Wer in Deutschland Jura studieren möchte, hat die Qual der Wahl. Insgesamt gibt es 47 staatliche juristische Fakultäten und zwei private. In diesem Artikel soll es darum gehen, welche Kriterien dir bei der Wahl des richtigen Studienortes für dein Jurastudium helfen können.
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1. Gibt es einen Numerus Clausus (NC)?

Sofern du zu den wenigen Abiturient*innen mit einem 1,0-Durchschnitt gehörst, dürfte dir diese Frage kaum Kopfzerbrechen bereiten. Für die große Mehrheit der Schulabgänger*innen ist es jedoch wichtig zu wissen, ob das Jurastudium an einer bestimmten Universität zulassungsbeschränkt ist.

Die Auswahl der Studienbewerber*innen, die zugelassen werden, ergeht bei einer Zulassungsbeschränkung wie folgt: 20 % der Plätze werden anhand der Abiturnote, weitere 20 % werden aufgrund der Wartesemester der Kandidat*innen vergeben und 60 % können nach einem eigens von der Hochschule festgelegten Verfahren besetzt werden.

Dies ist jedoch kein Grund, besorgt zu sein: An zahlreichen Fakultäten bestand in den vergangenen Jahren für das Jurastudium keine Zulassungsbeschränkung. Hier mussten sich die Bewerber*innen nur rechtzeitig bewerben und dann einschreiben.

Ob bei deinem Bewerbungsdurchgang eine Zulassungsbeschränkung gegeben ist, kann man nicht mit 100%-iger Wahrscheinlichkeit sagen. Es kommt stets darauf an, wie viele freie Plätze die Uni hat und wie viele Bewerbungen für diese eingehen.

Neben dem NC kann die Uni die Zulassung zum Jurastudium aber auch von anderen Faktoren abhängig machen. So wird etwa an der Bucerius Law School in Hamburg und an der EBS Law School in Wiesbaden ein Aufnahmetest vorausgesetzt.

2. Was sagen die Hochschulrankings?

Sehr hilfreich kann bei der Auswahl des richtigen Studienortes für das Jurastudium auch der Blick auf Hochschulrankings sein. Das Ausführlichste ist das CHE-Hochschulranking, das auf der Internetseite von ZEIT ONLINE veröffentlicht wird. Hier kann man sich kostenlos anmelden und aus einem Kriterienkatalog auswählen, was einem im Jurastudium wichtig ist.

Anschließend kann man sich in einer Grafik anschauen, welcher Studienort für einen die beste Wahl ist. Dabei kann man sich auch Details zu jeder einzelnen Hochschule ansehen, sowie mehrere Hochschulen auswählen und diese miteinander vergleichen.

Auch auf der Internetseite des juristischen Onlinemagazins Legal Tribune Online findet man ein Hochschulranking, das Auskunft über das Abschneiden der Universitäten im Rahmen der Untersuchungen der Wirtschaftswoche gibt und daneben das CHE-Ranking in die Gesamtbewertung einbezieht.

Wichtig ist jedoch, dass die Hochschulrankings nicht das einzige Kriterium für die Auswahl des Studienortes sein sollten, da hier meist nur bestimmte Faktoren in die Bewertung einbezogen werden bzw. manche Unis an den Rankings aus verschiedenen Gründen gar nicht erst teilnehmen und hierdurch weniger bemerkt werden.

3. Wie ist die Bibliothek ausgestattet?

Sehr wichtig für ein erfolgreiches Jurastudium ist auch die Bibliotheksausstattung, denn nichts ist anstrengender als die Schlacht von 400 Erstsemestern um zwei aktuelle Lehrbücher oder der mangelhafte Zugang zu Online-Datenbanken.

Auch über die Bibliothekssituation an den verschiedenen Unis gibt das CHE-Ranking Auskunft. Ansonsten empfiehlt es sich die Bibliothek selbst einmal zu besuchen, um sich ein Bild von der dortigen Situation zu machen. Sprich auch mit Studierenden aus höheren Semestern, um herauszufinden, wie diese mit der Ausstattung zufrieden sind.

4. Muss ich Studiengebühren zahlen?

Ein umstrittenes Thema waren in der Vergangenheit allgemeine Studiengebühren, die manche Bundesländer erhoben. Mit dem Beginn des Wintersemesters 2014/15, zu dem auch Niedersachsen die Gebühren abgeschafft hat, ist das Erststudium an einer staatlichen Hochschule in allen Bundesländern wieder kostenlos. Es werden lediglich Verwaltungsbeiträge erhoben, die variieren und meistens die Kosten für ein Semesterticket beinhalten. Diese Beiträge liegen im Schnitt zwischen 100 und 250 € pro Semester.

Anders sieht es aber an Privathochschulen aus. An der Bucerius Law School müssen insgesamt Studiengebühren von 48.000 € gezahlt werden, wobei die Hochschule den Studierenden aber verschiedene Finanzierungsmodelle anbietet und sie bei der Erlangung eines Stipendiums unterstützt. Die Wiesbadener EBS Law School erhebt Studiengebühren in Höhe von 3.700 € pro Trimester. Auch hier kommt man den Studierenden aber mit Finanzierungsmöglichkeiten und Stipendien entgegen.

5. Wie hoch sind die Lebenshaltungskosten?

Bevor man sich für einen Studienort für das Jurastudium entscheidet, sollte man sich auch mit der Frage beschäftigen, wie hoch die Lebenshaltungskosten in der jeweiligen Stadt sind. Die 20. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks hat erwiesen, dass der Durschnitts-Studierende 864 € im Monat zur Verfügung hat. Das kann ausreichend oder auch viel zu wenig sein – je nachdem, in welcher Stadt man studiert.

Du solltest dir dabei bewusst sein, dass das Leben in einer Großstadt meist preisintensiver als in einer mittelgroßen oder einer Kleinstadt ist. Außerdem sind die Städte im Osten der Republik meist günstiger als etwa Hamburg, München oder Frankfurt am Main. Helfen kann dir hierbei der  „Lebenskostenrechner“ des Studentenportals unicum.de.

Fazit

Es gibt einiges zu bedenken, wenn es um die Wahl des richtigen Studienortes für das Jurastudium geht. Neben den genannten Aspekten solltest du aber auch deine persönlichen Vorlieben in deine Überlegungen einbeziehen: Möchtest du lieber an einer großen oder kleinen Fakultät Jura studieren? Fühlst du dich in einer gemütlichen Stadt mit studentischem Flair oder einer belebten Metropole wohler? Für eine Entscheidung empfiehlt es sich, die Internetauftritte der Universitäten zu studieren und sich bestenfalls auch persönlich vor Ort ein Bild zu machen.

Tipp: Du hast noch mehr Fragen? Lies hier weiter, ob das Jurastudium überhaupt etwas für dich ist? Und wenn ja, wie es abläuft?


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