Sie pflegen, betreuen, beraten und trösten: Krankenschwestern und Pfleger sind im Gesundheitswesen für Patienten wie Kollegen schlichtweg unersetzlich. Dieser Beruf, der seit 2003 die offizielle Bezeichnung „Gesundheits- und Krankenpfleger“ trägt, wird künftig angesichts der Entwicklungen in der Bevölkerung noch wichtiger werden. Wir sagen Ihnen, welche Möglichkeiten sich bieten, wenn Sie sich für diese zukunftsträchtige Laufbahn entscheiden.
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Voraussetzungen

Die Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger umfasst drei Jahre und wird an einer staatlich anerkannten Pflegeschule absolviert. Sie gliedert sich in einen theoretischen und einen praktischen Teil.

Der theoretische Unterricht beinhaltet 1.600 Stunden mit Themen wie Hygiene, Arzneimittellehre und Psychologie. In der praktischen Ausbildung, während der 3.000 Unterrichtsstunden vorgesehen sind, durchlaufen Sie Abteilungen wie die Chirurgie. Voraussetzungen sind entweder die Mittlere Reife oder ein Hauptschulabschluss in Verbindung mit einer zweijährigen Ausbildung bzw. eine Ausbildung als Krankenpflegehelfer.

Selbstredend sollten Sie Interesse an medizinischen Sachverhalten mitbringen. Die Ausbilder verlangen aufgrund der Anforderungen des Berufs ferner ein Gesundheitszeugnis. Eingesetzt werden Gesundheits- und Krankenpfleger in Allgemein- und Fachkrankenhäusern, Pflege- und Altenheimen, Hospizen, Rehabilitationseinrichtungen oder ambulanten Pflegediensten.

Aufgabenfelder

In stationären Einrichtungen und bei der ambulanten Versorgung funktioniert nichts ohne Gesundheits- und Krankenpfleger. Sie sind das Bindeglied zwischen Ärzten, Therapeuten, Patienten und Angehörigen. Dabei ist die Ausführung ärztlicher Anordnungen, wie die Verabreichung von Injektionen und Medikamenten, nur ein Teil des Aufgabenfeldes. Sie unterstützen Patienten vielmehr im gesamten Alltag, was Körperpflege, Nahrungsaufnahme und die Versorgung von Schwerstkranken ebenso umfasst wie den Kontakt zu Angehörigen. Weitere Aufgaben sind die Dokumentation der pflegerischen Maßnahmen sowie Organisations-, Verwaltungs- und Abrechnungsarbeiten. Dabei spezialisieren sich Gesundheits- und Krankenpfleger beim Berufseinstieg auf bestimmte Bereiche, zum Beispiel die ambulante Pflege.

Qualifikationsmöglichkeiten

Gerade im pflegerischen Bereich gibt es viele Optionen für weiterführende Qualifikationen. Möglich sind berufsbegleitende Weiterbildungen über zwei Jahre, die zu einer neuen Berufsbezeichnung führen. Absolviert werden diese an staatlich anerkannten schulischen Einrichtungen.

Können Sie eine Hochschul- oder eine Fachhochschulreife vorweisen, ist auch ein Studium denkbar. An Fachhochschulen können z. B. Pflegewissenschaften, Pflegemanagement oder Gesundheitsmanagement studiert werden, die zum akademischen Grad Bachelor, Master oder Diplom-Pflegewirt führen. Die Studiengänge dauern in der Regel acht Semester. Allerdings müssen Studierende tief in die Tasche greifen: Im Vollzeitstudium fallen hochschulabhängige Semestergebühren an, in einigen Bundesländern außerdem Studiengebühren bis zu 500 Euro pro Semester. Berufsbegleitende Fernstudien privater Anbieter sind teurer und können bis zu 11.000 Euro für einen Bachelor-Studiengang betragen. Oftmals sind jedoch Arbeitgeber bereit, die Weiterbildungen finanziell mitzutragen.

Entwicklung der letzten Jahre und Prognose

Allein im Jahr 2007 waren über 600.000 Menschen in Deutschland als Gesundheits- und Krankenpfleger sozialversicherungspflichtig beschäftigt, wobei der Frauenanteil über 80 Prozent betrug. Der Gesundheitssektor ist aufgrund der Altersstruktur der Gesellschaft der Bereich der deutschen Wirtschaft, der am schnellsten wächst und als krisenfest gilt.

Der „Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe“ (DBfK) hat in einer Studie errechnet, dass im Jahr 2025 152.000 Beschäftigte in Pflegeberufen fehlen werden. All dies beweist die sehr guten Aussichten, wenn Sie sich für diesen Beruf entscheiden.

Gehälter: Fakten & Zahlen

Eine sehr berechtigte Frage lautet: Wie steht es um die Verdienstmöglichkeiten?

Der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) ist die maßgebliche Richtlinie für die Vergütung für Gesundheits- und Krankenpfleger. Zum einen ist dabei der Bildungsstand ausschlaggebend, zum anderen die Erfahrungsstufe. Eine voll ausgebildete Krankenschwester wird demnach in der Regel ein Einstiegsbruttogehalt von 2.105 bis 2.249 erhalten. Bei gleichbleibender Qualifikation resultiert daraus nach einigen Berufsjahren ein Bruttogehalt von 2.760 bis 2.894 Euro.

Mit einem abgeschlossenen Bachelor- oder Masterstudiengang und entsprechender Verantwortung ist ein Bruttoeinstiegsgehalt von 4.922 Euro möglich, das sich im Laufe der Berufsjahre auf bis zu 6.396 Euro steigern kann. Dies ist das denkbare Maximum. Zum regulären Bruttoverdienst kommen verschiedene Zuschläge wie Nachtzuschlag oder Wochenend- bzw. Feiertagszuschlag hinzu. Auszubildende im öffentlichen Dienst erhalten im ersten Jahr 876 Euro brutto, im zweiten Jahr 937 Euro und im dritten Jahr 1.038 Euro.

Neben Qualifikation und Berufserfahrung spielt es eine Rolle, wo in Deutschland Sie arbeiten. Gemessen an den Bruttodurchschnittsgehältern verdienen Gesundheits- und Krankenpfleger in Hamburg mit 2.285 Euro am besten, gefolgt von Baden-Württemberg (2.273 Euro) und Nordrhein-Westfalen (2.246 Euro). Die Schlusslichter bilden Sachsen (1.705 Euro), Sachsen-Anhalt (1.746 Euro) und Thüringen (1.760 Euro). Es gibt also – wie bei anderen Berufsgruppen auch – ein deutliches Ost-West-Gefälle. Bei Betrachtung der maximalen Gehälter liegt Baden-Württemberg (3.365 Euro) weit vorne, gefolgt von Hessen (3.132 Euro), Nordrhein-Westfalen (2.988 Euro) und Rheinland-Pfalz (2.985 Euro). Im Vergleich mit verwandten Berufen wie dem Altenpfleger wird deutlich, dass sich die Verdienstmöglichkeiten nicht sehr unterscheiden. So beziehen Altenpfleger bundesweit im Schnitt 2.047 Euro und Gesundheits- und Krankenpfleger 2.125 Euro monatlich.

Die Vergütung in kirchlichen Einrichtungen richtet sich nach den Arbeitsvertragsrichtlinien (AVR) und ist vergleichbar mit denen in öffentlichen Häusern. Einkommen in privaten Einrichtungen sind nicht tarifgebunden. Daher haben Sie hier keinen Anspruch auf eine Vergütung gemäß dem TVöD.

Der DBfK kritisiert, dass in privaten Einrichtungen die Verdienste durchschnittlich 10 Prozent unter denen in öffentlichen Häusern liegen. Grund hierfür ist der stärkere Wettbewerbsdruck in privaten Einrichtungen, die daher Personalkosten sparen müssen.

Beruf Gesundheits- und Krankenpfleger: Pro und Contra

Der enge zwischenmenschliche Kontakt zu den Patienten ist der Grund, warum 89 Prozent der Fachkräfte in der Altenpflege in einer Befragung durch den DBfK angegeben haben, dass sie gerne in diesem Bereich arbeiten. 86 Prozent gaben außerdem an, mit ihrem Arbeitsplatz zufrieden zu sein.

Allerdings listet die gleiche Studie auch die Problemfelder auf: Gemessen am steigenden Bedarf sinkt die Zahl der qualifizierten Pflegekräfte, was sich in einem ungünstigen Personalschlüssel widerspiegelt. Die Folge ist eine dauerhafte Überlastung. Schichtarbeit, Nachtschichten und Sonn- und Feiertagsarbeit betreffen einen großen Teil der Beschäftigten. 27 Prozent beklagen, oftmals an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit zu kommen. Gleiches gilt für die Gesundheits- und Krankenpfleger.

Ohne Frage ist dieser Beruf durch die menschlichen Verbindungen und die Vielfältigkeit des Aufgabenbereichs sehr spannend und bereichernd. Allerdings sollten Sie bedingt durch die psychischen und physischen Anforderungen eine sehr robuste Gesundheit mitbringen. Wenn dies der Fall ist und Sie Freude daran haben, mit Menschen umzugehen, ihnen zu helfen und außerdem über Teamfähigkeit und Organisationstalent verfügen, sind Sie bei dieser Tätigkeit sicher gut aufgehoben. Ein dankbares Lächeln entschädigt für vieles.

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Ein Gedanke zu „Krankenschwester: Harte Arbeit und wenig Gehalt?

  • Susane

    Hallo hier die Susane

    Ich finde diese Seite sehr GUT