Cashflow steht für Geldfluss. Der Cashflow ist eine wichtige betriebswirtschaftliche Größe, weil er für eine bestimmte Zeitperiode anzeigt, ob das tatsächliche betriebliche Handeln zu einem Überschuss an den liquiden Mitteln geführt hat. Relevant ist der Cashflow vor allem für die Liquidität des Unternehmens. Ein positiver Cashflow zeigt an, dass das Unternehmen noch über flüssige Mittel verfügt, um wirtschaftlich handeln zu können. Ist der Cashflow negativ, dann kann eine Insolvenz nur mit Kredit- oder Kapitalaufnahme vermieden werden.
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Bild: “go with the flow…” von muha…. Lizenz: CC BY 2.0


Der Cashflow wird also definiert für eine bestimmte Zeitperiode, beispielsweise ein Jahr. Es ist der Saldo aus Einzahlungen und Auszahlungen (bzw. aus Zuflüssen und Abflüssen) zu bestimmen. Erträge oder Aufwendungen, die während der Periode zwar in der Buchführung wirksam wurden (wie z.B. Abschreibungen oder Wertberichtungen), die aber nicht zu Geldbewegungen geführt haben, werden beim Cashflow zunächst nicht berücksichtigt. Ist in einem Betrag eine entsprechende Aufwendung bereits enthalten, dann muss man sie wieder subtrahieren, um den Cashflow zutreffend zu bestimmen.

Man kann beim Cashflow den operativen Cashflows vom Cashflow aus Investitionstätigkeit und vom Cashflow aus Finanzierungstätigkeit unterscheiden. Da die Größen aufeinander aufbauen, kann man sie ohne Probleme in einer Excel-Kalkulation nacheinander errechnen lassen.

Der Cashflow könnte direkt berechnet werden, doch müssen dafür unter Umständen Zahlen ermittelt werden, die nicht in der Buchführung vorliegen. Deshalb wird meist in der Praxis eine indirekte Cashflow-Berechnung angewandt, bei der man die Zahlen direkt aus der Buchführung übernehmen kann. Für die folgende Excel-Rechnung des Cashflows wird die indirekte Methode angewandt. Ausgangspunkt der Kalkulation ist dann der Gewinn oder Verlust aus der Gewinn- und Verlustrechnung des Unternehmens.

Die Berechnung des traditionellen Cashflows

Zunächst zur Berechnung des traditionellen Cashflows, in den die Gewinne oder Verluste, die Abschreibungen, Rückstellungen und der Anlagenabgang eingehen. Abschreibungen werden üblicherweise so vorgenommen, dass man die Kosten für Investitionsgüter über eine definierte Zahl von Jahren gleichmäßig als Kosten berücksichtigt. Da der Wertverlust der Investitionsgüter nicht diesen buchhalterischen Vorgaben entsprechen muss, werden die Abschreibungen hier zum Cashflow hinzugenommen. Ähnliche Überlegungen gelten auch für Rückstellungen. Eine Rückstellung kann beispielsweise nötig werden, wenn ein Risiko für den Zahlungsausfall eines bestimmten Kunden bekannt wird.

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In die Spalte A kommen die relevanten Begriffe für die Größen, die beim Cashflow eine Rolle spielen.

Das Ergebnis des traditionellen Cashflows setzt sich aus vier Größen zusammen, die einfach aufsummiert werden. Der Gewinn oder Verlust, die Abschreibungen und Rückstellungen sowie der Anlagenabgang werden aus der Gewinn- und Verlustrechnung übernommen. Die Abschreibungen ergeben sich aus den Wertberichtungen des Anlagevermögens. Rückstellungen sind notwendig, wenn bestimmte Geschäftsvorgänge mit Risiken belastet sind, ein Anlagenabgang liegt dann vor, wenn Anlagevermögen veräußert wird.

Oberhalb der Zahlen der Spalte steht ein Hinweis auf den Zeitraum, auf den sich die jeweiligen Zahlen beziehen. Hier sind es Geschäftsjahre, die späteren Geschäftsjahre werden mit Ausnahme einer Modifikation in einer Formel einfach durch Kopieren nach rechts zutreffend durch Excel vorgenommen. Wenn man eine Formel für das nächste Geschäftsjahr verwenden möchte, dann nimmt man für C2: = B2+1. So spart man sich das Neueintippen der Jahreszahl und braucht auch nicht auf die Excel-Autoausfüllfunktion zurückgreifen.

Weitere Varianten für die Cashflow-Bestimmung

Doch zurück zur Spalte B, wo nun nacheinander die einzelnen Cashflow-Varianten entwickelt werden. Der traditionelle Cashflow ergibt sich als Summation. Man kann die Excel-Funktion Summe verwenden oder die einzelnen Werte aufaddieren: B8 = SUMME(B3:B6) oder B8 = B3 + B4 + B5 + B6.

Anschließend kann der operative Cashflow (Cashflow aus Geschäftstätigkeit) berechnet werden. Hier fließen zusätzlich zum traditionellen Cashflow noch die Forderungen und Verbindlichkeiten ein, die gegenüber Abnehmern bzw. Lieferanten bestehen. Berücksichtigt werden nur die Differenzen gegenüber der vergangenen Periode, also wenn sich die Forderungen gegenüber den Kunden in der laufenden Periode bzw. die Verbindlichkeiten gegenüber den Lieferanten in der laufenden Periode verändert haben.

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Der operative Cashflow kann in Excel also wie folgt bestimmt werden: B13 = B8 + B10 + B11.

Nun kann der Cashflow aus Investitionstätigkeit berechnet werden. Dieser setzt sich aus Einzahlungen aus Anlageabgängen und aus Auszahlungen für Anlageinvestitionen zusammen.

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Der Cashflow aus Investitionstätigkeit errechnet sich mit EXCEL daher wie folgt: B18 = B15 – B16.

Die anschließende Berechnung des Cashflows aus Finanzierungstätigkeit ergibt sich dann aus der Erhöhung oder Verminderung des Eigenkapitals, welches beispielsweise durch Einzahlungen der Eigentümer oder Auszahlungen an die Eigentümer zustande kommen kann. Aber auch Geldzuflüsse aus neuen Finanzverbindlichkeiten (Kredite) oder Rückzahlungen von Finanzverpflichtungen fließen in den Cashflow aus Finanzierungstätigkeit ein.

Bild_4Für Excel kann man den Cashflow aus Finanzierungstätigkeit wie folgt berechnen: B25 = B20 – B21 + B22 – B23.

Zusammenführung der Cashflow-Größen

Abschließend kann man die verschiedene Cashflow-Werte zusammenführen und eine Perspektive auf den Finanzmittelbestand am Ende der Periode gewinnen. Die Summe aus operativem Cashflow, Cashflow aus Investitionsstätigkeit und Cashflow aus Finanzierungstätigkeit ergibt zusammen mit dem Finanzmittelbestand am Beginn der Periode die Finanzmittel am Ende der Periode.

Bild_5Die Finanzmittel am Ende der Periode werden mit einer Excel-Formel wie folgt bestimmt: B28 = B13 + B18 + B25 + B27.

Übertragung der Cashflow-Kalkulation auf weitere Perioden

Ist die Kalkulation so für die erste Periode erfolgreich abgeschlossen, dann kann sie für die nächste Periode einfach nach rechts kopiert werden. Zunächst wird nur eine Spalte nach rechts kopiert, denn die Konstante bei B27 ist in der Spalte C nicht mehr konstant, sondern wird aus B28 übernommen: C27 = B28. Anschließend kann die neue Spalte C ohne Probleme beliebig weit nach rechts kopiert werden; Excel passt die Bezüge automatisch an.

Bild_6In den Folgeperioden müssen lediglich die neuen Werte aus der betriebswirtschaftlichen Kalkulation übernommen werden, um zutreffend für die betreffende Periode die einzelnen Cashflow-Größen zu bestimmen.

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Ein Gedanke zu „Cashflow Rechnung mit Excel

  • JP

    Die Formel beim traditionellen CF inkludiert das Datum… Summe daher falsch!