Auslandsaufenthalte sind bei Medizinstudenten beliebt wie nie. Doch wie organisiere ich eine Auslandsfamulatur richtig? Wie wird mein Pflegepraktikum anerkannt und was muss ich bei der Finanzierung beachten? Wir zeigen Ihnen, was es bei der Planung einer Famulatur im Ausland zu berücksichtigen gilt und geben wertvolle Tipps für eine reibungslose Organisation.
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© Tim Reckmann / pixelio.de


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Bei Medizinstudenten sind besonders während der praktischen Phasen Auslandsaufenthalte beliebt, um andere Gesundheitssysteme kennen zu lernen und sich mit der ärztlichen Patientenversorgung in anderen Ländern vertraut zu machen.

Wer in Deutschland Arzt werden möchte, muss laut aktueller Approbationsordnung vor dem Beginn des Praktischen Jahres eine Famulatur von mindestens 4 Monaten ableisten. Diese kann gesplittet werden und im In- und Ausland absolviert werden. Für die Anerkennung ist es notwendig, dass Sie mindestens 30 Tage am Stück arbeiten.

Generell empfiehlt es sich, vor dem Auslandsaufenthalt zunächst eine erfolgreiche Famulatur in Deutschland abzuleisten, um den Klinikalltag kennen zu lernen und erste Erfahrungen im Patientenumgang zu sammeln.

Wo kann ich eine Famulatur im Ausland machen?

Generell sind Famulaturen überall weltweit möglich, egal ob in einem Krankenhaus in Peru, in einer Praxis in Kenia oder als Flying Doctor in Australien. Plant man den Auslandsaufenthalt über eine sogenannte Famulaturvermittlung wie z.B. die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd), wird in der Regel eine bestimmte Auswahl an Örtlichkeiten angeboten. Auch einige medizinische Fakultäten in Deutschland bieten eigene Austauschprojekte an – so zum Beispiel:

Hochschulen mit eigenen Austauschprojekten
Medizinische Fakultät Zielländer
Uni Duisburg-Essen China
Berliner Charité China, Japan, Russland
Uni Leipzig via Erasmus u.a. nach Belgien, Frankreich, Italien oder Spanien

Haben Sie bereits Vorstellungen, wo die Famulatur konkret erfolgen soll, können Sie Ihren Aufenthalt selbstverständlich auch komplett selbst organisieren. Hierfür wenden Sie sich direkt an das gewünschte Krankenhaus bzw. die jeweilige Hochschule.

Bewerbung für eine Famulatur

Der Bewerbungsprozess für eine Auslandsfamulatur ist von Land zu Land verschieden. Teilweise ist die Bewerbung direkt an die jeweiligen Kliniken oder aber an die entsprechenden Universitäten (v.a. im englischsprachigen Raum) zu richten. Auch die Bewerbungsfristen variieren stark, daher sollten Sie sich so früh wie möglich über die entsprechenden Termine an Ihrer Wunschuniversität informieren. Für die Organisation des Aufenthaltes sind grundsätzlich zwischen 9 und 12 Monate Planungszeit einzukalkulieren.

Um sich für eine Famulatur zu bewerben, sind in der Regel folgende Unterlagen einzureichen:

  • Bewerbungsanschreiben (mit Angabe des Studiensemesters und kurzer Motivationsbeschreibung)
  • Motivationsschreiben
  • Lebenslauf
  • Empfehlungsschreiben des Dekanats/Dean’s Letter (enthält Angaben über Immatrikulation, Studienverlauf, abgelegte Prüfungen etc.)
  • Medical School Transcript, das bisherige Studienleistungen zusammenstellt
  • Zeugnisse von bereits abgeleisteten Famulaturen in Deutschland
  • Sprachzeugnisse (TOEFL, ESOl etc.)

Anerkennung der Famulatur

In der Regel funktioniert die Anerkennung einer Auslandsfamulatur problemlos, insbesondere wenn die Organisation über eine Vermittlung erfolgt. Plant man den Auslandsaufenthalt selbst, ist empfehlenswert, vorab das jeweils zuständige Landesprüfungsamt zu kontaktieren und dort zu eruieren, ob es sich beim gewählten Krankenhaus oder der Praxis um ein anerkanntes Pflegepraktikum handelt.

Finanzierung einer Auslandsfamulatur

In der Regel werden Famulaturen nicht vergütet. Daher empfiehlt es sich, sich z.B. beim Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) einen Überblick über die verschiedenen Fördermöglichkeiten zu verschaffen und sich gezielt für verschiedene Stipendien zu bewerben.

Wird das Praktikum beispielsweise in Europa (außer Schweiz) im Rahmen des ERASMUS-Programms absolviert (Mindestdauer: 3 Monate), erhalten Sie ein monatliches Stipendium von 350 Euro. Die bmvd bietet neben kostenfreier Unterkunft und Verpflegung Fahrtkostenzuschüsse für Famulaturen außerhalb Europas an. Das Programm „famulieren und engagieren“ (f&e) übernimmt ebenfalls 75% der Reisekosten sowie die Fahrtkosten zu den Vor- und Nachbereitungswochenenden. Kosten für Unterkunft und Lebenshaltung müssen hier jedoch von den Teilnehmern selbst getragen werden.

Sprachliche Voraussetzungen für eine Famulatur im Ausland

Während Ihrer Famulatur werden Sie viel Patientenkontakt haben. Daher ist es sehr wichtig, neben der englischen Sprache auch Grundkenntnisse der jeweiligen Landessprache zu beherrschen. Dies sollten Sie bei der Auswahl des Ziellandes unbedingt beachten.

TIPP: Die Fachsprachenzentren vieler deutscher Hochschulen bieten explizite Sprachkurse für Mediziner an, in denen Sie sich mit den medizinischen Fachbegriffen vertraut machen können.

Welche Versicherungen brauche ich für die Auslandsfamulatur?

Für eine Famulatur im Ausland sollten vorab unbedingt folgende 3 Versicherungen abgeschlossen werden:

  • Berufs- und Haftpflichtversicherung (Schutz vor finanziellen Folgen durch Haftungsrisiken (Patientenforderungen oÄ)
  • Unfallversicherung (Schutz bei privaten wie beruflichen Unfällen, finanzielle Leistungen bei Invalidität, berufsbedingten Infektionen, Schäden durch Röntgen- und Laserstrahlen etc.)
  • Auslandskrankenversicherung (Kostenübernahme für Behandlung durch einen Arzt/Krankenhaus sowie für Rücktransport nach Deutschland)

Günstige Unfall-, Kranken- und Haftpflichtversicherungen erhalten Sie über Standesvereinigungen, Ärzteverbände oder über spezielle Ärzteversicherungen.

Impfschutz

Egal ob Medizinstudent oder Tourist, wer ins Ausland möchte, sollte sich vorab gut über notwendigen Impfschutz informieren, insbesondere wenn es in Entwicklungsländer geht. Hierfür ist es ratsam, einen Termin in einem der deutschlandweit vertretenen Zentren für Reise- oder Tropenmedizin zu vereinbaren. Anhand von Kriterien wie Zielregion, Unterbringung und Personenkontakt wird hier beraten, welche Impfungen notwendig sind und ob eine Malariaprophylaxe geleistet werden muss.

Wichtig: Manche Impfungen müssen mehrfach verabreicht werden oder benötigen einen gewissen zeitlichen Vorlauf, um wirksam zu sein. Daher ist es dringend geboten, sich frühzeitig um den Impfschutz zu kümmern!

Visum

Für bestimmte Länder ist es notwendig vorab ein Visum zu beantragen. Dies gilt u.a. für die USA, Australien, Kenia, China, Russland und Indien. Eine Übersicht über die verschiedenen Einreisebestimmungen in ihr Wunschland, finden Sie auf den Seiten des Auswärtigen Amtes.

Fazit

Die Planung einer Famulatur ist nicht ganz ohne. Um alle oben genannten Punkte bis zum Antritt des Praktikums berücksichtigen zu können, ist vor allem richtiges Zeitmanagement entscheidend.

Hinweis: Weitere Möglichkeiten ein Auslandspraktikum zu finden, bieten Jobbörsen, die sich speziell auf Auslandspraktika spezialisiert haben.


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