Das folgende Video zeigt eine Vision. Die Vision der Firma Atheer Labs. Demnach werden die Menschen in Zukunft eine Datenbrille tragen. Sie werden damit kommunizieren, ihre sportlichen Aktivitäten überwachen, ihre Termine koordinieren. Der Arbeitsplatz wird zum reinen Interieur, die Kinder spielen mit 3D-Animationen.
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Diese Vision ist nicht nur Zukunft. Sie ist schon Gegenwart. In Form von Google Glass kommt ein Produkt auf den Markt, das genau diese Vision Wirklichkeit werden lässt. Per Sprachbefehl lassen sich Bilder schießen und Informationen abrufen. Auch wenn das den Datenschutz auf den Plan ruft. Denn mit Google Glass-Brillen kann der Nutzer Fotos und Videos schießen und das oft nur per kurzem Sprachbefehl oder Wimpernschlag. Diese Bilder können in Sekundenschnelle auf die sozialen Netzwerke hochgeladen werden. Und die meisten Nutzer achten dabei nicht auf die persönlichen Bildrechte anderer Personen, die mit im Bild sind.

Wo zieht man Grenzen?

Nicht nur aus datenschutzrechtlichen Gründen sind die Vision von Atheer Labs und die konkrete Ausführung Google Glass bedenklich: Die Vorstellung, dass Menschen wie ferngesteuert mit einer Brille herumlaufen, ist erschreckend. Wird die Abhängigkeit von technischen Geräten dann noch größer? Es sieht ein wenig gruselig aus, wie die Menschen in dem Video alles nur noch durch ihre Brille wahrnehmen und sich quasi fernsteuern lassen. Dabei bestreitet niemand, dass es sicher außerordentlich praktisch ist, ein solches Gerät zu besitzen. Alle Infos ständig parat und direkt vorm Auge zu haben, ist gerade für Vielbeschäftigte oder Menschen, die oft unterwegs sind, eine echte Hilfe. Doch wo zieht man die Grenze? Setzt man die Brille wirklich ab, wenn man nach Hause kommt, obwohl sie auch dort zweifelsohne ihre Einsatzmöglichkeiten findet?

Offenbar scheint das Kaufinteresse in Deutschland aber nicht zu groß zu sein, wie folgende Infografik zeigt:

Quelle: Statista

Quelle: Statista

Liegt das an den offenen Fragen zum
Datenschutz, am fehlenden Interesse für
das Produkt oder sind wir Deutschen
einfach noch nicht so weit? Egal, wie die
Antwort lautet: Fakt ist, dass laut Statistik
in vier Jahren jeder Vierte eine solche
Brille besitzen wird. In den nächsten zwei
Jahren zeigt sich die Skepsis jedoch noch
im geringen Kaufverhalten.

Eine neue Superbrille für Amazon?

Dennoch bleibt die Frage: wird unsere Zukunft „verglast“ sein? Sehen wir dann alle durch die Wunder-Technik-Brille, wie früher durch die Rosarote? Einer der Entwickler von Google Glass, Babak Parviz, ging nun zu Amazon. (Quelle: http://www.golem.de/news/babak-parviz-glass-miterfinder-wechselt-zu-amazon-1407-107867.html) Er arbeitet unter anderem an einer Kontaktlinse mit eingebautem Display. Was Jeff Bezos von ihm will? Eine neue Superbrille für den Versandriesen?
Offenbar entdecken auch andere Konzerne die Möglichkeiten einer solchen Datenbrille. Die Technik wird sich immer weiterentwickeln und unser Leben wird noch abhängiger von ihr sein. Frühzeitige Grenzen zu ziehen ist also notwendig – und fällt in die Verantwortung jedes Einzelnen.

Dieser Artikel ist Lecturio´s Beitrag zur Blogparade von Ann-Bettina Schmitz in der ABS-Lese-Ecke.

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Ein Gedanke zu „Durch die Wunder-Technik-Brille

  • Ann-Bettina

    Auch die Blogparade hat gezeigt, dass Datenbrillen in Deutschland doch wohl noch eher skeptisch gesehen werden. Deutsche sind in Bezug auf den Datenschutz offensichtlich empfindlicher als US-Bürger. Ich bin da recht froh drüber. Wenn man sieht wie heute schon alle auch in vollkommen unpassenden Situationen auf das Smartphone starren, ist die Vorstellung einer weiteren Verbreitung der Datenbrillen echt gruselig.
    Viele Grüße
    Ann-Bettina