Einer der Vorteile in der Digitalfotografie ist das einfache Optimieren und Bearbeiten von Fotos mit Bildbearbeitungsprogrammen, wie zum Beispiel mit Adobe Photoshop oder mit der kostenlosen Software GIMP. Mit meist nur wenigen Arbeitsschritten verpassen Sie Ihren Aufnahmen einen neuen Look oder frischen langweilige Bilder auf. Wir stellen Ihnen einige interessante Fotoeffekte vor und geben Tipps zu deren einfacher Umsetzung.
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Die Crossentwicklung

Bei der Crossentwicklung, auch Cross Processing genannt, handelt es sich um eine Technik aus der analogen Fotografie, die in den 1980er Jahren besonders beliebt war. Das Ziel waren knallige oder ausgewaschene Farben in Verbindung mit harten oder verschwommenen Kontrasten. Dieser Effekt wurde zum Beispiel durch die Umkehrentwicklung eines Farbnegativfilms erreicht.

In der Digitalfotografie kann man diesen Effekt entweder durch spezielle Kamerafilter oder mit Effektprogrammen erreichen, die es in manchen Digitalkameras gibt. Doch auch mit den Programmen der Bildbearbeitung, wie Adobe Photoshop oder GIMP, kann man das Cross Processing simulieren. Der Bildeffekt kann zum Beispiel durch das Verschieben der Farbkanäle in den Gradationskurven erreicht werden.

In Photoshop öffnen Sie dazu in der Hauptmenüleiste „Bild“, „Korrekturen“ und „Gradationskurven“. Im sich öffnenden Dialogfenster aktivieren Sie die Checkbox vor „Vorschau“, wählen aus der Aufblendliste hinter „Kanal“ den Wert „Rot“ und verschieben die Linie im Gradationskurven-Fenster in eine leicht gebogene Form.

Beobachten Sie die Farbänderung in Ihrem Bild. Anschließend wiederholen Sie diesen Arbeitsschritt mit den Kanälen „Grün“ und „Blau“. Wenn Sie mit dem Ergebnis zufrieden sind, schließen Sie das Fenster durch Mausklick auf „OK“ und passen gegebenenfalls die Helligkeit und den Kontrast noch etwas an.Bild-01In GIMP 2.8 gibt es diesen Effekt kostenlos. Rufen Sie dazu im Hauptmenü „FX-Foundry“, „Photo“, „Effects“ und „Cross processing effect …“ auf. Im sich öffnenden Dialogfenster legen Sie im Farbwahlfeld neben „Overcast color:“ die Deckfarbe fest und starten dann den Vorgang mit Klick auf „OK“.

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Der Sepia-Effekt

Sepia ist der gelblich-braune Farbton, den sehr alte Fotografien häufig aufweisen. Diese Fotos wurden ursprünglich in schwarz-weiß aufgenommen, doch durch die Einstrahlung von UV-Licht ist im Lauf der Jahrzehnte der Anteil schwarzer Farbe zu einem Braunton verblasst und der Bildteil, der ehemals weiß war, ist vergilbt. Diesen Fotoeffekt können Sie auch beobachten, wenn Sie Ihre Fotos mit schlechter Druckertinte ausdrucken und einige Wochen dem Tageslicht aussetzen. Sie können Ihre Bilder jedoch auch bewusst mit einem Sepia-Effekt gestalten.

In Photoshop öffnen Sie dazu im Hauptmenü „Bild“, „Korrekturen“, „Farbton/Sättigung…“ und wählen im aufklappenden Dialogfenster in der Aufblendliste hinter „Vorgabe:“ den Wert „Sepia“. Dann aktivieren Sie die Checkbox vor „Färben“ und klicken auf „OK“. Wenn Sie den Fotoeffekt bereits vor Anwendung sehen möchten, setzen Sie ein Häkchen in die Checkbox vor „Vorschau“.

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Eine weitere Möglichkeit, den Sepia-Effekt in Photoshop zu erzeugen, ist der Umweg über „Bild“, „Korrekturen“ und „Schwarzweiß“. Im sich öffnenden Dialogfenster aktivieren Sie das Markierfeld vor „Farbtonung“ und klicken dann die Farbwählerschaltfläche an. Bild-04

Es öffnet sich erneut ein Fenster, in dem Sie mit Mausklick auf das Farbwählfeld eine passende Farbe auswählen, zum Beispiel Beige oder Ocker. Bestätigen Sie die Auswahl mit Klick auf „OK“ und stellen Sie den Farbton bei Bedarf noch genauer mithilfe des Schiebereglers unter „Sättigung“ ein. Diese Methode hat den Vorteil, dass Sie den Farbton selbst bestimmen können.

Wenn Sie den Sepia-Effekt mit GIMP nachahmen möchten, geht das am einfachsten über den Aufruf von „Farben“ und „Einfärben“ im Hauptmenü. Im aufklappenden Dialogfenster stellen Sie mit den Schiebereglern unter „Farbe auswählen“ den Farbton beispielsweise auf „17“, die Sättigung auf „62“ und die Helligkeit auf „43“.

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Split Toning

Auch Split Toning ist ein Effekt aus den Tagen des Schwarz-Weiß-Films. Um diesen Effekt zu erzeugen, werden die hellen Bildteile in einer Farbe und die dunklen in einer anderen koloriert. Farbbilder erhalten mittels Split Toning besonders dann einen speziellen Look, wenn Sie Farben wählen, die im Farbkreis gegenüberliegen, zum Beispiel Blau und Gelb oder Rot und Grün.

Am einfachsten setzen Sie diesen Effekt mit GIMP um. Öffnen Sie „Filter“, „Colours“ und „Split Tone with ED“. Im Dialogfenster „Skript-Fu: Split Tone with ED“ wählen Sie die Farbe für die Lichter aus dem Farbfeld hinter „Highlight colour“ und die Farbe für die Schatten aus dem Farbfeld hinter „Shadows colour“.

Bild-06Mit den Reglern neben „Glanzlichtdeckkraft“ und „Shadow opacity“ legen Sie die Deckkraft der Lichter- und Schattenfarben fest. Je weiter Sie die Regler nach links schieben, umso ungedeckter ist die Farbe. GIMP erstellt aus Ihrem Bild zunächst automatisch eine Ebene mit einer Schwarz-Weiß-Kopie und anschließend die Ebenen für die „Shadows“ und die „Highlights“.

Ein sehr beliebter Effekt ist der Colorkey-Effekt, bei dem wichtige Elemente eines Schwarz-Weiß-Bildes farbig hervorgehoben werden, wie beispielsweise ein roter Regenschirm. Um den Colorkey-Effekt zu erzeugen, arbeiten Sie in GIMP ähnlich wie in Photoshop.

Bild-07Öffnen Sie Ihr Bild und erstellen Sie eine Kopie der Originalebene (in Photoshop Hintergrundebene). Markieren Sie den Bildbereich, der farbig sein soll, beispielsweise mit dem Schnellauswahl-Werkzeug oder dem Zauberstab. Aktivieren Sie anschließend das Radiergummi-Werkzeug und radieren Sie den markierten Bereich weg.

Am besten gelingt das, wenn Sie die Hintergrundebene durch Mausklick auf das Augensymbol deaktivieren, bis Sie mit dem Radieren fertig sind. Markieren Sie in der Ebenenpalette die Kopie der Hintergrundebene und klicken Sie in der Hauptmenüleiste auf „Bild“, „Korrekturen“ und „Schwarzweiß“. Mit den Schiebereglern unter den Farbtönen können Sie die Helligkeitswerte der einzelnen Farben in der späteren Schwarz-Weiß-Konvertierung verändern.

Wenn Sie alle Einstellungen vorgenommen haben, schließen Sie den Dialog mit Klick auf „OK“ und speichern Ihr fertiges Bild ab.

Online-Dienste für die Bildbearbeitung – Einfache Anwendung von Fotoeffekten

Wenn Sie verschiedene Bildeffekte ausprobieren möchten, ohne zuvor Software auf Ihrem Computer zu installieren, lohnt sich ein Blick auf die Online-Bildbearbeitungsdienste „PicMonkey“ (http://www.picmonkey.com), „pho.to“ (http://funny.pho.to/de), „befunky“ (http://www.befunky.com) und „Pixlr“ (http://pixlr.com).

Ohne vorherige Anmeldung können Sie auf den Websites dieser Dienste verschiedene Fotoeffekte testen.

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