Vier Jahre Studium haben Sie bereits hinter sich. Sie haben den Stoff mehr oder weniger gut nachbereitet und alle erforderlichen Scheine erworben. Vor Ihnen liegt die letzte Hürde und gleichsam der Angstgegner aller Studierenden: Das Staatsexamen. Wir geben Ihnen sieben wertvolle Tipps, mit denen Sie die staatliche Pflichtfachprüfung gekonnt meistern.
Tipp: Mit unserem Online-Repetitorium zum 1. Staatsexamen können Sie sich bestmöglich, flexibel und kostengünstig auf die erste juristische Staatsprüfung vorbereiten. Jetzt kostenlos starten.

Bild: “Philadelphia Spectrum demolition: Smashing!”
von Rhys Asplundh. Lizenz: CC BY 2.0


1. Freiversuch – Ja oder Nein?

Sofern Sie sehr schnell studiert haben, steht Ihnen in der Regel die Möglichkeit des sogenannten Freiversuchs offen. Damit können Sie einen Versuch der staatlichen Pflichtfachprüfung wagen, ohne dass das Ergebnis endgültig ist. Schließlich können Sie die Prüfung im regulären Versuch noch einmal wiederholen. Dies kann Ihnen zusätzliche Sicherheit geben und Ihnen Ihre Angst nehmen.

Natürlich bietet der Freiversuch eine gute Möglichkeit, um den Ernstfall einmal zu proben. Sie sollten sich jedoch die Frage stellen, ob Sie ihn tatsächlich nur als Übung betrachten. Viele Studierende machen die Erfahrung, dass sie sich nach einem bestandenen Freiversuch nur noch schwer auf ihren eigentlichen Prüfungstermin vorbereiten können, da sie den Abschluss (wenn auch noch nicht mit der Traumnote) bereits in der Tasche haben. Vor diesem Hintergrund fällt es schwer, sich erneut zum zeitintensiven Lernen zu motivieren.

Stellen Sie sich also die Frage, ob Sie sich nach einem bestandenen Versuch noch einmal zu einem Ablegen der Prüfung aufraffen könnten. Natürlich lässt sich diese vorher nicht mit 100%iger Sicherheit beantworten. Die Antwort kann Ihnen jedoch als Indiz dafür dienen, ob der Freiversuch für Sie Sinn macht oder Sie sich lieber mehr Zeit für die Vorbereitung nehmen und erst im eigentlichen Versuch antreten sollten.

2. Finden Sie heraus, welcher Lerntyp Sie sind

Im Laufe des Studiums konnten Sie sicherlich schon Erfahrungen hinsichtlich der Frage sammeln, welche Lernmethode für Sie die effektivste ist. Während einige Menschen besonders gut über das Lesen oder das Zuhören lernen, müssen andere alles aufschreiben, was sie verinnerlichen möchten.

Zählen Sie zu letzterer Gruppe, bietet es sich für Sie an, eigene Schemata oder Karteikarten anzufertigen und diese regelmäßig zu wiederholen. Lassen Sie sich bei der Frage nach der richtigen Lerntechnik nicht von anderen verunsichern, sondern greifen Sie auf diejenige zurück, die sich für Sie bislang als besonders erfolgreich erwiesen hat.

3. Nehmen Sie sich genügend Zeit

Das oberste Gebot für eine erfolgreiche Vorbereitung ist, sich genügend Zeit hierfür einzuräumen. Wie viel Zeit dies ist, hängt insbesondere von Ihrem persönlichen Wissensstand ab. Haben Sie noch große Lücken in wichtigen Grundlagengebieten, ist es für Sie sicherlich ratsam, ein Jahr für die Vorbereitung einzuplanen. Einige Studierende lernen auch 1,5 Jahre oder länger.

Sie sollten sich jedoch fragen, welcher Vorbereitungszeitraum für Sie sinnvoll ist. Eine zu lange Dauer kann dazu führen, dass Sie sich im Detail verlieren und in Panik versinken. Denn eines ist sicher: Es gibt genügend Stoff, um damit Jahrzehnte zu füllen. Wichtig ist auch zu beachten, dass die Examensvorbereitung ein permanenter Kampf gegen das Vergessen ist und das Lernen über einen zu langen Zeitraum nicht zwangsläufig zu einem größeren Wissenserwerb führt.

4. Planen Sie so gut es geht

Versuchen Sie, die Ihnen verbleibende Lernzeit sinnvoll auf die verschiedenen Rechtsgebiete aufzuteilen. Ob Sie dabei tage- oder wochenweise vorgehen, hängt natürlich von Ihren eigenen Vorlieben ab. Kurz vor der Prüfung sollten Sie außerdem eine Wiederholungsphase einplanen, um das Gelernte noch einmal zu verfestigen. Dies gibt Ihnen zusätzlich die Sicherheit, dass Sie den Stoff tatsächlich beherrschen.

5. Lösen Sie Fälle

Sie sollten sich möglichst früh von dem Gedanken verabschieden, sich den Stoff nur abstrakt zu erarbeiten. In der schriftlichen und der mündlichen Prüfung werden ausschließlich Fallprüfungen verlangt, maximal in einer Zusatzfrage müssen Sie etwas abstrakt darstellen.

Wichtig ist es deshalb, konsequent Fälle zu lösen. Ob es jede Woche der fünfstündige Klausurenkurs sein muss, müssen Sie für sich entscheiden. Schaden kann er jedenfalls nicht, da er Ihnen auch hilft, ein Gefühl für die Zeitdauer zu entwickeln, die Ihnen in der Prüfung zur Verfügung steht. Unabhängig davon sollten Sie jedoch zumindest kleine Fälle regelmäßig bearbeiten, um das Gelernte zu vertiefen und zu verfestigen.

6. Bleiben Sie auf dem neuesten Stand

Insbesondere für die mündliche Prüfung ist es wichtig, die aktuelle Rechtsprechung im Auge zu behalten. Hierfür bietet sich die regelmäßige Lektüre von Ausbildungszeitschriften an, die die relevanten Entscheidungen oft studentengerecht aufbereiten. Darüber hinaus sollten Sie (sofern Sie dies nicht ohnehin schon tun) die Nachrichten verfolgen, da auch aktuelle Ereignisse die Grundlage für eine juristische Diskussion in der mündlichen Prüfung bilden können.

Der Punkt Aktualität bezieht sich jedoch nicht nur auf materielles Wissen. Sie sollten auch stets mit aktuellen Gesetzen arbeiten, um keine wichtigen Neuerungen zu verpassen. Beachten Sie jedoch, dass auf den Internetseiten der Prüfungsämter angegeben ist, welche Gesetzesauflage in der Prüfung verwendet werden darf. Meist dürfen Sie ältere Auflagen auf eigene Gefahr benutzen.

Die Verwendung von neueren ist jedoch verboten und wird streng sanktioniert. Verzichten Sie also darauf, die eine Woche vor der Prüfung erschienene Ergänzungslieferung in den Schönfelder oder Sartorius einzusortieren, wenn das Prüfungsamt einen älteren Stand der Gesetze vorschreibt.

7. Tun Sie auch etwas für sich

Der Mensch ist ein soziales Wesen. Verzichten Sie also nicht darauf, sich mit Freunden zu verabreden und gemeinsam etwas zu unternehmen. Für einen monatelangen effektiven Lernerfolg sind regelmäßige Erholungsphasen ebenso wichtig wie die Aufnahme von Wissen. Schließlich möchten Sie ja auch noch nach dem Examen soziale Kontakte haben.

Auch Sport eignet sich gut, um den Kopf frei zu bekommen und sich für die Prüfung fit zu halten. Wenn Sie merken, dass Sie zunehmend in Panik verfallen, kann eventuell ein Kurzurlaub das Richtige für Sie sein, um einmal die gewohnte Umgebung zu verlassen und abseits des Alltagstrotts ein wenig Energie zu tanken. Nur wenn Sie auch auf Ihre Bedürfnisse Rücksicht nehmen, haben Sie die Möglichkeit, viel zu leisten. Ein Tag in der Woche sollte deshalb auf jeden Fall lernfrei bleiben.

Fazit

Die Erste juristische Prüfung erscheint fast allen Studierenden als eine schier unüberwindbare Hürde. Wenn Sie sich jedoch intensiv vorbereiten und unsere Ratschläge beherzigen, werden Sie sie auf jeden Fall überwinden und im Rückblick vielleicht sogar als weniger schlimm als erwartet empfinden.



Die ultimative Vorbereitung für das juristische Staatsexamen

Dieses kostenlose eBook gibt Ihnen einen Überblick über die Möglichkeiten zur Vorbereitung auf Ihr Jura Examen:

Wie funktionierte die perfekte Examensvorbereitung?

Zum Staatsexamen ohne Repetitorium?

Online- versus Präsenzrepetitorien

        EBOOK ANFORDERN        
Nein, danke!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *