Auch im E-Learning dreht sich die Welt jeden Tag ein Stückchen weiter und bringt neue technologische Entwicklungen und Trends hervor. Damit Sie nicht den Überblick verlieren, stellen wir Ihnen zehn aktuelle Technologie-Themen im E-Learning vor.
Tipp: Wollen Sie die Weiterbildungskosten in Ihrem Unternehmen reduzieren? Dann informieren Sie sich über unsere Online-Weiterbildungsangebote und fordern Sie eine kostenlose Live-Demo an.


1. Big Data und Learning Analytics

Eigentlich ist der Weg zur Optimierung von E-Learning mit Hilfe von Big Data nicht weit, und trotzdem mussten einige Jahre ins Land gehen, um daraus einen Trend werden zu lassen. Denn die Teilnehmer von Onlinekursen generieren fast nebenbei eine riesige Datenmenge, die man als Anbieter oder betrieblicher Nutzer zur Analyse verwenden kann.

Wieviel Zeit braucht es, um Kurse zu absolvieren und mit welchem Erfolg? Wie geht der Nutzer beim Lernen vor, was kommt gut an, was nicht? Wie fällt das Feedback aus? Diese und noch viel mehr Fragen lassen sich mithilfe von Big Data und Learning Analytics beantworten, wenn sie zur richtigen Zeit am richtigen Ort zur richtigen Person gelangen.

2. Return on Investment

Die Frage nach der Wirtschaftlichkeit und dem tatsächlichen Nutzen von Weiterbildungen treibt auch die Personalabteilungen der Unternehmen um, die ihr Geld schließlich nutzbringend investiert wissen wollen. E-Learning-Anbieter reagieren jetzt mit etwas, dass es in der Betriebswirtschaft schone lange gibt: dem Return on Investment, also dem Verhältnis von eingesetztem Kapital zum Gewinn für das Unternehmen.

Gar nicht so einfach zu berechnen; schließlich spielen unterschiedlichste Faktoren inhaltlicher, technologischer und logistischer Art eine Rolle. Am Ende zählt, ob und was beim Lernenden hängen geblieben ist, und wie das nutzbringend für den Betrieb eingesetzt wird.

3. Gamification

Der spielerische Ansatz im E-Learning ist und bleibt auch für erwachsene Weiterbildungswillige ein Trend. Gamification nutzt den natürlichen Siegerwillen, um die Motivation und das Involvement des Lernenden zu erhöhen. Unter Einsatz von Fortschrittsanzeigen, Level, Punktsystemen und Wettbewerben werden die Lerninhalte vermittelt — so weit, so alt.

Neu ist in diesem Jahr, dass Gamification nicht nur den Einzug in die Kurse findet, sondern immer auch dann, wenn Probleme im Betrieb gelöst werden sollen. Es geht nicht mehr nur um das Lernen, sondern auch um den Einsatz im alltäglichen Arbeiten, sowohl nach innen als auch nach außen, zum Beispiel bei Produktpräsentationen.

4. Customizing

Keiner lernt wie der andere — dieser Tatsache wird der Personalisierungstrend im E-Learning gerecht. Je nach Kenntnislage, Interesse und Motivation sollen zukünftige Kurse ganz individuell hinsichtlich ihrer Länge, Intensität, ihrer Vernetzung mit anderen Teilnehmern sowie der inhaltlichen und gestalterischen Form angepasst werden können. Das funktioniert nur, wenn nicht nur der Teilnehmer lernt, sondern auch das Lernsystem im Hintergrund. Künstliche Intelligenz ist hier das richtige Stichwort.

5. M-Learning

Mobile Learning ist eine Konsequenz aus der Selbstverständlichkeit, dass so gut wie jeder heutzutage mindestens ein mobiles Endgerät nutzt, sei es Smartphone, Notebook oder Tablet. Warum sollte man auch seine Lerninhalte nicht überall mit hinnehmen können?

Die Aufbereitung und Präsentation der Inhalte muss sich dabei an die veränderten Rahmenbedingungen (Zeit- und Ortsungebundenheit, kleinere Bildschirme, geringere Aufmerksamkeitsspanne etc.) anpassen. Ein großer Vorteil: das Lernen ist so besser in das Leben und Umfeld des Einzelnen integrierbar.

6. Augmented Learning

Eng verbunden mit dem Mobile Learning ist das Augmented Learning, also das Lernen im eigenen Umfeld. Realisiert wird das momentan durch GPS-Tracking oder QR-Codes, die zu passenden Lerninhalten führen, wenn man sich am richtigen Ort aufhält. Neueste Beispiele für das zugehörige „Wearable Learning“ ist die Apple Watch, die auch Körperdaten misst.

Die Erweiterung realer Lerninhalte um virtuelle, computergenerierte Zusatzinformationen ermöglicht ein vorher nicht gekanntes Learning-on-the-job, das sich als besonders effektiv herausstellen könnte. Welche neuen Technologien hier bald ihren Einsatz finden, bleibt abzusehen — ein spannendes Feld!

7. Application Programming Interface

Application Programming Interface, kurz API, ist der englische Begriff für Programmierschnittstellen, die einen Austausch und die Weiterverarbeitung von Daten zwischen Programmen und Webseiten ermöglichen. Im E-Learning sind solche Schnittstellen anwendbar für die Verwaltung neuer User, für Meldungen bei abgeschlossenen Kursen, für Share-Funktionen und auch für den Newsletterversand.

APIs sind also vor allem für E-Learninganbieter wichtig, weil sie eine bessere Organisation und Vernetzung und damit auch einen besseren Service gegenüber ihren Kunden anbieten können.

8. Corporate MOOCs und Minimum Viable Courses

Corporate Massive Open Online Courses, auch COOCs abgekürzt, sind eine betriebsbezogene Antwort auf die MOOCs im universitären Bereich. Derartige Onlinekurse für Mitarbeiter eines Unternehmens zugänglich zu machen oder neu zu konzipieren, ist mittlerweile keine Neuigkeit mehr.

Doch immer häufiger werden solche COOCs auch für das Recruiting sowie für Verkäufer- und Kundenschulungen eingesetzt. Eine andere Variante: gebrandete MOOCs für den akademischen Bereich im Rahmen von Kooperationen mit Hochschulen, also der Onlinekurs als Marketingmaßnahme.

Und weil Zeit Geld ist, verkürzen sich Produkteinführungszeiten in Form von Minimum Viable Courses (MVC). Knackige Module, die Wissen auf den Punkt genau zur Verfügung stellen, werden erst nach und nach zum kompletten Training ausgeweitet.

9. School as a Service

Nachdem man nun schon seit einiger Zeit beobachten kann, wie Unternehmen zu Verlegern und Produzenten geworden sind (Beispiel: das testosterontriefende Lifestylemagazin „Red Bulletin“ vom Getränkehersteller und Sportsponsor Red Bull), überträgt sich die DIY-Mentalität in Form von School as a Service (SaaS) auch auf das E-Learning.

Vor allem größere Firmen werden eigene Akademien, Programme und Abschlüsse entwickeln, um nicht nur die eigenen Mitarbeiter und Kunden fortzubilden, sondern um letztendlich auch ein weiteres Argument für die eigene Arbeitgebermarke zu generieren und potenzielle Bewerber anzulocken.

10. IT-Sicherheit

Doch bei all der Aufbruchstimmung sollte sich ein Thema stets mitentwickeln: eine sichere IT-Umgebung. Zum Selbstschutz vor Hackerangriffen und Datenmissbrauch reicht nicht mehr nur eine Firewall. Andere Tools zur Prüfung des Risikos und Schadensbegrenzung finden darüber hinaus ihren Einsatz. Learning Management Systeme verfügen verstärkt auch selbst über derartige Mechanismen.

Quellen

John Laskaris: eLearning Trends to Follow in 2015. via talentlms

Vicki Kunkel: Top 8 eLearning and EdTech Trends for 2015. via elearningindustry

IMC Trend Guide: Technologie-Trends 2015. via IMC AG

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Ein Gedanke zu „Die 10 spannendsten Technologie-Trends im E-Learning 2015

  • Tim

    Hallo,

    schöne Übersicht und eingängliche Erklärungen – vielen Dank für den Artikel! 🙂

    Die Berechnung des ROI halte ich auch für schwierig. Man müsste dazu schon ein großes Spektrum konkreter Kennzahlen festlegen, weil Lernfortschritt nur sehr statisch messbar ist, die Nachhaltigkeit der Fortbildungsmaßnahmen aber im Fokus stehen sollten. Zumindest sehe ich das so.

    Bei dem Ansatz „School as a Service“ kommt der Qualitätssicherung eine Schlüsselrolle zu. Welche Akademien arbeiten seriös und unabhängig? Wie bekommt man ausgezeichnete Dozenten? Was ist solch ein Abschluss später wert?

    Viele Grüße
    Tim