als zentralen Erfolgsfaktor in IT-Projekten. Simon Veiser ist ausgebildeter Trainer (CompTIA CTT+) und absolvierte die Zertifizierungen zum ITIL v3 Expert und ITIL 4 Managing Professional.

B2B Award 2022

Für herausragende Kundenzufriedenheit wurde Lecturio von der Deutschen Gesellschaft für Verbraucherstudien (DtGV) mit dem deutschen B2B-Award 2022 ausgezeichnet.
In der Rubrik Kundenservice deutscher Online-Kurs-Plattformen belegt Lecturio zum zweiten Mal in Folge den 1. Platz.

B2B Award 2020/2021

Die Deutsche Gesellschaft für Verbraucherstudien (DtGV) hat Lecturio zum Branchen-Champion unter den deutschen Online-Kurs-Plattformen gekürt. Beim Kundenservice belegt Lecturio den 1. Platz, bei der Kundenzufriedenheit den 2. Platz.

Comenius-Award 2022

In der Kategorie “Lehr- und Lernmanagementsysteme” erhielt die Lecturio Learning Cloud die Comenius-EduMedia-Medaille. Verliehen wird der Preis von der Gesellschaft für Pädagogik, Information und Medien für pädagogisch, inhaltlich und gestalterisch herausragende Bildungsmedien.

IELA-Award 2022

Die International E-Learning Association, eine Gesellschaft für E-Learning Professionals und Begeisterte, verlieh der Lecturio Learning Cloud die Gold-Auszeichnung in der Kategorie “Learning Delivery Platform”.

Alexander Plath

Alexander Plath ist seit über 30 Jahren im Verkauf und Vertrieb aktiv und hat in dieser Zeit alle Stationen vom Verkäufer bis zum Direktor Vertrieb Ausland und Mediensprecher eines multinationalen Unternehmens durchlaufen. Seit mehr als 20 Jahren coacht er Führungskräfte und Verkäufer*innen und ist ein gefragter Trainer und Referent im In- und Ausland, der vor allem mit hoher Praxisnähe, Humor und Begeisterung überzeugt.

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