Was zu Beginn des Studiums noch in weiter Ferne schien, rückt ganz plötzlich in greifbare Nähe: das Staatsexamen. Als Jurastudent bekommt man schon beim Gedanken daran feuchte Hände. Aber wie bereitet man sich am besten darauf vor? Die Masse bedient sich eines privaten Repetitoriums. Mittlerweile rüsten jedoch auch die Universitäten auf. Wir sagen Ihnen, was dran ist am Uni-Rep.
Tipp: Mit unserem Online-Repetitorium zum 1. Staatsexamen können Sie sich bestmöglich, flexibel und kostengünstig auf die erste juristische Staatsprüfung vorbereiten. Jetzt kostenlos starten.

Jura

Bild: “The REP – Centenary Square – Birmingham – sign” von Elliott Brown. Lizenz: CC BY 2.0


An den Universitäten werden private Repetitorien oft als Geschäftemacherei verteufelt. Doch jahrelang boten sie den Studenten keinen adäquaten Ersatz an, sodass viele aus Unsicherheit auf die kommerziellen Angebote zurückgriffen. Mittlerweile findet jedoch ein Umdenken statt.

Zahlreiche Unis haben (mehr oder weniger) erfolgreich nachgezogen und ermöglichen ihren Studenten nun den Besuch eines Reps im eigenen Hause. Viele Nachwuchsjuristen ziehen private Repetitorien jedoch immer noch diesem Angebot vor. Doch woran liegt das eigentlich?

Nachteile des Uni-Reps

Zum einen hängt die Qualität eines Uni-Reps in nicht unerheblichem Maße von den didaktischen Fähigkeiten der Dozenten ab. Hat man schon während seiner Vorlesung nur mit Mühe die Augen offen halten können, wird es vermutlich schwer, dem Professor während des Repetitoriums gedanklich zu folgen.

Auch der Nutzen des zur Verfügung gestellten Materials für die eigene Vorbereitung ist natürlich davon abhängig, von wem es stammt. Dabei kann es passieren, dass der wissenschaftliche Anspruch des Dozenten einer Darstellung nur der wichtigsten prüfungsrelevanten Fakten und Schemata entgegensteht. Dies kann dazu führen, dass die Materialien nur bedingt für eine gezielte Vorbereitung geeignet sind, weil sie entgegen dem eigenen Geschmack zu sehr in die Tiefe gehen.

Darüber hinaus sorgen sich viele, dass das Uni-Repetitorium ebenso theoretisch wie die sonstigen Vorlesungen aufgebaut ist und nicht dem Einüben von Falllösungen dient. Private Repetitorien werben hingegen damit, dass in ihren Kursen Praktiker dozieren.

Dazu sind die Uni-Repetitorien oft hoffnungslos überfüllt. Dies trägt natürlich zu ihrem Vorlesungscharakter bei und macht es dem Einzelnen unter Umständen schwer, Fragen zu stellen oder sich aktiv an einer Falllösung zu beteiligen. Dies, gepaart mit der Tatsache, dass das Rep kostenlos ist, kann einen auch dazu verleiten, die Veranstaltungen nur unregelmäßig zu besuchen und die Vorbereitung schleifen zu lassen.

Vorteile des Uni-Reps

Ein ganz wesentlicher Vorteil des Uni-Reps ist der Umstand, dass es den Studenten unentgeltlich zur Verfügung gestellt wird. Im Vergleich zu kommerziellen Angeboten spart man also schnell einmal 1500 bis 2000 €, die man beispielsweise in den Belohnungsurlaub nach dem Examen investieren kann.

Abgesehen davon hat man durch das Uni-Rep auch einige Vorteile gegenüber der Vorbereitung ganz ohne ein Repetitorium. So erlangt der Lernalltag dadurch Struktur, dass der Kurs grundsätzlich an festen Tagen in der Woche stattfindet. Außerdem hat man es mit Gleichgesinnten zu tun, mit denen man aufkommende Fragen auch gegebenenfalls noch nach der Veranstaltung besprechen kann.

Hinzukommend kann man beim Universitäts-Repetitorium jederzeit ein- und aussteigen. Dies ist zwar häufig auch bei den privaten Angeboten möglich, hier fällt der Ausstieg aber besonders schwer, weil man ja schließlich schon einen Teil des Kurses bezahlt hat.

Auch eine zu starke Theorielastigkeit kann den Hochschulangeboten nicht pauschal unterstellt werden. Viele Uni-Reps (z.B. an der Uni Erlangen) zeichnen sich mittlerweile dadurch aus, dass die Fallorientierung der Kurse hier eine wichtige Rolle spielt. An der Uni Gießen werden sogar spezielle Falltutorien mit geringen Teilnehmerzahlen angeboten.

Selbst wenn keine Fälle innerhalb des Kurses gelöst werden, ist das Universitäts-Repetitorium doch meist auf den Klausurenkurs abgestimmt, der an wohl ziemlich jeder Uni angeboten wird. Hier kann man wöchentlich das Lösen einer fünfstündigen Klausur auf Examensniveau trainieren.

Mancherorts hat man dabei sogar die Gelegenheit, ein Probeexamen zu schreiben, um unter möglichst realistischen Bedingungen ein Gefühl für die Prüfungssituation zu bekommen. Dies ist zum Beispiel an den Unis in Frankfurt/Oder, Bochum, Marburg und Jena der Fall. Auch Simulationen der mündlichen Prüfung stehen dabei auf der Tagesordnung. Interessante Zusatzangebote, wie etwa die angebotene „Klausuroptimierung“ an der Uni Frankfurt/Main, runden das Universitätsrepetitorium ab.

Zu beachten ist außerdem, dass die Dozenten in den Uni-Reps auch regelmäßig die Klausuren im Staatsexamen stellen. Damit wissen sie aus erster Hand, worauf es bei der Falllösung ankommt.

Besonders hervorzuheben ist die E-Learning-Plattform der Uni Münster, die ein Bestandteil des Uni-Reps ist und Angebote wie eine Zeitschriftenauswertung, Online-Lektionen, Podcasts und vieles mehr enthält. Auf diese können im Übrigen auch Studenten anderer Unis wie bspw. Bielefeld und Bochum zugreifen.

Für Sie als Student dürfte besonders das Argument Gewicht haben, dass man auch nach einer Vorbereitung mit dem Uni-Rep sehr gute Prüfungsergebnisse erzielen kann. Die Uni Freiburg wirbt etwa damit, dass sich die acht besten Absolventen aus dem Frühjahrstermin 2011 mit dem universitären Angebot auf das Examen vorbereitet haben.

Fazit

Niemand zwingt Sie, sich nur aufgrund von Mutmaßungen für oder gegen das Uni-Rep zu entscheiden.

Wie gut ein Universitätsrepetitorium ist, hängt letztendlich von der jeweiligen Hochschule und den einzelnen Dozenten ab. Informieren Sie sich, was Ihre Universität konkret anbietet. Und vor allem: Besuchen Sie mehrere Veranstaltungen bevor Sie sich für oder gegen diese Vorbereitungsvariante entscheiden.

Darüber hinaus steht auch einer Kombination aus kommerziellem und Uni-Rep grundsätzlich nichts im Wege, sofern Sie ein gutes Zeitmanagement haben. Noch unkomplizierter ist es, wenn Sie sich allein oder innerhalb einer Lerngruppe auf das Examen vorbereiten. Auch diese Methoden lassen sich mit dem Besuch des Uni-Reps sehr gut kombinieren. Dabei können Sie sich gezielt diejenigen Veranstaltungen heraussuchen, die für Sie interessant sind.

Vertiefungshinweise

Infos zu dem E-Learning-Angebot der Uni Münster erhalten Sie hier.

Hier finden Sie interessante Beiträge zum Thema Uni-Rep:

  • http://www.juraexamen.info/uni-rep-jura-repetitorium/
  • http://www.lto.de/recht/studium-referendariat/s/universitaets-repetitorien-an-der-richtigen-stelle-gespart/
  • http://www.zeit.de/campus/online/2008/42/jura-repetitor





Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *