Im Web 2.0 wird Partizipation großgeschrieben. Die Möglichkeiten, das World Wide Web selbst mitzugestalten, stößt gerade bei der jungen Generation auf große Begeisterung. Auch im Bereich des Sprachunterrichts ist man auf die neuen Medien aufmerksam geworden. Hier erfahren Sie, wie Sie kreative Lernsituationen von Social Media Communities gewinnbringend in Ihren Unterricht integrieren.
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Sprachunterricht

Bild: “OK, you see that I’m just chatting.” von Jannis Andrija Schnitzer. Lizenz: CC BY-SA 2.0


Allgemeine Anforderungen an den Sprachunterricht

Neben einem reichen Wortschatz in der Fremdsprache möchten Sie den Lernenden auch kommunikative Fähigkeiten vermitteln. Hierfür gilt es, Anlässe zur Sprachaufnahme und Sprachproduktion zu schaffen. Dies geschieht durch die Übung im Hör- und Leseverstehen einerseits und in der Schreibfertigkeit andererseits.

Authentische Lernsituationen wirken sich positiv auf die Motivation aus. Die Lernenden machen sich mit Ausdrucksmitteln vertraut, die tatsächlich in der Alltagskommunikation angewendet werden können.

Facebook & Co.: Das bietet die Kommunikation

In einer Social Media Community haben registrierte Nutzer die Möglichkeit, ihr eigenes Profil zu erstellen – eine moderne Art des Steckbriefs – und die Profile anderer Nutzer einzusehen. Die Kommunikation erfolgt über private Nachrichten oder öffentlich sichtbare Posts. Entsprechend ihren Interessen können sich Nutzer in Gruppen zusammenfinden. Räumliche Distanzen verlieren an Bedeutung: Menschen aus allen Teilen der Welt können miteinander in Kontakt treten.

Für die Kommunikation eignen sich soziale Netzwerke wie Facebook und Google+. Hier kann mit einzelnen Mitgliedern der Community oder innerhalb einer Gruppe diskutiert werden.

Am Beginn der Arbeit mit sozialen Netzwerken im Sprachunterricht steht das Erstellen der persönlichen Profile der Lernenden. Hier ist die richtige Verwendung von Vokabeln gefordert. Die Präsentation der eigenen Persönlichkeit bietet viel Raum für Kreativität, da sowohl mit Text- als auch Bildmaterial gearbeitet werden kann.

Chatten simuliert das echte Gespräch

Je nach Projekt können die Lernenden nun versuchen, über bestehende Kontakte oder Gruppen mit anderssprachigen Mitgliedern zu kommunizieren. Die „Unterhaltung“ über Social-Media-Kanäle steht der gesprochenen Sprache sehr nahe. Beachten Sie aber, dass es durch das Fehlen von Elementen der nonverbalen Ebene (Gestik und Mimik) und durch die Nicht-Muttersprachlichkeit mindestens eines Teilnehmers, leicht zu Missverständnissen kommen kann.

Im Chat müssen die Teilnehmer eine Nachricht schnell verstehen und spontan darauf reagieren. Die Hemmschwelle, sich in einer Fremdsprache zu äußern, ist im Chat geringer als in der mündlichen Kommunikation. Der Teilnehmer hat mehr Zeit, sich mit einer erhaltenen Nachricht auseinanderzusetzen. Zudem trägt die Visualisierung zum genaueren Verständnis des Inhalts bei.

Auch für die Formulierung der Antwort steht mehr Zeit zur Verfügung als im realen Gespräch. Der Teilnehmer kann sich länger auf die Wahl der richten Worte und die grammatische Form konzentrieren. Zudem wird er sich das Geschriebene wahrscheinlich noch einmal durchlesen, bevor er auf den Senden-Button klickt. So können Fehler entdeckt und korrigiert werden.

Wer mit Muttersprachlern kommuniziert, profitiert von authentischem Sprachmaterial. Diesen Vorteil können beide Seiten nutzen, indem sie eine so genannte Tandem-Partnerschaft eingehen. Voraussetzung hierfür ist, dass die Muttersprache des einen Teilnehmers jeweils der zu lernenden Fremdsprache des anderen Teilnehmers entspricht. Es wird dann abwechselnd in beiden Sprachen kommuniziert, sodass beide voneinander lernen können.

Abseits von Facebook gibt es noch mehr zu entdecken

Auch die Nutzung von Blogs bietet sich für den Fremdsprachenunterricht an. Die Lernenden können unterrichtsbezogene Inhalte erstellen und sie einer geschlossenen Gruppe oder auch der Öffentlichkeit zugänglich machen. Dazu eignet sich Open-Source-Software wie WordPress oder LifeType.

Auf verschiedenen Multimediaportalen können Sie Unterrichtsprojekte der Öffentlichkeit präsentieren. Videos können auf YouTube oder Vimeo hochgeladen werden, Fotos auf Flickr, Podcasts auf Podster.

 

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