Egal ob im Straßenverkehr oder am Arbeitsplatz: Erste Hilfe kann im Notfall Leben retten. Doch wie viele von uns können sich noch an ihren Ersten Hilfe Kurs zum Führerscheinerwerb erinnern? Wir zeigen Ihnen, was Sie unbedingt wissen müssen, damit Sie im Ernstfall richtig reagieren.
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Erste Hilfe ist Pflicht…

Jeder Mensch ist gesetzlich dazu verpflichtet, in Notsituation Erste Hilfe zu leisten, sofern ihm dies den Begleitumständen nach zuzumuten ist. Niemand ist verpflichtet sich selbst in Lebensgefahr zu begeben.

Aber schon der Notruf beim Rettungsdienst, der Polizei oder der Feuerwehr kann Leben retten. Oft vergehen bis zum Eintreffen der Rettungskräfte jedoch wertvolle Minuten. In diesem Fall kommt es auf jeden Einzelnen an, um Schlimmeres zu verhindern.

…aber nicht immer wird auch geholfen

Häufig stehen die Anwesenden einem solchen Ernstfall hilflos gegenüber. Viele haben sogar Angst einem Bewusstlosen oder Verletzten zu helfen. Grund dafür sind zum einen die oft schon Jahre oder gar Jahrzehnte zurückliegenden Erste-Hilfe-Kurse, von denen kaum noch etwas im Gedächtnis geblieben ist. Zum anderen befürchten viele rechtliche Konsequenzen, wenn sie bei der Hilfeleistung einen Fehler machen.

Die eigene Sicherheit beachten

Bevor ein Ersthelfer sich einen Überblick über das Unglücksgeschehen verschafft, muss er sich zunächst selbst absichern. Das eigene Auto wird also bei einem Unfall in sicherer Entfernung abgestellt, der Warnblinker eingeschaltet und die Warnweste angezogen.

Dann erfolgt die Absicherung der Unfallstelle mit einem Warndreieck. Wann immer es möglich ist, sollte man die Fahrbahn oder den Seitenstreifen meiden. Gerade auf Autobahnen und Schnellstraßen ist es besser, hinter der Leitplanke zu laufen. Denn das letzte was in einer Notsituation gebraucht wird, ist ein Ersthelfer, der sich selbst in Gefahr bringt.

Mehrere Helfer koordinieren

Von Vorteil ist die Anwesenheit mehrerer Helfer. Dies ermöglicht die Aufteilung der Aufgaben. Das Absichern des Unglücksortes, die Bergung und Versorgung des Notfallpatienten sowie die Alarmierung des Rettungsdienstes können parallel und somit wesentlich rascher erfolgen. Wichtig dabei ist, dass einer der Anwesenden die Hilfsmaßnahmen koordiniert.

Tipp: Den anderen Helfern bei der Aufgabenverteilung in die Augen sehen und direkt ansprechen. Bei einem allgemeinen „jemand muss den Notarzt rufen“ wird sich im Zweifel niemand angesprochen fühlen.

Bei Unfällen immer ein Risiko: Feuer

Gerade wenn nach einem Unfall Benzin aus undichten Tanks oder Treibstoffleitungen austritt besteht eine erhöhte Brandgefahr. Sowohl die Fahrzeugelektrik als auch laufende Motoren können in einem solchen Fall ein Feuer entfachen. Aber auch die brennende Zigarette eines Passanten genügt, um auslaufendes Benzin zu entzünden.

Wenn möglich also immer einen Feuerlöscher bereithalten. Ein Pulverlöscher lässt sich auch zum Löschen brennender Menschen nutzen. Achten Sie darauf, diesen nicht in Richtung des Gesichts des Betroffenen zu halten.

Einen Notruf richtig absetzen

Die Notrufnummer in Deutschland lautet 112. Wird stattdessen die 110 gewählt, leitet die Polizei die Informationen an die nächste Rettungszentrale weiter. Übrigens gilt die 112 in allen Mitgliedsstaaten der EU als Notrufnummer.

Bei einem Notruf sind die sog. fünf W-Fragen entscheidend:

  • Was ist geschehen?
  • Wo ist es passiert?
  • Wie viele Verletzte gibt es?
  • Welche Verletzungen liegen vor?
  • Warten auf Nachfragen.

Legen Sie auf keinen Fall auf, bevor die Rettungsleitstelle es Ihnen erlaubt. Die Retter könnten auf weitere Informationen von Ihnen angewiesen sein. Bei häuslichen Notfällen sollte der Rettungsdienst außerdem darüber informiert werden:

  • Wie er den Notfallort am schnellsten erreicht.
  • In welchem Stock sich dieser beispielsweise befindet.
  • Welcher Name an der Klingel steht.

Bewusstlosigkeit und stabile Seitenlage

Haben Sie den Notruf erfolgreich abgesetzt, gilt bei mehreren Verunfallten die Aufmerksamkeit zunächst den Verletzten, die ganz still sind, da hier eine Bewusstlosigkeit vorliegen kann.

Bei Besinnungslosen ist es unbedingt erforderlich, die Atmung zu kontrollieren. Dazu wird zum Beispiel die eigene Wange an Nase und Mund des Verunglückten gelegt und geprüft, ob der Atemzug auf der Haut spürbar ist. Außerdem sollte der Helfer schauen, ob der Brustkorb des Patienten sich hebt und senkt.

Ist dies der Fall, folgt als Nächstes die Umlagerung in die stabile Seitenlage. Das ist deshalb sinnvoll, weil aufgrund fehlender Schutzreflexe während der Bewusstlosigkeit die Zunge in Rückenlage in den Rachen rutschen und damit die Atemwege blockieren kann. Auch das Eindringen von Blut und Erbrochenem lässt sich auf diese Weise verhindern. Wichtig ist, in der Seitenlage den Kopf zu überstrecken.

Was tun bei Atemstillstand?

Atmet der Patient nicht selbstständig, muss der Ersthelfer möglichst schnell mit der Herzdruckmassage beginnen. Dafür drückt er mit übereinandergelegten Händen den Brustkorb des Verletzten etwa in der Mitte circa fünf Zentimeter tief ein. Diese Bewegung wird mit einer Frequenz von 100-mal pro Minute wiederholt. Der klassischen Empfehlung zufolge werden nach 30 Stößen zwei Atemzüge in die Nase oder den Mund des Betroffenen geblasen.

Wer sich nicht dazu in der Lage sieht, führt einfach die Druckmassage fort. Dadurch wird die weitere Durchblutung des Gehirns gewährleistet. Die Herzdruckmassage erfolgt so lange, bis der Bewusstlose zu sich kommt oder die Rettungssanitäter die Reanimation übernehmen. Diese Maßnahme ist sehr anstrengend. Daher ist es ratsam, sich dabei abzuwechseln.

Soll der Helm ab oder nicht?

Handelt es sich bei dem Verunglückten um einen Motorradfahrer, stellt sich vielen Helfern die Frage, ob der Helm abgenommen werden sollte oder nicht. Entgegengesetzt der früheren Meinung, dass dieser möglichst auf dem Kopf bleiben muss, um Querschnittslähmungen zu vermeiden, gehen die Experten mittlerweile davon aus, dass dieses Risiko relativ gering ist.

Insbesondere bei Bewusstlosigkeit ist das Entfernen des Helms zwingend erforderlich. Nur so sind eine sachgerechte Lagerung und Wiederbelebungsmaßnahmen durchführbar. Vorzugsweise arbeiten beim Abnehmen des Kopfschutzes zwei Ersthelfer zusammen. Während der eine vorsichtig den Helm vom Kopf des Verunglückten zieht, stabilisiert der andere dessen Nacken.

Was ist noch zu tun?

Ist die Atmung sichergestellt, folgt das Stillen stärkerer Blutungen durch einen Druckverband, durch Abdrücken oder, in Ausnahmefällen, durch Abbinden. Offene Wunden werden wie vorgefunden keimfrei abgedeckt.

Oft erleiden die Betroffenen einen Schock. Dieser zeigt sich durch blasse Haut, starkes Schwitzen oder Zittern. Dann empfiehlt es sich, die Beine des Verunglückten hoch zu lagern und diesen mit einer Decke oder der im Verbandskasten enthaltenen Rettungsfolie zuzudecken und so zu wärmen. Der Ersthelfer sollte beruhigen und trösten. Oft genügt bereits die Versicherung, dass jemand da ist und das bald Hilfe eintreffen wird.





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