Die forensische Traumatologie ist aufgrund ihrer klinischen Relevanz oft Gegenstand des Staatsexamens. Besonders gerne werden hier Eigennamen anhand von Fallbeispielen abgefragt. Dieser Beitrag dient als ausführlicher Überblick über die verschiedenen Verletzungsmuster stumpfer und scharfer Gewalt, so dass Sie nach dem Lesen eine Großzahl der Fragen problemlos beantworten werden können.
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image of a Concussion because of brain injury

Bild: „Concussion Anatomy“ von Max Andrews. Lizenz: CC BY-SA 3.0


Stumpfe Gewalt

Definition: stumpfe Gewalt

Stumpfe Gewalt ist definiert als die ein- oder mehrfache Einwirkung eines Gegenstandes ohne scharfe Kanten oder geschliffene Flächen auf den Körper. Dabei unterscheidet man zwischen direkter Gewalt, bei der der Ort der Gewalteinwirkung auch der Ort der Verletzung ist und indirekter Gewalt, bei der Ort der Gewalteinwirkung und Ort der Verletzung nicht übereinstimmen. Zu letzterem gehört zum Beispiel Dezelerationstraumen, exemplarisch der Einriss der Aorta durch negative Beschleunigung (abruptes Bremsen).

Bei profilierten Werkzeugen erlaubt das Verletzungsbild oft einen Rückschluss auf die Tatwaffe und den Mechanismus der Einwirkung (zum Beispiel Fleischer-Hammer). Hierzu gehören auch Bissverletzungen, bei denen Kronenabdrücke und Zahnfehlstellung eine Identifizierung des Täters ermöglichen.

Verletzungen der Haut und Weichteile

Abschürfungen

Bei oberflächlichen Abschürfungen findet man lediglich Epithelabschilferungen ohne oder nur mit punktförmigen Blutungen. Die Hornschicht wird dabei in Schürfrichtung zusammengeschoben. Am Ende der Schürfung findet sich die sogenannte Epithelmoräne (Schiffsbugphänomen).

Postmortale Abschürfungen erkennt man an gelb-braunen Vertrocknungen, wohin gegen beim Lebenden durch Serumaustritt eine Verschorfung entsteht. Exkoriationen reichen bis ins Stratum corium und bluten teils kräftig. Bei Ablederungen (lateinisch: Avulsion) findet man eine Ablösung des gesamten Koriums, wie bei der Skalpierung.

Decollement

Hier handelt es sich um eine Abscherung der Cutis und Subcutis ohne Eröffnung der Haut. Es entsteht eine Tasche, in die es massiv einblutet. Diese Art von Verletzungen ist typisch für Unfälle, bei denen Fußgänger überfahren werden.

Intracutane Einblutung

Diese geformten Hauteinblutungen werden Sugillationen genannt. Sie sind nicht wegdrückbar und lassen oft einen Rückschluss auf das Tatwerkzeug zu. Man unterscheidet zwischen dem Positiv-Abdruck zum Beispiel in Form einer Schuhsohle und dem Negativ-Abdruck, den man bei Stockhieben findet. Hier entsteht eine typische Doppelkontur.

Hämatome

Hämatome sind Blutunterlaufungen der Haut, bei denen sich ebenso Positiv und Negativabdrücke finden. Die Farbe lässt dabei eine Einschätzung des Verletzungsalters zu: graublau-frisch, blauviolett- wenige Tage, grünlich- frühestens nach 4-5Tagen, gelblich- nach ca. 8 Tagen.

Quetsch-Risswunden

Diese Hautwunden finden sich häufig am Kopf, da der Schädelknochen als Widerlager dient und entstehen durch Druck-, Zug- oder Scherkräfte. Charakteristisch sind unregelmäßig gezackte Wundränder, Schürfungssäume um die Wunde und Gewebsbrücken (Blutgefäße, Nerven) in der Tiefe. In der Umgebung finden sich häufig Blutunterlaufungen. Wichtig ist hier die Suche nach Fremdkörpern, wie Glas- oder Lacksplittern. Differentialdiagnostisch kommen Schnittwunden in Betracht.

Quetsch-Risswunde Schnittwunde
Wundrand unregelmäßig, geschürft, gequetscht glatt, keilförmig, klaffend
Wundgrund Gewebsbrücken, unterblutet, Fremdkörper profuse Blutung
Image of stitches

Bild: „Mit vier Stichen genähte Wunde“ von Carten Niehaus. Lizenz: CC BY-SA 1.0

Wichtig ist zu erwähnen, dass die Ausprägung des Verletzungsmuster auch immer abhängig von der Kleidung, dem Alter des Betroffenen (bei älteren Menschen oft empfindliche Papierhaut) und der Blutungsneigung (Gerinnungsstörungen, Einnahme von Antikoagulantia) ist.

Für Kopfverletzungen findet die Hutkrempenregel Anwendung. Diese besagt, dass Hieb und Schlagverletzungen meist oberhalb der gedachten Hutkrempenlinie zu finden sind, Sturzverletzungen hingehen unterhalb. Nicht anwendbar ist diese Regel bei Treppenstürzen.

Verletzungen innerer Organe

Unterschieden werden die Verletzungen aufsteigend anhand der zugrundeliegenden Gewaltintensität in:

  • Commotio: Eine Erschütterung oder leichte Prellung ohne Folgeschäden.
  • Contusio: Kontusion oder schwerere Prellung mit eventuellen Folgeschäden.
  • Compressio: Quetschung, die häufig mit Substanzschädigungen oder Einblutungen verbunden ist. Oft ist ein bleibender Schaden zu erwarten.
  • Ruptur: Eine Zusammenhangstrennung mit Blutungen und dadurch bedingten Ischämien (Beispielsweise Milzruptur –  oder auch Berstung gefüllter Hohlorgane wie Herz und Harnblase). Es finden sich immer bleibende Folgen oder zumindest Narbenbildung.
Abbildung einer Milzruptur

Bild: „Zweiseitige traumatische Milzruptur Grad 3–4“ von Thomas Zimmermann. Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE

Verletzungen der Knochen

Die Lokalisation und Form von Knochenfrakturen lässt häufig einen Rückschluss auf die Art und Intensität der Gewalteinwirkung zu. Durch Knochensplitter kann es zu offenen Durchspießungsfrakturen kommen.

An Röhrenknochen unterscheidet man den direkten und indirekten Biegungsbruch. Beim indirekten Biegungsbruch wirkt die Kraft an den Enden des Knochens, so dass der Knochenschaft bricht. Zum Teil entsteht ein keilförmiges Bruchstück, wobei sich die Basis des Keils auf der gewaltfernen Seite befindet.

Der Spiralbruch entsteht durch indirekte drehende Überlastung der Längsachse. Bei direkten Biegungsbrüchen entsteht häufig der so genannte Messerer-Keil, dessen Basis sich auf der gewaltnahen Seite findet. Dieser Bruch ist typisch für Frakturen bei vom Auto angefahrenen Fußgängern.

Schädelbrüche lassen sich ebenfalls in Biegungs- und Berstungsbrüche einteilen. Biegungsbrüche entstehen direkt durch eine lokalisierte, geformte Gewalteinwirkung. Zu ihnen gehören:

  • Loch- oder Stanzbruch: Es handelt sich um eine Impressionsfraktur durch die senkrechte Einwirkung eines maximal 4x4cm großen Gegenstandes z.B. durch den Schlag mit einem Hammer.
  • Terrassenbruch: Er entsteht bei schräger Einwirkung des Werkzeuges durch Verkantung.

Berstungsbrüche hingegen entstehen durch die indirekte, fortgeleitete Gewalteinwirkung. Es kommt zu Verformungen des Schädels und großflächige Kompressionen mit Frakturierung durch Zugkraft. Diese Brüche findet man hauptsächlich an der Schädelbasis. Querdruck erzeugt hierbei Querbrüche und Längsdruck Längsbrüche.

Sogenannte Schanierbrüche (Querbruch der Schädelbasis) findet man beim Tritt gegen den am Boden fixierten Kopf, dem so genannten Randsteinbeissen (auch unter dem englischen Begriff Curb stomping bekannt).

Der Globusbruch ist eine Sonderform aus Biegungs- und Berstungsbruch. Er entsteht durch großflächige Werkzeuge oder Aufschlagflächen, mit zirkulären und radiär gerichteten Bruchlinien in Form eines Spinnennetzes z.B. durch das Schlagen mit einem Stein.

Bei Einstauchungen der Wirbelsäule in das Schädelinnere entstehen Schädelbasisringbrüche. Sie sind ein typischer Hinweis auf einen Sprung aus großer Höhe, anstatt eines Absturzes oder Hinabwerfens, da zum Unfallmechanismus ein Aufkommen auf die Füße vorliegen muss.

Die Puppesche Regel (oder auch Puppe Regel) ist zur Einschätzung der zeitlichen Aufeinanderfolge von Schädelverletzungen essentiell. Sie besagt, dass Bruchlinien einer zweiten Verletzung im 90° Winkel an den Bruchlinien einer ersten Gewalteinwirkung enden. Dies ist zum Beispiel bei Schlag auf den Kopf und anschließendem Sturz mit Aufschlagen auf den Boden wichtig.

Klinische Zeichen einer Schädelfraktur sind Monokel- oder Brillenhämatome, Blutungen oder Liquorausfluss aus dem Gehörgang.

 

Verletzungen des Gehirns

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Bild: „Concussion Anatomy“ von Max Andrews. Lizenz: CC BY-SA 3.0

Commotio cerebri (Gehirnerschütterung, SHT I°) ist eine passagere, voll reversible Hirnfunktionsstörung. Klinische Symptome sind Bewusstlosigkeit, Kopfschmerz, Schwindel, Übelkeit und retrograde Amnesie. Es ist kein Hirnsubstanzdefekt nachweisbar.

Contusio cerebri (Hirnprellung, SHT II°): Rindenprellungsherde an der Seite der Gewalteinwirkung bezeichnet man als Coup, an der gegenüberliegenden Seite als Contrecoup. Dabei ist der Contrecoup durch Sogeffekt oder Druckwellenüberlagerung meist ausgedehnter als der Coup. Morphologisch sind Prellungsherde, Blutungen und Ödeme zu finden. Nach Resorption entsteht ein Plaque jaune als Spätfolge.

Compressio cerebri (zentrale Hirnverletzung, SHT III°) kann primär traumatisch oder als terminale Folge des Hirndrucks entstehen. Durch Flüssigkeitseinlagerung schwillt das Gehirn an. Es besteht die Gefahr der Einklemmung im Hinterhauptsloch (malignes Hirnödem) mit zentralem Tod.

Reflektorisches Todesgeschehen – Reflextod

Definition: Reflextod

Stumpf-mechanische Gewalteinwirkung, die zwar unmittelbar, aber nicht direkt tödlich wirkt. Das verletzte Organ, als reflektogene Zone bezeichnet,  ist also nicht identisch mit dem Zielorgan, sondern der Reiz wird über den Hirnstamm auf das Zielorgan, meist das Herz-Kreislauf-System, umgeschaltet.

Karotissinus Reflex: Der Sinus carotis ist eine kleine Auftreibung der Arteria carotis interna unmittelbar nach der Gabelung der Arteria carotis communis. Hier finden sich Barorezeptoren, die den Blutdruck durch eine Verlangsamung der Herzfrequenz regulieren. Bei exogenem Druck auf den Karotissinus, durch Handkantenschlag gegen eine oder beide Halsseiten oder Auftreffen mit dem Hals bei Sturz oder Verkehrsunfall, kommt es zu anhaltender Bradykardie mit Kreislaufkollaps. Typische Befunde sind traumatische Veränderung am Sinus carotis, wie Einblutungen oder Einriss der Innenhaut und sonst eher geringfügig ausgeprägte Zeichen vitaler Reaktion.

Plexus-solaris Reflex: Der Plexus solaris ist ein Teil des vegetativen Nervensystems ventral der Aorta, rund um den Abgang der Arteria mesenterica superior. Auch hier kommt es bei Reizung des Plexus zur reflektorischen Drosselung der Herz- und Kreislaufaktivität mit eventuellem Todeseintritt. Dies passiert zum Beispiel beim Magenhaken oder Aufschlag mit dem Bauch auf die harte Wasseroberfläche.

Scharfe Gewalt

Definition: scharfe Gewalt

Scharfe Gewalt ist definiert als die mechanische Einwirkung scharfer, halbscharfer oder spitzer Gegenstände, wie zum Beispiel Messer, Beil, Schere oder Glasscherben. Etwa 1/3 der Tötungsdelikte in Deutschland werden mittels scharfer Gewalt verübt. Zum Tod führt meistens eine Verletzung von Gefäßen, vor allem in der Region des Halses und der Schlüsselbeine.

Verschiedene Verletzungen

Stichverletzungen sind Folge einer Gewebedurchtrennung mittels spitz zulaufendem Werkzeug, das überwiegend senkrecht zur Körperoberfläche geführt wird und einen in die Tiefe reichenden Stichkanal erzeugt, sodass die Wunde tiefer als breit ist. Durch die Dehnbarkeit der Haut, kann die Wunde in Tiefe und Breite größer sein, als das Werkzeug. Manchmal findet man beim Eindrücken des Weichgewebes einen Abdruck des Hefts.

Es finden sich glatte Ränder mit spitz zulaufenden Wundwinkeln. Dreht sich das Opfer beim Herausziehen des Tatwerkzeugs oder der Täter das Werkzeug, so entsteht eine Schwalbenschwanzform, welche Hinweise zur Tatrekonstruktion liefern.

schnittverletzung an tag 9

Bild: „Schnittverletzung Tag 9“ von Rosmarie Voegtli. Lizenz: CC BY 2.0

Schnittverletzungen erzeugen längs verlaufende scharfe Gewebedurchtrennungen bei überwiegend parallel oder tangential zur Körperoberfläche geführtem Werkzeug. Die Wundränder sind glatt und die Wundwinkel spitz, jedoch ist die Wunde insgesamt breiter als tief. Bei Schnitten entlang der Spaltbarkeitslinien der Haut entstehen klaffende Wunden.

Hiebverletzungen entstehen als Folge einer Schlagverletzung mit einem schweren Werkzeug, das zumindest eine schneidende Seite besitzt, zum Beispiel Äxte und Macheten. Es handelt sich um eine Kombination aus Schnitt und Quetschung mit Hämatomen, Schürfungen und teilweise mit Gewebsbrücken. Hier können auch tiefergelegene Strukturen wie Knochen verletzt sein.

Pfählungsverletzungen sind perforierende Verletzungen durch einen stumpfen, länglichen Gegenstand. An den Wundrändern findet man oft Quetschungen und Schürfungen.

Zerstückelungen sind eine Sonderform, bei der es zur Zerteilung des Körpers durch Hochrasanztraumata kommt. Als Beispiele sind  Verkehrsunfälle, Überfahren vom Zug oder Unfälle mit einer Schiffsschraube zu nennen.

Bei der Bewertung von Stich und Schnittverletzungen muss auch immer die Möglichkeit einer Selbstbeibringung zur Vortäuschung einer Straftat bzw. Suizid in Erwägung gezogen werden.

Selbstbeibringung / Suizid Fremdbeibringung / Homizid
Einzelstiche, oder dicht beieinander multiple Stiche
Herzregion verschiedene Stich- /Schnittregionen
geringe Stich- /Schnitttiefe tiefer, gebrochener Stichkanal, nicht selbst erreichbar, am Rücken
entblößte Haut Kleidung durchtrennt
Probierwunde, parallele Probierschnitte Abwehrverletzungen, unterschiedliche Schnittrichtung
vertikale Blutabrinnspuren unruhige Blutstraßen, nach hinten

Besonderheit Halsschnittverletzung

Suizid Homizid
Lokalisation seitlich Mittellinie
Schnittverlauf zur Schnitthand absteigend horizontal, zirkulär
Zauderverletzungen vorhanden keine
Begleitverletzungen gut erreichbar, empfindliche Stellen ausgespart, gruppiert, parallel, konstante Intensität überall, auch am Rücken, regellose Anordnung, wechselnde Intensität
Probierschnitte kontralaterale Halsseite, Ellenbeuge, Handgelenk keine
Abwehrverletzungen keine Hände, Unterarme
Blutablaufstraßen regelmäßig, senkrecht unregelmäßig
Bekleidung unversehrt eventuell beschädigt

Auch zur Vertuschung einer Tötung oder Vortäuschung eines Suizids können an einer Leiche Schnittwunden zu finden sein. Fehlende Blutungen sind hier hinweisgebend auf ein postmortales Geschehen.

Bei scharfer Gewalt sind zudem oft Abwehrverletzungen im Bereich der oberen Extremitäten zu finden. Beim Greifen in die Klinge entstehen fischmaulartig auseinanderklaffende Schnittverletzungen an den Fingern.

Forensische Aspekte

Bei scharfer Gewalt handelt es sich um gefährliche Körperverletzung nach §224 StGB mit höherer Strafandrohung als bei stumpfer Gewalt.

Zur Rekonstruktion des Tathergangs ist oft auch ein Einschätzen der Handlungsfähigkeit des Opfers nötig. Unter Handlungsfähigkeit versteht man sowohl die Fähigkeit zu schwierigen, zielgerichteten Handlungen als auch instinktive Abwehr und Reflexe.

Handlungsunfähigkeit durch sofortigen Todeseintritt liegt bei Enthirnung, Ruptur der Aorta und Arteria pulmonalis, der Karotis beidseits und größeren (>3,5cm) Eröffnungen des Herzens vor. Bei kleineren Stichwunden des Herzens oder Ruptur peripherer Arterien sind oft minuten- bis stundenlang noch Handlungen möglich. Perforierende Bauchhöhlenverletzungen erlauben zumeist noch eine sehr lange Handlungsfähigkeit, da nur im Einzelfall ein Peritonealschock entsteht und das Opfer eher langsam verblutet.

Merke: Bei der Handlungsfähigkeit handelt es sich nicht um die Überlebenszeit.

Das Todesursachenspektrum bei scharfer Gewalt umfasst Verbluten nach Außen oder Innen, Luftembolie, Blut- und Fremdkörperaspiration, Herzbeuteltamponade, Pneumothorax und Spätfolgen wie Infektionen.

Diagnoseweisend beim todesursächlichen Verbluten sind reduzierte Totenflecken, Blässe innerer Organe, subendokardiale Blutungen (so genannte Entblutungsblutungen), entspeicherte Milz oder Schockzeichnung der Niere (blasse Rinde, hyperämische Markkegel).

Beliebte Prüfungsfragen zur forensischen Traumatologie

Die Antworten befinden sich unter den Quellenangaben.

1. Was trifft auf die so genannte Schwalbenschwanzform bei Stichverletzungen zu?

  1. Ist ein sicheres Indiz für eine selbstbeigebrachte Verletzung.
  2. Entsteht nur durch ein Tatwerkzeug mit doppelschneidiger Klinge, wie einem Dolch.
  3. Ist ein Hinweis auf eine postmortal beigebrachte Stichverletzung.
  4. Entsteht durch Drehen der Klinge im Stichkanal.
  5. Entsteht typischerweise bei Angriffen mit Ninjasternen.

2. Was trifft nicht auf den Messerer-Keil bei Knochenbrüchen durch stumpfe Gewalt zu?

  1. Ursächlich für die Entstehung ist ein direkter Biegungsbruch.
  2. Die Basis befindet sich auf der gewaltnahen Seite.
  3. Wird ein Fußgänger vom PKW verfolgt und angefahren, so findet sich der Messerer-Keil typischerweise im hinteren Teil der Tibia.
  4. Ist typisch für portmortales Überfahren zur Vertuschung einer Straftat.
  5. Hat strafrechtliche Relevanz, da sich ableiten lässt, welches das Standbein war.

3.  Was besagt die Hutkrempenregel?

  1. Dass sich die Totenstarre von einer gedachten Hutkrempe abwärts auflöst.
  2. Dass sich Verletzungen durch Schläge eher oberhalb und Verletzungen durch Stürze eher unterhalb einer gedachten Hutkrempenlinie finden.
  3. Dass sich Verletzungen durch Kindesmisshandlung fast immer oberhalb einer gedachten Hutkrempenlinie befinden.
  4. Dass Frakturen des Schädels im 90° Winkel an zuvor beigebrachten Schädelfrakturen enden.
  5. Dass sich bei Ertrinkungstod oft eine Dreischichtung des Mageninhaltes findet. In der Mitte die Hutkrempe darunter die feste und darüber die schaumige Phase.

Quellen

R.Penning: Rechtsmedizin Systematisch, gebundene Ausgabe, 2006

R.Dettmeyer, H. Schütz: Rechtsmedizin, Springer- Verlag, 2014

Skript zur stumpfen Gewalt der Rechtsmedizin, Universität Düsseldorf

Skript zur stumpfen Gewalt der Rechtsmedizin, Uniklinik Ulm

Skript zur stumpfen Gewalt der Rechtsmedizin, Universität Heidelberg

Skript zur stumpfen Gewalt der Rechtsmedizin, Universiät Homburg

Skript zur scharfen Gewalt der Rechtsmedizin, Universität Heidelberg

Skript zur scharfen Gewalt der Rechtsmedizin, Universität Rostock

Skript zur Vorlesung Rechtsmedizin, Uni Leipzig, Stand 2011

Prof. Dr. T. Sigrist Rechtsmedizin Skriptum Teil 1, 13. überarbeitete Version 2010

W.Keil, Basics: Rechtsmedizin, Urban und Fischer 2009

Lösungen der Fragen: 1D, 2D, 3B



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