Bei manchen Dingen im Unileben ist man einfach uneins. Das gilt auch für Ulrike und Stefan von Lecturio. Doch anstatt ihre Streitigkeiten in einem Bürokrieg ausarten zu lassen, tragen sie das lieber ab jetzt regelmäßig hier im Blog aus. Heute: Wie sinnvoll ist ein Auslandssemester?

Pro

„In Indien habe ich das Leben aus einer anderen Sichtweise kennen gelernt: Deutscher Ordnungswahn trifft auf indisches „Wird schon schief gehen“. Aber das gehört auch dazu. Bei einem Auslandssemester geht es nicht um akademische Erfolge, es geht vor allem ums richtige Leben. Denn nicht in der Uni lernt man die Dinge, die man braucht, sondern im alltäglichen Leben. Gerade im Studentenalter kann man noch wichtige Impulse für die persönliche Entwicklung bekommen.

Stefan von Lecturio

Stefan von Lecturio

Nicht umsonst heißt ein japanisches Sprichwort: „Schicke das Kind, das Du liebst, auf Reisen.“ Denn hier kann es viel lernen. Ich selbst hatte mir nur schwer vorstellen können, irgendwann vor dem Taj Mahal zu stehen oder mit der Rikscha durch Mumbai zu düsen – bis es soweit war. Das sind Geschichten, die ich noch meinen Enkeln erzählen werde. Hinzu kommen die neuen Freunde. Es ist verblüffend: Obwohl Menschen am anderen Ende der Welt leben, haben sie die gleichen Interessen wie jemand aus Deutschland.

Andere Sprache, fremde Kultur, Freunde und Familie die fehlen. Natürlich gab es auch Momente, in denen ich gerne nach Hause gewollt hätte. Aber auch das gehört dazu! Seine eigenen Grenzen austesten, die Zähne zusammenbeißen und auch mal scheitern – und letztendlich doch mit dem guten Gefühl heimzukehren, etwas Wichtiges gelernt zu haben.“

Contra

„Ich war nicht im Ausland. Nicht weil ich nicht konnte, sondern weil ich nicht wollte. Ich sehe einfach keinen Sinn darin. Natürlich kann man jetzt sagen ,Ein Auslandssemester macht sich gut im Lebenslauf und hilft später bei der Jobsuche‘. Aber wo ist das Alleinstellungsmerkmal, wenn plötzliche alle ein Semester irgendwo anders studieren?

Ulrike von Lecturio

Ulrike von Lecturio

Dass man im Auslandsstudium wichtige Qualifikation erwirbt, kann ich mir schwer vorstellen. Die Geschichten von Freunden und Bekannten drehen sich zu 85 Prozent um irgendwelche wilden Partys oder darum, wie schön der Strand war. Und das wissen nicht nur Studenten, sondern auch Personaler.

Zudem ist so ein Auslandssemester eine teure Sache. Natürlich gibt es innerhalb Europas die Erasmus-Förderung, aber der Betrag ist auch nur ein kleines Zubrot und reicht bei weitem nicht, um die Kosten zu decken. Und Auslands-Bafög gibt es auch nicht für jeden.

Da finde ich es besser, sich auf sein Studium in Deutschland zu konzentrieren. Hier kann man auch sicher sein, dass alle Kurse anerkannt werden und man nicht noch ein Semester dranhängen muss. Und wenn die Zeit doch nicht so wichtig ist, finde ich es sinnvoller, lieber ein Praxissemester zu machen. Da lernt man wirklich etwas, was man auch später gebrauchen kann. Feiern kann man schließlich auch in Deutschland!“

Was denkt ihr? Ist ein Auslandssemester sinnvoll oder verschwendete Zeit? Sagt uns in den Kommentaren oder auf Facebook was ihr denkt und entscheidet, wer von den beiden diese Runde im Lecturio Fight Club für sich entschieden hat.

 

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2 Gedanken zu „Lecturio Fight Club: Wie sinnvoll ist ein Auslandssemester?

  • Michael

    Was sind denn das für Contra Argumente?

    „Ich war nicht im Ausland (…) [aber] dass man wichtige Qualifikationen erwirbt, kann ich mir schwer vorstellen.“

    Das sagt doch eigentlich schon alles und man kann sich sparen, weiter zu lesen. Aber nein, es geht weiter mit:

    „Die Geschichten von Freunden und Bekannten drehen sich (…) [um] Partys und Strand (…)Feiern kann man schließlich auch in Deutschland!“

    Ich denke, dass es nicht unbedingt klug ist, sein Fazit für ein Auslandssemester aus Geschichten von Freunden zu ziehen. Mach dir doch einmal ernsthaft Gedanken darüber, was ein Auslandssemster alles bedeuten kann und in welche verschiedenen Richtungen es eingeschlagen werden kann. Natürlich wird in der Unvierstiät in Denpasar auf Bali fast ausschließlich Party gemacht und am Strand gelegen, aber bedeutet das gleich, dass dies überall der Fall ist? Ich denke eher nicht..

    Und weitere Argumente sind in deinem Fazit dann auch nicht mehr enthalten – Okay, dass die Kurse nicht angerechnet werden behauptest du. Aber das zeigt nur noch viel deutlicher auf, dass du dir keinerlei Gedanken darüber gemacht hast. Für ein Auslandssemester ist eine gründliche Planung im Voraus von Nöten und dazu zählt auch, dass man sich vergewissert, seine Kurse angerechnet zu bekommen.

    Ein Auslandssemester ist eine super Sache und ich kann nur jedem ans Herz legen, diese einmalige Chance zu nutzen. Hört nicht auf diese wenig durchdachten Gegenargumente. In erster Linie bringt es einen in der Persönlichkeitsentwicklung ungemein nach vorn. Die Prämisse wird immer die gleiche sein, egal wohin es einen zieht. Man ist alleine in einem neuen Land, weit weg von zu Hause. Es findet ein kultureller Austausch statt und wenn man es denn möchte, wird es auch Partys geben – Aber die stehen nicht im Vordergrund. Vielmehr geht es darum, auch mal etwas anderes zu sehen, als die gewohnte Heimat. Einmal in ein anderes Land einzutauchen und deren Sichtweisen kennen zu lernen und mit gleichgesinnten in Kontakt zu kommen.

    Vielleicht ist das auch nicht jedermanns Sache, aber dies kann man erst behaupten, wenn man es ausprobiert hat und nicht vom Hörensagen…

  • Ausflieger

    Auf der einen Seite braucht man kein Auslandssemester zu machen um Spaß zu haben oder am Strand zu liegen.
    Auf der anderen Seite ist es aber keine verschwendete Zeit!

    Denn welcher Student kann es sich erlauben ein Semester lang Urlaub zu machen?
    So hat man von beidem etwas: Sowohl den Spaß, die Erlebnisse und die unvergleichlichen Erfahrungen als auch die Kurse, die man einbringen kann um die Zeit nicht nachholen zu müssen.

    Wer ein Auslandssemester plant, sollte deshalb vorher in Erfahrung bringen, welche Kurse anerkannt werden und welche nicht!