Neue Sprachen lernen, wann und wo immer man will. Mobile Applikationen für Smartphone und Tablet machen es möglich. Laut einem Bericht der Europäischen Kommission lernt fast jeder dritte Deutsche eine Fremdsprache. Entsprechend hoch ist auch die Nachfrage nach Sprachlern-Software. Die besten Programme stellen wir Ihnen hier vor.

Tipp: Keine Lust zu lesen? Dann lernen Sie doch einfach online. Wählen Sie hier einfach einen oder mehrere Online-Kurse und starten Sie kostenlos.

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Bild: „My apps with Todos“ von Nicholas Volodimer. Lizenz: CC BY ND 2.0


Babbel

Die App Babbel des Berliner Unternehmens Lesson Nine hat weltweit 17 Millionen Nutzer, davon 2,5 Millionen in Deutschland. Sie wurde mit dem Deutschen Bildungsmedien Preis Digita 2013 ausgezeichnet. Mit Babbel können Sie Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch, Türkisch, Niederländisch, Polnisch, Indonesisch und Schwedisch lernen.

In zahlreichen Kursen lernen Sie Schritt für Schritt Vokabeln und Redewendungen. Grammatik wird auf unterhaltsame Weise nebenbei vermittelt. Es gibt auch Hör- und Sprechübungen. Der persönliche Wortschatz wird gespeichert und kann jederzeit abgerufen werden.

Ein Wiederhol-Manager erinnert an die nochmalige Auffrischung bestimmter Lerninhalte. Wer möchte, kann das Gelernte in der Babbel-Community anwenden und mit Menschen aus aller Welt ins Gespräch kommen.

Babbel ist für iOS- und Android-Geräte erhältlich. Die Kurse können aber auch am Rechner absolviert werden. Der erste Babbel-Kurs ist kostenlos. Danach ist die App ab 4,95 Euro im Monat weiter nutzbar.

Duolingo

Aufgrund ihres großen Erfolges wurde Duolingo von Apple zur „iPhone App des Jahres 2013“ gekürt. Mehr als 20 Millionen Nutzer frischen damit regelmäßig ihre Sprachkenntnisse auf. Statt endloser Vokabellisten und komplizierter Grammatiklektionen bietet die App thematisch geordnete Sprachlernbausteine.

Neue Vokabeln werden über Bilder eingeführt und schrittweise in Wortgruppen und Sätze eingebaut. Es gibt Übungen zum Hörverstehen und zum Nachsprechen, Lückentexte und Übersetzungsaufgaben. Wer Vorkenntnisse mitbringt, hat nach einigen Tests die Möglichkeit, Teile zu überspringen.

Bei Duolingo hat man zehn Sprachen zur Auswahl, darunter neben Deutsch und Englisch auch Französisch, Italienisch, Portugiesisch oder Niederländisch. Man kann sogar mehrere Sprachen gleichzeitig lernen. Allerdings sind nicht alle Sprachen für Deutsch als Ausgangssprache verfügbar.

Die Besonderheit von Duolingo liegt in der Interaktivität: Über Kommentarfunktionen können die Nutzer sich gegenseitig helfen. Während der gemeinsamen Arbeit an einer Übersetzung werden Unklarheiten bezüglich der Lerninhalte beseitigt. Ein weiteres Special der App ist die Funktion „Fähigkeiten stärken“.

Hier kann der Nutzer regelmäßig seinen Lernfortschritt testen. Dabei stellt Duolingo die Prüfungen ausgehend vom aktuellen Kenntnisstand des Lernenden zusammen.

Duolingo gibt es für iOS- und Android-Geräte. Auch die Duolingo-Webseite kann zum Lernen genutzt werden. Die Anwendung ist kostenlos.

Busuu

Großen Erfolg hat auch der britische Anbieter Busuu Online. Allein in Deutschland wurde die App bereits zwei Millionen Mal heruntergeladen. Busuu ist ein soziales Netzwerk, in dem die Nutzer sich gegenseitig helfen, ihre Sprachkenntnisse zu verbessern.

Im Angebot sind zwölf Sprachen, darunter auch Polnisch, Türkisch, Russisch, Arabisch, Brasilianisches Portugiesisch, Japanisch und Chinesisch. Der Lernende legt sich ein Profil an und bearbeitet die Lektionen in seinem ganz eigenen Tempo.

Innerhalb der Online-Community können Sprachtandem-Partnerschaften geschlossen werden: Die Nutzer lernen jeweils eine Fremdsprache und lehren zugleich ihre Muttersprache. Die Kommunikation erfolgt hier über eine integrierte Videochat-Funktion.

Bei Busuu kann man sich auch Vokabeln vorsprechen lassen und Dialoge anhören, einen eigenen Text verfassen und seinen aktuellen Kenntnisstand in entsprechenden Tests überprüfen.

Busuu gibt es für iOS- und Android-Geräte. Die App ist kostenlos.

50 Sprachen

Die App „50 Sprachen“ erlaubt das Lernen in über 2500 Sprachrichtungen, wie Deutsch/Englisch, Englisch/Spanisch, Spanisch/Chinesisch oder aber auch Französisch/Hindi und Türkisch/Holländisch. In jeder gewählten Sprachenauswahl kann man im Menü zwischen den Punkten „Sprachführer“ und „Wortschatz“ wählen.

Ersterer enthält Multiple-Choice-Übungen und Lückentexte zum Erlernen von Vokabeln. In Letzterem soll durch das Auswendiglernen gebräuchlicher Redewendungen ein schneller Lernerfolg erzielt werden. Die Lektionen behandeln Alltagssituationen, z. B. in den Urlaub fahren, im Hotel übernachten, im Restaurant Essen bestellen, jemanden kennenlernen, einkaufen, zum Arzt gehen.

Sie alle enthalten kostenloses Audiomaterial. Eine Aufnahmefunktion im „Sprachführer“ erlaubt es dem Nutzer zudem, seine Aussprache auf Richtigkeit zu überprüfen. Im Bereich „Sprach- und Geografiequiz“ kann man seine landeskundlichen Kenntnisse erweitern.

Die App steht für iOS und Android zur Verfügung. 30 Lektionen sind als als kostenloser Download erhältlich. Wer 100 Lerneinheiten nutzen möchte, zahlt entweder 8,99 Euro für das Gesamtpaket mit allen 50 Sprachen oder 2,69 Euro für eine einzelne Sprache.

Fazit

Wichtig bei der Wahl der richtigen App ist vor allem, ob sie zum jeweiligen Lerntyp passt. Der Preis dagegen gibt keinerlei Aufschluss über Qualität und Nutzen einer Anwendung. Davon ist der Linguist Prof. Bernd Rüschoff von der Universität Duisburg-Essen überzeugt. Die Nutzung digitaler Medien im Fremdsprachenunterricht gehört zu seinen Forschungsschwerpunkten.

Nur, weil eine App besonders teuer ist, muss sie nicht unbedingt besser sein, so seine Überzeugung. Es sei deshalb ratsam, eine App erst zu testen, bevor man sich die kostenpflichtige Version herunterlädt.

 

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8 Gedanken zu „Die 4 besten Apps zum Sprachen lernen

  • Abba

    Wirklich en tolles Fazit..

  • Michael

    Was ist mit Rosetta Stone?

  • margrethe

    Wenn die apps gratis sind, wieviel lästige, blinkende Werbebanner muss ich dann auf mich nehmen? Gibts da unterschiede? Gerne bezahle ich etwas und werde dafür verschont.

    1. Michaela

      Bei Duolingo gibt es keine Werbung 😉
      Allerdings sollte man Englisch sprechen können, da vom Deutschen nur sehr wenige Sprachen möglich sind.

  • Spree-Liebe Hochzeitsfotografie

    Sehr schöner Artikel und danke für den Tipp mit Busuuu, kannte ich noch gar nicht.

    Ich lerne seit knapp über einem Jahr spanisch, da meine Freundin Spanierin ist. Ich habe in der Zeit vieles ausprobiert und bin jetzt bei fast täglich Duolingo, 2-3 mal die Woche für 15-20min Rosetta Stone sehr gut dabei. Bei meinem letzten Besuch der Familie über Weihnachten konnte ich mit einem Glas Rotwein auch schon einfache Diskussionen über Politik führen. In den Semesterferien werde ich auch noch einen Intensivkurs B1 besuchen. Außerdem habe ich die beste Sprachlehrerin immer an meiner Seite. 🙂

  • Jan

    Vielen Dank für den super Artikel!

    Mir haben die Online Software Babbel und der Einzelunterricht via Skype über italki sehr geholfen, um innerhalb von 5 Monaten fliessend Spanisch zu lernen.

    Meiner Meinung nach ist es außerdem super wichtig, sich ein genaues Ziel ( „Ich spreche am 1.1.2016 fliessend Englisch“) zu setzen und sich dann für jede Woche Meilensteine festzulegen und diese genau zu kontrollieren oder noch besser: vom Partner oder Kumpel kontrollieren lassen! 😉

    Beste Grüße aus Hannover

    Jan
    http://www.goalmate.de

    1. Maria Jaehne

      Hallo, schön, dass Ihnen der Artikel gefällt. Die Idee, sich ein Ziel zu setzen, ist wirklich gut! Beste Grüße, Maria von Lecturio.