Oscar Pistorius, der „Fastest Man on no legs“ stellte zahlreiche Weltrekorde im Sprinten für behinderte Sportler auf und erzielte auch in Wettkämpfen gegen nichtbehinderte Sportler beachtliche Erfolge. So wurde er international berühmt und zur Inspiration für viele Menschen weltweit. Doch in der Nacht zum Valentinstag 2013 tötete er mit einer Schusswaffe seine Freundin und Model Reeva Steenkamp. Einen Überblick über diesen spektakulären Prozess erhalten Sie hier.
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Oscar Pistorius

Bild: “Oscar” von Jim Thurston. Lizenz: CC BY-SA 2.0


Biografie

Oscar Pistorius wurde am 22. November 1986 in Johannesburg, Südafrika geboren. Er kam mit einer Fehlbildung an beiden Beinen zur Welt. Mit elf Monaten wurden ihm die Beine unterhalb der Knie amputiert. Trotzdem konnte Pistorius durch für ihn angefertigte Fußprothesen aus Kunststoff laufen. Während der Schulzeit spielte er Tennis, Cricket und Rugby und entdeckte schließlich das Sprinten für sich.

Karriere als Leichtathlet

Pistorius erzielte als Sprinter zunächst bei den Paralympics 2004 in Athen beachtliche Erfolge. Dort gewann er Gold über 100 Meter und Bronze über 200 Meter. Im Laufe seiner Karriere stellte er zahlreiche Weltrekorde für behinderte Sprinter auf. Pistorius kündigte an, bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking antreten zu wollen. Der internationale Weltleichtathletikverband (IAAF) verweigerte ihm zunächst die Teilnahme, da er aufgrund eines biomechanischen Gutachtens davon ausging, dass Pistorius durch seine Prothesen einen Vorteil gegenüber den anderen Athleten hätte. Der internationale Sportgerichtshof CAS hob die Entscheidung des IAAF auf und gewährte Pistorius die Teilnahme. Allerdings verfehlte Pistorius die Qualifikationszeiten und konnte letztlich doch nicht teilnehmen.

2011 unterbot Pistorius die Qualifikationszeiten für die Weltmeisterschaften in Daegu und war somit gemeinsam mit Jason Smyth der erste Sportler mit Handicap, der an Leichtathletik-Weltmeisterschaften teilnahm.

Mordprozess

Den Abend vom 13.02.2013 verachte Pistorius in seinem Haus mit seiner Freundin Reeva Steenkamp. In der Nacht zum Valentinstag 2013 schoss er mehrmals durch die geschlossene Toilettentür in seinem Haus. Dabei verletzte er seine Freundin Reeva Steenkamp tödlich. Er rechtfertige die Schüsse vor Gericht damit, dass er hinter der Tür einen Einbrecher vermutete. Gegen Pistorius wurde Anklage wegen Mordes erhoben.

Das Urteil

Richterin Thokozile Masipa sprach Pistorius im Urteil vom 12.09.2014 der fahrlässigen Tötung an seiner Freundin Reeva Steenkamp schuldig. Auch wegen eines Vergehens gegen die Waffengesetze Südafrikas wurde Pistorius schuldig gesprochen. Es handelt sich dabei um einen Vorfall in einem Restaurant, in dem Pistorius unter dem Tisch eine Pistole abgefeuert hatte.

Verkündung des Strafmaßes

Das Strafmaß von 5 Jahren Freiheitsstrafe wegen fahrlässiger Tötung wurde am 21.10.2014 festgelegt. Die Freiheitsstrafe von 3 Jahren wegen des illegalen Waffengebrauchs wurde zu fünf Jahren auf Bewährung ausgesetzt. Pistorius musste direkt nach der Verkündung des Strafmaßes ins Gefängnis. Richterin Masipa würdigte die Reue des Angeklagten, dass er bislang nicht vorbestraft sei und dass er sich zeit seines Lebens karikativ engagiert hatte. Allerdings wies sie auch darauf hin, dass nicht der Eindruck entstehen dürfe Reiche und Prominente würden von der Justiz bessergestellt. Auch wäre Pistorius eine Haftstrafe trotz seiner Behinderung zuzumuten.

Fazit

Das Urteil ist bislang nicht rechtskräftig, da die Staatsanwaltschaft Berufung vor dem obersten Gerichtshof eingelegt hat. Auch in den Augen eines großen Teils der Medien und der Öffentlichkeit war die Strafe gegen Pistorius zu milde. Bei guter Führung könnte diese nämlich schon im August 2015 in Hausarrest umgewandelt werden.

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