Sowohl das 1. Staatsexamen als auch das 2. Staatsexamen sind die größten Herausforderungen für jeden angehenden Juristen. Viele greifen für die Vorbereitung auf diese wichtigen Prüfungen auf Repetitorien zurück. In diesem Beitrag schildert der Jurastudent Markus Decker seine Erfahrungen mit dem Repetitorium von Lecturio.
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wooden gavel and books on wooden table,on brown backgroundJeder Jura-Student steht irgendwann unwiederbringlich vor der R-Frage: Welches Repetitorium ist das Beste, welches am besten auf einen persönlich zugeschnitten? Auf den ersten Blick bieten die verschiedenen Repetitorien die gleichen Inhalte. Jedes behauptet von sich, mich besser auf das erste Staatsexamen vorzubereiten als alle anderen.

Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass dem nicht so ist, denn ich habe eines der führenden Repetitorien einige Monate lang gehört. Im Resultat haben mich diese wenigen Monate um Jahre altern lassen. Bevor ich mich in Selbstzweifel gestürzt habe – was nicht nötig war, denn vielen anderen Kommilitonen erging es genauso – folgte ich einem Hinweis von einem befreundeten Anwalt meines Vaters, es gäbe auch andere Konzepte als das Auswendiglernen, um das Examen zu bestehen.

Wiedererkennen statt Auswendiglernen
Mit diesem Ratschlag in der Tasche habe ich im Internet schnell das BMR Repetitorium ausfindig gemacht. Ihr Konzept „Lernen heißt Wiedererkennen“ stieß bei mir sofort auf offene Ohren. Zudem kam mir zupass, dass sie ihr Angebot über eine Partnerfirma auch online zur Verfügung stellen. Nach kurzem Überlegen habe ich zugegriffen und diese Entscheidung bislang keine Minute bereut. Zum ersten Mal nach einem kompletten Studium und einem zur Hälfte belegten Konkurrenz-Repetitorium hab ich die Dogmatik von Grundschuld- und Sachenrecht verstanden und das BGB-Wirrwarr in meinem Kopf strukturieren können!

Im Folgenden schildere ich demnach meine Erfahrung mit dieser Kombi-Rep-Variante: Ich belege die Präsenzkurse bei BMR und kann im Anschluss der Seminare oder zur Vorbereitung die Vorträge online über deren Partner Lecturio anschauen.

Lernen mit Lecturio
Zunächst also zum Angebot von Lecturio, da dies für viele eine neue Art der Wissensvermittlung darstellt. Lecturio bietet zu vielen Themen Online-Kurse an, immer in Zusammenarbeit mit angesehenen Dozenten. Zwischen BMR und Lecturio besteht eine ebensolche Kooperation. Alle Vorträge und Inhalte von BMR wurden aufgezeichnet und sind so beliebig oft auf der Plattform abrufbar.

Die Vorträge sind in einzelne Kapitel gegliedert, die per Klick angesprungen werden können. Dabei ist der Bildschirm zweigeteilt. In der Mitte werden die Folien gezeigt, links in einem separaten Fenster das Video vom Dozenten. Auf diese Art und Weise erlebt man die Vorträge hautnah mit, auch zuhause am Schreibtisch, auf dem Sofa oder in der Straßenbahn. Neben den Skripten als Download wird die häufig genutzte Möglichkeit angeboten, online Fragen an den Dozenten zu stellen. So kann man Unklarheiten unmittelbar mit dem Dozenten klären.

Dankbar bin ich auch für die mobile Variante. Sie ist sehr praktisch, um den Grübeleien unterwegs nachzugehen und einen Vortrag ein weiteres Mal anzuhören. Sie funktioniert einwandfrei und ist meines Wissens bei anderen E-Learning-Plattformen nicht Bestandteil des Angebots. Besonders praktisch ist der Offline-Speicher der App. Ich muss nicht ständig online sein, sondern kann einen einmal gekauften Kurs auf mein Smartphone oder Tablet laden und immer wieder ansehen.

Lernen heißt Wiedererkennen
Zurück zum „Kurzrepetitorium“ von BMR. Im Gegensatz zu anderen Reps verfolgen das Prinzip des strukturellen Lernens: Zunächst werden die Grundlagen vermittelt, darauf aufbauend die Gesetzesdogmatik aufgezeigt und in Anwendung gebracht. Im dritten Schritt wird gelernt, Bekanntes mit Unbekanntem zu verknüpfen.

Begonnen habe ich mit Öffentlichem Recht, referiert von Herrn Falla: Er ist ein hervorragender, eloquenter und kompetenter Dozent, der es schafft, den Stoff auf eine erfrischende Art und Weise zu vermitteln. Er ist Rechtsanwalt im ÖR und sein Vortrag daher gespickt mit anschaulichen Fallbeispielen. Da er aus Stuttgart anreist, sind seine Unterrichtstage immer sehr lang, einmal die Woche von 9 bis 16.30 Uhr. Trotz alledem ist seine Vortragsweise so fesselnd, dass ich regelmäßig am liebsten mit ihm in den Zug steigen möchte. Die häufig zu hörenden Kritikpunkte, das Rechtsgebiet nicht in voller Gänze abzudecken, kann ich nicht teilen. Zwar reduziert er den Stoff auf das Essentielle, aber darin sehe ich den absoluten Vorteil gegenüber anderen Dozenten und Repetitoren: Er schafft es wie kein anderer, das Rechtsgebiete so zu strukturieren, dass es im Gedächtnis bleibt und zum Examen abrufbar ist. Und darauf kommt es schließlich an.

Auch Rechtsanwalt Wolfgang Bohnen verfährt nach dem BMR-Prinizip. Er ist seit fast 30 Jahren Repetitor im Straf- und Strafprozessrecht und daneben als Strafverteidiger tätig, wodurch bei seiner Lehrtätigkeit die notwendige praktische Komponente einbezogen wird. Ausgangspunkt beim Rep sind allerdings die Staatsexamensklausuren und die daraus resultierenden notwendigen Kursinhalte. Der Schwerpunkt liegt im Allgemeinen Teil, aber auch die einzelnen Delikte werden in Grundzügen bearbeitet. Vor allem die Normal-Fall-Methode, anhand derer Streitigkeiten analysiert werden können, ist sehr hilfreich bei der Strukturierung und Darstellung von Meinungsstreitigkeiten. Schafft man es, seine Vorträge ordentlich nachzuarbeiten, ist man für das Examen bestens gewappnet.

Zivilrecht bei Dr. Montag
Weiter ging es bei mir mit Zivilrecht, primär doziert von Herrn Dr. Montag. Teilbereiche des Zivilrechts werden von anderen Dozenten betreut, so z.B. der Bereich Zwangsvollstreckungsrecht von Prof. Bernd Banke, Professor für Wirtschaftsrecht und der Bereich Zivilprozessrecht von Dr. Rainer Oberheim, Vorsitzender Richter des Senats am OLG und Verfasser des Standardwerkes zu Referendariat und zweitem. Staatsexamen „Zivilprozessrecht für Referendare“.

Dr. Montag versteht es wie kein Zweiter, Zivilrecht lernbar zu machen. Neben seiner Tätigkeit als Dozent bei BMR ist er Lehrbeauftragter für Wirtschaftsrecht, selbständiger Anwalt und Autor zahlreicher Lernprogramme für Wirtschaftsjuristen. Sein berühmter Fernsehfall wird wohl in die Geschichte eingehen. Anhand dieses Falles rollt er die Grundlagen des BGB auf. Darauf aufbauend erarbeitet er daran die Gesetzesdogmatik und erweitert den Fall durch immer neue Sachverhalte. Somit erfährt der Fernsehfall ständig Abänderungen, anhand derer wir Teilnehmer das BGB durchforsten.

Klausuren und Lernkontrollfragen
Jede Woche haben die Teilnehmer die Möglichkeit, das Gelernte in Form einer Klausur zu überprüfen. Erst anhand dieser Klausuren lernen wir unsere juristisches Handwerkszeug, ein Gutachten zu schreiben. Auch bei Lecturio werden diese Klausuren angeboten, in Form von Musterklausuren. Allerdings werden sie nicht von den Dozenten korrigiert, sondern müssen von den Teilnehmern selbst mit den Musterlösungen verglichen werden. Im Gegensatz zu den Präsenz-Kursen sind bei Lecturio zusätzlich Frage- und Antwortbereiche integriert. Mehrmals innerhalb eines Vortrags stellt der Dozent Wissens- und Verständnisfragen, so dass man stetig kontrollieren kann, ob man die wichtigsten Bestandteile der Vorlesungen aufgenommen hat.

Als Fazit möchte ich noch einmal zusammenfassen: Die Kombination BMR und Lecturio ist ideal, da sie zwei für das Examen elementar wichtige Komponenten vereint: das richtige Lernkonzept gepaart mit dem absolut flexiblen Online-Angebot, das einem ermöglicht, die Vorlesungen so oft man möchte, zu verfolgen. Ich kann aber auch beide Komponenten für sich alleine stehend mit bestem Gewissen weiterempfehlen. BMR als das Repetitorium, das es wie kein Zweites versteht, Strukturen darzulegen und Lecturio als Repetitorium für die nächste Generation, das den Luxus gewährt, völlig flexibel zu lernen, ohne dabei Abstriche hinnehmen zu müssen.






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