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Gibt es jetzt auch ein deutsches Hogwarts?

Gibt es jetzt auch ein deutsches Hogwarts?

Eine alte Binsenweisheit sagt: Es gibt nichts, was es nicht gibt. Und genau das trifft auch auf Universitäten zu. An der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder gibt es aber etwas, dass sich nun wirklich schwer glauben lässt. Dort bietet das Institut für transkulturelle Gesundheitswissenschaften (IntraG) einen Weiterbildungsstudiengang in Komplementärmedizin an. Soweit nichts sonderlich Ungewöhnliches. Abstrus wird es aber, wenn man sich etwas genauer mit dem Studiengang beschäftigt. Dann stellt man nämlich fest, dass sich ein Absolvent in seiner Masterarbeit intensiv mit dem Kozyrew-Spiegel befasst hat. Damit soll unter anderem die Kontaktaufnahme zu Toten möglich sein.

Diese Masterarbeit hat der Uni und dem Institut sehr viel Hohn und Spott eingebracht. In diversen Blogs wird die Hochschule als „Hogwarts an der Oder“ bezeichnet, weil die Autoren die Vorgänge dort für so fantastisch halten, wie die Handlung der Harry-Potter-Bücher. Diese Gedankengänge kann man verstehen, wenn man einen genauen Blick in das Fazit der umstrittenen Arbeit wirft. Dort schreibt der Autor: „Die Wirksamkeit der Spiegel halte ich für erwiesen.“

Es geht weiter trotz Warnung

Doch das ist nicht alles, weshalb die Viadrina in die Kritik geraten ist. Auf sueddeutsche.de heißt es, dass am IntraG „pseudowissenschaftliche und esoterische Verfahren wie etwa Biologische Medizin, Ayurveda, Systemaufstellung oder Homöopathie gelehrt werden.“

Im vergangenen Sommer empfahl eine Kommission der Potsdamer Landesregierung, auf den Studiengang Komplementärmedizin zu verzichten. Die Universität setzte sich jedoch über die Empfehlung hinweg. Über die Gründe kann man nur mutmaßen. Klar ist jedoch, dass das Institut auch aus der Wirtschaft finanziert wird. Der Homöopathie-Hersteller Heel zahlt 100.000 Euro pro Jahr für das Institut, eine Stiftungsprofessur wird von vier weiteren Alternativmedizin-Unternehmen ebenfalls mit insgesamt 100.000 Euro finanziert.

Im Glaubenskrieg mit der Homöopathie

Die Taz schreibt zudem, dass auf dem Lehrplan des Institut unter anderem eine spezielle Homöopathie-Art stünden, die „fast zwangsläufig zu den Produkten der Firma Heel führt“. Zu dem Unternehmen also, welches auch den Lehrstuhl des Institutsleiters Harald Walach finanziert. Zudem ist Walach eine streitbare Person: Journalistenanfragen beantwortet er im Institutsblog und nutzt diese Bühne, um auf vermeintliche Fehler des Journalisten hinzuweisen. In einem Interview hat er Homöopathie einmal als „Magie“ bezeichnet. Zeitgleich ist er jedoch ein flammender Verfechter dieser Alternativmedizin. Obwohl die Wirksamkeit der Homöopathie in mehreren Studien widerlegt wurde, versucht er den Nutzen, mit der von ihm entwickelten „Schwachen Quantentheorie“, deutlich zu machen.

Ein Leser auf taz.de nimmt die ganze Sache mit Humor. In einem Kommentar schreibt er: „Ich finde es voll gemein, dass über Paranormale Glaubens- tschuldigung Wissenschaften so hergezogen wird. Vor allem, da ich gerade meine Masterarbeit zum Thema mystischer Stuhlgang plane.“



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