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Bild: “Obligatory schedule board” von Robert Lowe.
Lizenz: CC BY 2.0


Das Grundstudium und die Zwischenprüfung

Sie trennt das Grund- vom Hauptstudium und ist die erste Hürde auf dem Weg zum juristischen Olymp: Die Zwischenprüfung. Diese wird mithilfe der Vorlesungsabschlussklausuren und den zu schreibenden Hausarbeiten in den ersten Semestern abgelegt und stellt damit keine gesonderte Prüfungsleistung dar.

Hier muss der Studierende erstmals unter Beweis stellen, dass er den Stoff aus den Vorlesungen über das öffentliche, das Straf- und Zivilrecht verinnerlicht hat und ihn auf konkrete Fälle anwenden kann. Daneben werden auch Klausuren in den juristischen Grundlagendisziplinen (wie etwa Rechtsphilosophie, -theorie und -geschichte) angeboten.

Wie viel Zeit Sie haben, um die erforderlichen Leistungen für die Zwischenprüfung zu erbringen und welche dies konkret sind, regelt jede Universität individuell. Die einzelnen Bestimmungen können Sie in der Zwischenprüfungsordnung der jeweiligen Universität nachlesen. Es empfiehlt sich, diese schon einmal zu vergleichen, bevor Sie sich für das Studium an einer bestimmten Universität entscheiden.

Hier haben wir beispielhaft das Grundstudium und die verlangten Zwischenprüfungsleistungen an einigen Universitäten für Sie zusammengestellt:

An der Goethe-Universität in Frankfurt am Main müssen zum Bestehen der Zwischenprüfung eine Klausur und eine Hausarbeit in den Grundlagen des Rechts geschrieben werden, wobei eine der Leistungen auch durch eine Seminararbeit ersetzt werden kann. Drei Klausuren müssen im Straf-, Zivil- und im öffentlichen Recht angefertigt werden. Die Klausuren haben laut Studienordnung dabei eine Dauer von zwei bis drei Zeitstunden.

Auch hier werden Hausarbeiten verlangt. Diese sind keine Voraussetzung für die Zwischenprüfung, müssen aber vorliegen, um für die „großen Scheine“ im Hauptstudium zugelassen zu werden. Die Zwischenprüfung muss bis zum vierten Fachsemester absolviert werden. Die einzelnen Teilleistungen können dabei einmal wiederholt werden, die Hausarbeit oder Klausur innerhalb der Grundlagen des Rechts zweimal, ebenso wie eine Klausur im Straf-, Zivil- oder öffentlichen Recht.

  • Anders sieht es etwa an der Universität Konstanz aus: Hier müssen im Zivilrecht vier, im öffentlichen Recht drei und im Strafrecht zwei Klausuren absolviert werden. Diese haben eine Dauer von 90 bis 120 Minuten. Darüber hinaus muss eine Hausarbeit bestanden werden. Auch hier sollten die Klausuren bis zum vierten Fachsemester gemeistert werden. Wurde dieses Ziel nicht erreicht, kann im 5. und 6. Semester für jede noch fehlende Klausur ein Wiederholungsversuch angetreten werden.
  • Auch an der Freien Universität Berlin müssen einige Klausuren geschrieben werden. Sieben Vorlesungsabschlussklausuren müssen Sie hier bestehen – jeweils zwei davon im Straf-, Zivil- und öffentlichen Recht und eine in einem Grundlagenfach. Daneben muss eine Hausarbeit aus einem der drei zuerst genannten Rechtsgebiete angefertigt werden. Zu beachten ist, dass die Klausuren jeweils vierstündig sind. Die Regelstudienzeit bis zur Zwischenprüfung beträgt hier drei Semester.

Das Hauptstudium und die Übungen für Fortgeschrittene

Kaum ist die Zwischenprüfung überstanden, geht es schon mit großen Schritten weiter, denn das Hauptstudium schließt sich nahtlos an. Das im Grundstudium erworbene Wissen wird nun in den Fortgeschrittenenübungen (auch „große Übungen“ genannt) vertieft und verknüpft. Hierbei muss jeweils eine Übung im Zivil-, Straf- und öffentlichen Recht durchlaufen werden. Diese sind an den Universitäten ebenfalls verschieden aufgebaut.

Pro Übung müssen meist eine Hausarbeit und eine Klausur geschrieben werden. Diesbezüglich ist zu beachten, dass diese oft gemeinsam bestanden werden müssen. An der Universität Bayreuth heißt dies beispielsweise, dass die Hausarbeit in der vorlesungsfreien Zeit geschrieben wird und die dazugehörige Klausur bereits im darauf folgenden oder im vorhergehenden Semester ebenfalls bestanden werden muss.

Unter Umständen kann die Klausur sonst auch verfallen. Die Hausarbeit ist hingegen für zwei ihr nachfolgende Semester gültig, in denen noch eine Klausur bestanden werden kann. Auskunft über die jeweiligen Bestimmungen geben die Prüfungsordnungen der Universitäten. Ein Blick hierein ist also unverzichtbar.

Eine Besonderheit gilt an der Uni Münster. Hier gibt es keine Übungen für Fortgeschrittene. Auch wenn Sie an einer anderen Uni studieren wollen, müssen Sie sich jedoch keine Sorgen machen: In der Regel werden in den Übungen mehrere Klausuren pro Semester angeboten. So sind es beispielsweise an der Uni Freiburg und der Uni Tübingen zwei bis drei Aufsichtsarbeiten, die geschrieben werden können.

In das Hauptstudium ist auch der Schwerpunktbereich integriert, dem wir einen separaten Beitrag gewidmet haben.

Die Erste juristische Prüfung

Die Meldung zur Ersten juristischen Prüfung erfordert meist eine Bescheinigung über das Bestehen der Zwischenprüfung, der „großen Übungen“, des Schwerpunktbereiches sowie über den Besuch einer fremdsprachigen fachspezifischen Veranstaltung. Daneben wird an einigen Unis auch verlangt, dass die Teilnahme an einer wirtschaftswissenschaftlichen Veranstaltung oder der Erwerb von Schlüsselkompetenzen nachgewiesen wird.

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit zu einem sogenannten Freiversuch, wenn man sich zum Ende der Regelstudienzeit bereits für die Erste juristische Prüfung anmeldet. Die Klausuren werden dann nach dem 8. Fachsemester geschrieben. Die Hochschulen haben aber verschiedene Voraussetzungen festgelegt, bei deren Vorliegen man den Freiversuch auch erst später schreiben kann, zum Beispiel bei Auslandsemestern oder der Arbeit in einem Hochschulgremium.

Bei einer Inanspruchnahme des Freiversuchs hat man bei einem Nichtbestehen in der Regel noch zwei statt nur einem Prüfungsversuch. Wenn man besteht, kann man seine Note noch im regulären Versuch verbessern.

Für die Studierenden der meisten Universitäten gilt es dann, im Rahmen der Ersten juristischen Prüfung sechs Klausuren und eine mündliche Prüfung zu bestehen. In Sachsen mussten bislang nur fünf Klausuren geschrieben werden. Ab dem Prüfungsdurchgang 2015/1 müssen die Rechtskandidaten aber auch hier sechs Klausuren lösen.

Studierende der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder, der Uni Potsdam sowie der FU und der HU Berlin müssen hingegen sieben Klausuren verfassen. Die mündliche Prüfung beinhaltet hier auch einen Aktenvortrag und nicht nur ein Prüfungsgespräch. Diese gleichen Anforderungen ergeben sich daraus, dass die Bundesländer Berlin und Brandenburg ein gemeinsames Prüfungsamt haben.

Eine interessante Möglichkeit ist auch das sogenannte „Abschichten“ der Examensklausuren, wie es in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen angeboten wird. Schreibt man die staatliche Pflichtfachprüfung in NRW und meldet sich bis zum Ende des 7. Fachsemesters zur Prüfung, kann man die Examensklausuren in zwei oder drei getrennten Abschnitten ablegen. In Niedersachsen kann das Examen bis zum Ende des 8. Semesters in zwei Abschnitte aufgeteilt werden. Weitere Informationen dazu gibt es auf den Seiten der zuständigen Justizprüfungsämter.

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