Es ist der große Stolperstein bei der Zulassung zum Business-Master: Der GMAT, der Graduate Management Admission Test. Was in England und den USA schon lange gang und gäbe ist, wird auch an deutschen Wirtschaftsuniversitäten zum neuen Standard. Wer seinen Master in Oxford oder Harvard will, braucht mindestens 700 der maximal 800 Punkte. Rund 100.000 Studierende versuchen sich jedes Jahr am  vierstündigen, englischsprachigen Test. Warum Sie als Anwärter auf einen Business-Master trotzdem keine schlaflosen Nächte vor dem GMAT haben müssen, zeigen wir Ihnen, indem wir mit neun hartnäckigen Mythen über den Aufnahmetest aufräumen.
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1. Der GMAT-Test besteht nur aus Mathematik

Diese Behauptung ist schlichtweg falsch! In Wirklichkeit besteht etwa ein Drittel des Tests aus Mathematikaufgaben und zwar genauer aus den Disziplinen Arithmetik, Algebra und Geometrie. Dazu kommt ein Aufsatz und ein sprachlicher Teil, der Ihre Analysefähigkeiten, Grammatikkenntnisse und Lesestärke in Englisch überprüft.

Auch wenn Sie kein Ingenieur oder Naturwissenschaftler, sondern Geisteswissenschaftler sind, haben Sie also gute Chancen, den GMAT erfolgreich zu bestehen. Entscheidend sind Ihre analytischen und logischen Fähigkeiten! Der GMAT-Test ist keine reine Abfrage Ihres Wissensstands und auch kein Sprachtest, sondern bewertet Ihre allgemeine Befähigung für ein weiterführendes Wirtschaftsstudium.

2. Beim GMAT bekommt jeder Student dieselben Fragen

Sie haben von Ihrem großen Bruder die GMAT-Aufgaben bekommen und lernen nun fleißig die Antworten auswendig? Das bringt Ihnen leider herzlich wenig, denn der GMAT-Test ist dynamisch. Beantworten Sie eine Frage falsch, gibt es danach eine leichtere Frage aus demselben Themengebiet. Für die richtige Antwort gibt es entsprechend weniger Punkte. So sinkt auch die mögliche Gesamtpunktzahl. Beantworten Sie eine schwierige Frage richtig, müssen Sie damit rechnen, dass die Komplexität der folgenden Test-Aufgaben steigt.

Dieses Verfahren nennt sich CAT, der Computer Adaptive Test. Daher ist es auch kaum ausschlaggebend, wie viele Fragen sie richtig oder falsch beantworten. Führen Sie sich das während der Prüfung immer wieder vor Augen, um sich Prüfungsstress zu nehmen und nicht zu lange an möglicherweise unwichtigen oder enorm komplexen Aufgaben zu sitzen.

3. Spickzettel sind beim GMAT kein Problem

Was bei einer überfüllten Klausur im Hörsaal durchaus stimmen kann, beim GMAT-Test ist Schummeln und Trickserei unmöglich. Geprüft wird in videoüberwachten Räumen. Mit einer Erklärung versichern Sie im Vorfeld des Tests, dass alles rechtmäßig zugeht. Persönliche Gegenstände sind tabu – dazu gehören auch eigenes Papier, Stifte oder Essen!

Ihren großen Bruder oder besonders schlauen Kommilitonen im eignen Namen zum Test zu schicken ist ebenfalls keine gute Idee. Zur Überprüfung der Identität kommt eine Handvenenerkennung zum Einsatz – ein absolut täuschungssicheres Verfahren.

4. Beim GMAT gibt es keine Pause

Auch dieses Gerücht hält sich hartnäckig, hat mit der Realität aber nur wenig zu tun. Beim GMAT-Test haben Sie eine Pause von exakt acht Minuten zur Verfügung. Die Zeit wird gestoppt und die Pausen werden genau überwacht.

5. Der GMAT besteht aus 78 Multiple-Choice-Fragen

Auch das ist nur die halbe Wahrheit. Zwar besteht ein Großteil der Aufnahmeprüfung aus Multiple-Choice-Fragen, doch daneben sind noch zwei längere, zusammenhängende Texte gefordert, ähnlich eines Essays.

6. Der GMAT-Test darf nur einmal im Leben absolviert werden

Anders als bei bekannten Kunstuniversitäten, wo Sie sich teils tatsächlich nur einmal im Leben bewerben dürfen, darf der GMAT-Test schon nach 31 Tagen wiederholt werden. Innerhalb eines Jahres dürfen Sie es maximal fünfmal probieren. Wenn Sie den Test also einmal verhauen, werfen Sie Ihre Karriereplanung nicht über den Haufen! Allerdings müssen Sie dann höchstwahrscheinlich Ihr Sparschwein plündern. Denn mit 250 US-Dollar Gebühr plus Mehrwertsteuer ist die Prüfung nicht gerade erschwinglich.

Außerdem sollten Sie beachten, dass Universitäten automatisch Ihre letzten fünf erzielten Punktezahlen übermittelt bekommen. Lässt sich davon keine positive Entwicklung ableiten, ist das für Ihre Bewerbung natürlich wenig förderlich. So empfehlen deutsche Wirtschaftsschulen ausdrücklich maximal drei Wiederholungen. Legen Sie den GMAT-Test ab, werden Ihre Ergebnisse für etwa 20 Jahre gespeichert. Die meisten Universitäten akzeptieren aber maximal fünf Jahre alte Testergebnisse.

7. Wer einen guten Punktestand will, muss monatelang büffeln

Wir wollen Sie natürlich nicht vom Lernen abhalten, aber gerade was nötige Prüfungsvorbereitungen angeht, wird gerne übertrieben. Es empfiehlt sich möglichst frühzeitig mit dem Training zu beginnen. Laut Lern-Experten können drei gut organisierte Wochen für ein exzellentes Testergebnis ausreichen.

Wichtig sind dabei nicht nur regelmäßiges Lernen und Lösen von Testaufgaben, sondern vor allem die eigene Lern-Methode. Wenn Sie sich selbst beim Studium schon so gut kennengelernt haben, dass Sie wissen, wie Sie möglichst effektiv üben, brauchen Sie auch zwei Wochen vor Ihrem GMAT-Termin nicht in Panik zu verfallen.

Machen Sie sich bewusst, dass es sich beim GMAT um ein besonderes und für Sie wahrscheinlich ungewohntes Testformat handelt. Wer mit richtigen GMAT-Testaufgaben trainiert, ist also klar im Vorteil. Dabei hilft nicht nur die offizielle GMAT-Seite, sondern auch Trainingskurse oder spezielle Fachliteratur. Denn den meisten Studenten bereiten weniger die Inhalte des Tests Schwierigkeiten, als das Format und der enorme Zeitdruck.

GMAT-Trainings wie das von Dr. Patrick Planing bieten hoch aggregiertes Wissen und effektive Strategien um in kurzer Vorbereitungszeit ein bestmögliches GMAT Ergebnis zu erzielen. Neben den üblichen Techniken, Tipps und Übungen bietet sein Kurs einen Insider-Einblick in die Funktionsweise des Tests und viele Tipps zu den Strategien der Top-Scorer.

Gerade deutsche Studenten, die im Gegensatz zu britischen oder US-amerikanischen Kollegen sehr viel seltener mit solchen Tests und der konkreten Überprüfung von Studienergebnissen zu tun haben, macht sich bei anstehenden Mammut-Prüfungen schnell Angst breit. Achten Sie beim GMAT-Termin unbedingt auch auf die Fristen Ihrer Wunsch-Universitäten. Zögern Sie Ihren Test wegen Versagensängsten immer weiter heraus, ist die Bewerbungsphase mit etwas Pech vorbei oder das erhoffte Stipendium längst vergeben.

8. Die ersten Test-Fragen sind am Wichtigsten

Auch diesem Gerücht werden Sie bei der Testvorbereitung bestimmt begegnen. Immer wieder wird behauptet, dass die ersten Fragen beim GMAT-Test auch die meisten Punkte bringen, die letzten Fragen eher vernachlässigt werden können. Das ist aber Unsinn! Welches Gewicht eine Testfrage hat, lässt sich leider nicht unmittelbar erkennen. Wie bereits erwähnt handelt es sich beim GMAT um einen adaptiven Test, der bei keinem Absolventen gleich aussehen wird.

9. Wer nur 500 Punkte bekommt, hätte sich die Mühe auch sparen können

Da wollte wohl ein Kommilitone angeben! Der durchschnittliche Testteilnehmer erzielte in den letzten Jahren genau diesen Wert. 500 Punkte reichen auch den meisten deutschen Wirtschaftsuniversitäten, zumal diese Institutionen nach wie vor weitere Kriterien wie Ihre Bachelor-Noten, Lebenslauf, Berufserfahrung und Motivation bei der Vergabe der begehrten Master-Plätze hinzuziehen. Außerdem sind etwa 30 Punkte laut Testverfahren eine statistische Schwankung, die durch das adaptive Frage-Verfahren des Computers und Ihre Tagesform beeinflusst wird.

Sollte es bei Ihnen trotzdem nicht so gut beim GMAT-Test laufen, ist das kein Grund zur Sorge. So hat die Business-Schule Hannover herausgefunden, dass das Testergebnis kaum mit dem späteren Studienerfolg der Teilnehmer zusammenhängt. Auch mit einem niedrigen Punktestand kann also noch ein großer Wirtschaftsprofi aus Ihnen werden. Wir drücken auf jeden Fall die Daumen, dass es zu Ihrer Traum-Uni reicht!

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