Herr Fähnrich, Sie sind Autor des Wi-Blocks sowie zweier Bücher zum Thema Banken- und Marketing Controlling. Bitte informieren Sie uns zu ihrem beruflichen Werdegang. Wie sind Sie zum Bloggen gekommen?
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 Nach meinem Fachabitur und der daran anschließenden Wehrdienstzeit habe ich das Studium der Betriebswirtschaftslehre an der FH Koblenz aufgenommen. Nach dem Grundstudium spezialisierte ich mich im Hauptstudium auf Finanz- und Investitionscontrolling, Bankencontrolling und allg. Controlling. In der Studienzeit entstanden schließlich 3 Veröffentlichungen zu den Themengebieten Treasurymanagement, Bankencontrolling und Marketing-Controlling.

Nach dem erfolgreich absolvierten Studium bekleidete ich fünf Jahre die Stelle eines Risikocontrollers bei der AKA-Bank in Frankfurt. Aufgrund der Bankgröße und der damit verbundenen Aufgabenvielfalt konnte ich dort den Bankbetrieb in nahezu allen Facetten kennen lernen. – Für alle Neugierigen: die AKA ist ein Spezialkreditinstitut, das auf Exportfinanzierungen in Emerging Markets spezialisiert ist- Nach fünf Jahren entschied ich mich, ein Angebot der Cellent Finance Solution GmbH (CFS) in Stuttgart anzunehmen, um dort neue Erfahrungen als Consultant zu sammeln. Zu meinen Aufgabengebieten dort gehört die Unterstützung von Kunden (Banken) zu den Themen Gesamtbanksteuerung, Controlling, Kredit- und Marktpreisrisiken.

Zu der Frage wie ich zum Bloggen kam, gibt es eine kleine Vorgeschichte, welche im Jahre 2008 nach der Finanzkrise begann. Zu dieser Zeit stellte ich fest, dass in den Medien sehr einseitig über das Thema „Banken“ berichtet wurde, was aber nur ein Teil der Wahrheit war. Daher musste ich als „Bänker“ in dieser Zeit sehr viele Fragen beantworten, beispielsweise wie können Banken über Nacht pleitegehen, oder warum kippt ein Land wie Spanien plötzlich um und welche Rolle spielen dabei Investmentbanken.

Zudem stellte ich im täglichen Arbeitsleben fest, dass vielen Kollegen und Bekannten unklar war, was man im Controlling eigentlich macht bzw. wozu man so etwas wie Controlling eigentlich braucht.

Sie können sich vorstellen, dass es irgendwann ermüdend war immer dieselben Fragen zu beantworten bzw. dieselben Antworten zu geben. Also suchte ich nach einem Medium, mein Wissen bzw. Ansichten einer breiteren Masse zugänglich zu machen. Ein sehr guter Freund schlug vor, wieder ein Buch zu schreiben, dazu fehlte mir jedoch neben dem Beruf die Zeit. Also hörte ich mich weiter um und aus einem Gespräch mit einer Bekannten (Mitpendlerin) im Zug erfuhr ich, dass sie einen Buchblog gestartet hatte. Aus dieser Tatsache entstanden dann mehrere „Zuggespräche“, welche eben zur Gründung eines eigenen Blogs führten.

Worum genau geht es in Ihrem Blog? Welche Themen verfolgen Sie permanent und welche Wirtschaftsthemen genau interessieren Sie besonders?

 In meinem Blog „WI-BLOCK“ beschäftige ich mich intensiver mit den Themengebieten Controlling, Unternehmensführung und Volkswirtschaft. Ein weiterer großer Themenkomplex sind aktuelle Wirtschaftsnachrichten und ihre Auswirkungen auf die Wirtschaft bzw. Volkswirtschaft im Allgemeinen. Das Thema Volkswirtschaft oder Wirtschaftspolitik lässt sich sehr gut mit meinen Erfahrungen aus dem Banking verbinden und erlaubt mir den Lesern evtl. unbekannte Hintergründe zu erläutern.

Neben dem Hauptthema Wirtschaft lege ich auch Wert auf interdisziplinäres Denken und Verknüpfungen zwischen Fachbereichen. Aus diesem Grund sind auch Beiträge aus der Welt des Informationsmanagements auf dem Blog zu finden, da dieses Thema aus dem täglichen Wirtschaftsleben nicht mehr wegzudenken ist. Für diese Themen habe ich in Markus Volk einen Spezialisten gewinnen können, der genauso wie ich Wert auf interdisziplinäres Denken legt. Aufgrund seiner Ausbildung ist er in der Lage, die Wirtschaftswelt auf einzigartige Weise mit der Welt des Informationsmanagements zu verknüpfen.

Wer gehört zu Ihrer Zielgruppe?

 Wie in den vorherigen Antworten schon angedeutet umfasst die Zielgruppe des Blogs klein-/ mittelständische Unternehmer, Unternehmensgründer und Controller (inkl. derjenigen die mit diesem Themenkomplex zu tun haben). Darüber hinaus richtet sich der Blog an Leute, die sich für gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge interessieren oder eben über den eigenen „Tellerrand“ schauen möchten.

Was halten Sie von dem Thema E-Learning? Glauben Sie an die Zukunft von Online-Kursen oder sind Sie eher für die konservative Lernmethode?

 Die letzte Frage würde ich nicht mit entweder/oder beantworten: für mich haben beide Lehrformen ihre Daseinsberechtigung. Im Gegenteil: Online-Kurse und klassische Lehrveranstaltungen können sich unter Umständen auch ergänzen. Für mich ist die Frage wichtiger, wann welche Kursform eingesetzt wird.

Ein gutes Beispiel für den sinnvollen Einsatz eines Onlinekurses sind für mich die klassischen Eröffnungsveranstaltungen einer Vorlesungsreihe an Hochschulen. In derartigen Veranstaltungen geben die Dozenten i.d.R. einen kurzen Einblick in die Historie ihres Fachgebietes gefolgt von der Agenda ihrer Vorlesungsreihe, sowie diverse Literaturempfehlungen und ggf. verteilen sie auch noch ein Vorlesungsscript. Diese durchaus interessanten und wichtigen Informationen könnten z.B. vorab von den Hochschulen als Online-Vortrag zur Verfügung gestellt werden. Das bietet den Vorteil, dass der Dozent von der 1. Vorlesung an tiefer in die Materie einsteigen kann, zudem besteht für die Kursteilnehmer die Möglichkeit für sie uninteressante Inhalte (bspw. Fachhistorie) zu überspringen.

Ein weiteres Einsatzgebiet für Online-Kurse sehe ich bei Kursen, in denen es rein um die Vermittlung von fachlichen Definitionen geht (z.B. Sprachkurse). Bei den genannten Sprachkursen gibt es normalerweise nur richtig oder falsch, d.h. ein Kursteilnehmer kann sich selbst kontrollieren ob er die Vokabel richtig gelernt hat oder nicht.

Es gibt jedoch Bereiche, dort halte ich Online-Kurse für suboptimal. Hierzu möchte ich ebenfalls ein Beispiel aus meiner Studienzeit anführen. In das Thema Recht kann sich der Kursteilnehmer zwar mittels Büchern oder Ähnlichem einlesen, jedoch lässt das Thema „Recht“ an gewissen Stellen Raum für Interpretationen. Somit kann der Kursteilnehmer nicht mehr eindeutig entscheiden, ob er richtig liegt oder falsch. Er braucht also die Hilfe eines Dozenten, welcher z.B. Legaldefinitionen oder entsprechende Gerichtsurteile kennt. An dieser Stelle sehe ich den Vorteil von klassischen Präsenzveranstaltungen, da der einzelne Lehrgangsteilnehmer von Fragen anderer Lehrgangsteilnehmer profitieren kann bzw. seinen fachlichen „Fokus“ erweitern kann. Anders ausgedrückt: Ich halte eine Präsenzveranstaltung immer dann für sinnvoller, wenn das Lehrgebiet kein eindeutiges Richtig oder Falsch kennt.

Ein weiteres Beispiel für ein nicht interpretationsfreies Thema wäre „Kennzahlen im Controlling“. Hier können bspw. branchen- bzw. länderspezifisch andere Interpretationen einer Kennzahl Gültigkeit besitzen. Daher gilt in diesem Themenkomplex das gleiche Argument wie in juristischen Themenstellungen.

Eine klassische Lehrveranstaltung hat in solchen Fällen auch für den Lehrbeauftragten/ Kursleiter einen entscheidenden Vorteil. Er kann sofort an der Reaktion der Kursteilnehmer erkennen, ob diese seine Ausführungen richtig verstanden haben und entsprechend weitere Erläuterungen in seinen Vortrag einbauen.

Ich setzte daher bei der „Kursform-Frage“ auf ein miteinander, statt einem Entweder-/ Oder. Als Kursleiter ist zuerst die Frage zu stellen: was will ich vermitteln und welche Kursform oder Formkombination ist dafür die Passende.

Vielen lieben Dank für die Beantwortung der Fragen.

 

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