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Unser Gastautor heute ist Andreas Mose, Gründer von startup simple und Autor auf dem zugehörigen Blog.

Hört auf eure Gründungsideen umzusetzen!

StatisticsWer sich in der Gründerszene bewegt, bekommt zwangsläufig zahlreiche Gründungsideen zu hören. Mittlerweile ertappe ich mich aber immer wieder bei folgender Frage: “Wer braucht das?”

Ich bewundere jeden, der die Mühe auf sich nimmt eine Startup-Idee zu verfolgen und wünsche mir, dass sie sich dabei die notwendige Zeit nehmen würden. Viel zu häufig verfallen nämlich die Menschen unmittelbar nach dem vermeintlichen Geistesblitz in eine ungesunde Hektik.

Es beginnt damit, dass noch am gleichen Abend die Domains gesichert werden. Danach fängt man an wie wild in Xing oder LinkedIn nach Programmieren, Partnern und anderen Personen zu suchen, sie anzuschreiben und um Treffen zu bitten. Natürlich meldet man sich auch zu zahlreichen Gründer-Events an. Das hat zu Folge (und vielleicht den Zweck), dass man sich mit jedem über die geniale Idee unterhält und “Feedback” einholt.

Meistens tritt dann eine von zwei Situationen ein:

  1. Man macht einige Wochen oder gar Monate so weiter. Nach und nach trifft man sich mit weniger Leuten, besucht weniger Events und bevor man sich versieht, zahlt man ein Jahr später die Rechnungen für die vergessenen Domains und kündigt sie anschließend.
  2. Man fängt an die Idee umzusetzen, investiert in eine Website (ohne die ja sowieso nichts geht), lässt ein Logo entwerfen, verwendet viel Zeit darauf einen genialen Text für die Website zu verfassen und fängt schon mal sich Angebote für die Umsetzung der Dienstleistung / des Produkts einzuholen, sofern man nicht schon eins angenommen hat.

Drei Jahre später ist die Website dann meistens offline und der Geschäftsbetrieb eingestellt. Wenn es je einen gab.

Grundsätzlich ist das nicht schlimm. Zu Scheitern ist weder eine Schande noch eine Seltenheit. Es ist aber auch keine notwendige Voraussetzung für den Erfolg. Zumindest muss man nicht auf diese Weise scheitern – drei Jahre später und nach der Investition von mehreren Tausend Euro.

Ich appelliere daher an alle Gründer: Geht vom Gas! Lasst eure ach so geniale Idee doch erst mal ein oder zwei Wochen ruhen, bevor ihr anfängt eure Domains zu sichern. Sollte die Idee euch nach dieser Zeit immer noch so richtig begeistern, dann könnt ihr handeln.

Und wenn ich vom handeln spreche, meine ich aber nicht den Bau der ersten Website. Irgendwie kommt es mir so vor, als ob jeder glaubt, dass man mit einer Website automatisch erfolgreich sein wird. Zu handeln bedeutet nämlich nicht die Idee sofort umzusetzen, sondern diese erst mal zu “validieren”.

Als Anhänger des Lean-Startup-Gedanken bin ich davon überzeugt, dass bei jeder Geschäftsidee erst mal ihre Grundlage geprüft werden muss: Dem Problem hinter der Geschäftsidee. Hätte ich also die Idee für das Automobil gehabt, hätte ich versucht herauszufinden, ob es hierfür einen Bedarf gibt.

Einige von euch kennen aber vielleicht folgendes Zitat von Henry Ford: “Wenn ich die Menschen gefragt hätte, was sie wollen, hätten sie gesagt schnellere Pferde.” Wenn das so ist, welchen Sinn macht es denn seine Kunden bezüglich des Problems hinter einer Geschäftsidee zu befragen?

Nun, wenn ihr die Personen aus eurer Zielgruppe geradeaus fragt “Habt ihr Problem X?” und / oder “wollt ihr Lösung Y?”: Gar keinen Sinn :-). Die Kunst ist es nämlich seine Zielgruppe so zu dem dahinterliegenden Problem zu befragen, dass sie keine Rückschlüsse auf die geplante Lösung ziehen können. Oft macht es sogar Sinn sie so zu befragen, dass sie es überhaupt gar nicht mitkriegen, dass sie gerade an einem Interview teilnehmen. Zugegeben: Das ist nicht immer ohne weiteres möglich. Wenn man es aber hinbekommt, kann es zu bemerkenswerten Erkenntnissen über die Probleme seiner Zielgruppe führen.

Mit unseren heutigen Möglichkeiten, lautet die frage nämlich oft nicht mehr, ob eine Idee umgesetzt werden kann, sondern ob sie umgesetzt werden soll. Deshalb ist es so wichtig das grundlegende Problem seiner Zielgruppe zu verstehen bzw. bereit zu sein es immer besser zu verstehen, um die richtige Lösung zu erarbeiten.

Und ja: Es gibt mehr als eine Lösung, weil manchmal mehrere Zielgruppen dasselbe Grundproblem haben. Man denke an Dacia und Mercedes. Beides sind Autos und lösen das Problem der flexiblen, schnellen Fortbewegung über längere Strecken. Aber für völlig verschiedene Zielgruppen.

Wenn ihr tatsächlich anhand von Interviews festgestellt habt, dass eure Zielgruppe das Problem X hat, dann erst macht es Sinn sich Gedanken zu einer Lösung zu machen. Wichtig ist, dass ihr tatsächlich eine homogene Zielgruppe gefunden habt. D.h. ihr solltet bei der Zielgruppe sowohl demographische als auch psychographische Faktoren berücksichtigen.

Außerdem ist es wichtig, dass ihr nicht sofort in die umfangreiche Umsetzung eures anfänglichen Lösungsansatzes startet, sondern verschiedene Ideen testet und versucht herauszufinden, welche davon bei der Zielgruppe am besten ankommt. Denn schließlich gilt: Der Köder muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler.

Lasst euch also bei der Umsetzung eurer Startup-Idee Zeit. Versucht herauszufinden, ob die Idee auch eine solide Basis hat – nämlich ein entsprechend großes Problem bei einer klar definierten Zielgruppe. Und verlasst euch anschließend nicht darauf, dass eure Idee die beste ist, sondern testet verschiedene Ideen aus und guckt, welche die meiste Resonanz erzeugt.

 

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Ein Gedanke zu „Gastbeitrag: Hört auf eure Gründungsideen umzusetzen!

  • Tobias Georgi

    Ich finde den Beitrag ziemlich oberflächlich. Kann man auf „erst denken, dann handeln“ reduzieren. Der einzige Tipp besteht darin, zu testen, ob es eine relevante Zielgruppe gibt, die wirklich Bedarf hat.
    Weiterhin werden auch gar keine Zahlen genannt. Ein reines opinion Piece ohne Datenbasis (z.B. eine Statistik wie viele Startups scheitern, ohne je am Markt gewesen zu sein z.B.)

    Ich denke nicht, dass die Gründerszene inzwischen im allgemeine so planlos ist und so dermaßen naiv an die Sache ran geht. der Artikel wäre vielleicht 2009 interessant gewesen. 2014 halte ich den nicht für zeitgemäß.