Wir bestellen unsere Bücher im Internet oder lesen sie gleich als E-Book. Videotheken gibt es kaum noch, weil Filme als Streams laufen. Und Musik hören wir sowieso nur noch über Smartphones. Online einzukaufen ist normal geworden.
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Bild: “Pills” von mattza. Lizenz: CC BY-SA 2.0

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Aber wie ist es mit Arzneimitteln? Online-Apotheken bieten uns Medikamente oftmals für weniger Geld als in der Apotheke vor Ort. Warum sollten wir da nicht zugreifen? Hier finden Sie die wichtigsten Hinweise zum Kauf bei Versandapotheken.

Günstige Preise und schnelle Bestellung

Die Vorteile von Online-Apotheken liegen auf der Hand: Wer rezeptfreie Medikamente benötigt, kann diese schnell und bequem bei der Online-Apotheke bestellen. Ein paar Klicks und drei Tage später hat man die Salben und Tabletten direkt im Haus.

Auch ein Rezept einzulösen, ist komfortabel. Patienten werfen ihr Rezept in einem Freiumschlag in die Post und der Rest erledigt sich bequem von allein. Inzwischen gibt es sogar einen Service, bei dem Folgerezepte automatisch vom Arzt angefordert werden. Der Patient braucht sich um nichts mehr kümmern.

Oft bieten Online-Apotheken besonders niedrige Preise an. Aufgrund geringerer Lohnkosten und größerer Lagerräume können Pharmazeutika günstiger angeboten werden. Das ermöglicht auch ärmeren Menschen, sich Arzneien zu leisten, die nicht mehr rezeptiert werden.

Versand Apotheken

Gibt es eine kompetente Beratung?

Viele Online-Apotheken bieten inzwischen Beratungen über kostenlose Service-Hotlines an. Das soll das persönliche Gespräch in der Apotheke vor Ort ersetzen. Diese Beratungen sind laut Stiftung Warentest nicht sonderlich gut, aber auch nicht schlechter als die Vor-Ort-Beratung. Lediglich 4 von 21 Vor-Ort-Apotheken haben gut beraten, 4 von 17 Versandapotheken ebenfalls.

Immerhin wurde auf Wechselwirkungen bei Online-Apotheken sogar deutlicher hingewiesen. Aber kann man das wirklich vergleichen? Welcher Pharmazeut oder Mediziner kann einen Hautausschlag am Telefon diagnostizieren oder einschätzen?

Online-Apotheken sind anonymer und müssen sich nicht so stark für ihre Beratungen verantworten. Die freundliche Apothekerin um die Ecke lebt von der Mund-zu-Mund-Propaganda. Eine gute und kompetente Beratung kommt ihr auf Dauer zu Gute, da sie kundenbindend wirkt.

Im Internet ist das nicht so. Jeder sucht über entsprechende Anbieter das billigste Angebot. Wer einmal bei dieser Online-Apotheke bestellt hat, bestellt das nächste Mal vielleicht woanders, weil dort eine Rabatt-Aktion läuft.

Das leistet die Apotheke vor Ort

Seit 2009 sinkt die Zahl der Apotheken in Deutschland stetig, teilte die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) mit. Dabei gibt es noch immer klare Argumente für die Apotheke vor Ort. Denn dort wird Beträchtliches geleistet.

Ein Medikament wird direkt ausgehändigt oder kann innerhalb von drei Stunden aus dem Lager besorgt werden. Die direkte Beratung gewährleistet, dass es sich um ein tatsächlich benötigtes oder das individuell passende Medikament handelt.

Notdienste und Nachtschichten sind obligat. Die Apotheken kommen auf 510.000 Dienste im Jahr 2013 laut ABDA. Zudem erfolgt oftmals eine enge Zusammenarbeit mit Ärzten vor Ort. Bei Unlesbarkeiten von Rezepten wird dies unbürokratisch geklärt.

Ausnahmefall: Die Pille danach

Aktuell ist das Beispiel der „Pille danach”. Ab März 2015 wird es diese Pille ohne Rezept in Apotheken geben. Der Grund: Viele Frauen fragen nachts oder am Wochenende danach. Ein Arzt, der schnell ein Rezept ausstellt, ist schwer zu finden. Die Lieferzeiten bei Online-Apotheken sind zu lang. Es ergibt keinen Sinn, diese dort anzubieten. Denn je schneller die Pille genommen wird, desto sicherer wirkt sie.

Die Neuregelung schreibt auch eine intensive Beratung vor. Aus dem persönlichen Gespräch von Angesicht zu Angesicht erfährt der Apotheker oder die Apothekerin leichter, ob es sich um Medikamentenmissbrauch handelt oder die Frau zu ihrer Entscheidung gedrängt wurde.

Weiterhin möchte man auf diese Weise verhindern, dass Menschen bei verschiedenen Händlern die Pille bestellen. Zwar kann dies auch in den Apotheken vor Ort passieren. Allerdings ist der Aufwand deutlich höher.

7 Tipps zu Online-Apotheken

Online-Apotheken können die Apotheke vor Ort nicht 1:1 ersetzen. Diese Meinung teilen laut ABDA gut 93 Prozent der deutschen Bevölkerung. Es soll nicht gänzlich vom Bestellen bei Versandapotheken abgeraten werden. Für den Kauf ist es wichtig, ein paar Hinweise zu beachten:

  1. Suchen Sie sich eine Online-Apotheke, der Sie vertrauen und deren Sitz in Europa ist! Bestellen Sie nicht bei Online-Apotheken, von denen Sie noch nie gehört haben. Sollte es keine kostenlose, deutschsprachige Beratungshotline geben, sehen Sie von der Bestellung ab. Am besten nutzen Sie die registrierten Versandapotheken des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information.
  2. Kombinieren Sie Online-Bestellung mit regionaler Apotheke! Medikamente sind teuer. Nicht alle Menschen können sich die Arzneimittel leisten, die sie brauchen. Denn immer weniger wichtige Pharmazeutika werden auch von den Krankenkassen getragen. Dementsprechend kann es günstig sein, in Bezug auf Apotheken zweigleisig zu fahren und in der Online-Apotheke das zu erwerben, was Sie bereits seit Jahren bestellen.
  3. Sparen Sie an der richtigen Stelle! Wenn Sie ein Medikament seit Jahren gut vertragen, ist nichts gegen die Bestellung im Internet zu sagen. Vergessen Sie nur nicht: Rezeptierungen haben einen Grund. Hier ist gesetzlich das Beratungsgespräch vorgesehen, bei dem über mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten gesprochen wird. Nicht immer kann dem über Online-Beratung Genüge getan werden.
  4. Kaufen Sie rezeptpflichtige Medikamente vor Ort! Meist ist es wichtig, dass Sie mit einer Therapie sofort beginnen. Warten Sie nicht lange! Holen Sie sich die Mittel direkt vor Ort. Am Vormittag bestellt, können Sie spätestens am Nachmittag mit der Einnahme beginnen.
  5. Seien Sie skeptisch bei zu günstigen Preisen! Sicherlich sind viele Internetdienste etwas preiswerter. Aber eine zu stark reduzierte Ware deutet darauf hin, dass sich die Preise nicht am legalen Markt orientieren.
  6. Lassen Sie sich vor Ort beraten! Bei großen Preisdifferenzen können Sie immer noch online bestellen. Das ist nicht ganz fair der regionalen Apotheke gegenüber, aber im Falle des kleinen Portemonnaies die sichere Variante.
  7. Geben Sie Ihrem örtlichen Apotheker gegenüber zu, was Sie sich online bestellt haben! Die meisten Apotheker bringen Verständnis dafür auf, dass Sie hier und da die preiswerte Variante aus dem Internet besorgt haben. Wichtig für seine fachliche Einschätzung ist es, genau zu wissen, welche Medikamente Sie einnehmen.

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