Kind und Beruf miteinander zu vereinbaren, ist immer noch nicht einfach. Das Projekt Coworking-Toddler möchte dieses Problem endlich aus der Welt schaffen: Mit einem Gemeinschaftsbüro (coworking space), in das man seine Kinder (toddler) einfach mitnehmen kann. Die Kleinen werden von ausgebildeten Erziehern betreut und Mama und Papa können direkt nebenan in Ruhe und ohne schlechtes Gewissen arbeiten.
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das ist ein erwachsener in einem strampelanzug

Bild von Ryan McGuire


Das Problem: Kinder und Beruf lassen sich schlecht vereinbaren

Kinder und den Beruf unter einen Hut zu bekommen ist nicht immer einfach und erfordert vor allem eines: viel Organisation. Der Tagesablauf ist meist bis ins kleinste Detail durchgetaktet und die Eltern hetzen zwischen Kita und Arbeitsplatz hin und her.

Viel Zeit bleibt da nicht für das Familienleben. Viele Eltern plagt außerdem das schlechte Gewissen, weil sie ihre Kinder bis zu 9 Stunden täglich in einer Kita unterbringen müssen, um zu arbeiten.

Und auch für Eltern, die von zu Hause aus arbeiten können, ist die Situation alles andere als leicht. Sie können zwar viel Zeit mit ihrem Kind verbringen, sind dadurch aber auch ständig abgelenkt.

Kaum ist eine Mail geschrieben, muss ein Sprint eingelegt werden, damit der Kleine nicht die teure Vase vom Tisch zieht. Zwischendurch werden die Windeln gewechselt, Brei gekocht und noch schnell eine Maschine Wäsche angestellt – da bleibt die oft Arbeit auf der Strecke.

Lösung: Coworking Toddler – Kinder kommen mit ins Büro

Das Projekt Coworking Toddler wurde von vier Eltern gegründet, die Arbeit und Familie zusammenbringen wollen. Die Idee besteht darin, dass Selbstständige oder Arbeitnehmer mit der Option zum Homeoffice ihre Kinder mit ins Gemeinschaftsbüro bringen. Die Kinder werden dort in einem separaten Raum von Erziehern betreut und können mit anderen Kindern spielen – ähnlich wie in einer normalen Kita.

Die Eltern können währenddessen in Ruhe und konzentriert arbeiten – ohne schlechtes Gewissen. Sie sind immer in der Nähe ihrer Kinder. Wenn sich ein Kind zum Beispiel beim Spielen verletzt, sind Mama oder Papa zum Trösten gleich nebenan.

Die Eltern haben einen Pieper am Schreibtisch, der ihnen Bescheid gibt, sobald ihr Kind sie braucht. Die Gründer des Projekts schätzen, dass den Eltern so täglich etwa sechs bis sieben Arbeitsstunden zur Verfügung stehen.

Und auch die Mahlzeiten können Eltern und Kinder gemeinsam einnehmen. So können die Familien sich mehrmals täglich sehen und austauschen. All dies ist bei einer herkömmlichen Kita-Unterbringung der Kleinen nicht möglich.

In Leipzig, Hamburg und München wurde bereits das Projekt „Rockzipfel“ realisiert, das ein ähnliches Konzept verfolgt. Hier passen keine professionellen Erzieher, sondern die Eltern selbst oder Babysitter im Gemeinschaftsbüro auf die Kinder auf. Den Eltern bleiben hier allerdings lediglich drei bis vier Stunden Arbeitszeit täglich, denn sie übernehmen die meisten Aufgaben selbst, wie z. B. wickeln und füttern.

Das große Interesse am Projekt „Rockzipfel“ zeigt, dass die Notwendigkeit für eine solche Arbeitsmöglichkeit vorhanden ist.

Gute Voraussetzungen also für das Projekt Coworking-Toddler  – doch dies ist bis jetzt nur eine Idee. Die Gründer wollen Coworking Toddler mittels Crowdfunding finanzieren, denn noch fehlt es an Geld, um es zu realisieren.

Der erste Standort soll im Sommer in Berlin eröffnet werden, eine passende Immobilie ist bereits gefunden. Weitere Standorte in ganz Deutschland sind bereits in Planung. Schon jetzt gibt es zahlreiche Anfragen von Eltern, die ihr Kind mit ins Gemeinschaftsbüro bringen wollen.

Und auch an der Ausweitung der Zielgruppe arbeiten die Gründer bereits. So könnten Unternehmen Mitarbeitern z. B. die Möglichkeit eines angenehmen Einstiegs nach der Elternzeit bieten, indem sie zunächst vom Gemeinschaftsbüro aus arbeiten und ihre Kinder dorthin mitnehmen.

Das Video zum Projekt Coworking Toddler

Coworking Toddler Film HD final from Marc Runge on Vimeo.

Fazit

Sollte die Crwodfunding-Kampagne von Coworking Toddler Erfolg haben, wäre das Projekt eine ideale neue Möglichkeit, Familie und Karriere miteinander zu verbinden. Eltern und Kinder verbringen den Tag nicht isoliert voneinander, sondern sehen sich mehrmals täglich zum Spielen oder Essen im Gemeinschaftsraum.

Das ständige Gehetze zwischen Arbeitsplatz und Kita, die fehlende gemeinsame Zeit zwischen Eltern und Kind sowie das schlechte Gewissen, sein Kind über mehrere Stunden in der Kita abzugeben, werden damit aus der Welt geschafft.

Quellen

Coworking Toddler – Arbeiten und Kind via Social Impact Finance

“Coworking Toddler”: Das Kleinkind kommt bald mit ins Büro via RP online

“Coworking Toddler”: Wenn die Krabbeldecke im Gemeinschaftsbüro liegt via Wirtschaftswoche

 

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