Abends mal ein Bier oder Wein mit Freunden in der Kneipe – das kommt wohl bei den meisten Studenten mal vor und ist auch gar nicht so schlimm. Gefährlich wird es allerdings, wenn der Alkoholkonsum zu hoch ist. Das ist bei etwa jedem fünften Studenten der Fall, fand nun eine Studie heraus, die im Rahmen der Doktorarbeit der Braunschweiger Psychologie-Studenten Christian Hammerschmidt und Nora Heine entstand. Für ihre Untersuchung hatten sie 2.348 Studenten von drei niedersächsischen Hochschulen befragt.
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Bild: “Sekt und O-Saft” von Maik Meid. Lizenz: CC BY 2.0

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Etwa zwanzig Prozent aller Studenten trinken regelmäßig, um einen Rausch zu spüren. Die Autoren der Studie fassen diese Gruppe unter dem Begriff Binge-Trinker zusammen. Der englische Ausdruck binge drinking bedeutet, dass man mindestens alle zwei Wochen an einem Abend fünf alkoholische Getränke zu sich nimmt.

Trinken für die Geselligkeit

Studenten, die in diese Gruppe fallen, gaben an, dass sie meist auf Partys trinken oder wenn sie sich mit Freunden treffen. Stress oder Angst seien nur selten Grund für Alkoholkonsum. „Wir vermuten, dass Binge-Trinker eher gesellig sind und in gefestigten sozialen Umfeldern leben“, sagt Heine auf Zeit Online.

Jeder sechste Student gibt sich laut der Befragung mindestens fünf Mal im Monat dem Rausch hin. Sie werden in die Kategorie der Heavy Drinker eingeordnet. Dieser hohe Alkoholkonsum ist besonders gefährlich, da er sich schnell körperlich bemerkbar machen kann.

Dass regelmäßiger, zu hoher Alkoholkonsum schlecht für das Gedächtnis ist, ist hinreichend bekannt. Auf Dauer zerstört es den Hippocampus. Das ist der Ort, in dem Informationen dem Kurz- oder Langzeitgedächtnis überführt werden. Daher haben diverse Studien gezeigt, dass regelmäßige Trinker in Vergleichstest schlechter abschneiden als Leute, die wenig Alkohol trinken.

Auch das Feierabendbier kann schaden

Bier und Lernen? Eine schlechte Kombination.

Bier und Lernen? Eine schlechte Kombination. Foto: Kaddy/jugendfotos.de

Doch was ist mit dem Feierabendbier? Ein anstrengender Tag in der Uni-Bibliothek geht zu Ende und in der Küche sitzen die Mitbewohner und trinken das ein oder andere Bier. Ist es clever sich dazu zu setzen? Ja und nein. Entspannend ist es auf jeden Fall. Schließlich kann man nicht den ganzen Tag an die Uni denken. Aber Vorsicht: Wer fleißig gelernt hat, sollte besser die Finger von Bier oder Wein lassen – selbst wenn es nur ein Glas ist.

Das Problem kommt nämlich in der Nacht. Alkohol verändert die Qualität unseres Schlafs. Dabei ist dieser besonders wichtig, um das Geschehen des Tages zu verarbeiten und Gelerntes zu verfestigen. Prof. Manfred Spitzer, Leiter der Psychiatrischen Universitätsklinik in Ulm und einer der bekanntesten Hirnforscher Deutschlands, fasst die Problematik im SWR-Blog 1000 Antworten so zusammen: „Wenn ich viel gelernt habe, oder wenn ich viel lernen möchte, dann schadet Alkohol ganz gewiss, weil der unser Gehirn deoptimiert, was seine Verarbeitungsmöglichkeiten anbelangt.“

Daher der Tipp: Mit dem Alkohol einfach bis nach den Prüfungen warten – und dann natürlich auch nur in Maßen.

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