Soziale Netzwerke sind längst kein flüchtiger Trend mehr. Facebook, Twitter und Co. sind zum Massenmedium geworden und verändern unser Kommunikations- und Informationsverhalten. 74% der deutschen Internetnutzer sind in mindestens einem sozialen Netzwerk angemeldet. Deshalb ist es für moderne Unternehmen längst kein Geheimtipp mehr, dass sie über diese Plattformen am schnellsten Kontakt zu ihren Zielgruppen aufbauen können. Laut einer Studie des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (
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Bild: “Facebook Beachfront” von  mkhmarketing. Lizenz: CC BY 2.0

Bild: “Facebook Beachfront” von mkhmarketing. Lizenz: CC BY 2.0


BITKOM) lassen bereits die Hälfte der deutschen Unternehmen Social Media in ihre Marketingstrategien einfließen. Wir zeigen Ihnen, wie sie mit eigenen Mitteln und ohne eine große Marketing-Abteilung ihr Unternehmen erfolgreich auf Facebook repräsentieren können.

Darum Facebook

Der Social Media Examiner hat 2014 im Rahmen des „Social Media Marketing Industry Report“ 2800 Marketer befragt. 97 % der Interviewten gaben an, dass sie soziale Netzwerke als Marketingmethode nutzen. Twitter und LinkedIn lagen dabei auf den vorderen Plätzen. Klare Führung übernimmt jedoch Facebook.

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Kein Wunder! Denn von Jahr zu Jahr wachsen die Benutzerzahlen dieses Netzwerkes. Laut einer Erhebung auf dem Statistik-Portal statista hat Facebook mittlerweile 27,38 Millionen aktive Nutzer in Deutschland zu verzeichnen.

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Facebook ist deshalb der wichtigste Social Media-Kanal für Business-to-Consumer-Unternehmen (B2C), bei denen Transaktionen zwischen Privatpersonen und Anbietern stattfinden. Facebook bietet die besten Möglichkeiten das Image Ihres Unternehmens und den Kontakt zu bereits vorhandenen Kunden zu pflegen Die Studie des „Social Media Marketing Industry Report“ zeigt es deutlich:

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Der immense Erfolg entsteht durch den viralen Effekt des Portals. Der amerikanische Mathematiker Stephen Wolfram fand durch eine große Volkszählung heraus, dass jeder Facebook-Nutzer im Durchschnitt 342 Freunde hat. Die Likes, Comments und Shares, die ihre Fans auf Ihrer Unternehmensseite tätigen, sind auch für deren Freunde sichtbar. So haben Sie die Chance 342 potentielle Fans und spätere Kunden zu generieren.

Neben der Neukundengewinnung wird Facebook heute auch häufig für die Mitarbeiterakquise genutzt.

In 5 Schritten zur ansprechenden Facebook-Präsenz

Das Grundziel einer Facebook-Präsenz besteht darin, sich eine Basis aus Followern aufzubauen. Je mehr Follower sie haben, desto mehr Menschen erreichen Sie mit ihren Updates. Und dabei gilt: Sie erreichen diese Menschen gratis, müssen also nicht wie bei anderen Werbeformen für jede Impression oder Interaktion bezahlen. Sie haben ebenfalls die Möglichkeit, Ihre Reichweite mit Geldeinsatz zu erhöhen, dieser Beitrag fokussiert sich jedoch auf die Erzeugung sogenannter „organischer“ Reichweite. Im Wesentlichen verfolgen sie auf Facebook diese Ziele:

  1. Eine positive Assoziation mit ihrem Produkt zu erzeugen – und damit direkt oder indirekt die Umsätze zu erhöhen
  2. Sie erzeugen eine positive Assoziation ihrer Firma als Arbeitgeber – und möchten für Bewerber und ihrer Belegschaft als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen werden

Bevor Sie erste Erfolge verbuchen können, sollten Sie sich um den repräsentativen Look Ihrer Facebook-Seite kümmern. Dieser Prozess ist nach der Erstellung der Unternehmensseite längst nicht abgeschlossen. Denn die Pflege Ihrer Webpräsenz ist der wichtigste Faktor, um von Social Media-Tools zu profitieren.

Um den Traffic der firmeneigenen Facebook-Seite ankurbeln, können Sie einfach diese 5 Schritte beherzigen. So wird Ihre Unternehmensseite nicht zur trostlosen Fan-Wüste verkommen.

Schritt 1: Definieren sie ihre Identität

Im Wesentlichen kann ihre Facebook-Seite diese Ziele verfolgen:

  1. Eine positive Assoziation mit ihrem Produkt zu erzeugen – und damit direkt oder indirekt die Umsätze zu erhöhen
  2. Sie erzeugen eine positive Assoziation ihrer Firma als Arbeitgeber – und möchten für Bewerber und ihrer Belegschaft als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen werden

Es ist durchaus gängige Praxis, verschiedene Facebook-Präsenzen für diese Bereiche zu etablieren, da sich die Anforderungen und Inhalte doch stark unterscheiden. Wenn Sie nur eine Seite betreiben wollen, sollten Sie sich auf eine Identität fokussieren. Lieber eine relevante Zielgruppe ganzheitlich ansprechen als 2 Zielgruppen nur zur Hälfte.

Schritt 2: Fakten zu ihrem Unternehmen „knackig“ verpacken

Um Aufmerksamkeit zu erregen und einen positiven und vor allen Dingen seriösen Eindruck zu vermitteln, sollten Sie Ihr Unternehmen in der Rubrik „Informationen“ konkreter beschreiben.

Ein rechtssicheres Impressum sollte ebenfalls an dieser Stelle eingefügt werden. Neben den Kontaktdaten des Webseitenbetreibers sollten auch die Verantwortlichen für Text und Bild mit ihrem Namen und ihrer Anschrift aufgelistet werden.

Geben Sie die Rechtsform Ihres Unternehmens an. Falls sich eine AG, KGaA oder GmbH mit beschränkter Haftung in Abwicklung oder Liquidation befindet, muss das ebenfalls erwähnt werden!

Ihre Registernummern (z.B. Handelsregister / Genossenschaftsregister etc.) und Steuer-Identifikationsnummern gehören auch ins Impressum.

Mittlerweile finden Sie für die Erstellung eines Impressums kostenlose Generatoren im Internet.

Sie können aber auch einen Link zum Impressum Ihrer firmeneigenen Webseite und einen Anfahrtsplan einzufügen wie z.B. die Haufe Akademie:

Haufe Akademie Impressum FB

Doch nicht nur Fakten, sondern auch ein ansprechender Text kann Interesse für Ihr Unternehmen wecken. Sennheiser beschreibt sich im Informationstext nicht nur als Produzent von Mikrofonen und Kopfhörern, sondern als Übermittler von purer Emotion und Soundgenuss. Der Leser des Textes findet so einen persönlichen Zugang und erhält einen Eindruck mit welcher Leidenschaft die Verarbeitung des Produktes umgesetzt wird.

Impressum

Schritt 3: Verpassen Sie ihrer Facebook-Seite einen ansprechenden Look

Bevor ein Benutzer wirkliches Interesse an Ihrer Unternehmensseite zeigt, muss der erste Eindruck auch bei kurzem Blick einladend sein und einen Wiedererkennungswert haben.

Als Unternehmen bietet es sich grundsätzlich an, das Logo als Profilbild einzusetzen. Es muss mindestens 180×180 Pixel groß sein und sollte einen schlichten Hintergrund haben. Das Profilbild ist vorerst wichtiger als das Titelbild, weil es dem Benutzer im Stream als Thumbnail (quadratisches Vorschaubild) angezeigt wird.

Das Titelbild sollte eine Größe von mindestens 399 x 150 Pixel (Breite x Höhe) haben. Eine schnelle Ladezeit erreichen Sie bei der Verwendung von sRGB-JPG-Datei mit einer Abmessung von 851 x 315 Pixel und einer Dateigröße von unter 100 KB.

Die Qualität eines Logos oder Textes könnte durch die Verwendung von PNG-Dateien verbessert werden.

Achten Sie darauf, dass Ihre Bilder den Richtlinien entsprechen, sonst werden Ihre Fotos von Facebook gelöscht.

Der Schokoladenfabrikant Halloren nutzt sein Logo als Profilbild und hat als Titelbild sogar eine aktuelle Werbekampagne mit dem Slogan „Na? Wie süss bist du?“ eingefügt. Damit vereinen sie eine Werbekampagne mit ihrer Facebook-Präsenz und erzeugen Synergien.

Im Gegensatz zum Logo ist das Titelbild bei Facebook keine Konstante, die immer gleich bleiben sollte. Wenn sie einen guten Grund haben, können und sollten sie ihr Titelfoto bei Facebook austauschen. Dabei sollte das Look & Feel aber stets an ihr Corporate Design angelegt sein:

HallorenKampagne Halloren_ich brauch's süß

Vergessen Sie nicht, die Darstellung Ihrer Seite auch auf verschiedenen Smartphones zu testen. Die Mehrheit der Deutschen nutzt Facebook mittlerweile mobil, es gibt stets Kleinigkeiten, die in der mobilen Ansicht anders dargestellt werden als am PC.

Schritt 4: Geben Sie Ihrem Unternehmen ein Gesicht

Nicht nur Worte, sondern vor allem Fotos und Videos ermöglichen Ihnen, dem Benutzer Ihr Unternehmen zu präsentieren. Vor allem die Führungskräfte und Mitarbeiter, die für ein Unternehmen stehen, erregen die Neugier der Besucher einer Unternehmensseite.

Der Schreibwarenhersteller Faber Castel veranstaltete eine sehr ungewöhnliche Aktion, um die Ungiftigkeit seiner Kinderfilzstifte nachzuweisen. In einem auf Facebook geposteten Video trinkt der Vorstandsvorsitzende Anton Wolfgang Graf von Faber-Castel die Tinte in Anwesenheit der Presse. Die Zuschauer sehen, wer sich hinter dem Namen „Faber Castel“ verbirgt und verbinden das eher traditionelle Image des Unternehmens mit einer gewagten Aktion und dem Sinn für nachhaltige Produktion.

Faber Tinte trinken 4

Auch die Vorstandsmitglieder von Sennheiser zeigen sich im Newsfeed ihrer Facebook-Seite und posten gleichzeitig einen Link zu einem Interview, in dem sie über die Geschichte und Innovationskultur von Sennheiser sprechen.

Sennheiser Interviewverweis mit Geschäftsführern

Schritt 5: Erhöhen Sie systematisch ihre Reichweite

Eine Studie der Fanpage Karma erforschte den Wachstum von 60 000 Facebook-Seiten und kam zu dem Schluss, dass sie in Deutschland tatsächlich recht langsam wachsen.

Die Hälfte der analysierten Seiten wuchs nicht schneller als 0,64 % pro Woche. Eine Seite mit 1000 Fans gewann demnach nur 25 Fans pro Monat dazu. Die besten Seiten wuchsen 9 %  im Monat.

Die Facebook-Seiten über Finanzen wuchsen mit einem Prozentsatz von 0,9% pro Woche am schnellsten, obwohl ihre Engagement-Rate nur bei 0,2% lag. Die Betreiber der Fanpage Karma vermuten, dass in dieser Branche hohe Werbebudgets zur Fangewinnung eingesetzt werden.

Lassen Sie sich davon aber nicht entmutigen. Sie können mit wenig Aufwand ihrer Reichweite konstant erhöhen. Orientieren Sie sich an Ihrer Konkurrenz und finden Sie so heraus, mit welchen Ergebnissen Sie rechnen können!

Zunächst noch einmal die zentrale Frage: Was erhöht die Reichweite?

  • Neue Likes ihrer Seite: Nur wenn jemand Fan von Ihrer Seite ist, besteht die Möglichkeit, dass eines Ihrer Updates in der Timeline des Nutzers erscheint. Die Anzahl ihrer Fans entspricht also der Anzahl der möglichen Rezipienten ihrer Updates.Bedenken Sie dabei: Jedes ihrer Updates wird nur einen Bruchteil ihrer Fans erreichen. Der streng geheime Algorithmus von Facebook entscheidet, wer welches Update zu sehen bekommt. Klar ist aber: Je mehr Interaktionen ein Update erreicht, desto mehr Leute werden erreicht
  • Likes: Ein Update, das viele Likes erzeugt, muss interessant sein. Daher werden Posts mit vielen Likes an mehr Fans ausgesteuert
  • Shares: Shares sind wertvoller als Likes, denn sie haben viralen Charakter. Wenn ein Fan eines ihrer Updates teilt, erhöht sich die Zahl der potentiellen Rezipienten um die Freunde der Person, die das Update geteilt hat. Updates die viel geteilt werden, können „viral“ werden. Dies bezeichnet Updates, deren Reichweite durch umfangreiches teilen exponentiell steigt.
    Die Hemmschwelle, ein Update zu teilen und höher, als es zu liken, da es der Teilende ja mit seinem Share auf seiner eigenen Timeline repräsentiert. Daher ist ersichtlich, dass Updates mit einer Werbebotschaft weniger geteilt werden, da sich Nutzer nicht als Werbebotschafter missbrauchen lassen. Generell werden Inhalte geteilt, die große Zustimmung finden, aber auch nicht zu abgedroschen sind. Der Teilende möchte das Gefühl haben, seinen Freunden etwas Neues zu zeigen.
  • Kommentare zu ihren Updates: Kommentare werden vom Facebook-Algorithmus als größte Form der Wertschätzung von Nutzern bewertet. Was kommentiert wird, muss interessant sein und daher an mehr Leute ausgesteuert. Kommentare lassen sich unter anderem durch Quizfragen, Einholen von Feedback oder das Anregen von kontroversen Diskussionen erzeugen

Wenn ihrer Updates im Mittel als interessant wahrgenommen werden und viele Interaktionen erzeugen, wird die Zahl ihrer Follower automatisch ansteigen.

Grundregel zum Posten bei Facebook bleibt aber: Posten Sie nur, wenn Sie etwas zu sagen haben. Liefern Sie Ihren Fans einen Grund, Ihre Informationen weiter zu tragen. Denken Sie am besten visuell und halten die Meldungen kurz und knapp.

Auch das Unternehmen Melitta geht auf die Alltagswelt seiner Fans ein. Um auf ihre neuste Kaffeesorte hinzuweisen, posteten sie eine Anleitung zum Milchaufschäumen. Das Video wurde über 90 Mal geteilt und erhielt beinahe 600 Likes.

Cappuccino mit Herz Melitta

Das Bildungsportal Lecturio postete Zitate von berühmten Personen zum Thema Bildung und Weisheit. Dieses Einstein-Zitat wurde mehr als 11.000 Mal geteilt und erreichte mehr als 500.000 Nutzer.

Einstein Post

Ebenfalls erfolgreich war das folgende Quiz von Lecturio in Anlehnung an den Online-Kurs Business-Etikette. Fast 500 Antworten wurden gegeben (viele davon waren übrigens falsch – hätten Sie gewusst, dass Antwort B richtig ist?). Als Ansporn zur Teilnahme helfen kleine Anreize – im Falle des Quiz ein 50€-Gutschein, der an einen Teilnehmer mit der richtigen Antwort verlost wird.

Beachten sie aber dabei, dass Sie in der Regel die Anreize moderat halten. Sie möchten potentiellen Teilnehmern nur einen kleinen Ansporn zur Überwindung der Trägheit bieten und die Nutzer nicht systematisch bestechen. Groß angelegte Gewinnspiele mit hohen Gewinnsummen sollten Sie besser der Marketingabteilung überlassen.

Facebook Quiz Lecturio

Doch wie oft soll überhaupt gepostet werden?

Grundregel ist: Nicht zu viel posten – nicht mehr als 2-3 Updates pro Tag. Tägliche Updates sind aber nicht essentiell. Bei qualitativ guten Updates kann man auch mit einem Update alle 2-3 Tage erfolgreich sein.

Auch die Uhrzeit und der Wochentag sind entscheidend für ein erfolgreiches Posting. So erreichen Posts zwischen 20 und 7 Uhr eine 14% höhere Interaktion als Posts, die zwischen 7 und 20 Uhr veröffentlicht werden.

Im Gegensatz dazu sind mittwochs nach dem Mittagessen die meisten Leute bei Facebook-Online was sich positiv auf die Reichweite auswirkt. Überlegen Sie sich dabei auch, wer ihre Zielgruppe ist. Möchten Sie eher Menschen im Büro nach der Mittagspause erreichen oder lieber Menschen, die abends auf der Couch noch auf Facebook surfen?

Eine Studie der Saleforce Buddy Media zeigt jedoch, dass es auch zwischen den Zielgruppen der jeweiligen Branchen gravierende Unterschiede gibt.

An den Montagen findet z.B. auf den Facebook-Seiten des Einzelhandels eine 19% höhere Interaktion als an den anderen Tagen der Woche statt.

Im Gegensatz dazu erhalten Automobilhersteller an den Wochenenden eine 15% höhere Interaktionsrate. Doch nur 14% von ihnen posten zu dieser Zeit.

Die Posts der Finanzindustrie liegen sonntags bei nur 4%, obwohl die Interaktionsraten an diesem Tag 29% höher liegen als sonst.

An den Wochenenden haben Posts im Allgemeinen 14,5 % höhere Interaktionsraten und trotzdem werden nur 14% aller Postings in diesem Zeitraum veröffentlicht.

Wenn Sie ganz sicher gehen wollen, gibt es mittlerweile den Service Insights, der Ihnen die erfolgreichsten Posts und Ihre Fan-Entwicklung analysiert.

Sollte man Fans kaufen?

Wenn die Facebook-Seite Ihres Unternehmens noch am Anfang steht, können Sie nur von zahlreichen Comments, Likes und Shares Ihrer Fans träumen. Dann liegt der Gedanke nahe, sich vorerst Fans und deren Likes zu kaufen. Diverse Agenturen bieten diesen Service heute im Internet an. Die Preisspanne liegt ungefähr zwischen 40 Euro (500 Fans) und 700 Euro (10.000 Fans). Teilweise lassen sich sogar Herkunft, Alter und Geschlecht festlegen.

Die Betreiber der Webseite www.online-software-development.de führten ein Experiment mit einer neu angelegten Facebook-Seite durch. Schon 4 Stunden nach Vertragsabschluss mit einer nicht genannten Agentur, konnten sie 33 Fans verzeichnen. Das waren 8 Fans mehr als die vereinbarten 25. Doch der virale Effekt blieb aus, da die gekauften Fans keine oder nur wenige Freunde hatten, deren Interesse für die Seite ebenfalls durch Likes und Shares geweckt werden konnte. Deshalb trug der Fankauf weder zur Erhöhung der Interaktionsrate noch zur Generierung neuer Fans bei.

Die Rechtslage von Fankauf bewegt sich in einer Grauzone. Moralisch finden es viele verwerflich. Doch bisher gilt nur die Unterstellung eines Fankaufs als Rechtsverletzung.

Trotzdem sollte ein Unternehmen sich fragen, ob durch einen Fankauf wettbewerbsrechtliche Irreführung gem. § 5 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 UWG vorliegt.

Auch wenn Außenstehende einen Fankauf nur vermuten und nicht unterstellen dürfen, wirkt ein rasanter Anstieg der Likes meist dubios. Seien sie beim Kauf von Fans vorsichtig. Bedenken Sie dabei, dass die gekauften Fans lediglich den Schein ihrer Seite pflegen. Gekaufte Fans werden in der Regel nicht interagieren und auch nicht zu ihren Kunden oder Mitarbeitern werden.

Des Weiteren geht Facebook gegen Fankäufer vor. In der Vergangenheit wurden die gefakten Fans wieder entfernt. Heute schränkt Facebook die Funktionen einer Seite aus solchen Gründen ein. So blüht einer Seite nach einem Fankauf die Blockierung des Like-Buttons für neue Fans bis hin zur Sperrung der Seite.

Auch wenn es mehr Geduld und Engagement erfordert, sich eine Fangemeinde zu erarbeiten, ist es doch die ehrlichste und nachhaltigste Variante. Denn Authentische Fans unterstützen eben am liebsten ein authentisches Unternehmen.

Fazit

Eine Unternehmensseite auf Facebook kann ein hilfreiches und gewinnbringendes Marketinginstrument sein. Diese Strategie funktioniert jedoch nur, wenn Sie sich selbst aktiv im Social Media repräsentieren und es Ihnen dadurch gelingt, Ihre Fans und deren Freunde zu mobilisieren. Wie Sie an unseren Tipps und Beispielen sehen, brauchen Sie für die Durchführung dieser Mission nicht zwangsläufig eine große Marketing-Abteilung oder eine Agentur. Mit Kreativität und Köpfchen kann jedes Unternehmen seine Facebook-Seite beleben.

 

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