Steuerfachangestellte unterscheiden sich ganz grundlegend von anderen kaufmännischen Berufen. Der Grund: Schon in der Ausbildung liegt der Fokus auf dem Steuerwesen. Daneben gehören Inhalte aus dem Rechnungswesen, der Betriebswirtschaft und dem Wirtschaftsrecht zum Ausbildungs- und Berufsinhalt des Steuerfachangestellten. Doch schlägt sich dieser Unterschied auch im Gehalt nieder? Wir sagen es Ihnen!
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Bild: “Piggy Bank” von 401(K) 2012. Lizenz: CC BY-SA 2.0


Beginnen wir ganz am Anfang der Laufbahn eines Steuerfachangestellten – in der Ausbildung. Im ersten Lehrjahr verdienen Sie zwischen 500 und 700 Euro, im zweiten Lehrjahr zwischen 600 und 750 Euro und im dritten zwischen 700 und 800 Euro.

Zum Vergleich: Industriekaufleute erhalten im ersten Ausbildungsjahr zwischen 780 und 844 Euro, im zweiten Ausbildungsjahr zwischen 832 und 897 Euro und im dritten Ausbildungsjahr zwischen 887 und 968 Euro. Damit liegt das Azubigehalt der Industriekaufleute eindeutig über dem der Steuerfachangestellten. Der Grund: In der Industrie wird besser bezahlt!

Werden Steuerfachangestellte als Fachkräfte eingesetzt, entsteht eine Win-Win-Situation

Steuerfachangestellte arbeiten bei Steuerberatern, Wirtschaftsprüfern und Buchprüfern. Das Aufgabengebiet erstreckt sich von allgemeinen Büroarbeiten und kaufmännischen Tätigkeiten bis hin zur ersten Beratung von Mandanten. In diesen Funktionen richtet sich das Gehalt stark am Verantwortungsbereich aus.

Vorbei sind die Zeiten, in denen eine gelernte Steuerfachangestellte als überqualifizierte Sekretärin eingesetzt wird, die vergleichsweise wenig verdient. Manchmal wird die Leistung von Steuerfachangestellten, wenn sie nach der Ausbildung im Ausbildungsbetrieb bleiben, geringer honoriert. Sie werden es oft schwer haben, nach einer Festanstellung im selben Büro den Azubi-Status abzustreifen.

Für Kanzlei-Inhaber und Steuerfachangestellte gleichermaßen wertsteigernd ist es, wenn ein Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer von dem Fachwissen seiner Mitarbeiter profitieren mäöchte und ihnen in der Folge verantwortungsvollere Aufgaben zuteilt, anstatt sie nur das Telefon bedienen, den Postboten empfangen und die Kaffeemaschine in Gang setzen zu lassen.

Steuerfachangestellte werden zunehmend auch für private Industrieunternehmen zu gesuchten Fachkräften. Sie können Aufgaben in der Finanzbuchhaltung übernehmen, Jahresabschlüsse erstellen oder sich um Lohn- und Gehaltsabrechnungen kümmern. Oft fungieren sie als qualifizierte Schlüsselstelle zu externen Partnern wie Steuerberatern und Bilanzbuchhaltern.

Einstiegsgehälter zwischen 1.400 und 2.160 Euro

Wie in den meisten Berufen sind für das Gehalt der Steuerfachangestellten die Region, die Unternehmens– bzw. Kanzleigröße sowie die persönlichen Kenntnisse und Fähigkeiten ausschlaggebend. Daher liegt die Gehaltsspanne beim durchschnittlichen Einstiegsgehalt nach der Ausbildung zwischen 1.400 Euro in Sachsen-Anhalt und Thüringen und 2.160 Euro in Hamburg. Es sind auch Gehälter darüber hinaus möglich, aber nicht die Regel.

Obgleich Steuerfachangestellte als Fachkräfte immer wichtiger werden, schlägt sich das nicht auf das Gehalt nieder. Ein Gehaltssprung ist nur möglich, wenn man in einem größeren Unternehmen eine Stelle bekommt. Grundsätzlich gilt, dass mit der Anzahl der Mitarbeiter und dem steigenden Verantwortungsbereich auch das Gehalt wächst.

Wer sich nicht mit dieser Tatsache begnügen möchte, tut gut daran, eine Fortbildung zu absolvieren. Großer Beliebtheit erfreut sich hier die Weiterbildung zum Bilanzbuchhalter, der mit steigender Berufserfahrung ein zunehmendes Gehalt kassiert. Mit 2 Jahren Berufserfahrung ist ein Bruttojahresgehalt von bis zu 47.000 Euro möglich. Mit 5 Jahren Berufserfahrung klettert das Entgelt schon auf 54.000 Euro an. Und nach nicht einmal 10 Jahren sind bis zu 61.000 Euro jährlich möglich.

Eine weitere gern genutzte Option, um als Steuerfachangestellter die Karriereleiter zu erklimmen, ist die Aufnahme eines fachspezifischen Studiums. Einsteiger können als Junior Tax Consultant oder Steuerassistent mit einem Monatsgehalt zwischen 2.100 Euro (beispielsweise in Sachsen) und 4.500 Euro (z. B. in Bayern) rechnen. Aber für die meisten Angestellten ist das nur ein nötiger Zwischenschritt.

Auf dem Weg zur Steuerberaterprüfung

Alle skizzierten Wege ermöglichen es, nach einer Praxisphase zwischen 3 und 10 Jahren und je nach Qualifikation, die Prüfung zum Steuerberater abzulegen. Angestellte Steuerberater streichen zu Beginn ihrer Laufbahn jährlich rund 50.000 Euro ein. Mit steigendem Alter kann sich dieses Bruttojahresgehalt sogar verdoppeln. Und auch als selbstständiger Steuerberater tätig zu sein lohnt sich durchaus, bei Monatseinnahmen von 6.000 bis 12.000 Euro.

Grundsätzlich gilt für alle Berufe im Steuermetier: Fortbildungen und Spezialisierungen sind das A und O, um langfristig gute Arbeit leisten zu können und sich ein entsprechend gutes Gehalt zu sichern. Steuergesetze sind immer im Wandel begriffen und auf dem neuesten Stand zu bleiben ist somit das Wichtigste im Job.

Tipp: Manche Arbeitgeber lassen sich die Fortbildung ihrer Mitarbeiter durchaus etwas kosten. Steuerfachangestellte tun gut daran, mit ihrem Vorgesetzten über Seminare und Weiterbildungsmöglichkeiten zu sprechen.

Prognose

Mit der steigenden Anzahl an Steuerberatern, Kanzleien und Steuerbevollmächtigten (1,5 % Zuwachs von 2012 zu 2013) steigt ebenso der Bedarf an gut qualifizierten Steuerfachangestellten. So ist eine steigende Tendenz bei den Auszubildenden in diesem Bereich (von 17.125 im Jahr 2011 zu 17.450 im Jahr 2012) erklärbar.

Gesucht werden also Zahlenjongleure mit einer Passion zur Steuerthematik. Darüber hinaus sollten Sie ausgeprägte Kommunikationsfähigkeiten und ein einfühlsames Beratungsvermögen im Gepäck haben und an kontinuierlichen Weiterbildungen interessiert sein.

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