Den meisten Menschen, die den Beruf des Heilpraktikers gewählt haben, liegt vor allem daran, ihre Patienten von Leiden zu befreien oder zumindest deren Beschwerden zu lindern. Dennoch muss mit der alternativen Heilkunde auch Geld für den eigenen Lebensunterhalt verdient werden. Wir schlüsseln Ihnen auf, was Sie als Heilpraktiker verdienen können und an welche Ausgaben Sie denken müssen.

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Bild: “pot of tea” von Rupert Ganzer. Lizenz: CC BY 2.0


Wer bezahlt die Behandlungsleistungen eines Heilpraktikers?

Die Kosten für die Behandlung in einer Heilpraktiker-Praxis werden nur in einigen Ausnahmefällen von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Die Techniker Krankenkasse, die SBK, BKK, die Bahn BKK und die HEK erstatten derzeit nach vorheriger Absprache Teilbeträge der Heilpraktiker-Rechnung für osteopathische Behandlungen, Naturheilverfahren und Naturheilmittel.

In allen anderen Fällen müssen die gesetzlich versicherten Patienten die Leistungen und die von einem Heilpraktiker verschriebenen Medikamente aus eigener Tasche bezahlen.

Privatversicherte können sich den Rechnungsbetrag für die erfolgte Therapie von ihrer Versicherung anteilig oder sogar ganz zurückerstatten lassen. Es gibt außerdem Zusatzversicherungen, die die Behandlungskosten eines Heilpraktikers ebenfalls abdecken. Die Höhe der Erstattung hängt von den individuellen Festlegungen in den Vertragsbedingungen der einzelnen Versicherungen ab.

Der Heilpraktiker stellt seine Rechnung immer direkt an den Patienten, niemals an die Versicherung. Führen Sie daher ein klärendes Gespräch über die Kosten einer Behandlung. Krankenkassen können unter Umständen im Voraus die Vorlage eines Behandlungsplans unter Angabe der Kosten verlangen.

Das Gebührenverzeichnis für Heilpraktiker (GebüH)

Der Beruf des Heilpraktikers ist ein freier Beruf, der selbstständig ausgeübt wird. Das bedeutet, dass die Höhe der Leistungsvergütung mit jedem Patienten frei vereinbart werden kann. Über die Honorarforderungen müssen Sie stets vor Beginn der Behandlung mit Ihrem Patienten sprechen und eine entsprechende Regelung treffen. Erfolgt keine Absprache, kann der Patient davon ausgehen, dass die Rechnungserstellung sich im Rahmen des Gebührenverzeichnisses für Heilpraktiker (GebüH) bewegt.

Bei dieser Gebührenordnung handelt es sich um einen Preisrahmen, der als Empfehlung von den Heilpraktiker-Verbänden herausgegeben wird. Sie enthält keine verbindliche Festlegung von Heilpraktiker-Honoraren.

Die angegebenen Preisspannen wurden durch statistische Umfragen bei Heilpraktikern im Jahr 1985 ermittelt. In den Einzelpositionen der GebüH fand aus kartellrechtlichen Gründen zwischen 1985 und heute keine Anpassung an die allgemeine Preisentwicklung statt. Daher liegt die tatsächliche Vergütung für die Behandlung meist höher, als es die Tarife der GebüH vorsehen. Das Gebührenverzeichnis für Heilpraktiker finden Sie hier.

Der Einstieg in den Beruf des Heilpraktikers

Doch wie wird man überhaupt Heilpraktiker und mit welchem Verdienst kann man rechnen? Nach erfolgreich bestandener Heilpraktiker-Prüfung kann endlich der Start in den Heilberuf erfolgen. Die meisten Absolventen wollen Patienten in einer eigenen Praxis behandeln. Es besteht zudem die Möglichkeit, in eine Praxisgemeinschaft einzusteigen. Wenn Sie hingegen erst einmal praktische Erfahrungen sammeln möchten, können Sie zunächst ein Praktikum bei einem erfahrenen Heilpraktiker machen.

Erzielbares Einkommen als Heilpraktiker

Statistisch gesehen liegt das Einkommen von Heilpraktikern bei 2.500 Euro brutto im Monat. Eine Diätassistentin oder ein Physiotherapeut verdient im Vergleich dazu durchschnittlich 1.700 Euro brutto. Neben der Berufserfahrung spielt bei dem erzielbaren Einkommen eine Rolle, ob der Heilpraktiker selbstständig in einer eigenen Praxis oder angestellt tätig ist.

Auch das Geschlecht ist bei der Höhe des Einkommens wesentlich. Heilpraktikerinnen verdienen im Durchschnitt 2.200 Euro, Heilpraktiker erzielen 2.900 Euro brutto im Monat.

Wer sich einen guten Ruf bei seinen Patienten erarbeitet hat und ein kompetenter Ansprechpartner in einem bestimmten medizinischen Gebiet ist, wird als Heilpraktiker gern weiterempfohlen. Steigt die Anzahl der zufriedenen Patienten, kann der monatliche Verdienst auf 5.000 Euro oder höher steigen. Selbständigkeit und höherem Verdienst stehen jedoch Kosten gegenüber, die berücksichtigt werden müssen.

Die Kostenrechnung für eine Heilpraktiker-Praxis

Um Ihren Stundensatz oder die Preise für einzelne Therapien festlegen zu können, ist es für Sie als selbständiger Heilpraktiker notwendig, die anfallenden Kosten für die Einrichtung und den Betrieb der Heilpraktiker-Praxis zu kennen. Ansonsten kann es passieren, dass Sie trotz angemessener Stundensätze zu wenig für Ihren Lebensunterhalt verdienen.

Wenn Sie eine Praxis neu eröffnen möchten, müssen Sie Räume anmieten, sofern Sie nicht über eigene geeignete Räumlichkeiten für den Praxisbetrieb verfügen. Die Kaltmiete, die Kosten für Strom, Heizung und andere Nebenkosten müssen ebenso wie die Kosten für eine Haftpflichtversicherung und die verwendeten Materialien in der Praxis durch Einnahmen gedeckt werden. Richten Sie Ihre Praxis neu ein, benötigen Sie einen Schreibtisch, eine Behandlungsliege, Stühle, Schränke und viele andere Ausstattungsgegenstände.

Je nachdem, welche Therapien Sie anbieten möchten, können erhebliche Kosten durch die Anschaffung von Geräten entstehen. Beispielsweise können Bioresonanzgeräte mehrere tausend Euro kosten. Mitunter gibt es die Möglichkeit, die Geräte für die Behandlung von Patienten zu leasen. Auch diese Kosten müssen, wie die anfallenden Steuern, regelmäßig bezahlt werden.

Manche Heilpraktiker richten ihre Praxis mit einem Kredit ein. In diesem Fall kommen zu den monatlichen Ausgaben Zins- und Tilgungskosten für die aufgenommene Geldsumme dazu.

Wer sich als Heilpraktiker neu in einer Region niederlässt, muss einiges tun, um sich bekannt zu machen. Potenzielle Patienten müssen erfahren, welche Therapien in der Praxis angeboten werden. Heute bewährt es sich, eine Webseite als Praxisauftritt im Internet zu gestalten. Damit sind ebenfalls Kosten verbunden.

Wer eine Praxis neu eröffnet, wird wahrscheinlich nicht sofort Personal einstellen. Doch je nach Art und Umfang der Praxis kann es durchaus sinnvoll sein, eine Sprechstundenhilfe zur Verfügung zu haben, die die Patienten empfängt, die Rechnungserstellung übernimmt und die Termine verwaltet.

Alle diese Kosten müssen Sie einkalkulieren. Zusätzlich müssen Sie einplanen, wie viel Geld Sie für Ihren persönlichen Lebensunterhalt benötigen. Bedacht werden muss außerdem, dass Sie als freiberuflich tätiger Heilpraktiker Ihre Krankenkassenbeiträge selbst aufbringen müssen. Einen Arbeitgeber, der etwa die Hälfte der Beiträge übernimmt, gibt es nicht. Damit ist klar, dass die reinen Einnahmen nicht das sind, was Sie tatsächlich verdienen.

Hier eine Beispielrechnung für die monatlichen Kosten einer Heilpraktikerpraxis:

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angelehnt an Beitrag in Heilpraktikerforum: “monatliche Praxiskosten” von Kim.

Die Behandlungsleistungen des Heilpraktikers sind umsatzsteuerfrei. Sobald er jedoch mit Waren zu handeln beginnt, beispielsweise mit Nahrungsergänzungsmitteln, wird der gesamte Praxiserlös umsatzsteuerpflichtig.

Heilpraktiker können hauptberuflich ihre Praxis führen. Wenn Sie zunächst nebenberuflich eine Praxis eröffnen, sichern Sie sich durch Ihren Hauptberuf zunächst weiterhin Ihr gewohntes Einkommen. Wenn Ihre Praxis sich etabliert hat, können Sie die Tätigkeit als Heilpraktiker weiter ausbauen.

Irrelevant, ob haupt- oder nebenberuflich, neben den unterschiedlichen regionalen Kosten spielen auch die regionalen Einkommensunterschiede potentieller Patienten eine wichtige Rolle für das erzielbare Einkommen eines Heilpraktikers.

Regionale Einkommensunterschiede

Mit einer Vollzeitpraxis kann ein Heilpraktiker bis zu mehrere tausend Euro pro Monat verdienen, wenn das Angebot auf ausreichende Resonanz bei den Patienten stößt. Vor der Eröffnung Ihrer Heilpraktiker-Praxis sollten Sie daher prüfen, ob das Umfeld dafür geeignet ist.

Immer wieder ist zu beobachten, dass gebildete und einkommensstärkere Menschen besonderen Wert auf ihre Gesundheit legen und dafür Geld ausgeben. Es gibt Gegenden in Deutschland, in denen die alternativen Heilmethoden sehr stark gefragt sind. Das ist vor allem in den wohlhabenderen südlichen Bundesländern und in vielen der größeren Städte in Deutschland der Fall.

Allerdings ist in München oder Stuttgart die Dichte an Heilpraktikern bereits sehr hoch. Deshalb gibt es dort eine starke Konkurrenzsituation. Wer sich in einer Gegend mit seiner Praxis ansiedeln möchte, in der es schon ein großes Angebot an alternativen Therapeuten gibt, muss mit Behandlungserfolgen und speziellen Therapien auf sich aufmerksam machen.

Doch auch in anderen Teilen Deutschlands können Sie sich als Heilpraktiker eine Praxis aufbauen, von der Sie gut leben können. Oft dauert es jedoch einige Jahre, bis ein fester Patientenstamm für ausreichende und regelmäßige Einnahmen sorgt. Um den eigenen Bekanntheitsgrad zu steigern, ist es empfehlenswert, Vorträge zu halten oder Seminare durchzuführen.

Nutzen Sie zudem Marketingstrategien, um Ihre Behandlungskonzepte bekannt zu machen. Sorgen Sie z.B. für eine Wohlfühlatmosphäre in Ihrer Praxis und bieten Sie Service, indem Sie stetig erreichbar sind oder zeitnah zurückrufen. Als Werbemaßnahmen bieten sich neben einem eigenen Logo und Praxisschild, Werbeanzeigen oder ein Newsletterversand an.

Eine professionelle Patientenberatung bezüglich der Kostenübernahme von alternativen Behandlungsmethoden durch die jeweilige Krankenversicherung schafft zusätzliches Vertrauen und beugt unangenehmen Missverständnissen bis hin zu einer Schädigung der mühsam erarbeiteten Reputation vor.

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  • Kreislaufsystem
  • Atemtrakt
  • Magen-Darm-Anatomie
  • Neuroanatomie
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