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imageInge Bell ist Gründerin von Bell Media, Filmproduzentin, Trainerin für „Medienkompetenz & Auftritt“ und systemischer Coach. Sie war lange als Auslandsreporterin für die ARD in Süd- und Osteuropa tätig, weshalb sie sich auch als Menschenrechtlerin für die brennenden Themen dieser Regionen engagiert. 2007 wurde Inge Bell der Titel „Frau Europas“ verliehen und 2012 wurde sie mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Für Lecturio hat ihr Unternehmen die „Academy Edition“ produziert – eine Kursreihe für Trainer, Seminarleiter und Moderatoren.

Sie haben 2012 das Bundesverdienstkreuz für Ihre Verdienste während Ihrer Zeit als Auslandsjournalistin erhalten, wozu wir herzlich gratulieren! Können Sie uns dazu mehr erzählen?

„Hinschauen und Handeln“ war schon immer mein Motto. Wenn ich als Journalistin auf etwas stieß, konnte ich es als Mensch nicht ignorieren, sobald die Reportage gesendet war. Und wenn mich etwas als Mensch berührt, versuche ich bis heute, aufzuklären und aktiv zu handeln. Mit dem Bundesverdienstkreuz wurde ich für mein langjähriges Engagement über den Beruf hinaus ausgezeichnet. Als Auslandsreporterin für die ARD und die dritten Programme habe ich mich auf die Berichterstattung über die politische und soziale Situation in Südosteuropa spezialisiert. Im Jahr 2000 habe ich für den Weltspiegel aufgedeckt, dass deutsche KFOR-Soldaten im Friedenseinsatz in Mazedonien zu Zwangsprositutierten gingen – unter den Prostituierten waren auch viele minderjährige Mädchen. Das Thema ließ mich nicht mehr los. Ich habe viele Frauen und Mädchen, die ich über meine journalistische Arbeit kennengelernt habe, betreut, Einzelfallhilfe geleistet, sie zu Hilfsorganisationen begleitet und Hilfsprojekte mit auf den Weg gebracht. Bis heute halte ich viele Filmvorträge zu den Themen Menschenhandel und Zwangsprostitution. Auch gegen den Missbrauch von Menschen mit Behinderung setze ich mich seit vielen Jahren ein.

Sie waren lange für die ARD als Journalistin tätig – inwiefern hilft Ihnen diese Zeit jetzt bei Ihrer Arbeit?

Die Journalistin Inge Bell wird natürlich immer ein Teil von mir sein. Ich war gewissermaßen eine Pionierin – eine der ersten Videojournalistinnen, lange bevor es diese Berufsbezeichnung überhaupt gab. In dieser Zeit habe ich sehr viel gelernt, was mir heute als Trainerin für Medien und Auftritt und als Filmproduzentin enorm hilft. Zuallererst ist es für mich als Journalistin leicht, Geschichten zu erkennen und anschaulich zu erzählen. Ich weiß, wie ich Menschen öffne und ihnen die Angst vor der Kamera nehmen kann. Auch die Macht der Bilder und die Regeln vor und hinter der Kamera kenne ich gut. Na und dann ist sicherlich auch wichtig, dass ich durch meine vielen Einsätze in Kriegs- und Krisengebieten und mein ständiges „just-in-time-Arbeiten“ als Auslandsreporterin ein sehr gelassener Mensch geworden bin.

Auf Ihrer Website beschreiben Sie sich als Unternehmerin und Menschenrechtsaktivistin. Wie verbinden Sie diese beiden spannenden Seiten Ihrer Persönlichkeit?

Als Unternehmerin bin ich mir bewusst über die Menschenrechte, für die ich mich aktiv einsetze. Ich achte darauf, ethische Standards einzuhalten, nicht nur auf den maximalen und kurzfristigen Profit aus zu sein, sondern nachhaltig zu wirtschaften und das große Ganze im Blick zu behalten. Als Menschenrechtsaktivistin ist es jedoch ebenso wichtig, die unternehmerische Seite nicht aus den Augen zu verlieren: Nur mit genügend finanziellen Mitteln kann ich aktiv sein und für meine Themen kämpfen.

Sie haben schon Aufzeichnungen zu vielen Themen gemacht. Gibt es denn etwas, das Sie unbedingt noch machen wollen?

Jede Menge – es vergeht kein Tag in meinem Leben ohne eine neue Idee oder Vision. Zum Glück habe ich MitarbeiterInnen, die mich in der Umsetzung wunderbar unterstützen und mit mir priorisieren und dran bleiben. Gerade sind für den Business-Bereich die Themen „Interkulturelle Kommunikation“ und „Coaching-Impulse“ besonders wichtig für uns. Dazu wird es demnächst Videokurse geben. Und auch auf der menschenrechtlichen Schiene wird es Videovorlesungen geben: zum Thema meines persönlichen Engagements – „Menschenhandel“ – ein Thema, das die Gesellschaft als Ganzes betrifft – von Business bis Privatleben.

Ihr Institut, Bell Media, hat für Lecturio die Academy Edition produziert. Haben Sie für unsere Leser einen „Quick Tipp“, wie man ganz schnell seinen Auftritt vor Publikum verbessern kann?

Mein ultimativer Tipp ist einfach dieser: „Hab Dein Publikum wirklich gern!“ Denn nur mit einer echten, wertschätzenden Haltung gelingt ein vollends überzeugender Auftritt. Mein zweitbester Tipp: „Kauf Dir einen Zugang zum Kurs der Academy Edition!“ 😉

Was ist ein absolutes „no-go“ während einer Präsentation?

Das Publikum aus den Augen zu verlieren. In jeder guten Präsentation machen wir uns bewusst, für wen wir eigentlich da sind. Daraus ergeben sich ganz wichtige Fragen. Zum Beispiel:

  • Wie spreche ich Klartext, sodass jeder im Publikum versteht, worum es mir geht?
  • Wie gelingt es mir, die Menschen mitzureißen und für mein Thema richtig zu begeistern?
  • Wie kann ich sicherstellen, dass meine Inhalte auch in drei Wochen noch präsent sind?

Wie bekämpft man Lampenfieber erfolgreich?

Völlig lässt sich Lampenfieber nicht bekämpfen und das ist auch gut so. Wenn wir vor einem Auftritt ein wenig aufgeregt sind, dann sind wir auch hochkonzentriert – und das ist ganz wichtig. Nur übermäßiges Lampenfieber ist ein Problem. Und um das in den Griff zu bekommen, brauche ich einen guten Handwerkskoffer mit all den Techniken, Tipps und Tools, die einen guten Auftritt ausmachen. Der Koffer alleine hilft natürlich auch noch nicht viel, genauso wichtig ist es, den Umgang mit dem Handwerkszeug zu lernen. Da hilft wirklich nur eins: Üben, üben, üben. Und: Die aufrechte innere Haltung.

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