Sie sehen eher nach chemischen Verbindungen oder den Namen hochrangiger Raumschiff-Offiziere aus, sind aber lediglich etwas sperrige Abkürzungen für Onlinekurse in verschiedenen Ausführungen. Was sie bedeuten und welche Variante für Sie die Richtige ist, erfahren Sie hier.
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hier lernen menschen in einem cafe

Bild: “Learning session” von Per Gosche. Lizenz: CC BY 2.0


MOOC – der junge Klassiker

Mit den MOOCs fing alles an. Seit 2008 gibt es die Massive Open Online Courses, die im Jahr 2012 weltweite Bekanntheit erlangten, als die Stanford University in Kalifornien erste Onlinekurse einer breiten Masse zur Verfügung stellte. Seitdem sind sie aus vielen Hochschulen nicht mehr wegzudenken.

MOOCs sind per Definition „Massive“, weil ein großes Publikum das Angebot wahrnehmen kann und „Open“, weil praktisch jedermann kostenfrei teilnehmen darf. Dazu braucht er lediglich einen Internetzugang, denn es handelt sich um „Online“-Kurse, die ausschließlich über digitale Kanäle stattfinden.

„Course“ bedeutet in diesem Sinne auch, dass es feste Termine mit Anfangs- und Endzeiten, Anmeldelisten, Moderation und Tests gibt.

Wo die MOOCs geboren wurden, sind sie auch am meisten vertreten: Lernanbieter kommen hauptsächlich aus den USA, gefolgt von Indien und China. Sie heißen Coursera, UdaCity oder Edx und waren der Bildungsknaller im Jahr 2012.

Lernerfolge basieren bei MOOCs auf dem eigenen Lernwillen, da es aufgrund der offenen und dezentralen Infrastruktur und den damit einhergehenden großen Teilnehmerzahlen keine individuelle Betreuung oder Kontrolle geben kann. Man muss schon selbst lesen, kommentieren, Fragen stellen und in Foren diskutieren – dementsprechend sind auch die Abbruchquoten recht hoch.

COOC – als Unternehmen die Online-Weiterbildung entdeckten

Während MOOCs eher im universitären Bereich angesiedelt sind, hat das Interesse an einem Ableger zugenommen: den sogenannten Corporate Open Online Courses, d. h. Kursen im Unternehmensumfeld. Die Art und Weise der Nutzung sowie Weitergabe von Expertise im Betrieb sind ständige Themen in den HR-Abteilungen, sodass COOCs ein passendes Element in der Weiterbildung darstellen können.

Warum? Weil die Merkmale der MOOCs gut für betriebliche Weiterbildungen anwendbar sind: die Semi-Synchronität, das Kursdesign, die Zertifikate und weitere. Ausführlich beleuchtet dies Forbes-Autorin Jeanne Meister in ihrem Artikel „How MOOCs Will Revolutionize Corporate Learning And Development“.

Ein Beispiel für einen aktuellen COOC ist der „Magenta MOOC – Share Your Entrepreneurial Spirit“, der von der Deutschen Telekom in Zusammenarbeit mit der Leuphana Digital School initiiert wurde.

Hinzu kommen Vorteile wie vergleichsweise niedrige Kosten, die Nutzung moderner Technologien und Ideen (Clouds, Gamification etc.) sowie die Weiterentwicklung der Lernerfahrungen.

Die Nutzung von Corporate Open Online Courses für die betriebliche Weiterbildung setzt jedoch voraus, dass sich die Verantwortlichen im Betrieb intensiv mit der Thematik auseinandersetzen – viele Fragen gilt es zu klären:

  • Welches Budget steht zur Verfügung? (Zertifikate kosten z. B. Geld)
  • Welcher Lernanbieter wird ausgewählt?
  • Wie können maßgeschneiderte Kurse aussehen?
  • Wie tragen COOCs zum Employer Branding bei?
  • Wie kann man den Lernprozess im Sinne von Big Data zur Weiterentwicklung der allgemeinen betrieblichen Weiterbildung nutzen?

Das Learning Solutions Magazine hat kürzlich herausgestellt, worauf man bei der Konzeption von COOCs achten muss, um ein möglichst hohes Lernengagement der Mitarbeiter zu erzielen. Die „Seven C’s“ sollen sich positiv auf die Motivation der Lernenden auswirken, mit welcher der Erfolg von COOCs letzten Endes steht oder fällt:

  1. Content: Mehrwert für den Nutzer und vertrauenswürdige Quellen
  2. Context: auf den Arbeitsplatz und auf Kundschaft abgestimmte Lerninhalte
  3. Curation und Co-Creation: Rückmeldungen und Reaktionen auf Fragen und Themen der Lernenden
  4. Communication: Kontinuierliche, aber bewusste Kommunikation mit den Lernenden
  5. Collaboration: Gruppenarbeiten, Kommentar- und Like-Funktionen
  6. Competition: z. B. Levels erreichen, Punkte sammeln, Vergleiche anstellen
  7. Certification: Ausgabe von Teilnahmeurkunden, Zertifikaten und ähnlichem

Hinzu kommt der Aspekt der Exklusivität. Wer aufgrund seiner beruflichen Position oder Ausrichtung – etwa als Sales Manager – zu einem entsprechenden Kurs eingeladen wird, sieht sich eher in der Pflicht, ihn auch erfolgreich zu absolvieren.

SPOC – Klasse statt Masse

Wenn man von MOOCs und COOCs spricht, darf man die SPOCs nicht vergessen, Small Private Online Courses sind die kleinen Brüder der großen Massenangebote.

Sie werden sowohl für berufliche als auch für private Fortbildungszwecke genutzt und zeichnen sich durch ihre beschränkte Teilnehmerzahl, Kursgebühren und damit geringere Abbruchquoten als bei MOOCs aus.

Zusammenfassung

Welche Form der Onlinekurse für einen selbst die Richtige ist, hängt hauptsächlich vom eigenen Lernwillen und -ziel, vom Budget und von der gewünschten Betreuung sowie Zertifizierung ab.

Quellen

Jeanne Meister: How MOOCs Will Revolutionize Corporate Learning And Development via Forbes

Seven “C”s Ensure Learner Engagement in Corporate MOOCs via Learning Solutions Magazine

Leuphana Premiere: Corporate MOOC with Deutsche Telekom via Leuphana Digital School

 

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