Bei Professoren und Dozenten ist er aufgrund seiner einfachen Korrigier- und Vergleichbarkeit besonders beliebt, bei Medizin-Studenten in der Regel gefürchtet: Der Multiple-Choice-Test. Ein Kreuz entscheidet über richtig oder falsch und manchmal auch über Bestehen oder Durchfallen. Da sind Stress und Angst vor der Prüfung vorprogrammiert, doch mit den richtigen Tricks und Tipps und einem kühlen Kopf können Medizinstudenten einige Klippen umschiffen, wo das eigene Faktenwissen manchmal vielleicht nicht bis ins letzte Detail reicht.

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Bild: „Prüfungen des Lebens“ von Dennis Skley. Lizenz: CC BY ND 2.0


Die richtige Reihenfolge

In welcher Reihenfolge die Aufgaben im Multiple-Choice-Test am besten bearbeitet werden, ist umstritten. Die einen bevorzugen zunächst die Suche nach leichten Aufgaben und favorisierten Themen, die anderen gehen nach der Reihenfolge im Test. Fakt ist, dass durch das Suchen viel der knapp bemessenen Zeit verloren geht.

Andererseits steigt die Motivation kurzfristig, wenn Aufgaben erledigt werden, deren Antwort man weiß. Übrig bleiben vermeintlich schwerere Aufgaben und die Gefahr, dass Aufgaben übersehen werden, steigt. Wird der Test jedoch in der angegebenen Reihenfolge bearbeitet, wird dieses Risiko eher gering gehalten. Zudem ist die Verbreitung von leichten und schweren Fragen besser verteilt, sodass nach einer erfolgreichen Lösung die Motivation immer wieder aufs Neue steigen kann.

Nach der Reihenfolge zu gehen, bietet außerdem den Vorteil, dass man einen besseren Überblick über den zeitlichen Verlauf anhand der Nummerierungen der Prüfung hat.

Sehr gründlich lesen

Schon vor der Prüfung ist es erforderlich, sich über die Bewertungsmodalitäten zu informieren. Beispielsweise existieren die Varianten, dass es Minuspunkte für falsche Antworten gibt oder eine unbekannte Anzahl Antworten richtig sein kann. Im 2. Staatsexamen werden die besonders gefürchteten Verknüpfungsfragen nicht mehr gestellt, in Prüfungen werden sie aber noch gerne nach wie vor verwendet.

Sehr gründliches und konzentriertes Lesen der Fragen ist unumgänglich! Viele Fehler basieren auf unkonzentriertem und überfliegendem Lesen, die bei einer genauen Beachtung der Fragestellung vermeidbar sind. Doppelte Verneinungen, „nicht“-Formulierungen, die Frage nach „am ehesten“, „als erstes“ (Alle Antworten sind also richtig, aber welche hat oberste Priorität?) usw. kommen in fast jeder Frage vor.

Das aufmerksame Lesen der Aufgaben klingt zwar selbstverständlich, aber unter Zeitdruck kann man sich in den komplizierten Formulierungen schnell verlieren.

Gutes Zeitmanagement ist viel wert

Um einen Multiple-Choice-Test zu bestehen, ist eine der wichtigsten Regeln, das gründliche Lesen. Schon vor der Prüfung ist es erforderlich, sich über die Bewertungsmodalitäten zu informieren. Beispielsweise existieren die Varianten, dass es Minuspunkte für falsche Antworten gibt oder eine unbekannte Anzahl Antworten richtig sein kann.

Des Weiteren müssen auch die Fragen in der Prüfung trotz Zeitdruck gründlich gelesen werden. Viele Fehler basieren auf unkonzentriertem und überfliegendem Lesen, die bei einer genauen Beachtung der Fragestellung vermeidbar sind.

Das aufmerksame Lesen der Aufgaben klingt zwar selbstverständlich, aber unter Zeitdruck wird es gerne vernachlässigt, weshalb es ein wichtiger Tipp für das Bestehen von Multiple-Choice-Tests ist.

In einem durchschnittlichen Multiple-Choice-Test ist eine Beantwortungszeit von 90 Sekunden pro Aufgabe vorgesehen. Auch im Physikum hat man nur diese 1,5 Minuten pro Frage Zeit. Im 2. Staatexamen werden einem dann 2,5 Minuten/Frage zugesprochen. Das ist sehr knapp bemessen im Hinblick darauf, dass Fallstudien und Laborwertlisten auch in dieser Zeit studiert werden müssen. Ein gutes Zeitmanagement ist deshalb dringend erforderlich, um alle Aufgaben rechtzeitig zu lösen.

Um nicht unnötig Zeit damit zu verschwenden, dauernd auf die Uhr zu sehen, um den aktuellen Stand der Zeit zu erfahren, helfen kleine Zeitmarkierungen. Dazu werden zu Beginn der Prüfung einfach Kreise um die entsprechenden Aufgaben gemacht, die einen Abschnitt kennzeichnen. So verliert man durch das Berechnen der verbleibenden Minuten oder Stunden nicht wertvolle Prüfungszeit. Eine eigene Uhr ist jedoch unverzichtbar: Oft hängen in Prüfungsräumen keine Uhren!

Dauert die Prüfung beispielsweise drei Stunden und es sind 120 Aufgaben zu lösen, werden Markierungen bei den Fragen 40 und 80 gemacht. Diese Punkte können während der Prüfung als Zeitmesser genutzt werden und kennzeichnen ebenfalls gute Möglichkeiten, um eine kurze Pause einzulegen. In den Examina werden Halbzeit, letzte Stunde und letzte halbe Stunde auch von der Prüfungsaufsicht angekündigt.

Der Übertragungsbogen darf auf keinen Fall vergessen werden im Zeitmanagement! Da in den meisten Prüfungen und in den Examina die Antworten auf ein Raster übertragen werden müssen, muss dafür Zeit reserviert werden. Hier empfiehlt sich, immer einen Block an Fragen zu übertragen, z. B. immer nach 20 Fragen die entsprechenden Kreuze zu setzen. Es passieren leicht Fehler wie in-der-Zeile-verrutschen, wenn man am Ende 100 Kreuze übertragen muss. Das Raster sollte doppelt überprüft werden vor der Abgabe!

Taktisch vorgehen

Um sich durch die oft ähnlich lautenden Antwortmöglichkeiten nicht verwirren zu lassen, kann es eine gute Taktik sein, sich die Antworten zunächst nicht anzusehen. Beantwortet man die Frage als Erstes im Kopf, kann dann die Antwort mit den angegebenen Lösungsvorschlägen abgeglichen werden. Diese Methode eignet sich jedoch nicht für alle Aufgabenstellungen.

Funktioniert diese Taktik nicht und auch beim Lesen der Antwortmöglichkeiten herrscht weiter Unsicherheit, kann das Ausschlussverfahren zum gewünschten Erfolg führen. Wenn es erlaubt ist, werden die Antworten, die mit Sicherheit ausgeschlossen werden können, durchgestrichen.

Bleiben so nur zwei Antworten übrig, fällt die Wahl in der Regel leichter und die Chance, die richtige Lösung anzukreuzen, liegt schon bei 50 Prozent.

Neun einfache Zusatz-Tipps, um die Erfolgschancen bei Multiple-Choice-Fragen zu maximieren:

  • Richtige Antworten treffen hingegen selten absolute Aussagen, deshalb sind Wörter wie „häufig“, „in der Regel“, „meistens“ oder „kann“ üblicherweise Kennzeichen der richtigen Antwort
  • Mit hoher Wahrscheinlichkeit sind Antwort C oder D richtig
  • Raten ist nur zu empfehlen, wenn es für falsche Antworten keine Minuspunkte gibt
  • Falsche Antworten enthalten oftmals Generalisierungen wie „nie“, „immer“, „alle“ und so weiter
  • Gibt es Antwortmöglichkeiten, die das Gegenteil voneinander sind, ist die richtige Antwort häufig eins von beiden
  • Wiederholungen in Frage und Antwort einzelner Bestandteile kann ein Hinweis auf die richtige Lösung sein
  • Frage und Antwort müssen grammatikalisch zueinanderpassen. Antworten, die dies nicht tun, können ausgeschlossen werden
  • Grenzen sich die unteren Antwortmöglichkeiten thematisch von den oberen ab, sind sie mit hoher Wahrscheinlichkeit falsch
  • Werden verneinende Fragestellungen zunächst in positive umgewandelt, findet sich die Antwort in der Regel schneller

Mit alten Multiple-Choice-Tests üben

Um sich in den angegebenen Tipps und Tricks zu üben und auch ein Gefühl für die Fragestellungen zu bekommen, ist es hilfreich mit alten Tests zu üben. Diese können beispielsweise beim Fachschaftsrat oder bei höheren Semestern erfragt werden. Mit alten Prüfungen zu lernen, ist übrigens eine gute Methode, um die bereits erworbenen Kenntnisse zu überprüfen und noch vorhandene Wissenslücken aufzudecken.


 

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