Da die Kognition einen so vielschichtigen und komplexen Prozess darstellt beschäftigen sich die unterschiedlichsten, nicht nur medizinischen Fachrichtungen mit ihr. Lesen Sie hier mehr zu Definition und weiteren Faktoren.
Tipp: Keine Lust zu lesen? Dann starten Sie doch einfach kostenlos unseren Online-Kurs zur medizinischen Psychologie und Soziologie.

Bild: „Berliner Intelligenzstrukturmodell nach Adolf Otto Jäger.“ von Grampians. Lizenz: CC BY-SA 4.0


Definition

Der Begriff Kognition leitet sich vom lateinischen Wort cognoscere ab, welches so viel bedeutet wie „erkennen“ oder „erfahren“. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Kognition definiert ist als die gesamten Prozesse, die in einem menschlichen Individuum zur Informationsverarbeitung beitragen. Dazu gehören Prozesse wie die Wahrnehmung von Dingen, das Gedächtnis und das Erinnern oder auch das Lernen von Neuem, Aufmerksamkeit, Nachdenken und das Lösen von Problemen, die Sprache selbst, sowie Motivation.

Die Kognition ist ein Merkmal von einem intelligenten Wesen. Diese mentalen Prozesse schließen das mit ein, was das Individuum über sich und seine Umwelt denkt, sowohl bewusst als auch unterbewusst.

Intelligenzquotient

Die Intelligenz selbst ist ein hypothetisches oder auch latentes Konstrukt und lässt sich auf vielfältige Art definieren. Sie kann zum Beispiel beschrieben werden als die Fähigkeit sich in neuen Situationen und unter verschiedensten Einflüssen auf Grund von Einsicht und Denken zurechtzufinden. Operational lässt sie sich so definieren, dass die Intelligenz das ist, was der Intelligenztest misst.

Es gibt mehrere Komponenten von Intelligenz: verbale, sprachliche Intelligenz, logische bzw. rechnerische Intelligenz und die Fähigkeit Probleme zu lösen.

Zur Feststellung der Intelligenzquotienten, oder kurz IQ, können unterschiedliche Tests herangezogen werden. Beispielsweise wird beim WAIS IV IQ-Test der Gesamt-IQ über 15 Untertests festgestellt. Es werden hier 4 Indexwerte ermittelt, nämlich das Sprachverständnis, das Arbeitsgedächtnis, das logische Denken und die Verarbeitungsgeschwindigkeit. Aus diesen Ergebnissen wird dann immer in Bezug auf die jeweilige Altersgruppe und das Geschlecht der IQ Wert ermittelt.

Es gilt die Annahme, dass der IQ einer Normalverteilung folgt mit einem Mittelwert von X‘= 100. Die Standardabweichung (SX) beträgt 15. So gilt die Formel mit X‘= Mittelwert, X=erreichter Wert im Test und SX= Standardabweichung:

IQ = 100 + 15 x  X-X‘  /  SX

Da der IQ einer Normalverteilung unterliegt lässt sich also sagen, dass 68% aller gemessenen IQ Werte plus oder minus eine Standardabweichung vom Mittelwert liegen. Das ist also ein IQ zwischen 85 und 115. 94% der Messwerte liegen in einem Intervall von 2 Standardabweichungen plus oder minus des Mittelwerts, also zwischen 70 und 130. Lediglich 3% der Messwerte liegen unter 70 und auch nur 3% der gemessenen IQ Werte liegen über 130.

Früher wurde das sogenannte Intelligenzalter ermittelt. Hier gab es für jede Altersstufe bestimmte Tests, die erfüllt werden mussten. Ein Neunjähriger musste also die Aufgaben der Neunjährigen lösen können und alle Aufgaben des Altersstufen unter ihm. Gelang ihm dies nicht, so hatte er ein niedrigeres Intelligenzalter als Lebensalter. Konnte er jedoch auch die Aufgaben bis zum Beispiel zu denen der 12-Jährigen erfüllen, so hatte er ein höheres Intelligenzalter als Lebensalter. Berechnet wurde der IQ dann so:

IQ = Intelligenzalter / Lebensalter  x 100

Theorien

Es gibt die verschiedensten Intelligenztheorien. Im Folgenden soll auf drei von ihnen näher eingegangen werden.

Die Intelligenztheorie von Thurstone ist eine multiple Faktorentheorie. Die Intelligenz ist in diesem Modell anhängig von 7 voneinander unabhängigen Primärfaktoren, die alle gleichrangig zueinander sind.  Diese Faktoren sind die Wahrnehmungsgeschwindigkeit, das Gedächtnis, das räumliche Vorstellungsvermögen, logisches Denken, Rechenfertigkeit, Sprachverständnis und der Wortfluss.

Auf diese Intelligenztheorie ist der Intelligenz-Struktur Test (IST) aufgebaut, der die 7 Primärfaktoren testet und für jeden einzelnen Faktor einen IQ ermittelt. Der IST ist ein Gruppentest.

Eine zweite Intelligenztheorie wurde von Spearman postuliert. Diese sogenannte Zwei-Faktoren Theorie oder auch g-Faktoren-Theorie unterteilt die Intelligenz eines Menschen in zwei Unterabschnitte. Der Generalfaktor, oder auch G-Faktor, beschreibt die allgemeine geistige Leistungsfähigkeit, die an allen Leistungen der Intelligenz beteiligt ist.
Daneben existieren viele spezielle Einzelfaktoren, oder S-Faktoren, die für spezielle Aufgabenbereiche und Intelligenzleistungen benötigt werden. Diese S-Faktoren sind sowohl untereinander als auch vom G-Faktor unabhängig.

Der zu dieser Theorie zugehörige Intelligenztest ist der Hamburg-Wechsler Intelligenztest (HAWIE). Dieser Test beinhaltet neben dem üblichen verbalen Teil auch einen Handlungsteil. Hier wird nicht zwischen den unterschiedlichen Faktoren unterschieden, sondern direkt ein Gesamt-IQ ermittelt. Der HAWIE ist ein Individualtest, das heißt, dass hier nur eine Person einzeln getestet werden kann.

In einer dritten Intelligenztheorie von Cattel wird zwischen fluider und kristalliner Intelligenz unterschieden. Die fluide Intelligenz wird von den Genen und der Biologie bestimmt. Sie ist unabhängig von den Lebensumständen, der Kultur und der Erziehung und nimmt ab dem 21. Lebensjahr wieder ab. Aufgaben und Probleme werden hier bewältigt ohne auf vorher speziell erworbenes Wissen zurückzugreifen.
Die kristalline Intelligenz dagegen stützt sich dagegen auf erfahrungsabhängiges Wissen und gelernte Fähigkeiten. Somit ist sie im Gegensatz zur fluiden Intelligenz von soziokulturellen Einflüssen abhängig. Außerdem geht sie nicht im Alter verloren. Im Gegenteil: sie nimmt für gewöhnlich im Laufe des Lebens eher zu.

Der Intelligenztheorie von Cattel ist kein bestimmter Intelligenztest zugeordnet.

Beliebte Fragen

Die richtigen Antworten befinden sich unterhalb der Quellenangaben.

1. Welche Aussage zur Kognition ist nicht richtig?

  1. Sie umfasst die Informationsverarbeitung.
  2. Das Lernen von Neuem, aber auch das Erinnern gehört dazu.
  3. Kommt vom lateinischen Wort cognoscere.
  4. Ist ein messbarer und quantifizierbarer Vorgang.

2. Eine Person erzielt in einem Intelligenztest einen Wert von 125. Der Test hat einen Mittelwert von 105 und eine Standardabweichung von 10. Welcher IQ-Wert ergibt sich für diese Person?

  1. 115
  2. 120
  3. 125
  4. 130
  5. 135

3. Welche Aussage in Bezug auf die verschiedenen Intelligenztheorien ist richtig?

  1. Spearman teilt die Intelligenz in einen S-Faktor und viele verschiedene G-Faktoren ein.
  2. Die Intelligenztheorie von Cattel beinhaltet die fluide Intelligenz, welche maßgeblich durch die Erziehung und den kulturellen Hintergrund bestimmt wird.
  3. In Thurstones Theorie mit den 5 Primärfaktoren ist einer davon das Sprachverständnis.
  4. Der Intelligenztheorie von Spearman ist der Hamburg Wechsler Intelligenztest zugeordnet.
  5. Zur Cattel Theorie gehört der IST, welcher ein Gruppentest ist.



So bekommen Sie bessere Noten im Medizinstudium!

Verbessern Sie Ihre Prüfungsergebnisse! Lernen Sie mit dem kostenlosen Lerncoaching für Mediziner:

Effektive Lerntechniken

Individuelle Hilfestellungen

Anwendungsbeispiele für den Alltag

        EBOOK ANFORDERN        
Nein, danke!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *