Mind-Mapping ist eine kreative und effektive Lernmethode, die sich auch für das Jurastudium eignet. Wir zeigen Ihnen, wie sie für das Jurastudium fruchtbar gemacht werden kann und geben Hinweise zur Vertiefung.

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Jura Lernen mit Mind Map

Bild: “How to Mind Map” von Pietro Zanarini. Lizenz: CC BY 2.0


Was ist Mind-Mapping?

Mind-Mapping ist eine Lerntechnik, die durch ihre besondere Struktur und Visualisierung dem gehirngerechten Denken entspricht. Das Gehirn denkt nicht linear, sondern radial. Ganz anders also, als Wissen in Büchern dargestellt und vermittelt wird. Im Gegensatz zur klassisch linearen Textform auf Papier werden Mindmaps klassisch querformatig und nur in Stichworten erstellt.

Im Zentrum der Map steht das Thema. Dies kann eine Vorschrift (z.B. § 242 StGB), ein Themengebiet (z.B. „Widerruf im BGB“) oder auch ein ganzes Rechtsgebiet sein. Darum ranken sich mehrere Äste (mindestens drei, maximal sieben, idealerweise fünf). Auf den Ästen stehen Oberbegriffe zum Thema. Von diesen aus ranken weitere Äste mit Unterbegriffen und schließlich Detailwissen.

Die Vorteile von Mind-Mapping

Durch Verwendung kurzer Stichwörter auf den einzelnen Ästen konzentriert man sich auf das Wesentliche. Es bleibt Raum für eigene weitere Ideen, die Map kann nicht stumpf gelesen, sondern muss erarbeitet werden. Weiterhin verdeutlichen Mind-Maps die Struktur eines Themas. Dies erleichtert das Verständnis und fördert zudem die Erinnerung. Letztlich erleichtern und beschleunigen sie das Wiederholen des Stoffes. Statt eines Lehrbuchs mit Hunderten von Seiten müssen nur einige Maps wiederholt werden.

Wieso gerade Mind-Maps?

Wie den meisten Rechtsstudierenden schnell aufgefallen sein sollte, handelt es sich bei der Materie des Rechts oft um Strukturprobleme. So lassen sich insbesondere juristische Probleme gut durch Mind-Maps darstellen. Auch die Querverweisungen innerhalb des Gesetzestextes lassen sich mit Hilfe von Mind-Maps besser veranschaulichen und verstärken somit den Verständniseffekt.

Auch als Vorbereitung oder Spickzettel bei Vorträgen (etwa für Seminar- und Studienarbeiten) eignen sich Mind-Maps hervorragend um die Übersicht zu behalten und nichts zu vergessen.

Mind-Mapping richtig nutzen

Ein paar Grundregeln sollten beachtet werden:

  • Halten Sie die Grundstruktur ein.
  • Bei Schreiben auf Papier ist ein leeres Blatt besser geeignet, da Linien zu Ablenkung führen.
  • Nutzen Sie möglichst wenige zentrale Begriffe und vermeiden Sie Sätze.
  • Um Zusammenhänge besser zu verstehen und zu verinnerlichen eignen sich Symbole, die eine feststehende Bedeutung haben. Auch farbige Markierungen, welche allerdings stringent durchgehalten werden sollten, helfen dem Verständnis.
  • Mind-Maps sollten so bunt und kreativ wie nur möglich sein um in Erinnerung zu bleiben. Für juristische Themen eignen sich die folgenden Symbole, um nahezu alle Rechtsgebiete und Vorschriften zu erfassen:
Grundgerüst juristischer Maps

Bild: aus Malkus, MLR (Marburg Law Review) 2010, 1, 4.

Mind-Maps lassen sich mit der Software „MindManager 15“ von Mindjet leicht am Computer erstellen. Vorteilhaft ist, dass die Maps leichter gelesen und verändert werden können. Auch lassen sich schöne Bilder und Links einfügen. Demgegenüber sind bei handgezeichneten Maps der Kreativität keine Grenzen gesetzt.

Grundsätzlich gilt: Probieren Sie es einfach aus. Zeichnen Sie z. B. einen strafrechtlichen Tatbestand Ihrer Wahl.

Vorgefertigte Mind-Maps

Auch wenn das eigenhändige Anfertigen von Mind-Maps den größten Lerneffekt hat, hat jedoch nicht jeder die Zeit oder Muße in großem Umfang selbst Mind-Maps anzufertigen.

Daher haben sich in den letzten Jahren diverse Möglichkeiten aufgetan. So finden sich einige kostenlose Mind-Maps von Niederle Media im Internet.

Zudem hat sich seit 2009 die Internetpräsenz Juralib etabliert. Dort kann jeder dazu beitragen, den gesamten examensrelevanten Jura-Stoff in Form von miteinander verlinkten Mind-Maps zusammenzustellen. Mittlerweile ist dort allerhand zusammengekommen und eignet sich gut zum schnellen Wiederholen des wichtigen Wissens.

Fazit

Mind-Maps sind sicherlich nicht für jeden geeignet. Sie bieten jedoch allerhand Vorteile und zwingen den Lernenden, sich mit dem Stoff auseinanderzusetzen und so tieferes Verständnis zu erlangen. Die zunehmende Popularität von Mind-Maps liegt somit sicherlich auch an deren Nützlichkeit. Weitere Infos und Links zum Thema finden Sie im jurawiki.

 

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