Kennen Sie das Problem? Eine fremde Person stellt sich Ihnen vor – und Sie haben im selben Moment sofort wieder ihren Namen vergessen?! Peinlich! Aber das geht ja nicht nur Ihnen so. Gerade in professionellen Umfeldern ist es nicht immer leicht, sich alle Namen zu merken. Der Lecturio-Gedächtnistrainer Boris Nikolai Konrad verrät ein paar sehr hilfreiche Tricks, wie Sie Ihre Gedächtnisleistung verbessern können!
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Bild: „Fingermalen“ von nailiaschwarz. Quelle: Photocase


Konrad: „Das Wichtigste ist, dass Sie zuhören, wenn Ihnen jemand vorgestellt wird. Das ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit, aber viele Menschen können sich schon zehn Minuten, nachdem Sie jemanden neu kennengelernt haben, nicht mehr an dessen Namen erinnern, weil sie nicht zugehört haben. Versuchen Sie, den Namen zu verstehen und sich ihn einzuprägen. Prägen Sie sich auch das Gesicht Ihres Gegenübers ein. Am Ende verknüpfen Sie den Namen und die Person mit einem unkonventionellen Bild, das Sie sich einprägen.“

Jeder kann also seine Gedächtnisleistung mit etwas Training verbessern.

Konrad rät weiterhin: „Oft reicht es ja schon, wenn der Name ähnlich wie ein Wort klingt. Indem man eine visuelle Technik anwendet, werden verschiedene Bereiche im Gehirn aktiviert, als wenn man sich auf das reine Zuhören verlässt. Die Fantasie wird angeregt. Man trainiert seine eigene Kreativität.“

Nach diesen grundsätzlichen Hinweisen, fragen Sie sich bestimmt, ob es nicht noch entscheidendere Hilfen geben kann. Aber ja!

Hard Facts

  • Dem Namen mehr Aufmerksamkeit schenken: Fragen Sie zum Beispiel nach, woher der Name kommt oder was er bedeutet.
  • Namen wiederholen: Sprechen Sie den Namen ruhig innerlich noch ein mal aus und wiederholen sie ihn mehrmals im Kopf. Sprechen Sie ihn auch verbal aus.
  • Interesse für den Namen entwickeln: Seien Sie an dem Namen und der Person interessiert. Die Fokussierung ist ein wichtiger und entscheidender Punkt, um die Sympathie des anderen zu wecken.

Für Vor- und Nachnamen gelten eigentlich die gleichen Tipps. Nur kommt bei den Nachnamen noch hinzu, dass Sie sie in weitere Kategorien (nicht nur Bild und Bedeutung) zuordnen können.

Der Nachname ist bereits wie ein Beruf – oftmals. Vor allem so etwas wie Bäcker, Müller, Koch, Fischer etc.

Die Gruppe wie Klein, Mauer und Schwarz stellen ebenfalls eine Kategorie dar. Warum kann Herr Mauer nicht wirklich eine Mauer hochklettern?! Also zumindest in Ihrem Kopf. Und schon ist er assoziativ mit diesem Bild in Ihrem Gedächtnis gespeichert.

Auch eine Kombination von Nachnamen ist durchaus geläufig. Nehmen Sie diese einfach auseinander. Bei Frau Waldbuch können Sie sich die Bilder Wald und Buch einprägen.

Bei Namen ohne jede Bedeutung, wie beispielsweise Herr Nuskowsky ist ihre Phantasie gefragt. Versuchen Sie einfach ein Bild mit Ihrer ersten Assoziation aufzubauen. Herr Nuskowsky könnte also eine Nuss sein, die Ski fährt.

Jetzt fragen Sie sich vielleicht, ob es immer lustige Bilder sein müssen? Lustige Bilder sind zumindest oft der einfachste Weg. Dies funktioniert sehr gut und macht nebenbei auch Spaß.

Nun müssen Sie noch die Brücke zwischen dem Gesicht und dem Namen schlagen. Aber wie?

Beispielsweise hat Herr Fellner einen sehr auffälligen Bart. Stellen Sie sich vielleicht vor, dass der Bart auch ein Fell sein könnte.

Nun denken Sie vielleicht, dass Ihnen ein passendes Bild nicht immer sofort einfällt. Konzentrieren Sie sich also zu Beginn darauf, den Namen eindeutig zu verstehen und sprechen Sie ihn dann noch einmal aus: „Frau Müller, schön Sie kennenzulernen“. Durch das Aussprechen ist der Name dann auf jeden Fall im Gedächtnis und Sie können dann später in Ruhe nach einem Bild überlegen. Lassen Sie sich dabei aber auch nicht all zu viel Zeit.

Die entscheidenden Tipps:

  1. Schenken Sie Ihre Aufmerksamkeit dem Namen.
  2. Überlegen Sie, wie Sie den Namen bildlich darstellen könnten.
  3. Stellen Sie sich rein visuell einen Zusammenhang zwischen dem Namensbesitzer und Ihnen bereits bekannten Menschen vor, die den gleichen Namen haben.

Hören Sie in erster Linie zu Beginn gut zu und konzentrieren Sie sich auf das neue Gesicht und dessen Namen. Die häufigste Problematik besteht nämlich darin, dass ein Aufmerksamkeitsdefizit verbunden mit unzureichender Konzentration Ihnen das Namen-Merken erschwert. Sie können sich natürlich auch weitere Hilfen dazu holen!

Machen Sie beispielsweise eine Liste mit allen neuen Mitarbeitern. Schreiben Sie hinter jeden Namen kurze Fakten, zum Beispiel biografische Details oder auch äußere Merkmale (Haarfarbe). Bei einer Schulung oder Weiterbildung können Sie sich auch eine Grafik malen, beispielsweise den Raum und wie die Stühle angeordnet sind. Tragen Sie dann an jedem Platz den dazugehörigen Namen ein. Dies ist nicht die eleganteste Variante, dennoch zeigen Sie somit Ihr Interesse an den Personen und nach kurzer Übungszeit kennen Sie sicher alle Namen.

Namen, die Sie sich langfristig merken müssen, sollten öfter wiederholt werden. Gerade wenn zwischen dem Treffen mit der Person ein längerer Abstand liegt. Wiederholen Sie beispielsweise den Namen vor dem Einschlafen. Versuchen Sie sich dann wirklich nach einem Monat den Namen und das dazugehörige Bild wieder in das Gedächtnis zu rufen. Monat für Monat. Treffen Sie den Geschäftspartner ein halbes Jahr später, wird er vielleicht sogar überrascht und erfreut sein, dass Sie sich den Namen gemerkt haben. Dies kann auch einen besonders positiven Eindruck hinterlassen.

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