In vielen Unternehmen, aber auch im Freizeit- und Hochschulsektor, ist die Wissensvermittlung via Neuer Medien eine Alternative zu herkömmlichen Kursen und Seminaren. Ist dies nur ein zeitgeistiges Phänomen, angestoßen von wenigen Technikjüngern, oder bietet E-Learning tatsächliche Vorteile?
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Bild: “Orange E on a Baby Blue Dumpster (Washington, DC)” von takomabibelot. Lizenz: CC BY 2.0


Nicht erst, seitdem Der Spiegel Mitte Oktober [1] auf mehreren Seiten darüber berichtete, ist das Thema im (Fort-)Bildungsbereich präsent: Das sogenannte E-Learning schickt sich bereits seit geraumer Zeit an, den Bildungssektor in vielerlei Bereichen zu revolutionieren.

Sowohl in Deutschland, als auch international ist es an Universitäten bereits seit längerem nicht mehr ungewöhnlich, wenn nicht nur begleitendes Material, sondern ganze Videoaufzeichnungen von Vorlesungen online gestellt und somit die Studierenden von der zeitlichen und räumlichen Bindung an Lehrveranstaltungen befreit werden.

Welche Alternativen gibt es zu E-Learning?

Jenseits der Fachhochschulen und Universitäten haben bisher die Volkshochschulen mit ihrem zumeist sehr breit aufgestellten Themenspektrum eine Art Monopol im Bereich der Erwachsenenbildung inne, mit praktisch keinerlei Zugangsbeschränkungen und damit einhergehend einem riesigen potentiellen Publikum.

Von Sprachen, über Hobbies und Handwerk bis hin zu Kursen zu beruflich relevanten Feldern findet sich dort für fast jedes Interesse ein Angebot. Ein Wehrmutstropfen bleibt jedoch auch hier: Abgesehen davon, dass bei zu geringer Teilnehmerzahl Kurse oftmals gar nicht erst zustande kommen und der oder die Lernwillige sich bis mindestens zum nächsten Semester vertrösten lassen muss, bleibt auch hier die Krux der starren Raum- und Zeitbindung.

Vor allem, wenn es im Büro einmal wieder länger dauert oder aus anderen Gründen etwas dazwischenkommt, erweist sich diese mangelnde Flexibilität als großes Manko. Wer noch dazu nicht das Privileg genießt, im Einzugsbiet einer Volkshochschule zu wohnen, was vor allem in ländlichen Gegenden nicht ungewöhnlich ist, wird auch die Fahrtwege und den damit verbundenen Zeitverlust als Nachteil nennen können.

Welche Vorteile bietet E-Learning?

E-Learning basierte Wissensvermittlung bietet neben der vollständigen Anpassung an die eigene Terminplanung jedoch noch weitere Vorteile. Das Lerntempo lässt sich dem eigenen Wissensstand anpassen, Lektionen sind beliebig oft wiederholbar.

Vor allem in Zeiten hoher Mobilität der Arbeitnehmer kommt ein weiterer Vorteil zum Tragen: die Kurse können nicht nur am heimischen PC, sondern auch auf der Couch mittels Laptop, im Zug mittels Tablet und praktisch überall via Smartphone konsumiert werden.

Da die zeitliche Bindung wegfällt, kann der oder die Interessierte zu einem beliebigen Zeitpunkt – nämlich dann, wenn er oder sie das jeweilige Wissen wirklich benötigt: just in time – in das Thema einsteigen und ist nicht in das starre Korsett von Semester- und Kursbeginn gezwängt.

Die genannten Vorteile sind zunächst einmal auf der rein subjektiven Konsumentenseite angesiedelt und betreffen primär die Rahmenbedingungen. Doch auch die Technik selbst bietet gewichtige Vorzüge: Das Einbinden multimedialer Inhalte, wie Video- und Tondokumente, sei hier einerseits genannt, wie auch die Vernetzung mit anderen Informationsquellen im World Wide Web.

Darüber hinaus lässt sich leicht ein interaktives Element integrieren, seien es Abfragen zum aktuellen Wissensstand oder auch Verständnisfragen und Tests. Des Weiteren wird eine Supervision erleichtert, d.h., die Qualität der Vermittlung selbst lässt sich leichter kontrollieren, standardisieren und verbessern.

Neue Erkenntnisse lassen sich in bereits bestehende Kurse nachträglich einpflegen und den AbsolventInnen auch im Nachhinein noch bereitstellen. Und nicht zuletzt lassen sich einmal produzierte Kurse ohne Aufwand einer beliebigen Anzahl an InteressentInnen zugänglich machen.

Doch wo liegen die Vorteile in der tatsächlichen Wissensvermittlung, inwieweit profitiert ein Unternehmen, wenn es zur Weiterbildung seiner Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen auf E-Learning setzt?

E-Learning – wohin geht die Reise?

Bereits in einer Studie aus dem Jahr 2010 kam das Institut für Medien- und Kompetenzforschung (MBB) zu dem Ergebnis, dass bereits zum Erhebungszeitpunkt mehr als die Hälfte der Top-500-Unternehmen eLearning einsetzte. Neben der bereits erwähnten höheren Flexibilität und des eigenverantwortlichen Lernens seien zudem eine hohe Kosten- und Zeitersparnis gewichtige Motive bei der Entscheidung für diese Form der Wissensvermittlung.

Die Themen, zu deren Vermittlung diese eingesetzt wird, umfasst ein breites Spektrum, von klassischen IT-Inhalten über kaufmännische Kompetenzen, Produktschulungen und Fremdsprachen, bis hin zu Soft Skills.

Die Ergebnisse sprechen für sich: In einer zweiten Erhebung des MBB in diesem Jahr stieg der Anteil der Unternehmen, die die Vorteile des E-Learnings für sich zu nutzen wissen, auf nun mehr zwei Drittel an, 17-22 Prozent der Betriebe, die noch nicht darauf setzen, haben deren Einführung in den nächsten drei Jahren geplant.

Der Eingangs erwähnte Spiegel-Text behandelte das Gefühl der Bedrohung, das seitens US-Amerikanischer Universitäten angesichts des wachsenden E-Learning-Angebots und des damit drohenden Verlusts des Bildungsmonopols vorherrscht.

Die vielen Vorteile, die diese Form des Lernens bietet, wird in Zukunft noch viel mehr Menschen, denen an einer unkomplizierten Horizonterweiterung gelegen ist, von sich überzeugen können. Jedoch sollte dieses Aufbrechen verkrusteter Bildungsstrukturen nicht als Gefahr, sondern wichtige Chance betrachtet werden.

[1] Der Spiegel 42/2014, S. 124-125

 

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