Die Spezialisierung auf ein medizinisches Fachgebiet und die entsprechende Weiterbildung ist in Deutschland Voraussetzung, um den Beruf des Arztes ausüben zu können. Wir möchten hier die wichtigsten Fakten zum Thema Facharztausbildung zusammenstellen, sodass junge Mediziner schnell einen Überblick über ihre mögliche berufliche Zukunft erhalten.
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Warum überhaupt spezialisieren?

In Deutschland muss sich jeder Mediziner spezialisieren, der den Beruf des Arztes ausüben möchte. Nur so kann die Berechtigung erlangt werden, sich als Vertragsarzt niederzulassen oder in einer medizinischen Einrichtung zu arbeiten. Wer sich gegen die Facharztausbildung entscheidet, bleibt ein Arzt in Ausbildung. Natürlich gibt es auch ab des Praktizierens einige Möglichkeiten, in der Medizin tätig zu sein, doch für die direkte Behandlung von Patienten beziehungsweise Krankheiten ist die Facharztausbildung unausweichlich.

Wann muss ich mich spezialisieren?

Die Spezialisierung auf ein Fachgebiet erfolgt erst nach dem abgeschlossenen Medizin-Studium. Das heißt, Studenten werden nicht gezwungen, eine folgenschwere Entscheidung zu treffen, bevor sie einen intensiven Einblick in den Berufsstand des Arztes erlangt haben. In der Regel dauert das Medizin-Studium 12 Semester, im Anschluss folgt die Approbation und erst dann kann man eine Facharztrichtung auswählen.

Diese Entscheidung sollte überlegt und fundiert getroffen werden, allerdings kann man die Facharztweiterbildung nötigenfalls auch wechseln, sollte sich herausstellen, dass eine gewählte Spezialisierung doch nicht das Richtige war. Meist kann man sich die vorherigen Ausbildungszeiten sogar anrechnen lassen, denn tatsächlich ist ein Wechsel der Fachrichtung völlig normal.

Die Facharztausbildung – Harte Fakten

Eine Facharztausbildung ist gleichzusetzen mit der Assistenzarztzeit in einer medizinischen Einrichtung. In Deutschland dauert diese Weiterbildung je nach Fachrichtung fünf bis sechs Jahre, an deren Ende die Facharztprüfung steht. Weiteres kann kaum allgemein zusammengefasst werden, da die Ausbildung zum Facharzt im Gegensatz zum Medizin-Studium nicht bundesweit vereinheitlicht ist. Die Landesärztekammern der einzelnen Bundesländer legen die Weiterbildungsordnung autonom fest. Diese sind zwar nahe an die (Muster-)Weiterbildungsordnung der Bundesärztekammer angelehnt, unterscheiden sich jedoch in den Details. Es ist dementsprechend sinnvoll, sich vor Antritt der Facharztausbildung bei der entsprechenden Landesärztekammer nach den Inhalten der jeweiligen Weiterbildungsordnung zu erkundigen.

Generell entspricht es den Richtlinien aller Bundesländer, dass die Facharztausbildung nur nach Abschluss der ärztlichen Ausbildung und ausschließlich an einer eingetragenen Weiterbildungsstätte absolviert werden darf. Letzteres bedeutet, dass eine medizinische Einrichtung über eine Weiterbildungsbefugnis der Ärztekammer verfügen muss, um junge Mediziner zum Facharzt ausbilden zu dürfen. Informationen hierzu können ebenfalls bei den Ärztekammern eingeholt werden.

Stolpersteine auf dem Weg zur Facharztprüfung vermeiden

Ist es als junger Mediziner an der Zeit, die Entscheidung für eine Fachrichtung zu treffen, gibt es zusätzlich zu persönlichen Präferenzen weitere Punkte, die einbezogen werden sollten. So spielen auch die Größe der Klinik und der Umfang des Zeitraums, wie lange man dort bleiben kann, eine Rolle. Denn nicht jede Klinik und nicht jeder Chefarzt darf uneingeschränkt Assistenzärzte ausbilden.

Die Ärztekammer legt fest, welcher Arzt wie lange weiterbilden darf und prinzipiell natürlich auch, wie lange die Assistenzarztzeit in einzelnen Fächern dauert. Es ist äußerst wichtig, sich frühzeitig zu erkundigen, wie lange ein Chefarzt weiterbildungsermächtigt ist. Sollte man nicht bis zur Facharztprüfung in der Klinik bleiben können, muss darüber hinaus geklärt werden, wo die Ausbildung fortgesetzt werden kann.

Hilfreich ist dabei, dass viele Kliniken ein festes Rotationssystem mit anderen Klinken betreiben. Das ermöglicht es, die gesamte Weiterbildung ohne komplizierte Stellenwechsel zu absolvieren.

Die Anforderungen an einen Assistenzarzt

Das Leben eines Assistenzarztes ist kein Zuckerschlecken, denn in der Weiterbildungsordnung wird viel Einsatz in Form von diagnostischen und operativen Eingriffen verlangt. Hinzu kommen Besuche von Spezialveranstaltungen.

Um ein detailliertes und umfassendes Wissen in einem bestimmten Fachgebiet zu erlangen, ist es ratsam, die Weiterbildungszeit bei so vielen verschiedenen Chefärzten wie möglich zu absolvieren. Dabei sollte der zur Weiterbildung befugte Arzt immer darum gebeten werden, seinen Assistenzärzten vor Beginn der Weiterbildung ein gegliedertes Programm zusammenzustellen. Das erleichtert den Überblick über die Anforderungen ungemein. Im Zweifelsfall können die in der Weiterbildungsordnung vorgesehenen jährlichen Treffen genutzt werden um Fortschritte und eventuelle Defizite der Weiterbildung zu besprechen.

Konkret gefördert und auch erwartet werden definite Fähigkeiten bezüglich Teamarbeit, Organisationstalent und Belastbarkeit. Medizinische Kenntnisse hingegen werden von unten nach oben vermittelt, das heißt, ein Arzt am Beginn seiner Assistenzarztzeit wird nicht sofort am offenen Herzen operieren dürfen und muss erst leichtere Aufgaben meistern und sich bezüglich der Grundlagen beweisen, bevor ihm schwierigere Aufgaben übergeben werden.

Ein Ende ist in Sicht – die Facharztprüfung

Hat ein Assistenzarzt seine Ausbildungszeit überstanden, steht ihm noch eine weitere Hürde bevor: die Facharztprüfung. Natürlich wird niemand einfach so zu dieser Abschlussprüfung zugelassen, es müssen ein paar Voraussetzungen erfüllt sein und einige Dokumente müssen eingereicht werden. Generell beinhaltet das ein Mindestmaß bestimmter, selbstständig durchgeführter Untersuchungen und in einigen Fachrichtungen auch Operationen. Außerdem muss der ausbildende Arzt dem angehenden Facharzt die Facharztreife bescheinigen. Zu guter Letzt muss der Prüfling selbst der Landesärztekammer angehören.

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, kann sich der zu prüfende Assistenzarzt für die Prüfung anmelden. Zeit hat er dazu bis mindestens zwei Monate vor der Prüfung. Für die Anmeldung sind die Arbeitszeugnisse aller Ausbildungsstätten inklusive Untersuchungszahlen sowie das Logbuch der Ausbildungsinhalte bei einem persönlichen Termin abzugeben. Schließlich erfolgt auf postalischem Weg die Einladung zur Prüfung.

Geprüft wird der Assistenzarzt mündlich von einem Komitee aus meist drei Fachärzten und einem Prüfungsvorsitzenden. In der Regel dauert die Facharztprüfung zwischen 30 und 45 Minuten. Eine Note gibt es nicht. Hier spielt nur eine Rolle, ob der Prüfling bestanden oder nicht bestanden hat.

Bei Nicht-Bestehen kann die Prüfung auch wiederholt werden. Dafür muss ein Antrag gestellt werden und gegebenenfalls legen die Prüfer bestimmte Auflagen fest, die erfüllt werden müssen, bevor die Prüfung erneut abgelegt werden kann.



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