Wussten Sie, dass es mehr als 188 verschiedene Möglichkeiten gibt, eine Krawatte zu binden? Keine Sorge, selbst wenn Ihnen nur ein oder zwei Knoten einfallen und Sie keinen davon aus dem Stegreif können, ist das kein Grund zur Verzweiflung. Eine Krawatte zu binden - auch auf den letzten Drücker -, ist schneller getan als befürchtet.Wir zeigen Ihnen, welche Knoten für Sie in Frage kommen und wie Sie diese noch in größter Hektik binden können.
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Eine kleine Systematik

Krawattenknoten lassen sich in Standardknoten und Sonderformen unterteilen. Für den normalen Alltag reicht es allerdings aus, sich mit den Standardknoten zu befassen.

Zuallererst unterscheidet man Knoten nach der Ausgangsstellung. Dabei kann die Naht der Krawatte nach innen oder nach außen zeigen.

Des Weiteren kann ein Knoten ganz simpel nach dem Endresultat in groß oder klein unterschieden werden. Krawattenknoten dürfen tatsächlich asymmetrisch sein: Ein asymmetrischer, also „schiefer“ Knoten ist kein pauschales No-Go.

Die richtige Wahl

Die Wahl des Knotens hängt von Ihrer Körpergröße, der Beschaffenheit von Krawatte und Hemdkragen sowie nicht zuletzt der Mode bzw. Ihren persönlichen Vorlieben ab.

Große Menschen greifen am besten zu Krawatten in Überlänge und/oder verwenden kleinere Knoten, die weniger Länge „verbrauchen“. Lassen Sie das breite Ende knapp oberhalb des Gürtels enden und das schmale Ende dahinter nicht weniger als 2 cm kürzer.

Wesentlich für die Art des Bindens sind die Eigenschaften der Krawatte. Dünne Stoffe sind prädestiniert für breite Knoten, kräftige entsprechend für einfache. Nicht selten lassen füllige Krawatten nicht genug Länge, um voluminöse Knoten zu binden.

Weniger zu beachten ist heutzutage die Breite, die in der Regel bei 9,5 cm liegt. Sollten Sie einen Anlass finden, altmodische oder ungewöhnliche Formate anzulegen, sollten Sie dies bei der Wahl des Knotens bedenken.

Bevor Sie die Krawatte binden, muss das Hemd bereits ausgesucht sein. Der Kragen gibt Ihnen vor, welcher Knoten für Sie in Frage kommt. Bei einem Haifischkragen empfiehlt sich eher ein massiger Knoten, während sich ein Button-Down-Kragen sehr gut für eine schmale Bindung eignet. Der Kent-Kragen stellt einen guten Mittelweg dar und erlaubt fast alle Möglichkeiten.

Die Wahl des Knotens ist natürlich ebenso eine Frage der Mode. Während man in den 1990er Jahre eher an einem kleinen Knoten Gefallen fand, sind nun eher kräftige Knoten angesagt.

So oder so dürfen Sie Ihren eigenen Stil finden. Beim sogenannten „dimple“ – der mitunter auftauchenden Falte unter dem Knoten – ist man sich beispielsweise nicht einig, inwiefern dieses dem Outfit gut steht oder nicht.

Die 4 Klassiker

Klassiker Nr. 1: Four-in-Hand – der Einfache

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Bild: “Einfacher Knoten (Four in Hand)” von Dr. Ferdinand Pohl. Lizenz: CC BY 2.0

Der „Four-in-Hand“ wird auch schlicht als einfacher Knoten bezeichnet. Er ist simpel und dennoch variabel. Lediglich bei weiten Kragen sollten Sie auf einen breiten Knoten ausweichen. Die Grundform ist schmal, länglich und leicht asymmetrisch. Diese Variante eignet sich für alle Krawatten.

Beim Four-in-Hand ist die Naht nach innen gerichtet, legen Sie also die Krawatte dementsprechend um den Hals, wobei das breite Ende aus Ihrer Sicht links und das schmale rechts liegt. Nun wird das breite Ende nach rechts über das schmale gelegt und in einer waagerechten Bewegung um dieses herumgeführt. Das breite Ende ist nun wieder linksseitig und die Nahtseite zeigt nach außen.

Die Bewegung wird weitergeführt, indem Sie das breite Ende um das schmale herumschlingen, bis die breite Seite sich mit der Oberseite auf Ihrer rechten Seite befindet. Im vorletzten Schritt wird das breite Ende in vertikaler Richtung hinter dem angefangenen Knoten mit dem schmalen Ende nach oben geführt.

Sie schieben jetzt nur noch das breite Ende durch die äußere und innere Schicht des Knotens und ziehen sie fest. Fertig ist der einfachste Klassiker.

Klassiker Nr. 2: Halber Windsorknoten

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Mit dem halben Windsorknoten gewinnt Ihr Knoten an Volumen, da er eher eine bauchige, dreieckige Form hat. Aber er unterscheidet sich auch durch seine Symmetrie vom Four-in-Hand. Das schränkt jedoch seine Variabilität etwas ein. Sehr schmale Kragen mit nah zusammenstehenden Ecken harmonieren nicht unbedingt mit diesem Knoten.

Der halbe Windsor ist nur unwesentlich komplizierter als der Four-in-Hand. Die Ausgangstellung ist dieselbe: Naht nach innen, breites Ende auf der linken Brustseite.

Nun führen Sie aber zuerst eine vertikale Bewegung aus und führen das breite Ende hinter dem schmalen Ende nach oben. Das breite Ende wird hierauf nach vorne durchgezogen und sogleich hinter den beginnenden Knoten herumgeschlungen.

Das breite Ende befindet sich nun auf der linken Seite mit der Naht nach außen. Nun wird es waagerecht über das schmale Ende geführt und wieder dahinter nach oben gelegt. Sie schließen den Knoten, indem Sie das breite Ende jetzt durch die Schlaufe fädeln und festziehen.

Klassiker Nr. 3: Windsorknoten

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Photo by forevertoemay via flickr, Lizenz: CC BY-SA 2.0

Beim „Windsor“ handelt es sich um einen sehr dekorativen, voluminösen und symmetrischen Knoten. Daher eignet er sich hervorragend für Hemden mit großem Abstand zwischen den Kragenecken.

Achten Sie auf dünnen oder mittelschweren Stoff Ihrer Krawatte. Je dicker der Stoff, desto weniger ist der Windsor zu empfehlen. Der Knoten stellt durchaus gewisse Ansprüche an Ihre Fingerfertigkeit. Da es sich praktisch um einen Doppelknoten handelt, der viel Stoff benötigt, legen Sie die beiden Enden mit deutlich mehr Länge für das breite Ende um den Hals. Hier ist die Naht ebenfalls innen und das breite Ende auf der linken Körperseite.

Daraufhin führen Sie das breite Ende in einer Vertikalbewegung hinter die schmale Seite nach oben und wieder nach vorne zur rechten Seite. Nun legen Sie das breite Ende waagerecht hinter den beginnenden Knoten und schlingen dieses in einer weiteren Aufwärtsbewegung hinter die Schmalseite um diesen herum.

Nun können Sie das breite Ende zum Abschluss durch die entstandene Schlaufe fädeln und den Knoten zuziehen. Sie haben den Windsor gemeistert!

Klassiker Nr. 4: Pratt-Knoten

Photo via Wikipedia, Lizenz: CC BY-SA 2.5

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Der „Pratt“– auch „Shelby“ genannt – ist die klassische amerikanische Krawattenbindung der 1950er Jahre. Er ist ein eher kleiner und schmaler Knoten, der symmetrisch ist, aber am Hals die Naht nach außen trägt. Obwohl er etwas kniffelig erscheint, ist er zu Recht einer der beliebtesten Knoten – schließlich passt er gut zu allen Kragen und Krawattenstoffen.

Die Ausgangsposition ist im Vergleich zu den bisherigen Knoten eine völlig andere: Legen Sie sich die Krawatte so um den Hals, dass die Nahtseite nach außen zeigt und die breite Seite sich auf Ihrer rechten Seite befindet – das schmale Ende liegt demnach auf der linken Seite.

Nun schlingen Sie in einer vertikalen Bewegung das breite Ende hinten herum um das schmale Ende. Das wieder auf der rechten Seite befindliche breite Ende führen Sie waagerecht vorne um den beginnenden Knoten und sogleich vertikal nach oben durch die Halsöffnung. Nun können Sie den Knoten durch Einfädeln in die sich ergebende Schlaufe abschließen und zuziehen.



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3 Gedanken zu „Stressfrei Krawatten binden mit den 4 Knoten-Klassikern

  • kata20

    Neben den vier klassischen Knoten kommt es natürlich auf die Krawatte selbst an. Eine Herrenkrawatte kann unterschiedliche Muster, Farben und Längen aufweisen. Dabei sind eigentlich die Seidenkrawatten und die klassischen Herrenkrawatten die schönsten und lassen sich am einfachsten binden. Krawatten sind ein schönes Accessoire für den Mann und lassen diesen besonders edel aussehen.

  • kuma71

    Krawatten binden muss gelernt sein. Vor allem bei Firmenkrawatten oder Werbekrawatten sieht man einen schlechten Knoten sofort. Diese Hilfe an Krawattenknoten sollten sich viele in der Öffentlichkeit stehende Personen annehmen. Noch schlimmer wird es, wenn Krawatten und Tücher perfekt zusammenpassen, aber der Knoten nicht sitzt.

  • Tobias Georgi

    Ich mag den einfachen Windsor am meisten!