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Assistenzarzt Gehalt


Assistenzarzt Gehalt

Bild: “Medical/Surgical Operative Photography” von Phalinn Ooi. Lizenz:
CC BY 2.0

Traumberuf Arzt: Viele hegen schon in der Kindheit den Wunsch, später einmal Mediziner zu werden. Tatsächlich handelt es sich hierbei um einen Arbeitsbereich, der eine Menge Abwechslung und Perspektiven bietet. Lesen Sie hier, wie Sie den klassischen Weg vom Studium über den Assistenzarzt bis hin zum Facharzt gestalten können und welche finanziellen Möglichkeiten sich Ihnen auftun.

Voraussetzungen für die Berufswahl

Neben den Optionen, etwa als Pharmavertreter oder als Forscher zu arbeiten, besteht für Hochschulabsolventen die Möglichkeit, eine Ausbildung als Assistenzarzt anzutreten, um den Facharzttitel zu erwerben. Im Gegensatz zu früheren Jahren ist es nicht mehr möglich, sich direkt nach dem Staatsexamen als praktischer Arzt niederzulassen und Kassenpatienten zu behandeln. Vielmehr ist eine Weiterbildung mit Spezialisierung in einem Fachbereich (z. B. Herzchirurgie oder Allgemeinmedizin) notwendig.

Der große Vorteil, wenn Sie diesen Weg nach dem Medizinstudium einschlagen, liegt auf der Hand: die zwischenmenschliche Komponente, der direkte Kontakt mit den Patienten. Voraussetzung ist, Freude am Umgang mit Menschen zu haben, Ausdauer und Organisationstalent sowie Teamfähigkeit zu besitzen und stressresistent zu sein. Entscheiden Sie sich für diese Möglichkeit, umfasst die Ausbildung in den meisten Fällen fünf bis sechs Jahre, wobei die konkrete Dauer von Ihrer Fachrichtung abhängig ist.

Der Berufseinstieg

Als approbierter Arzt können Sie sich in jedem Krankenhaus und in jeder Facharztpraxis mit Weiterbildungsermächtigung bewerben, um eine Weiterbildung als Assistenzarzt anzutreten. In der Regel werden Sie dann als „Arzt in Weiterbildung“ (AiW) geführt. Aufgabengebiete sind die Routinearbeiten, z. B. Morgenvisiten, Blutentnahmen und Medikamentenverordnungen für den Tag. Zudem dient der Assistenzarzt als Ansprechpartner für Patienten bei Problemen.

Umfassendere Behandlungen wie Operationen finden unter Aufsicht und Anleitung statt, da der Assistenzarzt erst langsam in die medizinische Praxis eingeführt wird. Selbstredend kann es sich herausstellen, dass Sie im Laufe Ihrer Weiterbildung Ihre Präferenzen hinsichtlich des Fachgebiets ändern. Möchten Sie die Fachrichtung wechseln, können Sie sich die vorherigen Ausbildungszeiten anrechnen lassen.

Prognose: Es werden immer mehr niedergelassene Ärzte gesucht

Da es für approbierte Ärzte finanziell lukrativere Möglichkeiten gibt als im kurativen Bereich zu arbeiten (etwa als Vertreter einer Pharmafirma), entscheiden sich immer mehr Mediziner, nicht die Laufbahn als Assistenzarzt anzutreten. Laut dem „Deutschen Ärzteblatt“ sind heute mehr als ein Sechstel aller approbierten Ärzte in einem alternativen Berufsfeld tätig. Für Sie bedeutet das, gute Aussichten auf eine Stelle zu haben, wenn Sie im patientenversorgenden Bereich arbeiten wollen.

Die günstige Prognose erhellt sich aus folgenden Beispielen: Händeringend werden Allgemeinmediziner gesucht. Vor allem in ländlichen Regionen haben Hausärzte Schwierigkeiten, Nachfolger zu finden – ein Umstand, dem die Politik vor knapp drei Jahren mit dem Versorgungsstrukturgesetz Rechnung trug. Des Weiteren müssen Patienten mitunter monatelang auf einen Termin beim Facharzt warten.

Der aktuelle (und umstrittene) Ärzteschlüssel des Gemeinsamen Bundesausschusses von Ärzteschaft und Krankenkassen regelt die Niederlassung von praktischen Ärzten. Allerdings muss berücksichtigt werden, dass sowohl Politik als auch Krankenkassen unter Sparzwang handeln. Ob sich daher in absehbarer Zeit etwas an dem viel diskutierten Ärzteschlüssel ändern wird, bleibt abzuwarten. Falls Sie nicht sofort die Genehmigung für eine eigene Praxis erhalten, besteht noch immer die Möglichkeit, in eine Gemeinschaftspraxis einzusteigen.

Assistenzarzt: Pro und Contra

Es ist bekannt, dass die Berufstätigkeit als Assistenzarzt anstrengend sein kann. Fakt ist: Langeweile werden Sie bei dieser Tätigkeit nicht bekommen, dafür häufen sich oftmals die Überstunden. Ein Assistenzarzt muss in der Regel einmal wöchentlich einen Nachtdienst übernehmen, außerdem kommen Dienste am Wochenende hinzu. Für diese Unannehmlichkeiten werden Sie jedoch entschädigt: Sie helfen Menschen und retten Leben. Es handelt sich um einen sehr lebendigen und verantwortungsvollen Beruf, der Ihnen einen großen Erfahrungsschatz bescheren wird und Sie darauf vorbereitet, den Weg in die Selbstständigkeit zu gehen.

Regionale Unterschiede in der Ausübung

Die Gesetzeslage sieht vor, angehende Fachärzte einen Weiterbildungskatalog erfüllen zu lassen. Festgelegt sind die Details dieses Katalogs bei den regionalen Ärztekammern des jeweiligen Bundeslandes. Welche Kriterien Sie für den Erwerb eines Facharzttitels erfüllen müssen, hängt von Ihrer Fachrichtung ab: Möchten Sie sich beispielsweise auf die Innere Medizin spezialisieren, gehören dazu etwa bestimmte Untersuchungsmethoden, wie beispielsweise der Ultraschall. Auch was die Ärzteschlüssel angeht, gibt es regionale Unterschiede. Diese richten sich nach der Bevölkerungsdichte. So kann eine Großstadt wie Berlin andere Beschäftigungsmöglichkeiten bieten als kleinere Ortschaften.

Gehälter: Fakten & Zahlen

Nach der kargen Studienzeit stellt sich natürlich bald die Frage nach dem Gehalt. Die Vergütung variiert von Klinik zu Klinik, gültig sind jedoch einheitliche Tarifverträge. Diese wiederum hängen davon ab, ob es sich um kommunale Häuser, Häuser mit kirchlicher bzw. privater Trägerschaft oder um Unikliniken handelt. Ein weiterer Faktor ist das Jahr der Weiterbildung. So galt für Assistenzärzte in kommunalen Krankenhäusern z.B. 2012 folgende Gehaltsrichtlinie (brutto):

  1. Jahr: 3.844,25 Euro
  2. Jahr: 4.062,15 Euro
  3. Jahr: 4.217,78 Euro
  4. Jahr: 4.487,55 Euro
  5. Jahr: 4.809,21 Euro
  6. Jahr: 4.941,50 Euro

Dabei sind Zuschläge für Dienste nicht mit eingerechnet.

Bei der Einordnung in Gehaltsgruppen spielt auch Ihre Qualifikation eine Rolle. So ist es z. B. möglich, dass jemand mit Facharzttitel als Assistenzarzt arbeitet (also ohne leitende Position). Ein Facharzt startet mit 5.074 Euro brutto und kann sein Einkommen im Laufe der Jahre bis zu 6.516 Euro steigern (in kommunalen Krankenhäusern).

In privaten Klinikkonzernen waren die Einkommen 2012 gemäß der oben genannten Quelle mit Verweis auf die Tarifverträge des Marburger Bundes (Interessenvertretung der angestellten und verbeamteten Ärzte) vergleichbar mit kommunalen Krankenhäusern. In Unikliniken lagen sie im Schnitt 200 Euro höher. Hier ist zu berücksichtigen, dass zum einen die Größe der Einrichtung einen Einfluss auf das Gehalt hat (Unikliniken sind große Komplexe) und außerdem die jeweiligen Arbeitszeiten. Assistenzärzte in Unikliniken arbeiten statistisch gesehen wöchentlich durchschnittlich zwei Stunden mehr als ihre Kollegen in kommunalen Krankenhäusern.

Immer mehr Assistenzärzte sind trotz vergleichbaren Gehalts in privaten Einrichtungen tätig, da sich Kliniken häufiger in privater Hand befinden. Daher bieten sich hier mehr Beschäftigungsmöglichkeiten. Der Anteil der öffentlichen und freigemeinnützigen Träger der Krankenhäuser ist in Deutschland seit den 1960er Jahren kontinuierlich gesunken. So betrug etwa 1991 der Anteil der öffentlichen Einrichtungen 46 Prozent, 2011 waren es nur noch 30,5 Prozent.

Auch in finanzieller Hinsicht können Sie folglich mit einer guten Bezahlung als Assistenzarzt rechnen. Berücksichtigen Sie außerdem, welchen enormen Erfahrungsschatz Sie sich fachlich und menschlich während dieser Weiterbildung aneignen können, was für eine herausfordernde Aufgabe es ist, Menschen zu helfen, und welche Perspektiven sich langfristig mit dem Erwerb eines Facharzttitels auftun. Sie können sich sicher sein, dass Sie in diesem Beruf viel Freude haben werden.












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