Nach langer, harter Arbeit ist es endlich geschafft: Die Dissertation ist fertig. Um letztendlich den angestrebten Doktortitel zu erhalten, muss das gute Stück allerdings noch veröffentlicht werden. Das ist aber gar nicht so einfach. Wir zeigen Ihnen, worauf Sie achten müssen.

Den richtigen Verlag finden

Die erste Hürde ist es, den besten Weg für die Veröffentlichung zu finden. Dissertationen können wie ganz normale Bücher in einem Verlag veröffentlicht werden. Da es sich um akademische Schriften handelt, bietet sich natürlich ein Wissenschaftsverlag an. Je nach Größe des Unternehmens kann das Vor- und Nachteile haben.

Große Verlage haben oft einen guten Ruf, den sie wahren wollen. Daher sind sie wählerisch und veröffentlichen nicht jede Dissertation. Bei kleineren Verlagen ist hingegen die Chance höher, dass die Doktorarbeit auch publiziert wird. Dafür kann es an der nötigen Reputation fehlen und an einem großen Netzwerk, um die Bücher groß zu bewerben. Daher kann es sein, dass die Doktorarbeit relativ unbeachtet im Regal verstaubt.

Eine weitere Möglichkeit ist der Selbstverlag. Wie der Begriff schon sagt, wird man selber zum Verleger – und das ist einfacher als man denkt. Man geht in den Copyshop, druckt seine Doktorarbeit aus und lässt sie als richtiges Buch binden. Die Kosten und auch die Vermarktung bleiben letztendlich aber alle beim Autor hängen.

Digital statt Papier

Auch das Internet darf bei der Veröffentlichung nicht vergessen werden. Hier gibt es die Möglichkeit, die eigene Arbeit nur in digitaler Form zu veröffentlichen oder bei einem Books-on-Demand-Dienst, der die Bücher nur druckt, wenn sie auch tatsächlich bestellt werden. Bei diesen beiden Wegen sind die Kosten relativ gering.

Aber Vorsicht: Viele Promotionsordnungen berücksichtigen das Internet noch gar nicht. Daher muss man unbedingt schauen, ob eine reine Online-Veröffentlichung ausreichend ist, bzw. ob die eher geringe Auflage beim Demand-Verfahren mit den Vorgaben konform ist.

Auf’s Geld achten

Wer seine Dissertation veröffentlicht, muss meist auch in den eigenen Geldbeutel greifen. Je nach Veröffentlichungsart kann das mehr oder weniger teuer werden – manchmal ist es auch kostenlos. Einer dieser Verlage ist der GRIN-Verlag, der akademische Arbeiten kostenlos im Internet und als Demand-Ausgabe veröffentlicht. Der Weg über einen richtigen Verlag kostet hingegen. Der Preis hängt aber immer von der Größe und dem Marketing-Aufwand ab. Hinzu kommt ein Druckkostenzuschuss. Studi-lektor.de geht von etwa 250 bis 750 Euro aus, die die Veröffentlichung in einem Verlag kostet.

Natürlich besteht nach erfolgreicher Veröffentlichung auch die Möglichkeit, mit seiner Dissertation Geld zu verdienen. Dabei kommt es auch auf die Veröffentlichungsart und den Autorenvertrag an. Daher ist es schwer, allgemein etwas darüber zu sagen. Woran man  auf jeden Fall denken sollte, ist die Anmeldung bei der VG Wort. Das ist die Verwertungsgesellschaft, die die Tantiemen durch Zweitverwertungsrechte verwaltet. Jeder Autor, der in einem bestimmten Rahmen veröffentlicht, kann sich dort anmelden und bekommt einen gewissen Betrag ausgezahlt. Auch wer eine Dissertation publiziert, bekommt so eine einmalige Ausschüttung.

In der folgenden Linkliste finden Sie noch mehr Seiten, die sich mit diesem Thema beschäftigen:

Einige Verlage, die Arbeiten online und gedruckt veröffentlichen:

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3 Gedanken zu „Dissertation veröffentlichen: Das sollten Sie beachten

  • Lektor

    Ein wirklich sehr guter Artikel, wobei mir jedoch auffällt, dass Qualitätsmaßnahmen wie zum Beispiel ein abschließendes Lektorat vollkommen außer Acht gelassen werden. Natürlich sollte dies im Idealfall vor der Abgabe beim Prüfungsausschuss erfolgen, sollte dies aber nicht passiert sein, sollte spätestens vor der Veröffentlichung sichergestellt werden, dass es sich um einen sprachlich Einwandfreien Text handelt. Ansonsten kann das ganze sehr schnell zu einer peinlichen Angelegenheit kommen, da die eigene Doktorarbeit beim Eintritt in die akademische Gemeinde zur Visitenkarte wird!

    1. Markus Neuschäfer

      Ein echtes Lektorat ist von den meisten Wissenschaftsverlagen nicht zu leisten, das wäre nur durch Fachkollegen möglich. Korrektorat dagegen ist sehr zu empfehlen, dafür gibt es viele freie Korrektoren. Bei meiner Dissertation (ca. 350 Seiten) wären dabei etwas mehr als 1000€ an Kosten angefallen. Das war damals nicht möglich, also habe ich darauf verzichtet. Rezensenten ist es natürlich prompt aufgefallen. Hauptsache die Arbeit ist nun erhältlich:
      http://www.markusneuschaefer.com/2014/11/dissertation-veroeffentlichen-ohne-kosten-ein-erfahrungsbericht/