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Bild: “Tongji University Library” von Matthias Ripp. Lizenz: CC BY 2.0


Vor einiger Zeit wurde der Bundesrichter Thomas Fischer von der ZEIT interviewt. Den meisten Jurastudenten dürfte der Jurist durch seinen Strafrechtskommentar bekannt sein. In dem Interview nannte Fischer das Jurastudium „leicht“ – ist da was dran? Oder ist diese Aussage rein subjektiv aus der Sicht eines Spitzenjuristen, der ganz oben angekommen ist? Eine kritische Anmerkung.

„Jura ist leichter als Linguistik oder Physik“ – stimmt das?

Thomas Fischer ist der Meinung, das Jurastudium sei leichter als von vielen Jurastudenten empfunden. Er behauptet, dass etwa Linguistik, Physik oder Elektrotechnik deutlich schwerer sind. Der Grund, warum viele Studenten das Studium als schwer und lernintensiv empfinden, sei das falsche Lernen. Diese Aussage lässt einen beim ersten Lesen schon schmunzeln. Kann man ein 4,5-Jahre dauerndes Studium mit einer schier unermesslichen Stofffülle, einem Hammerexamen und Durchfallquoten von rund 30 Prozent wirklich als „leicht“ bezeichnen?

Würde man sich unter Studenten umhören, würde vermutlich jeder eine Antwort geben: für den Erstsemester in der zweiten Woche oder den Examenskandidaten scheint das Studium vermutlich subjektiv schwerer als für den Jahrgangsbesten mit Prädikatsexamen, oder den Rechtsreferendar. Leicht oder schwer liegt eben immer im Auge des Betrachters, Herr Fischer. Eine allgemeingültige Einordnung des Studiums ist also wohl kaum möglich (und auch nicht nötig). Möchte man die Rechtswissenschaften dennoch im Verhältnis zu anderen Studiengängen einordnen, so lassen sie sich vielleicht am ehesten mit der Mathematik vergleichen: Beide folgen ihrer eigenen Logik.

„Die Studenten lernen zu viel auswendig“ – da ist was dran

Thomas Fischer ist weiterhin der Meinung, Jurastudenten würden zu viel auswendig lernen. Sie wollen ein Schema hören, dass sie dann auf Karteikarten schreiben und auswendig lernen können. Tatsächlich gibt es sogar ganze Lehrbücher, die ausschließlich wichtige Schemata zu einem Rechtsgebiet enthalten. Dass Jurastudenten gerne schematisch lernen (und denken), daran ist also was dran. Tatsächlich lernen auch viele diese Schemata für Klausuren (und das Examen) auswendig. Doch ist das so falsch?

Ja und nein.

Schemata sind gut, um sie als Grundgerüst für die Prüfung zu benutzen. Vergleichbar mit dem Rohbau eines Hauses. Sie geben in der Prüfung Stabilität und Sicherheit. Allein die Schemata führen jedoch nicht zum Erfolg. Ein Haus besteht ja auch nicht bloß aus dem Rohbau. Hinzukommen Fenster und Türen, der Putz, und das Dach. In der Juraklausur sind dies das Systemverständnis, die Arbeit am konkreten Sachverhalt und der Stil. Nur wenn all diese Komponenten beherrscht und eingehalten werden, wird eine Klausur „rund“ und damit gut. Das Auswendiglernen von Schemata allein hilft also nicht zum Bestehen, da muss man Herrn Fischer schon recht geben.

Fazit

Thomas Fischer übt in diesem ZEIT-Interview nicht gerade sanfte Kritik am Jurastudium. Rhetorische Fertigkeiten werden nicht erlernt, die Studenten würden nur auswendig lernen und ansonsten ihre Ruhe wollen, systematisches Verständnis ist rar, und das Großkanzleigehalt auch nicht wirklich das Wahre. Bei vielen Kritikpunkten muss man ihm teilweise recht geben, das Jurastudium ist höchst reformbedürftig. Wer das 1. Examen in der Tasche hat, fühlt sich nicht wirklich für das Referendariat vorbereitet, und wer das 2. Examen hat, ist nicht wirklich bereit für den Anwaltsberuf. Schade ist auch, dass man die 9 Semester Studium weitaus mehr allein über Bücher gebeugt verbringt, als diskutierend mit seinen Kommilitonen oder Dozenten. Dennoch, eines ist das Jurastudium definitiv nicht: ein Spaziergang.

Quelle

Der Artikel bezieht sich auf das Interview der ZEIT mit Bundesrichter Thomas Fischer „Jura ist leicht“.



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