Das Herz als Pumpe des Kreislaufs untersteht einer feinen Regulation, um seine Funktion an die jeweilige körperliche Situation anzupassen. Diese Regulation erfordert eine komplexe Innervation des Herzens. Hierfür sind aber nicht nur Efferenzen notwendig, die vom vegetativen Nervensystem vermittelt werden, sondern auch Afferenzen, die Informationen vom Herzen aus zentralwärts weiterleiten. Parasympathikus und Sympathikus arbeiten am Herzen antagonistisch. 

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Herz im Querschnitt

Bild: „Heart Anatomic Design“ von Heikenwaelder Hugo. Lizenz: CC BY-SA 2.5


Das vegetative Nervensystem

Bevor man sich die Herznverven im Einzelnen anguckt, ist es wichtig, sich nochmal klar zu machen, dass das vegetative Herzsystem nicht der Schrittgeber des Herzens ist! Die Erregungsbildung am Herzen geschieht autonom über die verschiedenen Schrittmacherzentren des Herzens, wie zum Beispiel den Sinusknoten oder den AV-Knoten. Das vegetative Nervensystem kann diese Erregungsbildungssysteme nur beeinflussen.

Die Herznerven

Die Innervation des Herzens erfolgt über verschiedene Plexus. Der Plexus cardiacus ist besonders an der Herzbasis und entlang der Koronargefäße ausgeprägt. Auch der Plexus aorticus thoracicus, der um die Aorta thoarcis geschlungen ist, gibt Fasern zum Herzen hin ab. Der Plexus pulmonalis, der an den Aa. und Vv. pulmonales liegt, steht ebenfalls mit dem Plexus cardiacus in Verbindung.

Parasympathikus

Verlauf Für die parasympathische Innervation des Herzens ist der N. vagus verantwortlich. Von kranial aus verschiedenen Segmenten kommend, ziehen die Fasern zuerst im Mediastinum superius und anschließend im Mediastinum posterius zu den Plexus cardiaci profundus et superficialis, die auf beiden Seiten des Herzens im Wesentlichen den Koronararterien folgend verlaufen. Die Umschaltung des N. vagus dexter und sinister erfolgt im Plexus cardiacus.

Bild: “Vagusgruppe.”

Bild: “Vagusgruppe.”

Äste
  • Rr. cardiacicervicalessuperiores
  • Rr. cardiaci cervcales inferiores
  • Rr. cardiaci thoracici
Funktionen Der Parasympathikus hat einen vermehrten Einfluss in Ruhe und sorgt für eine ruhige Grundaktion. Er macht die sogenannten Rest and Digest Reaktionen.
Er gibt dem Herzen die Möglichkeit der Regeneration.

Sympathikus

Verlauf Die sympathische Innervation des Herzens kommt aus den Segmenten Th 1-4. Diese werden im Grenzstrang umgeschaltet, verlaufen dort nach kranial und gelangen mit den Nn. Cardiaci zum Herzen. Hier ziehen sie ebenfalls zu den Plexus cardiaci profundus et superficialis und bilden gemeinsam mit der parasympathischen Innervation zwei engmaschige Netze um das Herzen.

Autonomic Innervation of the Heart

Bild: “Autonomic Innervation of the Heart: Cardioaccelerator and cardioinhibitory areas are components of the paired cardiac centers located in the medulla oblongata of the brain. They innervate the heart via sympathetic cardiac nerves that increase cardiac activity and vagus (parasympathetic) nerves that slow cardiac activity.” von PhilSchatz. Lizenz: CC BY 4.0

Äste
  • N. cardiacus cervicales superior
  • N. cardiacus cervicales medialis
  • N. cardiacus cervicales inferior
  • Nn. cardiaci thoracici
Funktionen Der Sympathikus bewirkt am Herzen Flight, Fight und Fright Reaktionen
Er ist positiv chronotrop. Dies spielt vor allem eine Rolle bei körperlicher Belastung)
Er ist positiv dromotrop und sorgt so für eine schnellere Herzaktion.
Er ist positiv bathmotrop, was zu Problemen mit ektopen Zellen führen kann, die dadurch ebenfalls leichter erregt werden und so zu Extrasystolen führen können.
Der Sympathikus ist positiv inotrop.
Er ist außerdem positiv lusitrop, Dies resultiert in einer gesteigerten Calciumelimination.

Viszeroafferenzen

Funktionen  Sie leiten Informationen der Pressorezeptoren und der Chemorezeptoren zetnralwärts weiter.
Sie leiten Schmerzreize zentralwärts weiter.

 

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