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Neurologische Untersuchung

Die neurologische Untersuchung im Rahmen der körperlichen Untersuchung umfasst eine systematische Bewertung der Systeme Kognition, Motorik, Sensibilität und Koordination, um Pathologien des Nervensystems zu identifizieren. Eine neurologische Untersuchung ermöglicht die Lokalisierung neurologischer Läsionen und ist entscheidend, um die Differenzialdiagnose einzugrenzen und sich auf nachfolgende Labor- und bildgebende Untersuchungen zu konzentrieren. Die Prüfung sollte den mentalen Zustand, die Sprache, die Hirnnerven, das motorische System, die Reflexe, die Sensibilität, das Gleichgewicht und die Koordination des Probanden beurteilen.

Aktualisiert: Apr 18, 2023

Mentaler Status und Sprache

Die Untersuchung des mentalen Status bedeutet die Beurteilung der aktuellen geistigen Leistungsfähigkeit einer Person auf der Grundlage folgender Faktoren:

  • Gesamteindruck:
    • Alter
    • Geschlecht bzw. Gender
    • Ethnizität:
      • Annahmen, die lediglich auf der Hautfarbe basieren, kritisch hinterfragen
      • Bewusstsein kultureller Unterschiede
    • Körperbau
    • Haltung
    • Blickkontakt
    • Kleidung/Pflege
    • Wachsamkeit/Aufmerksamkeit gegenüber der untersuchenden Person
    • Körperliche Merkmale/Auffälligkeiten
    • Emotionaler Ausdruck
  • Orientierung zu:
    • Person
    • Ort
    • Zeit
    • Situation
  • Aufmerksamkeit und Konzentration:
    • Fähigkeit, ein Wort rückwärts und vorwärts zu buchstabieren
    • Fähigkeit, in 7er Schritten zu zählen
  • Räumliche Wahrnehmung: Fähigkeit, ein Haus oder das Zifferblatt einer Uhr innerhalb einer bestimmten Zeit zu zeichnen
  • Allgemeine Motorik:
    • Verlangsamung
    • Unruhe
    • Abnormale Bewegungen
    • Gangart
    • Katatonie
  • Sprache:
    • Redefluss
    • Rhythmus
    • Lautstärke
    • Artikulation
    • Spontaneität
  • Affekt:
    • Stabilität
    • Umfang
    • Angemessenheit
    • Intensität
    • Stimmung
  • Denkprozess (formales Denken):
    • Assoziationen
    • Kohärenz
    • Logischer Zusammenhang
    • Ausdauer
    • Neologismus
    • Blockierung
  • Denkinhalt:
    • Suizidgedanken
    • Mordgedanken
    • Depressives Denken
    • Obsessionen
    • Grübeln
    • Phobien
    • Bezugsideen
    • Paranoide Vorstellungen
    • Magische Vorstellungen
    • Wahnvorstellungen
    • Überbewertete Vorstellungen
  • Gedächtnis:
    • Fähigkeit, sich nach 2 und 5 Minuten an drei einfache Objekte zu erinnern
    • Kann eine zuverlässige Anamnese liefern
  • Abstraktionsvermögen: Fähigkeit, ein übergeordnetes Thema zu erkennen, welches 3–4 Objekte verbindet
  • Wahrnehmung:
    • Halluzinationen
    • Illusionen
    • Depersonalisation
    • Derealisation
    • Déjà-vu
    • Jamais-vu
  • Intelligenz:
    • Durchschnitt versus überdurchschnittlich/unterdurchschnittlich
    • Bildungs- und Berufserfolge
  • Krankheitseinsicht: Bewusstsein für die Erkrankung und ihre Auswirkungen
  • Urteilsvermögen: Fähigkeit, ein hypothetisches Problem mithilfe guten Urteilvermögens zufriedenstellend zu lösen

Hirnnerven

Ein grundlegendes Verständnis der zugrunde liegenden Neuroanatomie von Kopf und Hals ist erforderlich, bevor die Komponenten der Untersuchung der Hirnnerven erörtert werden.

Tabelle: Untersuchung der Hirnnerven
Hirnnerv Untersuchungstechnik
N. olfactorius (I)
  • Prüfung des Geruchssinns mit nicht reizenden Substanzen und vertrauten Düften
  • Üblicherweise wird ein in Alkohol getränkter Tupfer verwendet.
N. opticus (II)
  • Visus (Sehschärfe): Bewertung mithilfe von Sehtafeln
  • Gesichtsfeld: Prüfung durch Fingerperimetrie
  • Pupillenreflex: Nacheinander in beide Augen der Person leuchten und Pupillenverengung beobachten
    • Normalbefund: direkte und indirekte Lichtreaktion beidseits prompt (Verengung beider Pupillen)
    • Auffälliger Befund: Anisokorie (Pupillen vor oder nach Lichtreaktion nicht gleich weit)
  • Fundoskopie
    • Normalbefund: Papille vital, randscharf, zentraler Gefäßabgang
    • Auffällige Befunde: vergrößerte Papillenexkavation (Glaukom), Papillenödem (erhöhter Hirndruck), Optikusneuritis (Infektion, Multiple Sklerose)
N. oculomotorius (III), N. trochlearis (IV) und N. abducens (VI)
  • Verantwortlich für Augenbewegungen und Konvergenzreaktion
  • Augenbewegung: wird getestet, indem die Person aufgefordert wird, dem Finger des Untersuchers zu folgen (Blickfolgeversuch)
  • Konvergenzreaktion:
    • Fixierung eines weiter entfernten Objekts und dann eines Objekts in der Nähe
    • Die normale Reaktion ist eine Verengung der Pupille beim Blick von entfernten zu nahen Objekten und eine Erweiterung der Pupille beim Blick von nahen zu entfernten Objekten.
N. trigeminus (V)
  • Verantwortlich für die Gesichtssensibilität: Test durch leichte Berührung der verschiedenen Gesichtsbereiche (Stirn (V1), Wangen (V2), Kiefer (V3)) und Vergleich beider Seiten
  • Innerviert das vordere ⅔ der Zunge mit allgemeinen Empfindungen (z. B. Schmerzen und Temperatur)
  • Innerviert die Kaumuskeln: Testen von Kraft und Symmetrie, indem die Person aufgefordert wird, den Kiefer zusammenzupressen
  • Reflexe:
    • Masseterreflex:
      • Reflexhammer auf das Kinn klopfen, während der Mund der Person leicht geöffnet ist
      • Normalbefund: Kieferschluss
    • Kornealreflex:
      • Hornhaut leicht mit einem Tupfer berühren
      • Normalbefund: Schließen des Augenlids (Blinzeln)
      • Cave: Sehr unangenehm, daher eher bei bewusstlosen Personen angewandt
  • Bei Verletzungen des Trigeminusnervs weicht der Kiefer zur betroffenen Seite ab.
N. facialis (VII)
  • Innerviert die mimische Muskulatur
  • Aufforderung, bestimmte Bewegungen auszuführen (z. B. Stirnrunzeln, Zusammenkneifen der Augen, Aufblasen der Wangen, Lächeln und Pfeifen)
  • Innerviert das vordere ⅔ der Zunge hinsichtlich des Geschmacks (süß, salzig und sauer)
N. vestibulocochlearis (VIII)
  • Getestet durch Aneinanderreiben der Finger in der Nähe des Ohrs
  • Weber- und Rinne-Test (unterscheidet Schallempfindungsstörung von Schallleitungsstörung)
N. glossopharyngeus (IX) und N. vagus (X)
  • Getestet durch Inspektion der Uvula:
    • Normalbefund: zentrale Stellung
    • Auffällig: weicht zu einer Seite ab
  • Verantwortlich für den Würgereflex:
    • Getestet durch leichtes Berühren des Zäpfchens mit einem Zungenspatel
    • Cave: sehr unangenehm, daher eher bei bewusstlosen Patienten geprüft
  • N. IX innerviert das hintere ⅓ der Zunge mit allgemeiner und spezieller Sensibilität.
  • Heiserkeit oder ein gestörter Hustenreflex weisen auf eine Schädigung des N. X hin.
N. accessorius (XI)
  • Innerviert den M. trapezius: Schultern gegen Widerstand anheben
  • Innerviert den M. sternocleidomastoideus: Kopf gegen Widerstand drehen
N. hypoglossus (XII)
  • Innerviert die Zungenmuskulatur: Getestet, indem die Person von innen gegen die Wange drückt, während die untersuchende Person die Kraft von außen einschätzt
  • Bei einer N. XII-Läsion weicht die Zunge in Richtung erkrankte Seite ab.

Motorik

Die Untersuchung des motorischen Systems umfasst Folgendes:

  • Inspektion
  • Passive Bewegung (Muskeltonus)
  • Aktive Bewegung (Muskelkraft)

Inspektion

  • Gangbild
  • Grobe Bewegungen und Koordination
  • Abnormale Bewegungen (z. B. Tics, Tremor, Chorea, Myoklonus, Hemiballismus)
  • Abnormale Haltung
  • Atrophie/Hypertrophie
  • Kontrakturen
  • Tremor
  • Faszikulationen:
    • Zeichen einer Schädigung des 2. Motoneurons
    • Spontane Kontraktionen, die eine kleine Zahl von Muskelfasern betreffen
    • Meist in Zungenmuskeln zu sehen

Passive Beweglichkeit: Muskeltonus

  • Untersuchung, indem die Gliedmaßen und einzelne Muskeln des Probanden „durchbewegt“ werden
  • Auffälligkeiten des Muskeltonus:
    • Atonie: kein Tonus, schlaff, kein Widerstand gegen passive Bewegung
    • Hypotonie: geringer Tonus, fokale oder generalisierte Schwäche
    • Hypertonie: hoher Tonus, Widerstand bei passiver Bewegung
    • Kontraktur: fester Widerstand bei passiver Bewegung
    • Taschenmesserphänomen: Muskeltonus nimmt mit Geschwindigkeit der Bewegung zu (z. B. spastische Lähmung)
    • Zahnradphänomen: Muskeltonus nimmt, unabhängig von der Geschwindigkeit, bei Bewegung ruckartig zu und ab (z. B. M. Parkinson)

Aktive Bewegung: Muskelkraft

  • Untersuchung, indem die Person gebeten wird, ihre Extremitäten gegen Widerstand zu bewegen
  • Die Muskelkraft wird auf einer Skala von 0 bis 5 basierend auf der Qualität der Reaktion bewertet (Kraftgrade nach Janda):
    • 0/5: keine Muskelaktivierung (Plegie)
    • 1/5: geringfügige Muskelaktivierung ohne Initiation einer Bewegung
    • 2/5: Aktive Bewegung unter Ausschaltung der Schwerkraft (z. B. auf Unterlage)
    • 3/5: Aktive Bewegung gegen die Schwerkraft
    • 4/5: Aktive Bewegung gegen einen geringen Widerstand des Untersuchers
    • 5/5: Aktive Bewegung gegen den vollen Widerstand des Untersuchers

Reflexe

Reflexprüfung und -grade

  • Bei gesunden Personen führt das schnelle Anschlagen einer Muskelsehne mit einem Reflexhammer zu einer sofortigen Muskelkontraktion.
  • Die Muskelkontraktion ist auf einen 2-Neuronen-Reflexbogen zurückzuführen, der das Rückenmark und/oder Hirnstammsegment umfasst und den Muskel bzw. die Muskeln innerviert.
  • Die Reflexprüfung ist daher ein Test der Funktion dieser zwei Neuronen und des/der innervierten Muskel(s).
  • Die Reflexprüfung kann helfen, Läsionen des ersten Motoneurons von Läsionen der zweiten Motoneurons zu unterscheiden.
  • Reflexe werden auf einer Skala von 0 bis 4 basierend auf dem Ausmaß der Reaktion bewertet:
    • 0: kein Reflex
    • 1: Hyporeflexie
    • 2: niedrig- normaler Reflex
    • 3: hoch-normaler Reflex
    • 4: Hyperreflexie
  • Reflexe (0–1) können auf Folgendes zurückzuführen sein:
    • Läsionen des peripheren Nervs (zweites Motoneuron)
    • Metabolisch-endokrine Ursachen (z. B. Hypothyreose)
    • Normalbefund bei fortgeschrittenem Alter
  • Gesteigerte Reflexe (4) können folgende Ursachen haben:
    • ZNS-Läsionen (erstes Motoneuron)
    • Metabolisch-endokrine Ursachen (z. B. Hyperthyreose)
  • Allgemeine Hinweise zum Auslösen von Reflexen:
    • Vorahnungen oder Erwartungshaltungen der Proband*innen können zu irreführenden Reflexbefunden führen.
    • Ggf. mit dem Jendrassik-Manöver ablenken oder Gruppe der geprüften Muskeln entspannen lassen, um eine zuverlässigere Reaktion zu erhalten
Ablenkung des Patienten mit dem Jendrassik-Manöver

Die Ablenkung der Versuchsperson mit dem Jendrassik-Manöver kann zu zuverlässigeren Reflextests führen.

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Klinisch relevante Reflexe der oberen Extremität

  • Bizepssehnenreflex (BSR):
    • Nervenwurzel: C5–C6
    • Daumen auf die Bizepssehne legen und auf Daumen klopfen
    • Beugung am Ellenbogen beobachten bzw. Anspannen der Sehne fühlen
  • Brachioradialisreflex (BRR):
    • Nervenwurzel: C5–C6
    • Auf die Brachioradialis-Sehne am distalen Ende des Radius bei einem etwas gebeugten Handgelenk klopfen
    • Extension im Handgelenk beobachten
  • Trizepssehnenreflex (TSR):
    • Nervenwurzel: C7–C8
    • Trizepssehne unterhalb des Trizepsmuskelkomplexes in der Fossa olecrani anklopfen, während sich der Ellenbogen in einer gebeugten Stellung befindet
    • Extension im Ellenbogengelenk beobachten

Klinisch relevante Reflexe der unteren Extremität

  • Patellarsehnenreflex (PSR):
    • Nervenwurzel: L2–L4
    • Patellarsehne unterhalb der Patella beklopfen, während sich das Knie in einer gebeugten Haltung befindet
    • Extension im Kniegelenk beobachten
  • Achillessehnenreflex (ASR):
    • Nervenwurzel: S1–S2
    • Achillessehne unterhalb des Gastrocnemius/Soleus-Muskelkomplexes anschlagen, während das Sprunggelenk von der untersuchenden Person in leichter Dorsalflexion gestützt wird
    • Plantarflexion im Sprunggelenk beobachten

Zentrale oder periphere Parese

Während der motorischen Untersuchung der Proband*innen können aufgrund von Auffälligkeiten in folgenden Bereichen Anzeichen von Läsionen des ersten oder zweiten Motoneurons sichtbar werden:

  • Muskeltonus
  • Muskelkraft
  • Reflexe
  • Faszikulationen
Tabelle: Zentrale oder periphere Parese
Zentrale Parese Periphere Parese
Ort der Läsion 1. Motoneuron: Gehirn, Rückenmark 2. Motoneuron: Vorderhorn im Rückenmark, Nervenwurzel oder peripherer Nerv
Muskelkraft Schwach (Parese)
Muskeltonus Erhöht (spastisch) Herabgesetzt (schlaff)
Faszikulationen Nein Ja
Reflexe Gesteigert Abgeschwächt

Sensibilität

Tabelle: Modalitäten der Sensibilität und ihre Untersuchung
Modalität der Sensibilität Weiterleitung Untersuchung Auffällige Befunde
Berührung Hinterstrangbahn im Rückenmark Haut der Person an verschiedenen Stellen berühren (und immer mit der Gegenseite vergleichen)
  • Parästhesie: abnorme Empfindung (Kribbeln, Stechen, Taubheitsgefühl) ohne erkennbare Ursache
  • Dysästhesie: unangenehmes Gefühl durch periphere Nervenschädigung
  • Allodynie: schmerzhaftes Gefühl nach einer normalerweise nicht schmerzhaften Stimulation
  • Hypästhesie: verminderte Berührungsempfindlichkeit
Vibration Stimmgabel wird auf Knochenvorsprünge aufgesetzt Ein vermindertes Vibrationsempfinden weist auf eine Schädigung des peripheren Nerven hin.
Propriozeption (Tiefensensibilität) Stellung des großen Zehs im Raum identifizieren, während Bewegung nach oben und unten Eine auffällige Propriozeption weist auf eine Schädigung des peripheren Nerven hin.
Schmerzen und Temperatur Vorderseitenstrang (Tractus spinothalamicus) im Rückenmark
  • Scharfen Gegenstand verwenden, um einen Schmerzreiz zu setzen
  • VObjekte mit unterschiedlicher Temperatur verwenden, um die Temperaturwahrnehmung zu testen (z. B. warme Hand, Desinfektionsspray)
Eine auffällige Schmerz- oder Temperaturwahrnehmung weist auf eine Schädigung des peripheren Nerven hin.
Stereognosie Zerebraler Kortex Mit geschlossenen Augen einen vertrauten Gegenstand identifizieren Unfähigkeit, ein bekanntes Objekt zu identifizieren
Graphästhesie Mit dem Finger ein bekanntes Symbol auf die Handfläche der Person zeichnen, während die Augen geschlossen sind Unfähigkeit, das Symbol zu erkennen
Taktile Auslöschung Auf jeder Körperseite getrennt und dann beidseitig einen Berührungsreiz setzen und die Wahrnehmung vergleichen Asymmetrie der Wahrnehmung oder Unfähigkeit, Reize auf einer Körperseite wahrzunehmen

Koordination

Das Kleinhirn ist wesentlich an der Koordination von Bewegungen beteiligt. Eine Untersuchung der Koordination sollte bei allen Patient*innen durchgeführt werden, die Anzeichen oder Symptome einer Kleinhirnpathologie aufweisen, einschließlich:

  • Schwindel
  • Gleichgewichtsverlust
  • Schlechte Koordination von Bewegungen
  • Gang- oder Extremitätenataxie
  • Tremor
  • Pyramidenbahnzeichen
  • Myoklonus

Es gibt viele Ursachen für eine Dysfunktion des Kleinhirns, darunter:

  • Schlaganfall
  • Raumforderungen
  • Multiple Sklerose
  • Friedreich-Ataxie

Bestandteile der Untersuchung

Die Untersuchung der Koordination umfasst Folgendes:

Koordination allgemein:

  • Finger-Nase-Versuch
  • Knie-Hacke-Versuch
  • Diadochokinese (schnelle wechselnde Bewegungen)

Gangbild:

  • Person geht ein paar Schritte vor und zurück
  • Romberg-Test durchführen, um zwischen sensibler und zerebellärer Ataxie zu unterscheiden:
    • Person steht mit den Füßen zusammen, hebt die Arme und schließt die Augen
    • Positiver Romberg-Test: Die Person beginnt nach dem Schließen der Augen zu schwanken, was auf eine sensorische Ataxie hindeutet.
    • Negativer Romberg-Test: Das Schließen der Augen des Probanden führt nicht zu einem verstärkten Schwanken.
    • Unkontrollierbares Schwanken, selbst wenn die Augen geöffnet sind, weist auf eine Dysfunktion der peripheren Empfindung und/oder eine schlechte Übertragung peripherer Reize über die Hinterstrangbahn hin.
    • Kleinhirnläsionen manifestieren sich nicht immer im Romberg-Test; es sei denn, eine Störung des Gleichgewichts wird von außen erreicht (z. B. kann die Person das Gleichgewicht nicht halten, wenn sie sanft aus dem Gleichgewicht gebracht wird).
Untersuchung auf Gangataxie

Der Test auf eine Gangataxie wird oft durchgeführt, indem man die Person einfach durch den Raum gehen lässt.

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Gangstörungen

Viele Kleinhirnsyndrome können sich über Störungen des Gangbilds bemerkbar machen.

Tabelle: Klinisch relevante Gang- und Standstörungen
Gangbild Beschreibung Weitere Befunde Ursachen
Zerebellär-ataktisch
  • Gangataxie
  • Stolpern
  • Breitbasig
  • Dysdiadochokinesie
  • Dysmetrie
  • Nystagmus
  • Romberg positiv nur, wenn externe Stimulation eingeführt wird
  • Kleinhirndegeneration
  • Schlaganfall
  • Alkoholintoxikation
  • Vitamin B12-Mangel
Sensibel-ataktisch
  • Breitbasig
  • Hoher Schritt
  • Romberg positiv
  • Reflexabschwächung
  • Beeinträchtigte Tiefensensibilität
Schäden peripherer Nerven oder des Rückenmarks (Hinterstrang, Hinterhorn)
Vestibulär Unsicher mit Fallneigung zu einer Seite
  • Übelkeit, Schwindel
  • Sensibilität intakt
  • Reflexe intakt
  • Neuritis vestibularis
  • Morbus Menière
Parkinsonoid
  • Kurze Schritte
  • Schlurfen
  • Schmalbasig
  • Bradykinesie
  • Ruhetremor
  • Haltungsinstabilität
  • Verringerter Armschwung
Parkinson-Syndrom
Steppergang Füße fallen beim Gehen Distale sensible Störung und Schwäche Motoneuropathie
„Watschelgang“, „Entengang“ Das Becken kippt zur gesunden Seite hin ab (ggf. Trendelenburg-Zeichen). Parese von M. gluteus medius und -minimus Läsion des N. gluteus superior
Spastisch Langsame, steife und mühsame Bewegungen Überkreuzen der Beine („Scherengang“)
  • Läsionen des 1. Motoneurons
  • Zerebrale Parese

Klinische Relevanz

Folgenden Erkrankungen können im Rahmen der neurologischen Untersuchung auffällig werden:

  • Glaukom: Gruppe von Augenerkrankungen, die durch erhöhten Augeninnendruck gekennzeichnet sind und zu einer Optikusneuropathie führen. Das Glaukom ist eine fortschreitende Erkrankung, die zum Verlust von Axonen der Ganglienzellen der Netzhaut führt. Das Glaukom manifestiert sich zunächst als Gesichtsfeldverlust und kann unbehandelt schließlich zu einer irreversiblen Erblindung führen.
  • Multiple Sklerose (Enzephalitis disseminata): chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung des ZNS, die vor allem jüngere Frauen* betrifft. Aufgrund ihrer vielfältigen Symptome ist die Multiple Sklerose als Erkrankung mit vielen Erscheinungsformen bekannt. Bei der Untersuchung können mehrere neurologische Auffälligkeiten vorhanden sein, die im Laufe der Zeit an Schwere und Ort zunehmen oder abnehmen können.
  • Morbus Parkinson: fortschreitende neurodegenerative Erkrankung mit verschiedenen klinischen Merkmalen, die neben der motorischen Symptomatik auch neuropsychiatrische und andere nichtmotorische Manifestationen umfassen. Häufige neurologische Symptome können ein abnormaler Gang, ein Zahnradphänomen und Sprachschwierigkeiten sein.

Quellen

  1. Gelb, D. (2021). The detailed neurologic examination in adults. https://www.uptodate.com/contents/the-detailed-neurologi-examination-in-adults (Zugriff am 18.11.2021)
  2. Mendez, M. (2021). The mental status examination in adults. https://www.uptodate.com/contents/the-mental-status-examination-in-adults (Zugriff am 18.11.2021)
  3. Shahrokhi M, Asuncion, RM.D. (2021). Neurologic Exam. In: StatPearls. Treasure Island (FL): StatPearls Publishing. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK557589/ (Zugriff am 18.11.2021)
  4. Ooman, K. (2021). Neurological History and Physical Examination. https://emedicine.medscape.com/article/1147993-overview (Zugriff am 18.11.2021)
  5. Kermer P., Rohkamm R. (Hrsg.) (2020). Die neurologische Untersuchung.

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Simon Veiser beschäftigt sich seit 2010 nicht nur theoretisch mit IT Service Management und ITIL, sondern auch als leidenschaftlicher Berater und Trainer. In unterschiedlichsten Projekten definierte, implementierte und optimierte er erfolgreiche IT Service Management Systeme. Dabei unterstützte er das organisatorische Change Management als zentralen Erfolgsfaktor in IT-Projekten. Simon Veiser ist ausgebildeter Trainer (CompTIA CTT+) und absolvierte die Zertifizierungen zum ITIL v3 Expert und ITIL 4 Managing Professional.

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