Ein Freund hat mir letztens von einem seiner Praktika während seines Politikstudiums erzählt. Er war in einer Zweigstelle der Agentur für Arbeit und hat dort in den Arbeitsalltag hineingeschnuppert. Als er von seinem Chef erzählte, musste ich stutzen. Er sei studierter Philosoph und arbeite nun halbtags in der Jobvermittlung.

Das ist nicht gerade ein Beruf, den ich mit Philosophen in Verbindung bringe. Und dann kam die Frage auf: Wo arbeiten Geisteswissenschaftler eigentlich?

Die Antwort ist relativ viel- und nichtssagend zugleich. Sie arbeiten überall und nirgendwo. Denn Geisteswissenschaftler haben ein Profil, das zu vielen Jobs passt. Auch zu denen, an die man nicht unbedingt denkt. Wer Medizin studiert wird Arzt, Jurastudenten Anwälte oder Richter. Bei Geisteswissenschaftler gibt es aber nicht diesen einen Job, der am Ende der Uni-Laufbahn steht. Daher ist es wichtig sich schon früh zu überlegen, wo man später gerne hin möchte.

Auch in fremden Revieren wildern

Am besten geht das natürlich über Praktika. Hier kann man schauen, in welchem Feld seine Interessen und Stärken liegen: Öffentlichkeitsarbeit, Personalwesen oder doch Planung? Bernd Vonhoff, Vorsitzender des Berufsverbands Deutscher Soziologinnen und Soziologen (BDS) warnt auf Zeit Online allerdings: „Natürlich sind Praktika dazu da, verschiedene Dinge auszuprobieren. Trotzdem sollte man aber zeigen, dass es einen roten Faden im Lebenslauf gibt.“ Daher sollte man früh mit Praktika anfangen, um sich während des Rest seines Studiums auf ein Berufsziel zu spezialisieren.

Jobsuche

Als Geisteswissenschaftler auf der Suche nach dem Traumjob? Foto: Franzi Niewidok/jugendfotos.de

Oft werden an den Unis, beispielsweise bei den Career Centern, Kurse angeboten, mit denen man sich fortbilden kann. Dadurch könne man seine Chancen auf einen Job verbessern und sogar in „fremden Revieren“ wildern, wenn man Bernd Vonhoff glauben darf. Er hat seine eigene Unternehmensberatung gegründet und sagt auf Zeit Online: „Wer solche Zusatzqualifikationen mitbringt, sollte nicht davor zurückschrecken, sich mit seinem neuen Wissen auch auf Stellen zu bewerben, die für Juristen oder Wirtschaftswissenschaftler ausgeschrieben sind.“

Links und Tipps

Obwohl das ein bisschen Hoffnung gibt, ist der Stellendschungel für Geisteswissenschaftler immer noch stark bewuchert und einen Königswegs zum Traumjob gibt es nicht. Daher nochmal die wichtigsten Tipps, damit ihr im Job-Urwald nicht verloren geht.

  • Macht euch eure Stärken, Schwächen und Interessen bewusst.
  • Absolviert am besten schon in den ersten Semesterferien ein Praktikum.
  • Wenn ihr merkt, dass euch ein Aufgabenfeld nicht gefällt, habt keine Angst umzudrehen und euch anders zu orientieren.
  • Habt ihr eure Nische entdeckt, versucht euer Studium darauf auszurichten und euch weiter darin zu spezialisieren.
  • Habt Mut bei der Bewerbung! Wenn ihr euch gut genug spezialisiert habt, dann bewerbt euch auch auf Stellen, die auf den ersten Blick nicht zu eurem Studiengang passen.

Hier findet ihr noch eine kleine Liste mit weiteren Infos und Links zu Stellenbörsen für Wissenschaftler:

berufsstart.de: Umfassende Stellenbörse, wo ihr nach Stellen für bestimmte Fachbereiche suchen könnt

Bildungsserver: Hier findet ihr eine weitere Linkliste zu verschiedenen Portalen rund um das Thema Berufseinstieg für Akademiker.

Dritte Tür Links: Stellenbörse speziell für Geisteswissenschaftler

WiLa Arbeitsmarkt: Stellenbörse des Wissenschaftsladens Bonn

 

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