Deutschland wird immer älter – das ist keine neue Erkenntnis. Dieser Umstand hat viele Auswirkungen, nicht zuletzt auf den Dienstleistungssektor. Es verwundert also nicht, wenn für die Betreuung von älteren Menschen zunehmend Arbeitskräfte gebraucht und gesucht werden. Aber bedeutet dies auch zwangsläufig rosige Zeiten für Altenpfleger? Wir zeigen Ihnen, was die Zukunft für den Altenpfleger bringt. Dazu erläutern wir Berufschancen und  Verdienstmöglichkeiten.
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Bild: “ burn’s night at a retirement home” von k4dordy. Lizenz: CC BY 2.0


Ein relativ junger Berufszweig

Der Beruf des Altenpflegers ist erstaunlich jung und erst vor wenigen Jahrzehnten aus der klassischen Krankenpflege hervorgegangen. Zuvor war Altenpflege in erster Linie eine Familienangelegenheit und wurde abseits der Familie oft nur aus Mildtätigkeit ausgeübt.

Erst Ende der 1960er Jahre begann die Entwicklung eines entsprechenden Berufsstandes. In der Folgezeit entwickelten sich Berufsbild und die Ausbildung stetig weiter, wobei qualifikatorische Inhalte wie auch die Ausbildungsdauer zunahmen.

Letztere ist allerdings erst seit den späten 1990er Jahren dreijährig, so wie man es von vielen anderen Ausbildungsberufen kennt. Ein weiteres Indiz für die zunehmende Bedeutung, die diesem Beruf zukommt. Durch das Inkrafttreten des Altenpflegegesetzes ist die Ausbildung zum Altenpfleger seit 2003 bundeseinheitlich geregelt.

Examinierte Altenpfleger sind begehrt – aktuell und in Zukunft

Laut Bundesagentur für Arbeit sind aktuell 10.000 Stellen unbesetzt. Auf 100 gemeldete Stellen kommen lediglich 42 ausgebildete Altenpfleger. Eine Situation, die sich aller Voraussicht nach noch verschärfen wird!

Mehrere Studien attestieren sowohl einen akuten als auch zukünftigen Fachkräftemangel in der Altenpflege. Das IW Köln zählt den Beruf des Altenpflegers in seiner „Engpassanalyse 2013“ zu den 10 am meisten von Nachwuchs-Engpässen betroffenen Berufen. Die Bertelsmann-Stiftung und das BMWi prognostizieren darüber hinaus eine enorme Versorgungslücke in der Zukunft. Grund hierfür ist vor allem ein anzunehmender Anstieg der Pflegebedürftigen um 50% bis 2030 – bei 500.000 fehlenden Vollzeit-Fachkräften!

Wie wird man Altenpfleger und wer eignet sich dafür?

Ein examinierter Altenpfleger muss eine mehrjährige Ausbildung in Theorie und Praxis absolvieren. In Vollzeit dauert die Ausbildung 3 Jahre, in Teilzeit 5 Jahre. Verkürzungen sind auf verschiedene Arten möglich. Als Zugangsvoraussetzung benötigt man die mittlere Reife oder eine vergleichbare Vorbildung. Schüler, die diese Bedingungen nicht erfüllen, können unter Umständen die Zulassung durch Zusatzqualifikationen erlangen.

Die Anforderungen an einen Altenpfleger sind hoch und vielfältig. Man sollte sich im Vorfeld eingehende Gedanken machen, ob man den besonderen körperlichen, psychologischen und sozialen Erfordernissen gerecht wird. Im Gegenzug wird man mit einem herausfordernden, abwechslungsreichen und durchaus sehr erfüllenden Berufsfeld belohnt. Direkter und näher am Menschen wird man kaum helfen und wirken können. Hier lassen sich hervorragend Einfühlungsvermögen, Ausdauer und Hingabe entfalten!

Die große Nachfrage macht die Ausbildung nicht nur für Schulabsolventen interessant, sondern auch für ältere Quereinsteiger. Der Beruf des Altenpflegers wird zum überwiegenden Teil von Frauen ausgeübt, denn mehr als 80% der Absolventen sind weiblich.

Eine Ausbildung mit Anspruch und vielen Möglichkeiten

Mit Absolvieren der Ausbildung ist der altenpflegerischen Qualifikation bei weitem kein Ende gesetzt. Neben Fortbildungen, die unter anderem den Altenpfleger auf der Höhe des aktuellen medizinischen Wissens halten soll, gibt es zahlreiche Chancen der Weiterbildung. Letztere ermöglichen es vornehmlich sich beruflich weiterzuentwickeln und Aufstiegschancen wahrzunehmen. Gerade in Anbetracht der nicht zu unterschätzenden körperlichen Belastung können Zusatzqualifikationen im Laufe des Berufslebens für sinnvolle physische Entlastung und Ausgleich sorgen.

Sollten die Ambitionen nach der Ausbildung größer sein, bieten sich weiterführende Studien an: Das sind neben dem Abschluss als Fachwirt im Sozial- und Gesundheitswesen auch Studiengänge im Pflegemanagement, in der Pflegepädagogik oder derPflegewissenschaft.

Gute Berufschancen, gute Verdienstmöglichkeiten?

Obwohl Altenpfleger rar und begehrt sind, spiegelt sich das nicht unbedingt in den Verdienstmöglichkeiten wider. Das hängt nicht unwesentlich damit zusammen, wie viel eine Gesellschaft bereit ist, in die Pflege alter Menschen zu investieren. Die Bedeutung dieses Pflegezweiges wird sich also in der Zukunft weiter erweisen müssen.

Das Einkommen lässt sich nicht einheitlich angeben. Grundsätzlich besteht ein Unterschied, ob ein Altenpfleger bei einem öffentlichen oder privaten Träger beschäftigt ist. Öffentliche Träger bezahlen nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD) und in der Regel deutlich mehr als private Träger. Dennoch gibt es einige private Einrichtungen, die ihre Vergütungen an den TVöD anlehnen oder eigene Tarifverträge abschließen. Es ist nicht auszuschließen, dass einzelne Arbeitnehmer mit Courage und Verhandlungsgeschick durch die hohe Nachfrage nach Altenpflegern durchaus gute Arbeitsbedingungen und Vergütungen erwirken können.

Als TVöD-Beschäftigter kann man mit ca. 1.800 € brutto als Berufsanfänger und ungefähr 2.600 € brutto mit 15 Jahren Berufserfahrung rechnen. Nach einer Umfrage unter Bewerbern im Jahre 2013 lag das Gehalt im Bundesdurchschnitt zwischen 1.900 und 2.300 € brutto. Faktoren, die neben der Berufserfahrung das Einkommen bestimmen, sind etwaige Weiterbildungen und natürlich auch die besetzte Position. Komplexere Anforderungen und eine höhere Verantwortung wirken sich positiv auf die Vergütung aus. Beachten Sie, dass es in dem Beruf ein deutliches West-Ostgefälle gibt. Im Westen Deutschlands lassen sich in der Regel höhere Gehälter erzielen als im Osten.

Die Vergütung eines Auszubildenden lässt sich nach TVöD mit ca. 900 bis 1.100 € brutto angeben. Auch hier weichen die Zahlen bei privaten Trägern entweder kaum oder deutlich ab, können zum Teil sogar individuell verhandelt werden.



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