Fast ein Viertel aller Deutschen verbringt fünf oder mehr Stunden vor dem Computer. In den meisten Fällen heißt das auch: Fünf Stunden sitzen. Wer da die falsche Haltung einnimmt, bekommt es ganz schnell mit Rückenproblemen zu tun, wenn er nicht aufpasst.
Öfter mal rumlümmeln hilft dem Rücken. Foto: Stefan Franke/jugendfotos.de

Öfter mal rumlümmeln hilft dem Rücken. Foto: Stefan Franke/jugendfotos.de

Es wurde lange Zeit ermahnt, man solle bloß gerade am Schreibtisch sitzen, das sei am schonendsten für den Rücken. Stimmt nicht, sagen wiederum andere Forscher. Sie fordern: mehr Rumlümmeln.

Demnach sei es am besten, sich bei der Arbeit am Schreibtisch in seinen Bürostuhl zurückzulehnen. 135 ist in diesem Fall die magische Zahl, die Rückenleiden vorbeugen soll. Denn 135 ist die Gradzahl des Winkels zwischen Ober- und Unterkörper. Also: Anstatt Brust raus und Kopf hoch öfter mal zurücklehnen. Rückenschmerzen sind damit aber noch längst nicht aus der Welt geschafft. Da die Natur beim Körperbau nie vorgesehen hatte, dass wir viel sitzen, ist diese Haltung per se unnatürlich. Deswegen kommt man nicht drumherum, sich öfter zu bewegen.

Entspannt zurücklehnen anstatt steif und gerade

Denn egal ob gerade oder im 135-Grad-Winkel, wer stundenlang in der selben Haltung sitzt, der belastet seine Muskeln. Mit der Zeit verkrampfen und verhärten sie. Wer sich während der Arbeit am Schreibtisch aber immer mal wieder auf dem Stuhl hin und her bewegt, der hilft seiner Muskulatur und sorgt dafür, dass auch die Wirbelsäule in Bewegung bleibt. Zappeln anstatt still sitzen.

Gerade als Student sitzt man aber nicht immer auf Stühlen, die zum Zurücklehnen einladen. Da gibt es den Stuhl in der Bibliothek, den man seit mehreren Stunden nicht mehr verlassen hat, weil die Hausarbeit dringend fertig werden muss. Oder aber den Kippsitz im Audimax, bei dem man nicht nur maximal im 90-Grad-Winkel sitzen kann, sondern auch Probleme mit der Beinfreiheit bekommt, sobald die Körpergröße die 1,80 Meter überschreitet. Da hilft nur selber aktiv werden.

Zeit für etwas Bürogymnastik

Kleine Pausen während der Arbeit können nicht nur für den Geist Wunder bewirken. Wer sie sinnvoll nutzt, kann auch seinem Rücken etwas Gutes tun. Wir zeigen euch ein paar Übungen.

Drehe den Rücken

Setzt euch gerade hin und hebt eure Arme in die Luft. Dann dreht ihr euch langsam nach links und rechts, das Becken bleibt jedoch ruhig. Bei mehrmaligem Wiederholen, lockert sich die Muskulatur im Rücken.

Kreise die Schultern

Bei dieser Übung lasst ihr die Schultern kreisen und streckt damit euren Hals. Dafür müsst ihr eure Schultern nach vorne nehme, anheben und anschließend wieder nach hinten nehmen. Während ihre diese Bewegungen durchführt, atmet ihr ein. Wenn ihr eure Schultern anschließend fallen lasst, atmet ihr aus.

Hilf dem Lendenwirbel

Setzt euch gerade auf einen Stuhl und verschränkt die Hände hinter dem Rücken. Anschließend versucht ihr durch Anspannung der Bauch- und Gesäßmuskeln die Hände gegen die Stuhllehne zu drücken. Dabei atmet ihr aus. Danach entspannt ihr eure Muskeln und kehrt langsam in die Ausgangsposition zurück, dabei einatmen.

Den Kopf hänge lassen

Dreht euren Kopf zur linken Seite und nehmt dabei euer Kinn etwas hoch. Dabei atmet ihr ein. Dann dreht ihr euren Kopf wieder nach vorne, neigt ihn nach unten und atmet aus. Dann dreht ihr den Kopf nach rechts, hebt das Kinn an und atmet ein. Auch diese Übung solltet ihr mehrmals wiederholen.

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