Schon morgens in der Unicafeteria wehen einem die ersten Flyer entgegen. Die optimale Examensvorbereitung mit den besten Kursleitern wird hier versprochen. Doch was leisten die kommerziellen Repetitorien wirklich? Bei uns erfahren Sie alles über ihre Vor- und Nachteile, wobei wir uns in diesem Beitrag zunächst auf Präsenzangebote beschränken wollen.
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kommerzielles Repetitorium

Bild: “UF HHP Classroom Plastic Wooden Desks Desk” von Christopher Sessums. Lizenz: CC BY-SA 2.0


Der Dauerbrenner in der Examensvorbereitung

Ca. 90 % aller Jurastudenten nutzen für ihre Vorbereitung auf das Staatsexamen ein privates Repetitorium. In der Tat nehmen die kommerziellen Angebote bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts einen wichtigen Stellenwert innerhalb des Jurastudiums ein.

Doch was sind die Gründe? Zum einen liegt dies daran, dass sich die Nachwuchsjuristen durch das Studium allein nicht hinreichend auf die Prüfungen vorbereitet fühlen. Professoren beschränken sich innerhalb ihrer Vorlesung in der Regel nicht auf die Darstellung des klausurrelevanten Stoffes. Dies ist (einmal abgesehen von Veranstaltungen innerhalb des Universitätsrepetitoriums) auch nicht ihre Aufgabe.

Hierdurch wirkt die zu beherrschende Stoffmenge vor dem Eintritt in die Lernphase nahezu unüberschaubar, sodass sich viele nicht in der Lage fühlen, sie allein zu bewältigen. Dies legt den Gang zum Repetitor von vornherein nahe. Bevor Sie sich jedoch für oder gegen den Besuch eines privaten Präsenz-Repetitoriums entscheiden, sollten Sie die folgenden Vor- und Nachteile sorgfältig abwägen:

Die Nachteile kommerzieller Präsenz-Repetitorien

Ein Nachteil kommerzieller Präsenz-Repetitorien ist zunächst ihr immenser Kostenfaktor. Gut und gerne 1.500 bis 2.000 € zahlt man für einen Komplettkurs. Viele Studenten haben dieses Geld gar nicht zur Verfügung. Gerade in der Examensvorbereitung fällt es mitunter sehr schwer, Studium und Nebenjob unter einen Hut zu bekommen. Andere möchten es für ein Repetitorium nicht ausgeben und sich nach dem Prüfungsmarathon stattdessen mit einer ausgedehnten Reise oder Ähnlichem belohnen.

Darüber hinaus hat man im Rahmen eines privaten Präsenz-Repetitoriums so gut wie keine freie Zeiteinteilung. Zwei- bis dreimal pro Woche finden die Kurse statt und ohne den regelmäßigen Besuch verliert man schnell den Anschluss. Hinzu kommt, dass der Stoff auch zwischen den einzelnen Terminen nachbereitet werden muss, da man ansonsten allenfalls einen sehr geringen Nutzen aus ihnen zieht. Dadurch ist man letztendlich gezwungen, den Lernplan des Repetitoriums bei seiner Examensvorbereitung einzuhalten.

Außerdem wird man in der Regel in den verschiedenen Rechtsgebieten auch mit unterschiedlichen Repetitoren konfrontiert. Dabei ist von vornherein klar, dass jeder Kursleiter anders ist. Natürlich kann man Glück haben und von den Erklärungen aller Lehrenden stark profitieren, weil sie gute didaktische Fähigkeiten haben und man mit ihrem Unterrichtsstil wunderbar zurechtkommt.

Genauso gut ist es aber möglich, dass man mit der Art eines Repetitors nicht viel anfangen kann. Dennoch werden die meisten Studierenden auch die Veranstaltungen einer ungeliebten Lehrkraft im Rahmen des kommerziellen Reps besuchen – schließlich hat man ja dafür bezahlt. Anders ist es bei den kostenlosen Wiederholungskursen der Universitäten, wo man auf den Besuch einzelner Termine bei Inkompatibilität mit dem Dozenten auch mal ohne schlechtes Gewissen verzichtet.

Die Werbemittel der kommerziellen Anbieter vermitteln einem außerdem, dass viele ihrer zufriedenen Kunden ihr Studium mit einem Top-Abschluss krönen. Hierdurch kann bei Studierenden schnell der Eindruck entstehen, dass allein der Besuch der Kurse ausreicht, um die Prüfungen erfolgreich zu meistern.

Bei manchen Naturtalenten mag dies auch der Fall sein und selbstverständlich gibt es viele Repetitoriumsbesucher, die das Examen mit Bravour meistern. Dazu gehört aber meistens ein hohes Maß an Eigeninitiative. Auch beim Besuch eines kommerziellen Repetitoriums müssen Sie kontinuierlich nacharbeiten und wiederholen, um am Ende ein vernünftiges Ergebnis zu erzielen. Das Lernen nimmt Ihnen niemand ab!

Die Vorteile kommerzieller Präsenz-Repetitorien

Ein großer Vorteil kommerzieller Repetitorien ist das umfangreiche Material, das einem zur Verfügung gestellt wird. Während man sonst auf sich allein gestellt ist, erhält man hier zahlreiche Fälle, Schemata und Ähnliches, die einem das Leben während der Vorbereitung erheblich erleichtern. Auch wenn die Menge oft erschlagend wirkt, bietet es eine sehr gute Grundlage, um sich den Stoff zu erarbeiten.

Außerdem lebt das private Repetitorium vom Meinungsaustausch. Hier kann man unter Anleitung des Kursleiters Fragen stellen und sich an Diskussionen und Falllösungen beteiligen. Dies verhindert, dass man sich nur vom Unterricht berieseln lässt, wobei dieser Aspekt natürlich von der jeweiligen Gruppengröße abhängt. Hinzukommend fördert dies die aktive Auseinandersetzung mit dem Lernstoff.

Darüber hinaus gibt es Anbieter, bei denen der Einstieg in einen laufenden Kurs nicht möglich ist und stattdessen alle Teilnehmer zu einem gemeinsamen Termin beginnen und aufhören. Dies hat den Vorteil, dass sie zwar über unterschiedlich ausgeprägte Kenntnisse in den einzelnen Rechtsgebieten verfügen, mit ihrer Examensvorbereitung aber zum selben Zeitpunkt starten und hierdurch einen ähnlichen Vorbereitungsstand haben. Dies ist beispielsweise im Rahmen des Universitätsrepetitoriums nicht der Fall.

Weiterhin dozieren innerhalb kommerzieller Repetitorien meist Praktiker. Hierdurch ist eine examensbezogene Stoffvermittlung von vornherein stärker gewährleistet als bei den universitären Rep-Angeboten, wo die Professoren oft zu einem wissenschaftlich vertiefenden Unterricht neigen, der für die Prüfungsvorbereitung häufig nur bedingt von Nutzen ist.

Ferner enthalten die privaten Angebote teilweise auch einen eigenen Klausurenkurs, der parallel zu demjenigen an der Universität genutzt werden kann. Sofern Sie die Zeit aufbringen, zwei Klausuren auf Examensniveau pro Woche zu lösen, bietet Ihnen diese Kombination eine wertvolle zusätzliche Trainingsmöglichkeit.

Was heißt das für Ihre Entscheidung?

Für und gegen den Besuch eines kommerziellen Präsenz-Repetitoriums lassen sich verschiedene Punkte anführen. Natürlich ist die Entscheidung einerseits von Ihrer finanziellen Situation abhängig. Andererseits kommt es aber auch darauf an, auf welche Art Sie am besten lernen.

Wenn Sie sich den Stoff vorrangig über das Hören einprägen, also ein auditiver Lerntyp sind, und Wert auf aufbereitetes Material und einen feststehenden Lernplan legen, kann ein kommerzielles Präsenz-Repetitorium genau das Richtige für Sie sein.

Andere fühlen sich hierdurch zu sehr in ihren Freiheiten eingeschränkt, erarbeiten sich die Themengebiete am liebsten autodidaktisch oder gehen mit einem höheren wissenschaftlichen Anspruch an die Vorbereitung heran.

Um zu entscheiden, ob ein privates Präsenz-Repetitorium für Ihre Vorbereitung der richtige Weg ist, sollten Sie einmal zum Probehören in einen laufenden Kurs gehen. Eine pauschale Antwort auf diese Frage ist dagegen nicht möglich. Denn Juristen wissen: „Es kommt darauf an!“

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