Als sich Schauspielerin und Mehrfachmutter Angelina Jolie 2013 aus Angst vor Brustkrebs beide Brüste hat abnehmen lassen, bekam das Thema neue Aufmerksamkeit. Dabei sollte es nicht nur aktuell sein, weil ein eine Prominente so radikal gehandelt hat. Brustkrebs ist immer noch die häufigste Krebsart bei Frauen, etwa jede 9. Frau in Deutschland erkrankt einmal in ihrem Leben daran. Erfahren Sie hierwichtige Fakten zum Thema Brustkrebs und wann es sinnvoll ist, sich testen zu lassen.
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Bild: “Angelina Jolie” von Gage Skidmore. Lizenz: CC BY 2.0


Angelinas Geschichte

In Angelina Jolies Familie ist der Brustkrebs, medizinisch Mammakarzinom, allgegenwärtig. Als sowohl ihre Tante als auch ihre Mutter früh erkrankt sind und die Mutter bereits gestorben war, entschied sie sich, gegen das Schicksal zu wappnen und dem Krebs zuvorzukommen, indem sie das gefährdete Brustgewebe amputieren und durch Kunstimplantate ersetzen lies. Außerdem kündigte sie an, sich auch die Eierstöcke entfernen zu lassen. Kurz nach dem radikalen Eingriff erlag auch ihre Tante dem Krebs.

Als die damals 37-jährige sich zu dem Schritt entschied, sagten ihr die Ärzte ein Brustkrebsrisiko von 87% voraus. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% würde sie außerdem an Eierstockkrebs erkranken. In einem Artikel in der New York Times erklärte sie später, dass sie ihren Kindern die Sicherheit geben wollte, sie nicht an Brustkrebs zu verlieren. Durch die Operation verringerte sich das Brustkrebsrisiko auf 5%. Eine Entfernung der Eierstöcke und Gebärmutter kündigte sie ein Jahr später an.

Diese Gene können verantwortlich sein

Angelina Jolie war Trägerin des BRCA1-Gens, einem Breast Cancer Gen, welches die Wahrscheinlichkeit für ein Mammakarzinom erheblich erhöht. Von diesen Genen gibt es noch ein zweites, das BRCA2. Beide werden autosomal dominant vererbt, das bedeutet dass es schon ausreicht, wenn ein Genort verändert ist. Die Ausbruchswahrscheinlichkeit, wenn man Genträger ist, ist somit sehr hoch.

Die BRCA-Gene sind sogenannte Tumorsuppressorgene, das bedeutet sie kodieren im gesunden Zustand für Proteine, die dafür sorgen, dass entartete Zellen sich nicht weiter vermehren können. Bei einer Mutation geht diese Kontrollfunktion verloren, und Tumorzellen können sich leichter ausbreiten. Mittlerweile gibt es genetische Tests, die diese Genmutationen nachweisen können. Ob ein Test empfohlen ist oder nicht, wird daran gemessen wie viele Frauen in der Familie an Brust- oder Eierstockkrebs erkrankt sind und in welchem Alter. Für Angehörige einer solchen Risikofamilie wird der Test übernommen. Er ist vollkommen freiwillig.

Bei BRCA-Veränderungen in der Familie ist das genetische Risiko am höchsten. Andere Genveränderungen treten auch nicht-familiär, also sporadisch auf, und erhöhen die Anfälligkeit für Brustkrebs. Bei diesen Genen ist der Zusammenhang mit Brustkrebs weniger eindeutig. Dennoch wurden mittlerweile einige Gene identifiziert, wie das FGFR2 und verschiedene andere Tumorsupressorgene.

Brustkrebs – der „Normalfall“

Allerdings muss man beachten, dass der weitaus größte Teil von Brustkrebs sporadisch auftritt, d.h. ohne Vererbung und familiären Hintergrund. Die oben beschriebenen Genmutationen machen nur etwa 5% der Fälle von Brustkrebs aus. Ein Grund zur Panik besteht aus diesem Grund nicht. Die wichtigste Früherkennungsmaßnahme ist nach wie vor die Mammographie, die in Deutschland für Frauen von 50-69 als Screeninguntersuchung angeboten wird. Während diese Untersuchung die Sterblichkeit nachweislich senkt, gibt es leider keine Evidenz dafür, dass das klassische Abtasten der Brust einen Einfluss auf die Sterblichkeit hat. Als einfache Maßnahme, die man leicht zuhause durchführen kann, sollte man dennoch nicht darauf verzichten.

Zu den nicht-genetischen Risikofaktoren von Brustkrebs zählen Adipositas, eine späte Menopause und ein frühes Eintreten der Regelblutung, und wenn bereits eine andere Krebsarten wie Eierstockkrebs oder Darmkrebs vorhanden sind. Faktoren, die das relative Risiko für die Entwicklung eines Mammakarzinoms senken, sind Geburten, Stillen über 4 Wochen und umgekehrt zu oben ein spätes Eintreten der Regelblutung und eine frühe Menopause.

Das erklärt man sich dadurch, dass Geschlechtshormone wie Östrogen, die während der Regel zyklisch ausgeschüttet werden, das Wachstum von Tumoren beeinflussen. Deshalb ist  Brustkrebs in Entwicklungsländern auch kaum vertreten. Für die Synthese von Geschlechtshormonen muss der Körper genügen Fettreserven bereitstellen, sonst fällt die Regel aus. Deswegen haben die Frauen dort seltenen die Regel und minimieren damit das Risiko für ein Mammakarzinom.



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