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Jeder Unternehmer und jede Unternehmerin sollte sich heutzutage über die Gefahren des Internets informieren und den eigenen Betrieb entsprechend dagegen absichern. Viel zu groß ist die Chance, dass die Unwissenheit oder Unachtsamkeit von Hackern ausgenutzt wird. Die Konsequenzen sind meist hohe finanzielle Schäden und nicht selten der Verlust der Vertrauenswürdigkeit des Unternehmens. Welche Versicherungen es gibt und welche Sie abschließen sollten, lesen Sie hier.

Cyber-Kriminalität zum Thema machen

In einer Umfrage der Statista wurden Unternehmen weltweit befragt, wie oft sie in den letzten 12 Monaten von Cyber-Angriffen betroffen waren. Dabei gab knapp ein Drittel an, nur einmal angegriffen worden zu sein. 27 Prozent wurden zweimal zum Opfer einer Cyber-Attacke, die restlichen 39 Prozent mehr als dreimal. Grund dafür, dass fast 60 Prozent der Unternehmen nur ein- oder zweimal geschadet wurden, ist die Verbesserung der internen IT-Sicherheit, die häufig auf einen solchen Angriff folgt.

Besser als im Nachhinein aufzurüsten wäre es im Vorhinein über die digitalen Risiken zu diskutieren und sich zu überlegen, wie man sich dagegen absichern könnte. In einer weiteren Umfrage hatte fast die Hälfte der Befragten zugegeben, dass in ihrem Unternehmen die Gefahr eines Cyber-Angriffs überhaupt nicht zur Debatte steht. Dabei beliefen sich jedoch die daraus resultierenden finanziellen Schäden der letzten Jahre auf Beträge in zweistelliger Millionenhöhe.

Die Versicherungen-Grundlage

Bevor auf die Versicherungen eingegangen wird, die besonders sinnvoll für Unternehmen in digitalen Berufsfeldern sind, gilt es ein paar grundlegende Versicherungen abzuschließen. Diese sind für jeden Betrieb, egal ob digital oder nicht, von hoher Wichtigkeit und können im Fall des Falles einen möglichen Existenzverlust abwenden.

Neben der Krankenversicherung, die in Deutschland überdies eine Pflichtversicherung ist, sollte Ihr Unternehmen über eine Betriebs- und/oder Berufshaftpflicht, eine Geschäftsinhalteversicherung, einen Rechtsschutz sowie eine Vermögensschadenhaftpflicht verfügen.

Spezielle Risiken digitaler Berufe

Damit Sie und Ihre MitarbeiterInnen in Ihrem Handeln optimal geschützt sind, sollten Sie zudem digitale Risiken versichern. Den Beginn bildet hierbei die Mediahaftpflicht. Sie stellt die Basis-Versicherung für Unternehmen, Selbstständige oder Freelancer dar, die im Medien- und Kreativbereich tätig sind. Dazu zählen etwa Blogger, Fotografen, Copywriter, Werbetexter, aber auch PR- und SEO-Agenturen.

Aufgrund einer „All-Risk-Deckung“ beinhaltet sie eine Betriebs- und Berufshaftpflicht, eine Vermögensschaden- sowie eine Eigenschadenversicherung und schützt sowohl bei gesetzlicher als auch vertraglicher Haftung. Die Kosten werden individuell berechnet und hängen unter anderem vom Nettoumsatz, der Versicherungssumme und dem Risiko ab.

Im Versicherungsschutz inkludiert sind:

  • die Verletzung von Marken- und Urheberrechten
  • Fehler in der Programmierung oder Schadsoftware
  • Verstöße gegen Datenschutzregelungen
  • der Verlust von Daten
  • der Ausfall von Webseiten
  • das Versäumnis von Deadlines und darauffolgende Umsatzausfälle

Ein Beispiel, bei dem die Mediahaftpflicht zum Einsatz käme, sind Fehler bei der Produktion einer Marketing-Kampagne, wenn etwa die falsche Druckvorlage in Auftrag gegeben wird und somit doppelte Kosten entstehen.

Tipp für Start-Ups und ExistenzgründerInnen: Oftmals werden Rabatte angeboten, die speziell für Neulinge in der Branche gedacht sind. Aufgrund der fehlenden Erfahrung laufen diese nämlich ein höheres Risiko, Fehler zu begehen.

Individuelles Anpassen des Versicherungsschutzes

Die Mediahaftpflicht lässt sich anhand von zusätzlichen Versicherungsbausteinen erweitern und individuell an die Bedürfnisse des Unternehmens anpassen. Welche Erweiterungen es gibt und wann diese ratsam sind, wird anhand folgender Infografik veranschaulicht und im Folgenden nochmals genauer erklärt.

Der Abschluss einer M&A-Versicherung, also Versicherung für „Merger & Acquisitions“ macht dann Sinn, wenn Sie in nächster Zeit eine Fusion oder Zusammenschluss mit einem anderen Unternehmen planen.

Sie kommt zum Tragen, wenn

  • Garantien durch fehlerhafte Informationen zur Finanzsituationen des Fusionspartners verletzt werden
  • laufende oder zukünftige Rechtsverfahren nicht offengelegt wurden
  • das geistige Eigentum geschützt werden muss
  • Beihilfen rückgefordert werden 
  • Compliance-Fragen auftreten

Um die elektronischen Geräte und EDV-Anlagen im Eigentum des Unternehmens zu versichern, gibt es eine Elektronikversicherung. Sie übernimmt grundsätzlich die entstehenden Kosten bei Schäden durch Elementargefahren, Einbruchdiebstahl, Bedienungsfehler, Sabotage sowie Überspannung. Außerdem lässt sich die Grunddeckung nach Ihren persönlichen Bedürfnissen erweitern.

Wenn Sie im E-Commerce und Online-Vertrieb tätig sind, stehen Sie vor speziellen Risiken, die sich mittels einer Portal- und Webshop-Versicherung verringern lassen. Durch das Prinzip der „offenen Deckung“ werden die unterschiedlichsten Arten von Online-Portalen versichert, ohne eine ausschließende Liste nennen zu müssen. Geschützt wird bei Abmahnungen, Schadenersatzanforderungen, Produkthaftung und Eigenschäden durch Cyber-Kriminalität.

Folgen eines Cyber-Angriffs, wie etwa Datenverluste, können schnell existenzgefährdende Ausmaße annehmen. Eine Cyber-Versicherung hilft Ihnen und übernimmt die Kosten für die Wiederherstellung von Geschäftsdaten sowie eventuelle Ertragsausfälle resultierend aus einer Betriebsunterbrechung. Ebenso sind Schadenersatzforderungen durch Dritte mitversichert.

Bei Verstößen gegen die Datenschutzverordnung sorgt eine DSGVO-Versicherung dafür, dass die Kosten eines daraus folgenden Rechtsstreits, wie etwa Anwalts- und Gerichtskosten versichert werden.

Fazit: Versichert sicher arbeiten

Mit dem Wissen über ein Sicherheitsnetz in Form eines Versicherungsschutzes, der individuell an die Bedürfnisse Ihres Unternehmens angepasst ist, können Sie Ihren Tätigkeiten in Ruhe nachgehen und müssen sich keine Sorgen über die Risiken digitaler Berufe machen.

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